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Schottland – ein Traumziel mit Hunden

3. Juni 2014 in Urlaub mit dem Hund

 

Strand bei Durness

Strand bei Durness

Schottland ist mit seiner grandiosen Natur, schönen Sandstränden und vielen historischen Attraktionen ein Sehnsuchtsziel für viele Individualreisende. Dank der Lockerung der Einreisebestimmungen für Hunde nach Großbritannien, ist Schottland dabei mittlerweile auch für Hundebesitzer ein sehr lohnenswertes Reiseziel geworden. Die wichtigsten Voraussetzungen zur Einreise: der Hund benötigt den blauen EU-Heimtierausweis, muss gechipt sein, eine gültige Tollwutimpfung aufweisen (eine Titerbestimmung ist nicht mehr nötig) und 1-5 Tage vor Ankunft in Großbritannien vom Tierarzt gegen Bandwürmer behandelt werden. Alle Infos dazu findet man hier: https://www.gov.uk/take-pet-abroad.

 

Ben Aan

Ben Aan

Wir haben zusammen mit unseren Hunden Lucy und Grisu weite Teile Schottlands kennen lernen dürfen, für die Hunde war es ein kleines Paradies. Die Strände sind größtenteils ohne jede Beschränkung für Hunde nutzbar und auch auf Spaziergängen oder ausgedehnteren Wanderungen haben uns unsere Hunde natürlich begleitet. Beachten muss man dabei vor allem, dass in vielen Gebieten Schottlands Schafe frei herum laufen. Diese dürfen keinesfalls gestört oder gar gejagt werden. Ist dies gewährleistet, steht auch dem Freilauf der Hunde nichts im Wege.

 

Strand auf Harris

Strand auf Harris

Besonders beeindruckt hat uns die Doppelinsel Harris and Lewis mit ihrer einsamen Kargheit und den langen, hellen Sandstränden mit glasklarem Wasser. Es hätten nur noch einige Palmen gefehlt (und zugegeben: rund 15Grad mehr) und wir hätten uns wie in der Karibik gefühlt. Wir liegen, dösen, lesen am Meer, spielen mit den Hunden, die auch hier ganz selbstverständlich mit an den Strand dürfen und genießen Abends den Sonnenuntergang vom benachbarten Hügel aus.

 

Wer Kultur möchte, kann sich die Black Houses ansehen, die traditionelle Hausform der Insel. Bis in die 1960er hinein lebten noch einige Familien in ihnen, heute sieht man noch viele Ruinen. Das Visitor Center lohnt einen Blick, denn anschließend erkennt man die Raumaufteilung bei jeder Ruine wieder: der Stallbereich (Tiere lebten mit unter dem Dach, da sie Wärme spendeten), den Hauptraum mit permanent brennendem Torffeuer (ohne Kamin (!) und mit nur winzigem Fenster), abgerundet für wenig Windwiderstand. Wer das Wohngefühl einmal nachspüren möchte, kann sich für ein paar Tage in ein restauriertes Black House einmieten.

 

Steinkreis von Callanish

Steinkreis von Callanish

Eine weitere Attraktion der Doppelinsel ist der Butt of Lewis, mit Leuchtturm, Traumklippen, vielen verschiedenen Wasservögeln und ein Stückchen weiter wieder hellen Sanddünen. Das Gestein hier, Lewis-Gneis, gehört zu den ältesten Gesteinen, die auf der Erde entstanden: 1,5 bis 2,7 Milliarde Jahre alt sind die Felsen vor uns! Wir spazieren noch gut 3 Stunden an den Klippen entlang mit vielen Pausen zum genießen.
Und noch etwas sehr sehenswertes findet man auf Lewis: den Steinkreis von Callanish, älter als Stonehenge, gebaut aus den uralten Steinen des Lewis-Gneis, der sich eindrucksvoll auf einem Hügel erhebt. Und besonders schön daran ist: man hat diese eindrucksvolle Kultstätte fast für sich. Durch die Abgeschiedenheit finden nur wenige Touristen hierher und der Komplex ist frei zugänglich.

 

Harris and Lewis sind Teil der Äußeren Hebriden und unter anderem von der Isle of Skye aus mit der Fähre zu erreichen. Skye ist ungleich touristischer, bietet aber ebenfalls in erster Linie phantastische Natur mit tollen Wandermöglichkeiten, z.B. zum Old Man of Storr, zum Kilt Rock oder durch das bizarre Quiraing Gebirge. Wer sich für guten schottischen Whiskey interessiert, kann an einer Führung durch die Talisker Destillery teilnehmen.

 

Die Highlands

Die Highlands

Der Norden Schottlands ist durch die einsamen, unglaublich kargen Highlands geprägt. Man kann sich kaum mehr vorstellen, dass hier vor einigen Jahrhunderten noch Wald und ein lebendiges Clanwesen existiert haben. Vor allem im Laufe des 19. Jahrhunderts vertrieben reiche Gutsherren fast alle Bewohner der Region und ließen die verbliebenen Wälder fällen. Dies geschah, um möglichst viel Fläche für die lukrative Schafzucht zu gewinnen. Das traditionelle schottische Clanleben wurde im Zuge dessen fast vollständig zerstört. Einen interessanten Lehrpfad zu diesem traurigen Kapitel schottischer Geschichte findet man in der Nähe von Syre, bei den Überresten des „Rosal Township“. Der Ort ist frei zugänglich, so dass Hunde ihre Menschen auf dem gut 1-Stündigen Rundweg begleiten können.

 

Schafe trifft man freilaufend fast überall in Schottland

Schafe trifft man freilaufend fast überall in Schottland

Auch die Küstenregionen der Highlands sind nur spärlich besiedelt. Einige kleine Fischerorte, teils mit langsam aufkeimenden Tourismus, kann man hier finden. In erster Linie ist dies ein Ziel für Wanderer und Liebhaber von einsamer Natur. Ein einfach zu erklimmender Gipfel mit toller Aussicht ist der Stac Pollaidh. Rund eine Stunde braucht man für den Aufstieg und überblickt von oben das Meer und die Highlands. Ein Ort, um die Seele baumeln zu lassen. Nicht weit entfernt ist Knockan Crag, ein interessanter Geo-Lehrpfad mit tollem Blick über die Landschaft bis hinüber zur markanten Spitze des Stac Pollaidh. Schöne Sandstrände findet man unter anderem ganz im Nordwesten bei Durness, ein kleiner Ort mit einigen Ferienunterkünften, Ausflugsmöglichkeiten zu Tierkolonien und der Smoo Cave, eine ausgedehnte Kalksteinhöhle.

 

Melrose Abbey

Melrose Abbey

Natürlich bietet auch der Süden Schottlands viele Möglichkeiten, den Urlaub mit Hund zu genießen. So führte uns unsere allererste Wanderung in Schottlands entlang des Grey Mare’s Tail hoch zum Loch Skeen. Der Grey Mare’s Tail ist ein großer Wasserfall, der (dem Namen nach) an den Schweif eines Pferdes erinnert. Das Wetter war fantastisch, die Ausblicke wundervoll, die Stille, unsere erste kleine Schottland-Wanderung… schöner hätte Schottland uns kaum empfangen können. Daneben bietet der südliche Teil Schottlands, die Border Region, viel Kultur, z.B. die monumentalen Abtei-Ruinen. Hunde dürfen dabei ihre Menschen zu vielen Sehenswürdigkeiten begleiten, Informationen dazu findet man unter anderem hier: http://www.historic-scotland.gov.uk/sitesguide2013.pdf.

 

Unser Fazit: Schottland hat uns mit Sicherheit nicht zum letzten Mal gesehen. Ein wundervoller Ort, vor allem für Naturliebhaber, die Urlaub abseits des Massentourismus erleben möchten.

Ein Segeltörn mit Hunden in Kroatien

8. Mai 2014 in Urlaub mit dem Hund

Segeln auf der Adria

Segeln auf der Adria

Segeln, das klingt nach Abenteuer, Freiheit, einfach nur Urlaub. Schon lange wollten wir es mal ausprobieren, aber mit 2 großen Hunden? Wir haben es schließlich gewagt und waren eine Woche in Kroatiens Küstengewässern unterwegs. Mit dabei: mein Mann Frank und ich sowie unsere Hunde Lucy, ein Berner Sennen-Mischling, und Grisu, ein Australian Shepherd. Und ja, manches ist mit Hunden sicherlich schwieriger und es erfordert einige Kompromisse. Aber unser Urlaub war so wunderschön, dass der nächste Segeltörn, diesmal rund um Rügen, bereits geplant ist. Natürlich wieder mit unseren Hunden.

 

 

Hübsche, alte Städte und ursprüngliche Natur: auch an Land hat Kroatien einiges zu bieten.

Hübsche, alte Städte und ursprüngliche Natur: auch an Land hat Kroatien einiges zu bieten.

Besonders häufig wurden wir hinterher gefragt, wie wir das denn mit dem Lösen der Hunde gemacht haben. Diese Frage ist dabei aber noch vergleichsweise einfach zu beantworten: Man plant die Schläge entsprechend kurz, so dass die Hunde nie länger als 5-6 Stunden einhalten müssen. Natürlich, ein „reiner“ Segelurlaub ist es so nicht, dafür sieht man mehr vom Land und den Städten, an denen man anlegt.

 

Schon schwieriger ist es, ein Boot zu finden, auf dem Hunde erlaubt sind. Mein Tipp: eine nette persönliche Anfrage an Charterfirmen kann einiges möglich machen, auch wenn Hunde „offiziell“ laut Homepage nicht erlaubt sind. Manchmal sind Privatboote in der Flotte dabei, deren Eigentümer nichts gegen tierische Gäste haben. Auch gibt es vereinzelt Vercharterer, die allgemein gerne Hunde an Bord willkommen heißen.

 

Wie bekommt man einen großen Hund aufs Boot?

Wie bekommt man einen großen Hund aufs Boot?

Das Boot selbst hat unsere Hunde dann vor einige Herausforderungen gestellt. Das erste Problem taucht gleich bei der Übernahme auf: eine aus schmalen Hölzern bestehende Planke führt aufs Deck. Da kriegen wir Lucy doch nie drüber! Passend dazu gibt ein benachbartes Boots-Charter-Paar die Bemühungen auf, ihren großen Hund hinüber zu locken, der Mann trägt ihn schließlich wankend… Nee, mit einer zappelnden Lucy auf dem Arm?! Ich sehe Lucy und mich am Ufer winkend, während Frank und Grisu alleine ihre Reise ins Ungewisse starten… Wir überlegen und probieren es dann mit einem Teppich, den wir über die Planke legen. So kann man zumindest nicht mehr das Wasser hindurch sehen und es ist weniger glatt. Frank läuft voraus, Grisu recht selbstverständlich hinterher, dann ich, Lucy zögernd hinter mir. Alleine zurück bleiben will sie offensichtlich nicht, sie wagt es! Einmal geschafft, ist es danach auch kein Problem mehr. Am nächsten Morgen stellen wir fest, dass sich unsere Nachbarn den Teppich-Trick abgeschaut haben: auch ihr Hund bewältigt so die Planke problemlos.

Ein wenig wackelig ist es ja wirklich und das Deck ist außerdem recht rutschig. Um Hund-über-Bord-Manöver zu vermeiden, haben wir ein Relingnetz rundherum an Deck befestigen lassen. Außerdem tragen beide Hunde an Bord immer Schwimmwesten. Ich finde es sehr wichtig, dass die Schwimmwesten gut passen, damit die Hunde sie auch wirklich bequem über mehrere Stunden tragen können. So haben wir die Schwimmwesten auch nicht einfach im Internet bestellt, sondern im Tierfachhandel vor Ort gekauft, um sie anprobieren zu können und uns beraten zu lassen.

Für Lucy war daneben auch die steile, glatte Stiege zum Wohnraum hinab nicht ganz einfach zu bewältigen. Hierfür möchten wir beim nächsten Segeltörn kleine Antirutschmatten mitnehmen.

 

Alles im Blick

Alles im Blick

Dann wird es spannend: Leinen los, Motor starten, schon sind wir ausgeparkt und tuckern langsam aus dem Hafen heraus. Beide Hunde sind überraschend entspannt. Grisu sucht sich einen Beobachtungsposten auf dem Deck und behält alles genau im Blick. Lucy ist noch müde und schläft unten im Wohnraum. Mit Schaukeln, Schieflage und ähnlichem haben die Hunde keine Probleme, wie sich später heraus stellt. Kaum aus dem Hafen raus, setzt Frank die Segel, der Urlaub kann beginnen.

 

Überraschend teuer sind in Kroatien die Hafengebühren. Ankern und mit dem kleinen Beiboot an Land zu fahren, ist mit großen Hunden allerdings nur schwer machbar. Wir probieren es genau einmal: Das Beiboot wird im Wasser eng am Heck verzurrt, Frank befestigt den Außenborder… dann wird es ernst. Nur nicht zu viel denken, Grisu wird rüber gehievt, Lucy halb gelockt, halb gezogen… da sitzen sie nun leicht verunsichert. Frank platziert sich neben dem Außenborder und wo passe ich noch hin? Ich setze mich vorne auf die Umrandung und stelle erst später fest, dass es bessere Plätze gibt, wenn man einen trocknen Hintern behalten will. Zum Umsortieren fehlt es aber an Platz. Wir müssen ein interessantes Bild abgegeben haben und obwohl wir ohne größere Zwischenfälle trockenen Boden erreichen, ist dies ein Abenteuer, das wir nicht unbedingt wiederholen möchten.

 

Kornaten

Kornaten

Ein Erlebnis für sich sind die Kornaten, ein aus über 100 kargen Inselchen bestehender Nationalpark, der vom Wasser aus am schönsten zu genießen ist. Für die Übernachtung steuern wir eine kleine Restaurantbucht an, für Gäste ist diese kostenlos. Auch die Hunde sind im Restaurant willkommen, überhaupt präsentiert Kroatien sich sehr hundefreundlich. Traumhaft schön ist der Sonnenuntergang vom benachbarten Hügel aus.

 

Ein besonders hübsches, altes Städtchen ist Primošten. Wir erreichen den Hafen bereits am frühen Nachmittag und haben Glück: wir ergattern den vorletzten Platz an der Mole. In den folgenden Stunden kommen noch etliche Schiffe und müssen entweder an einer Boje festmachen oder weiter fahren.

Primošten

Primošten

Die Beliebtheit ist aber nachvollziehbar, die kleine Altstadt ist zwar touristisch, aber richtig schön, es gibt einen langen Kieselstrand und viele gute Restaurants. Am nächsten Morgen laufe ich mit den Hunden Richtung Osten aus der Bucht heraus, die Altstadt erstrahlt im Morgenlicht und hier abseits des Ortes findet man einsame kleine Strände. Ein perfekter Ort für einen Ruhetag.

 

Unser Fazit: es lohnt sich, Neues zu wagen. Es wird sicherlich nicht unser letzter Segeltörn mit den Hunden gewesen sein.

Strandurlaub mit Hund

28. Juni 2013 in Urlaub mit dem Hund

 

Schottland, Isle of Harris and Lewis

Schottland, Isle of Harris and Lewis

Die meisten Hunde lieben Strandurlaub: In den Wellen toben, Löcher buddeln, neue Hundebekanntschaften machen und den ganzen Tag mit ihren Menschen zusammen sein dürfen. Diese leinenlose Freiheit ist allerdings längst nicht an allen Stränden Deutschlands und Europas möglich. So sollten Hundebesitzer bei der Reiseplanung unbedingt die Hundefreundlichkeit des Urlaubsziels mit einbeziehen. Auch für den Aufenthalt mit Hund am Strand ist einiges zu beachten, damit der Urlaub für alle ein schönes Erlebnis wird.

 

 

Tipps für den Strandbesuch mit Hund

 

Oftmals sind Hunde am Strand in der Nebensaison entweder erlaubt oder werden zumindest toleriert, in der Hauptsaison dagegen sind sie am selben Strand verboten.

 

Peloponnes, in der Nebensaison kann auch Griechenland einen traumhaften Strandurlaub mit Hund bieten.

Peloponnes, in der Nebensaison kann auch Griechenland einen traumhaften Strandurlaub mit Hund bieten.

Vor allem April/Mai und September/Oktober bieten sich daher mit Hund für einen Strandurlaub an. Weitere Vorteile der Nebensaison sind, dass die Strände angenehm leer sind, die Unterkünfte günstiger und die Hitze den Hunden weniger zusetzt. Ist man gezwungen, in der Hauptsaison zu reisen, sollte man sich unbedingt im Vorfeld erkundigen, ob Hunde am Meer gestattet sind oder sich zumindest Hundestrände in der Nähe befinden. Auch Spaziergänge im Umland können zu unerfreulichen Überraschungen führen: sind Hunde auf Deichen oder in den Dünen erlaubt? Dürfen Hunde in Wald und Flur abgeleint werden? Sind sie in Restaurants vielleicht grundsätzlich verboten? Auskünfte erteilen z.B. lokale Touristeninformationen, aber auch Anbieter von Ferienunterkünften können meist weiter helfen.

 

Hunde schwitzen zwar nur an den Pfoten, verlieren aber auch durch das Hecheln viel Feuchtigkeit. Zudem funktioniert dieses „Kühlsystem“ deutlich schlechter, als das „Schwitzen“ der Menschen. Das salzhaltige Meerwasser ist dabei zum Durst löschen völlig ungeeignet. Das Salz vergrößert den Flüssigkeitsverlust nur noch, zudem reagieren viele Hunde auf das Schlucken von Meerwasser mit Durchfall. Es ist daher unbedingt nötig, bei einem mehrstündigen Strandaufenthalt auch Trinkwasser für den Hund mitzunehmen. Fehlen darf dabei natürlich auch ein entsprechender Trinknapf nicht.
Vor allem schwarze Hunde und Hunde mit viel Unterwolle überhitzen in der prallen Sonne schnell. Auch kurznasige Rassen können Probleme bei warmem Wetter bekommen, da sie teils weniger effektiv Hecheln können. Geht der Hund zwischendurch immer wieder ins Wasser, so ist das eine prima Abkühlung. Für Schwimmmuffel empfiehlt sich dagegen eine Strandmuschel oder ähnliches als Sonnenschutz. Der Sand selbst wird durch die Sonne im Laufe des Tages ebenfalls sehr heiß, wie man Barfuß schnell bemerkt. Manche Hunde graben sich Kuhlen in den Sand, um kühler zu liegen. Macht der Hund dies nicht von sich aus, kann auch der Mensch ihm dabei helfen.

Hunde können sogar einen Sonnenstich oder Hitzschlag durch die Überhitzung des Körpers und vor allem des Kopfes bekommen. Symptome sind Benommenheit, Taumeln, Erbrechen oder extremes Hecheln. In dem Fall muss der Hund sofort in den Schatten, Kopf und Nacken sollten zusätzlich mit feuchten Tüchern gekühlt werden und bestenfalls sollte der Hund Flüssigkeit aufnehmen können. Bessert sich der Zustand nicht sehr schnell wieder, ist es ratsam, zügig zum nächsten Tierarzt zu fahren.

 

helles, feines Haar ohne Unterwolle begünstigt Sonnenbrand

helles, feines Haar ohne Unterwolle begünstigt Sonnenbrand

Hunde mit kurzem, hellem Fell können in der Sonne einen Sonnenbrand bekommen. Fehlt dem feinen Haar Pigment, schützt es weniger gut vor Sonneneinstrahlung. Vor allem der Nasenrücken ist oft betroffen, hier kann wasserfeste Sonnencreme sinnvoll sein. Auch frisch geschorene Langhaarrassen müssen sich an die nun erhöhte Sonnenstrahlung auf der Haut erst langsam gewöhnen.

 

Wenn man vorhat, den Hund frei laufen zu lassen, ist es gerade in fremder Umgebung sehr sinnvoll, einen Adressanhänger (auch mit der Urlaubsadresse (!)) und der Handynummer am Hund zu befestigen.

 

Auf keinen Fall fehlen dürfen Kotbeutel im Hundegepäck. Kaum etwas regt Menschen an Hundebesitzern mehr auf, als das Liegenlassen von Hundekot. Niemand will bei einem Strandspaziergang hinein treten oder sein Kind damit eine Sandburg verzieren lassen. So manche Einschränkung, so manches Hundeverbot an Stränden dürften diesbezüglich uneinsichtige Hundebesitzer zumindest mitverschuldet haben. Daher die große Bitte: immer den Hundekot sofort entfernen! Es sollte ebenfalls zum guten Ton gehören, Hunde nicht an Sandburgen und ähnliches pinkeln zu lassen.

 

Ebenfalls im Sinne eines guten Miteinanders und um Hunden die Benutzung des Strandabschnittes auch in Zukunft noch zu ermöglichen, ist  darauf zu achten, dass der Hund niemanden ängstigt oder belästigt. Um Hunde wild miteinander toben zu lassen, ist ein ausgewiesener Hundestrand oder aber ein einsamer Strandabschnitt deutlich besser geeignet, als der volle Hauptbadestrand.

 

Mehr Tipps für den gelungenen Urlaub mit Hund findet man unter anderem hier.

 

 

Wo sind Hunde am Strand willkommen?

 

Bei Beckerwitz, die deutsche Ostsee bietet noch viele ruhige Meeresabschnitte, die sich auch mit Hund genießen lassen

Bei Beckerwitz, die deutsche Ostsee bietet noch viele ruhige Meeresabschnitte, die sich auch mit Hund genießen lassen

In Deutschland haben viele Ferienorte am Meer auch einen Abschnitt am Strand für Hunde freigegeben. Zu beachten ist, dass Hunde auf den Deichen oft verboten sind und so in der Hauptsaison weder am Strand (durch die begrenzte Größe der Hundestrände) noch in den „Dünen“ längere Spaziergänge mit Hund möglich sind. Das Betreten der Strände ist zudem an einigen Touristenorten kostenpflichtig. Als relativ hundefreundlich gelten unter anderem Fehmarn, Föhr, Fischland-Darß und Usedom. Allgemein hat man auch in Deutschland in der Nebensaison mit Hund tendenziell sehr viel mehr Freiheiten mit Hund, als in der Hauptsaison.

 

Auch im Europäischen Ausland lässt sich ein Strandurlaub mit Hund genießen. Die allgemeinen EU Einreisebestimmungen findet man hier. Am Mittelmeer sind zudem die sogenannten “Mittelmeerkrankheiten” zu bedenken, die Hunden gefährlich werden können. Auskünfte zur Gefährdung am Urlaubsort und Vorsorgemaßnahmen gibt der Tierarzt.

 

Beliebte Urlaubsländer und ihre Hundefreundlichkeit

 

Die niederländische Küste bietet vergleichsweise viel Freiraum für Hunde

Die niederländische Küste bietet vergleichsweise viel Freiraum für Hunde

Die Niederlande gelten allgemein als sehr hundefreundlich und sind so jedes Jahr das Ziel vieler Hundebesitzer, die einen Strandurlaub mit ihrem Vierbeiner gemeinsam genießen wollen. Vielerorts ist es so geregelt, dass Hunde in der Nebensaison (z.B. September bis Mitte Mai) ohne Einschränkung mit an den Strand dürfen, im Sommer allerdings einige Beschränkungen beachtet werden müssen. Hunde dürfen dann nur an ausgewiesene Hundestrände oder müssen zumindest tagsüber an den Hauptstränden angeleint bleiben. Orte mit dieser „Anleinregelung“ (Freilauf morgens und Abends gestattet) sind z.B. Westkapelle, Breskens oder Petten. Allgemein gilt vor allem Zeeland als sehr hundefreundlich. Sehr viele Freiheiten für Hunde bieten auch die Wattenmeerinseln wie Texel, Ameland oder Vlieland. Hier kann es vereinzelt eine Anleinpflicht in der Hochsaison an bestimmten Stränden geben, aber fast überall sind Hunde auch im Sommer leinenlos am Strand willkommen.

 

 

Strand bei Durness, im Nordwesten Schottlands

Strand bei Durness, im Nordwesten Schottlands

Schottland ist ein kleines Paradies für einen Strandurlaub mit Hund. Das nicht immer überzeugende Sommerwetter und die etwas aufwändige Anreise muss man dafür allerdings in Kauf nehmen. An fast allen schottischen Stränden darf der Hund sich ohne Einschränkung leinenlos aufhalten, auch im Hochsommer. Extra „Hundestrände“ gibt es folgerichtig nicht. Auch an Campingplatz-Stränden gibt es in der Regel keine Leinenpflicht. Manche Städte haben allerdings für bestimmte Strandabschnitte ein Hundeverbot (z.B. St. Andrews). Weiter lesen: Urlaub mit Hund in Schottland

 

 

 

Dänemark bietet weite, einsame Strände

Dänemark bietet weite, einsame Strände

Dänemark war lange Zeit ein Paradies für Urlauber mit Hund. Durch das stark verschärfte Hunderassengesetz (das auch für ausländische Touristen gilt) ist dies jetzt nur noch bedingt der Fall. Nach diesem Gesetz müssen Hunde, die bestimmten Rassen angehören oder ähnlich aussehen (sofern der Halter nicht zweifelsfrei eine andere Herkunft nachweisen kann) beschlagnahmt und getötet werden. Dafür muss der Hund nicht auffällig werden, es kann das liebste Familientier treffen. Bei Hunden dieses Aussehens, die nachweislich (!) schon vor dem 17. März 2010 bei ihren Besitzern lebten, wird der Hund nicht zwingend eingezogen, es muss allerdings ein Nachweis der Rasse erbracht werden und es herrscht in der Öffentlichkeit Leinen- und Maulkorbzwang. Betroffene Rassen sind: Pit Bull Terrier, American Staffordshire Terrier, Tosa Inu, American Bulldog, Boerboel, Fila Brasileiro, Dogo Argentino, Kangal, Zentralasiatischer Owtscharka, Südrussischer Owtscharka, Kaukasischer Owtscharka, Sarplaninac und Tornjak, sowie alle Kreuzungen mit diesen Rassen.
Wer dennoch in Dänemark mit dem Hund Urlaub machen möchte, findet wunderbare, weite Sandstrände, die mit sehr wenigen Ausnahmen generell frei zugänglich sind. Es gibt keine Abtrennungen, Zäune oder Kurtaxen, der Strand gehört allen. Hunde dürfen dabei mit an fast jeden Strand, in den Sommermonaten (1.April bis 30.September) allerdings nur angeleint. Weiter lesen: Urlaub mit Hund in Dänemark

 

 

In Frankreich sind Hunde am Meer vielerorts kein Problem

In Frankreich, hier bei Criel sur Mer, sind Hunde am Meer vielerorts kein Problem

Die meisten Franzosen sind sehr hundefreundlich, so dass in der Nebensaison in Frankreich fast überall ein Strandurlaub mit Hund möglich ist. An den Hauptbadestränden und/oder in den Sommermonaten kann es jedoch Beschränkungen geben, hier wendet man sich am besten im Vorfeld an die jeweilige Touristeninformation. Vor allem in der Normandie und in der Bretagne wird man aber fast immer ein ruhiges Plätzchen finden, wo man gemeinsam mit seinem Vierbeiner ans Wasser kann. In Südfrankreich am Mittelmeer dagegen werden Hunde am Strand meist generell nicht geduldet. Weiter lesen: Urlaub mit Hund in Frankreich

 

 

 

Abseits der Haupttouristenorte kann man auch mit Hund das Meer genießen

Abseits der Haupttouristenorte kann man auch mit Hund das Meer genießen

Griechenland ist sicherlich nicht das hundefreundlichste Urlaubsland. Vor allem große Hunde werden in der Öffentlichkeit allgemein nicht gerne gesehen und in Touristenorten ist die Mitnahme von Hunden an Strände zumindest in der Saison meist nicht gestattet. Außerhalb der Hauptsaison werden Hunde am Strand allerdings häufig akzeptiert, sofern sie sich benehmen. An abgelegene, einsame Strände können Hunde ihre Menschen in der Regel problemlos begleiten. Vom Gesetz her verboten sind sie an freien Stränden nicht. Sollte sich dort allerdings eine griechische Familie in der Nähe niederlassen, sollte der Hund mindestens angeleint werden oder man wechselt seinen Platz zu einer Stelle ein gutes Stück weiter. Griechen, vor allem Ältere und Familien mit Kindern, haben in der Regel kein Verständnis für am Strand spielende Hunde. Weiter lesen: Urlaub mit Hund in Griechenland

 

 

An der Küste der Toskana vielen sich viele Strände, hier bei Cecina, an denen auch Hunde erlaubt sind

An der Küste der Toskana vielen sich viele Strände, hier bei Cecina, an denen auch Hunde erlaubt sind

In Italien ist es stark von der Saison und von der Region abhängig, ob Hunde außerhalb von offiziellen Hundestränden am Meer toleriert werden. Offizielle Hundestrände gibt es dabei in Italien deutlich weniger, als z.B. in Deutschland oder den Niederlanden, zudem sind sie häufig klein und abgelegen. Erfreulich viele Hundestrände gibt es mittlerweile an der toskanischen Küste, z.B. bei Cecina oder Livorno. Eine Auflistung offizieller Hundestrände findet man auf der Seite des italienischen Fremdenverkehrsamtes. Dazu sind an manchen Stränden (z.B. in der Region Abruzzo) kleine Hunde erlaubt, große jedoch nicht.

An den meisten Stränden Italiens sind Hunde in der Hauptsaison (Juli/August) allerdings absolut tabu, was in der Regel auch rigoros und verbunden mit Geldstrafen durchgesetzt wird. Zu anderen Jahreszeiten wird man zumindest im nördlichen Italien durchaus auch mit Hund den Strand genießen können. Es hilft hierbei, sich an den Gepflogenheiten der Einheimischen zu orientieren. Weiter lesen: Urlaub mit Hund in Italien

 

Urlaub mit Hund in Schottland

1. April 2013 in Länderinformationen

 

Obwohl Schottland hier separat vorgestellt wird, sind viele der Informationen auf ganz Großbritannien oder zumindest England übertragbar.

 

praktische Informationen

 

am Knockan Crag

am Knockan Crag

Einreise: Deutsche Staatsbürger können visumfrei mit Reisepass oder Personalausweis nach Schottland einreisen.

 

Zeitverschiebung: Schottland hat zu Deutschland eine Zeitverschiebung von – 1 Stunde (in Deutschland 12Uhr = in Schottland 11Uhr). Das ist im Sommer wie im Winter so, da auch Schottland Sommer- und Winterzeit hat.

 

Währung: In Schottland ist die Landeswährung der Pfund Sterling. EU-Bürger, die aus einem EU-Land einreisen, dürfen sowohl Euro als auch Pfund Sterling oder Reisechecks in beliebiger Höhe ein- und ausführen. Gängige Kreditkarten werden in größeren Geschäften, Hotels und Banken akzeptiert, an Geldautomaten auch EC-Karten.

 

Neist Point, Isle of Skye

Neist Point, Isle of Skye

Sommerferien: Ähnlich wie in Deutschland, sind die Ferien in Schottland nicht einheitlich geregelt, sondern werden teilweise sogar von den einzelnen Schulen festgelegt. Mit den meisten „Touristen“ muss sicherlich dennoch im Juli/August gerechnet werden.

 

Klima: Das Klima in Schottland gilt als sehr wechselhaft. Tatsächlich wird es mit großer Wahrscheinlichkeit bei einem 2-wöchigen Sommerurlaub auch einige Regentage geben. Das Wetter wechselt dabei oft mehrmals am Tag zwischen Sonne, Wolken und Regenschauern, so dass doch häufig noch ein Teil des Tages für Aktivitäten im Freien genutzt werden kann. Der Osten des Landes ist insgesamt etwas trockener, als der Westen. Das Klima insgesamt ist rau und eher kühl: im Sommer wird es selten richtig heiß, im Winter liegt in den Höhenlagen Schnee. Im Herbst und Winter ist zusätzlich mit starken Winden bis hin zu Stürmen zu rechnen. Die beste Reisezeit ist Mai bis September.

 

Old Course, St. Andrews

Old Course, St. Andrews

Midges: Midges sind winzige Fliegen, die unseren Fruchtfliegen ähnlich sehen. In den Sommermonaten treten sie teilweise in Massen auf. Sie stechen zwar nicht, aber die weiblichen Mitglieder beißen, um an menschliches Blut zu kommen, was nicht weniger unangenehm ist. Vor allem, wenn man von ungefähr 200 Midges gleichzeitig angegriffen wird. Der Biss selbst „piekst“, wie stark der anschließende Juckreiz ist, hängt stark vom Menschen ab. Midges vertragen weder Frost noch pralle Sonne und treten in Schottland etwa von Anfang Mai bis Ende September auf (bzw. bis zu den ersten Nachtfrösten im Frühherbst). Am schlimmsten ist es meist im Juli/August. Man findet sie (oder sie den Menschen) vor allem in der Nähe von Gewässern in der Abend- oder Morgendämmerung. Bei stärkerem Wind sind sie nicht unterwegs. Man kann in Schottland überall Schutznetze erstehen, mit denen man den Kopf abdeckt, auch sonst ist Ganzkörperbekleidung in der Dämmerung der beste Schutz. Auf Grund der geringen Größe, passen Midges problemlos durch die Lüftungsschlitze des Autos und auch in Zelten wird man sie kaum los.

 

Maßeinheiten: Das Vereinigte Königreich, und damit auch Schottland, nutzt offiziell ein anderes System für Mengen- und Längenangaben als beispielsweise Deutschland. Auch für Urlauber kann dies interessant sein:

 

Meilen statt Kilometer: 1 Meile = 1.609 Kilometer, 1 Kilometer = 0.621 Meilen

Z.B. entspricht so die Geschwindigkeitsbegrenzung von 30 Meilen/Stunde etwa 48km/h

 

Gallonen statt Liter: 1 Gallone = 4.546 Liter, 1 Liter = 0.220 Gallonen

 

Pounds statt Kilo: 1 Kilo = 2.204 Pounds, 1 Pound = 0.453 Kilos

 

Edinburgh Castle

Edinburgh Castle

Autofahren: In Schottland herrscht Linksverkehr, was für deutsche Autofahrer erst mal eine Umstellung bedeutet. Mit einem in Deutschland zugelassenen Fahrzeug darf in Schottland eingereist werden, allerdings hat man dann den Lenker „auf der falschen Seite“, was vor allem die Übersicht beim Abbiegen und das Einschätzen des Abstands zu den Seiten beeinträchtigen kann. Mit dem deutschen Führerschein darf in Schottland gefahren werden. Vorsicht bei Kreisverkehren (und da gibt es in Schottland in den dichter besiedelten Regionen einige von): man kreiselt hier im Uhrzeigersinn. Das Auto im Kreisverkehr hat immer Vorfahrt. Die Vorfahrt an Kreuzungen wird im Allgemeinen durch Fahrbahnmarkierungen oder Verkehrszeichen geregelt, ein „Rechts-vor-Links-Gebot“ oder ähnliches gibt es nicht.
In den ländlichen Regionen Schottlands gibt es viele Single Track Roads, was bedeutet, die Straßen sind zu schmal, als dass 2 Fahrzeuge aneinander vorbei passen würden. Die gute Nachricht ist: durch fehlende Bebauung und die fast völlige Abwesenheit von Bäumen, hat man in der Regel einen weiten Blick, so dass man bei entgegen kommenden Fahrzeugen rechtzeitig einen „passing place“ ansteuern kann. Passing places sind Ausbuchtungen entlang der Straße, die ein Vorbeifahren ermöglichen. Achtung: man nimmt einen passing place, der sich links vom Auto in Fahrtrichtung befindet. Auf einspurigen Straßen kann einem der Linksverkehr leicht wieder entfallen… Keinesfalls sollten passing places als Parkplatz genutzt werden. Zudem fordern immer mal wieder freundliche Schilder dazu auf, schnellere Verkehrsteilnehmer hinter einem an passing places überholen zu lassen, was man natürlich beherzigen sollte. Allgemein fahren Schotten eher defensiv und rücksichtsvoll.

 

Schafe in Schottland

Schafe in Schottland

Zu erwähnen sind außerdem die in Schottland allgegenwärtigen, halb wild lebenden Schafe. Diese befinden sich auch immer mal wieder auf der Fahrbahn.

Der Straßenzustand im Süden Schottlands ist ähnlich wie in Deutschland. In den einsamen Regionen der Highlands können dagegen die dort vorherrschenden Single Track Roads auch mal in einem schlechteren Zustand sein (die Autorin des Artikels merkt an, dass es mit einem 6m langen Alkoven Wohnmobil dennoch nirgendwo Probleme auf Grund dessen gab).

Tankstellen in den Highlands sind eher rar gesät, vor allem günstige Tankstellen sollte man daher auch mit noch halb vollem Tank nutzen. Hilfreich ist sicherlich auch ein Reservekanister.
Geschwindigkeitsbegrenzungen (sofern nicht durch Schilder anders angegeben: In Ortschaften 30mph (ca. 48kmh), auf Landstraßen 60mph (ca. 96kmh), auf Autobahnen 70mph (ca. 112kmh). Autobahnen sind gebührenfrei nutzbar. Eine doppelte gelbe oder weiße Linie am Straßenrand bedeutet Halteverbot, eine einfache gelbe Linie Parkverbot.

Die Promillegrenze liegt bei 0,8 Promille.

Im Falle eines Unfalls kann auch in Schottland kostenfrei die 112 gewählt werden.

 

 

der Hund in Schottland

 

Isle of Harris

Isle of Harris

Allgemein sind Schotten recht hundefreundlich, die Hundehaltung ähnelt der in Deutschland. Vor allem in den ländlichen Gebieten genießen Hunde viele Freiheiten. Die Hinterlassenschaften des Hundes müssen aufgesammelt und entsorgt werden, vor allem in Städten drohen sonst hohe Bußgelder.

 

Leinenpflicht: Eine allgemeine Leinenpflicht gibt es nicht. In Städten und Parks ist teilweise eine Leine vorgeschrieben, bzw. wird ein sehr unauffälliges Verhalten des Hundes vorausgesetzt, wenn er ohne Leine läuft. Mit der wichtigste Punkt für Hundebesitzer dürfte sein, dass man in weiten Teilen Schottlands mit frei laufenden Schafen zu rechnen hat, die der Hund keinesfalls belästigen oder gar jagen darf. Auf manchen Schafweiden fordern Schilder zum anleinen auf. Vor allem an den sandigen Küstenabschnitten gibt es zudem viele Kaninchen. Ein Hund, der sehr gut hört oder kaum Jagdtrieb hat, dürfte kaum Einschränkungen haben.

 

Hunde sind an fast allen Stränden willkommen

Hunde sind an fast allen Stränden willkommen

Mitnahme von Hunden an Strände: An fast allen schottischen Stränden darf der Hund sich ohne Einschränkung leinenlos aufhalten. Extra „Hundestrände“ gibt es folgerichtig nicht. Manche Städte haben allerdings für bestimmte Strandabschnitte ein Hundeverbot (St. Andrews z.B.). An Campingplatz-Stränden gibt es in der Regel keine Leinenpflicht.

 

Hunde in Restaurants und Hotels: In manchen Hotels sind Hunde erlaubt, in vielen nicht. In Ferienwohnungen und bei Bed and Breakfast-Angeboten kommt es sehr auf den Anbieter an. Möchte man eine entsprechende Rundreise mit Hund machen, sollte man vorab hundefreundliche Unterkünfte buchen. Auf Campingplätzen herrscht in der Regel Leinenpflicht, die Mitnahme von Hunden ist aber fast immer erlaubt. In Restaurants sind Hunde in aller Regel nur im Außenbereich gestattet.

 

Hunde in Innenstädten und öffentlichen Verkehrsmitteln: In der Bahn dürfen Hunde mitfahren, viele Busunternehmen lassen dagegen nur Guide Dogs zu. In Innenstädten ist es ähnlich, wie in Deutschland: Hunde gehören zum Stadtbild dazu und sind dort in der Regel angeleint. Achtung: unbedingt Hinterlassenschaften entfernen, hohe Bußgelder drohen! Anders als in Deutschland, sind Hunde auch in den meisten nicht-Lebensmittelläden nicht erlaubt.

 

 

Einreisebestimmungen

 

Strand bei Durness, Hunde dürfen hier frei laufen

Strand bei Durness, Hunde dürfen auch hier frei laufen

Die Einreise nach Schottland ist für Haustiere mittlerweile längst nicht mehr so aufwändig, wie noch vor wenigen Jahren. Für Hunde, Katzen und Frettchen gelten zum einen die EU-Einreisebestimmungen. Darüber hinaus ist eine vom Tierarzt bestätigte Behandlung gegen Bandwürmer 24 – 120 Stunden vor der Einreise nach Schottland vorgeschrieben. Eine Tollwut-Titerbestimmung (Blutuntersuchung) muss nicht mehr gemacht werden. Die Einreise muss über offiziell vorgeschriebene Grenzübertritte erfolgen. Welche dazu gehören (und viele weitere Informationen) sind im offiziellen Pet Travel Scheme zu finden (in engl.); wichtige Informationen auf Deutsch zusammengefasst findet man hier

 

 

Anlagehunde

 

Die Einreise von Pit Bulls, Tosa Inu Dogo Argentino, Fila Braziliero.und Hunden ähnlichen Typs ist untersagt. Dabei reicht das äußere Erscheinungsbild des Hundes, sofern er keine offiziellen Papiere eines anerkannten Zuchtverbandes besitzt, mit denen belegt werden kann, dass er einer anderen Rasse angehört. Achtung: ein entsprechend aussehender Hund kann von den Behörden beschlagnahmt werden!

 

 

Reisetipps mit Hund

 

Sehenswürdigkeiten:

 

Melrose Abbey, betreut von Historic Scotland

Melrose Abbey, betreut von Historic Scotland

Die Eintrittspreise für Schlösser, Abteiruinen, Parks, Landsitze und ähnliches sind in Schottland recht hoch. Wenn man Besichtigungen dieser Art mag, lohnt sich die Mitgliedschaft bei Historic Scotland oder im National Trust for Scotland. Die meisten der Hauptsehenswürdigkeiten Schottlands werden von einer der beiden Organisationen betreut. Eine Mitgliedschaft ermöglicht freien Eintritt zu den jeweils betreuten Sehenswürdigkeiten. Homepage des National Trust: http://www.nts.org.uk/Home/. Homepage von Historic Scotland: http://www.historic-scotland.gov.uk/. Statt einer Jahresmitgliedschaft kann auch ein „Explorer Pass“ erworben werden, der wenige Tage gültig ist. Eine entsprechende Mitgliedschaft kann bei jeder teilnehmenden „Attraktion“ erworben werden. In viele „Freiluft“-Sehenswürdigkeiten (Ruinen, Parks etc.) dürfen Hunde ihre Menschen begleiten.

 

 

Wanderungen:

 

Viele Urlauber kommen in erster Linie zum Wandern nach Schottland. Wanderführer gibt es entsprechend viele, sowohl für die Hauptfernwanderwege, als auch für kurze Rundwanderungen. Wanderwege sind mehr oder weniger gut als solche gekennzeichnet, Rundwanderwege sind allerdings in der Regel nicht (wie in Deutschland üblich) mit entsprechenden Buchstaben oder Zahlen beschildert. Wer kürzere Wanderungen machen möchte, ist daher mit einem Wanderführer gut beraten, z.B. aus dem Rother-Verlag.

 

Hier 5 lohnenswerte Kurzwanderungen (um 3-4 Stunden), die viel Aussicht für verhältnismäßig wenig Anstrengung bieten:

 

Im Süden Schottlands zwischen Moffat und Melrose an der A708 gelegen ist der Wanderparkplatz am Grey Mare’s Tail, einem Wasserfall. Entlang des Wasserfalls kann hoch zum Loch Skeen spaziert und dieses auf den Höhen umrundet werden. Festes Schuhwerk erforderlich, außerdem nach Regen stellenweise sumpfig. Wanderweg auf den Höhen nicht durchgängig erkennbar, verlaufen kann man sich dennoch nicht. Da der Süden Schottlands allgemein eher kein Wanderziel ist, ist es am Loch Skeen auf den Höhen recht einsam.

 

am Loch Skeen

am Loch Skeen

 

Höhenweg am Grey Mare's Tail

Höhenweg am Grey Mare’s Tail

 

In der Mitte Schottlands in den Trossachs nahe Loch Lomond findet man den Wanderparkplatz am Ben A’an (Koordinaten: N56°13,936‘ W4°24,359‘, an der A821 gelegen). In gut einer Stunde ist man auf teils sehr steilem Weg am Gipfel angekommen und genießt eine großartige Aussicht. Abstieg auf gleichem Weg. Der Weg ist durchgängig recht gut erkennbar.

 

auf dem Ben A'an

auf dem Ben A’an

 

 

Auf der Isle of Skye führt ein Rundweg auf der Trotternish Halbinsel durch das Quiraing Gebirge (Koordinaten des Parkplatzes: N57°37,694‘ W6°17,466‘). Wer weniger gut zu Fuß ist, kann auch nur das erste Stück bis zu den interessanten Felsformationen „the Table“, „the Needle“ und „the Prison“ laufen. Für den gesamten Rundweg benötigt man um die drei Stunden (inklusive Aussicht genießen), stellenweise steil. Nur das erste Stück ist viel begangen, auf den Höhen kann man die Aussicht in Ruhe genießen.

 

im Quiraing Gebirge auf Skye

im Quiraing Gebirge auf Skye

 

Ebenfalls auf der Isle of Skye auf der Straße nach Elgol (Koordinaten des Wanderparkplatzes: N57°10,756‘ W6°03,803‘) führt ein Rundweg (Beginn gegenüber des Parkplatzes die Wiese hinauf) erst über die Höhen, dann zum Meer hinab und an diesem entlang bis Elgol. Der Rückweg von Elgol zum Parkplatz entlang der Single Track Road zieht sich! Ansonsten sehr schöne 4-5 stündige Rundwanderung.

 

Rundweg bei Elgol auf Skye

Rundweg bei Elgol auf Skye

 

Im Nordosten Schottlands (Highlands) führt ein Stück nördlich von Ullapool ein teilweise steiler Wanderweg in rund einer Stunde hoch zum Gipfel des Stac Pollaidh, ebenfalls mit fantastischer Aussicht. Der Weg kann mittlerweile als Rundweg mit alternativem Abstieg gelaufen werden. Es handelt sich um einen relativ viel besuchten Wanderweg, der Weg ist entsprechend gut erkennbar und vor allem an den Wochenenden im Sommer kommt kein Gefühl von Einsamkeit auf.

 

auf dem Weg auf den Stac Pollaidh

auf dem Weg auf den Stac Pollaidh

 

Strände:

 

In Schottland gibt es keine „Hundestrände“, da die meisten Strände für Hunde ohne Einschränkung nutzbar sind. Auch Leinen sind an Stränden nicht vorgeschrieben. Ausnahmen kann es vor allem an Städten geben; prinzipiell ist Schottland bei passendem Wetter für einen Strandurlaub mit Hund aber verhältnismäßig gut geeignet. Viele „Traumstrände“ sind allerdings eher etwas abgelegen.

 

Hier ein paar Impressionen:

 

Strände auf der Doppelinsel Harris and Lewis:

 

Sound of Taransay, Isle of Harris

Sound of Taransay, Isle of Harris

 

Cnip, Isle of Lewis

bei Cnip, Isle of Lewis

 

Strand bei Durness im äußersten Nordosten Schottlands:

 

Strand bei Durness

Strand bei Durness

 

 

 

Adressen/Weblinks

 

Britische Botschaft: https://www.gov.uk/government/world/germany.de

 

Schottisches Fremdenverkehrsamt: http://international.visitscotland.com/de/

 

 

Die Angaben auf dieser Seite wurden nach bestem Wissen und Gewissen recherchiert und zusammengestellt. Da jedes Land kurzfristig Einreiseregelungen und Gesetze ändern kann, sollte sich dennoch zu den wichtigsten Fragen im Vorfeld der Reise mit dem entsprechenden Fremdenverkehrsamt oder der Botschaft in Verbindung gesetzt werden. Dies gilt insbesondere für Regelungen betreffend „Sogenannter Kampfhunde“.

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Hundekekse selber backen

17. Dezember 2012 in der Familienhund, Freizeitspaß

 

Hundekekse selber backen ist gar nicht viel Aufwand und für Hunde sind sie ein Genuss. Die Vorteile sind: man kann sie passend zum Geschmack des Hundes backen und weiß genau, was drin ist. In vielen gekauften Leckerlies sind Farb-, Lock- und Konservierungsstoffe und oft sogar Zucker enthalten, darauf verzichtet man bei den selbstgebackenen Keksen natürlich. Auch Leckerlies ohne Laktose (Milchzucker) oder Getreide sind möglich, falls der Hund dies nicht verträgt.

 

Hundekekse

Hundekekse

Der Kreativität sind beim Hundekekse backen kaum Grenzen gesetzt: die vorgeschlagenen Rezepte sind vielfältig ergänzbar, z.B. mit verschiedenen Obststücken, zerdrückter Banane, geriebenem Käse, Hüttenkäse, gewölftem Fleisch, Nüssen oder Trockenfisch. Ungesund für Hunde ist natürlich Zucker, daneben sind Schokolade (auch Kakao-Pulver) und Rosinen giftig für Hunde. Auch auf zu viele Gewürze und auf Backpulver verzichtet man besser.

 

Da selbstgebackene Kekse keine künstlichen Konservierungsstoffe enthalten, sind sie nur maximal 2-3 Wochen haltbar (Vollkornkekse), bzw. einige Tage („Fleischkekse“). Am besten bewahrt man sie im Kühlschrank auf oder friert sie portionsweise ein.

 

 

Rezepte für jeden Anlass:

 

Käsecracker

 

100g geriebener Käse

 

100g Hüttenkäse

 

1 Ei

 

50g Knäckebrot zerbröselt oder 50g gehackte Nüsse

 

200g Mehl

 

1EL Öl

 

evtl. etwas Wasser, falls der Teig sonst zu fest ist

 

Alles gut vermischen, zu kleinen Kugeln formen und etwa 20Minuten bei 180Grad gar backen. Um die Cracker knuspriger zu bekommen, anschließend bei geringer Hitze (50 Grad) im Ofen trocknen lassen.

 

 

Keks?

Keks?

Fleisch-Kekse

 

200g Rinder-, Pferde- oder Lammhack

 

400g dunkles Mehl

 

100g Haferflocken

 

2 Eier

 

etwa 120ml Fleischbrühe

 

Alles gut vermischen und etwa 1cm dick ausrollen. Nach belieben in Vierecke schneiden oder Formen ausstechen. Etwa 45 Minuten bei 180 Grad backen. Falls gewünscht, zum Aushärten bei geringer Temperatur (evtl. Kochlöffel in die Ofentür) nachtrocknen lassen.

 

 

Bananen-Chips

 

2 mittelgroße, sehr reife Bananen

 

150g Weizengries

 

1 EL Honig

 

Bananen zerdrücken und mit dem Gries und dem Honig vermischen. Dann knapp 1cm dick ausrollen und entweder Formen ausstechen oder in kleine Vierecke schneiden. Bei etwa 180 Grad 20 Minuten backen.

 

 

die kleinen Kugeln eignen sich gut für unterwegs

die kleinen Kugeln eignen sich gut für unterwegs

Fisch-Leckerlies

 

100g gekochter Fisch, püriert

 

250g Mehl

 

1Ei

 

1 EL Öl

 

Alles gut vermengen, kleine Kugeln daraus formen und bei etwa 170 Grad 20-30 Minuten gar backen. Zum Aushärten bei leicht geöffneter Tür und niedriger Temperatur im Ofen trocknen.

 

 

Kartoffel-Schinken-Happen

 

2 gekochte, zerstampfte Kartoffeln

 

200g zarte Haferflocken

 

200g dunkles Mehl

 

50g gewürfelter Schinken

 

50g geriebener Käse

 

5El Öl

 

etwa 100ml Wasser (Menge nach Bedarf, um einen Teig guter Konsistenz zu bekommen)

 

Alles vermengen und etwa ½ cm dick ausrollen. Nach Belieben Taler oder Vierecke ausschneiden oder Formen ausstechen. Bei etwa 160 Grad 25 Minuten backen. Bei Bedarf zum Aushärten bei geringer Temperatur (evtl. Kochlöffel in die Ofentür) nachtrocknen lassen.

 

 

Pralinen für Hunde

Pralinen für Hunde

Leberwurstpralinen

 

200g Haferflocken

 

150g körniger Frischkäse

 

100g Leberwurst

 

1Ei

 

5 EL Öl

 

evtl. etwas Wasser oder Fleischbrühe (Menge nach Bedarf, um einen Teig guter Konsistenz zu bekommen)

 

Alles gut vermengen und zu kleinen Pralinen formen. Bei etwa 160Grad 35 Minuten backen.

 

 

 

Hundekekse ohne Getreide

 

Einige Hunde reagieren auf Gluten allergisch und vertragen insbesondere kein Weizenmehl. Alternativen sind gemahlene Nüsse, Haferflocken, Kartoffelmehl (Kartoffelflocken oder Fertig-Kartoffelbrei) oder Maismehl. Hier einige Rezept-Vorschläge:

 

Kartoffel-Hack-Plätzchen

 

200g Kartoffelmehl

 

100g gewölftes Fleisch (z.B. Rind, Pferd oder Geflügelherzen)

 

2 Eier

 

2EL Öl

 

etwa 50ml Wasser (nach Bedarf, so dass der Teig eine gute Konsistenz bekommt)

 

Alles vermischen, ausrollen und nach Belieben Taler oder Vierecke. Bei etwa 160 Grad 25 Minuten backen (je nach Dicke der Plätzchen Backdauer und Temperatur anpassen). Bei Bedarf zum Aushärten bei geringer Temperatur (evtl. Kochlöffel in die Ofentür) nachtrocknen lassen.

 

 

Sitz gegen Keks?

Sitz gegen Keks?

Maismehl-Käse-Kekse

 

120g Maismehl

 

150g geriebener Käse

 

120ml Rinder- oder Hühnerbrühe

 

Alles gut vermischen und in kleinen Häufchen auf Backpapier setzen. Bei etwa 170Grad 15 Minuten backen.

 

 

Quarkpralinen

 

200g feine Haferflocken

 

100g Dinkelmehl

 

etwa 6 EL Buttermilch (so dass ein Teig guter Konsistenz entsteht)

 

5 EL Öl (z.B. Distelöl oder Olivenöl)

 

1 Ei

 

1EL Ahornsirup

 

150g Magerquark

 

Alles gut vermischen und in kleinen Kugeln bei 180Grad etwa 25 Minuten backen.

 

Kauknochen

Kauknochen

 

 

Thunfischtaler

 

1 Dose Thunfisch im eigenen Saft

 

2El Öl

 

1Ei

 

300g Maismehl

 

150g Hundeflocken (oder Haferflocken)

 

Alles gut vermischen und zu knapp 1cm dicken Taler formen. Falls die Flüssigkeit in der Thunfischsauce nicht ausreicht, kann noch etwas Öl oder Wasser zugegeben werden. Anschließend etwa 30Minuten bei 150 Grad backen. Sind die Taler noch zu weich, können sie bei geringer Hitze (eventuell Kochlöffel in die Ofentür) weiter getrocknet werden.

 

 

Lieblingskekse

Lieblingskekse

Leberplätzchen

 

100g geriebene Haselnüsse

 

200g Reismehl

 

1 Ei

 

1 EL Ahornsirup

 

3 EL Sesamöl

 

1 geriebene Möhre

 

70g pürierte Leber

 

Alles gut vermengen, dünne Plätzchen daraus formen und etwa 20Minuten bei 170Grad backen. Im Anschluss bei niedriger Temperatur und leicht geöffneter Ofentür aushärten lassen.

 

 

 

Weihnachtskekse für Hunde

 

Weihnachtskekse für Hunde sind auch eine nette Geschenkidee für andere Hundebesitzer.

 

 

Weihnachtskekse

Weihnachtskekse

Honig-Nuss-Cracker

 

400g Haferflocken

 

100g gehackte oder gemahlene Nüsse

 

1EL Honig

 

2 Eier

 

150g Mehl

 

50g geriebener Käse

 

100ml Wasser

 

etwas Zimt

 

Die Menge an Mehl und Wasser kann leicht angepasst werden, damit der Teig eine gute Konsistenz bekommt. Alles gut verkneten und etwa 1cm dick ausrollen. Für Weihnachtskekse können hier gut Weihnachtsaustechformen verwendet werden, sonst in Taler oder Vierecke schneiden. Bei 140 Grad etwa 45 Minuten backen. Falls man die Kekse knuspriger/trockener haben möchte, im Anschluss bei geringer Hitze (eventuell Kochlöffel in die Ofentür) weiter trocknen oder bei geschlossener Ofentür im Ofen lassen, bis dieser nach dem ausstellen kalt geworden ist.

 

 

Joghurt-Dinkel-Taler

 

100g Dinkelmehl

 

100g Haferflocken

 

50g Reismehl

 

1EL Honig

 

1 geriebener Apfel

 

150g (ein kleiner Becher) Naturjoghurt

 

etwas Zimt

 

Alles gut vermischen, knapp 1cm dick ausrollen und entweder Taler ausschneiden oder Weihnachtsformen ausstechen. Bei 150 Grad etwa 45Minuten backen. Falls man die Kekse knuspriger/trockener haben möchte, im Anschluss bei geringer Hitze (eventuell Kochlöffel in die Ofentür) weiter trocknen oder bei geschlossener Ofentür im Ofen lassen, bis dieser nach dem ausstellen kalt geworden ist.

 

Alters- und Größenrekorde

29. Oktober 2012 in Entwicklung, Aufbau und Leistungen von Pflanzen

 

wenn diese Bäume erzählen könnten…

Viele Bäume werden deutlich älter, als der Mensch. Einige Baumarten, wie der Mammutbaum, werden über 4000Jahre alt, manche Pinien sogar über 5000Jahre. Vor 5000 Jahren, als diese Bäume jung waren, waren die Menschen im heutigen Deutschland noch in der Jungsteinzeit!

 

Zu den ältesten Bäumen der Welt gehören daneben Zypressen, Grannenkiefern und Sicheltannen. Der momentane Rekordhalter ist aber eine recht klein gewachsene Fichte in Schweden: der vermutliche älteste Baum der Welt wurde auf gut 9500 Jahre bestimmt. Eichen, Kastanien oder Eiben erreichen Alter von immerhin 1-2 Tausend Jahren.

Dabei können Höhen von über 100m erreicht werden (z.B. Mammutbaum, einige Douglasien- und Kiefernarten und der Riesen- Eukalyptus) und Stammumfänge von weit über 10 Meter (Mammutbaum).

 

Zu den mächtigsten Bäumen der Erde gehören zweifellos die Mammutbäume. Der Mammut-Baum mit dem Namen Hyperion ist gut 115m hoch, der General Sherman Tree hat einen Stammdurchmesser von über 8 Metern auf Brusthöhe, an der Basis über 12m. Er gilt als eines der größten Lebewesen der Erde (noch größer werden vor allem sich unterirdisch ausbreitende Pilze!). Der General Sherman Tree hat ein Kubikvolumen von rund 1500 Kubikmetern und einen Stammumfang von gut 30m! Kaum vorstellbar und ungemein beeindruckend, wenn man ihn im Sequoia-Nationalpark in Kalifornien besucht.

Riesen-Mammutbäume werden über 1200 Tonnen schwer und bis zu 3000 Jahre alt. Sie sind extrem widerstandsfähig gegen Feuer und Parasiten, das Holz ist sehr robust.

 

Den größten gemessenen Stammdurchmesser hat ein Vertreter des Ahuehuete-Baums, das ist eine Zypressenart, in Mexico. Ihr Stammumfang beträgt unglaubliche 58m.

 

Die größten Bäume Deutschlands sind Douglasien, wobei sich mehrere Orte um den Titel „höchster Baum Deutschlands“ bewerben. Die jeweiligen Douglasien sind gut 60m hoch.

Der älteste Baum Deutschlands ist eine Eiche, die schon etwa 1500Jahre an ihrem Platz steht.

Die Entwicklung der Landpflanzen

22. Oktober 2012 in Entwicklung, Aufbau und Leistungen von Pflanzen

 

Heute sind nahezu weltweit Pflanzen zu finden: ausgedehnte Wälder, knorrige Kiefern im Hochgebirge, Moose in Mauerritzen, bunte, duftende Blütenpflanzen in Beeten. Kaum noch vorstellbar, dass die Erde mehrere Milliarden Jahre lang ohne Landpflanzen existiert hat.

 

lange blieb das Leben auf das Wasser beschränkt

Die Erde ist rund 4,6 Mrd. Jahre alt. Gut 1 Milliarde Jahre dauerte es dann noch, bis es erste Einzeller gab. Eine weitere Milliarde Jahre später gab es erstmals photosynthetisch aktive Zellen: Cyanobakterien. Dies bedeutete auch, dass nun in größerem Umfang Sauerstoff produziert wurde (siehe Photosynthese). Dadurch reicherte sich die Atmosphäre mit Sauerstoff an, das Leben blieb aber noch lange auf das Wasser beschränkt.

 

Seit etwa 1,5 Mrd. Jahren gibt es Eukaryonten, also Zellen mit echtem Zellkern, wie auch wir Menschen sie haben. Eine wahre Explosion der Vielfalt des Lebens gab es vor gut 500Mio Jahren: Wirbellose Tiere und Algen gab es nun in großem Artenreichtum.

Das Land wurde erst vor etwa 430Mio Jahren erstmals besiedelt, über 3 Milliarden Jahre nach dem Meer. Das war tatsächlich ein riesiger Schritt, Schutz vor Austrocknung, Stützsysteme (unter Wasser ist man nahezu „schwerelos“) und ganz neue Methoden der Fortpflanzung mussten gefunden werden. Von den Tieren, aber auch von den Pflanzen.

 

Die ersten Landpflanzen hatten noch kein ausgeklügeltes Gefäßsystem, keine echten Wurzeln und kaum Stützgewebe. Sie wuchsen kaum in die Höhe und waren noch auf Wasser zur Fortpflanzung angewiesen. Auch brauchten sie ausreichend Niederschläge und/oder feuchte Böden, um nicht zu vertrocknen. Dies waren die Vorfahren unserer heutigen Moose. Sie haben es bis in die Gegenwart geschafft und setzen dabei immer noch auf ähnliche Mechanismen, wie vor 400Mio Jahren.

 

Moose gehören zu den ursprünglichsten Landpflanzen

Moose gehören zu den ersten Landpflanzen

Schon bald entwickelten sich erste „Gefäßpflanzen“, das heißt Pflanzen mit einem Leitsystem für Wasser und Nährstoffe. Dieses erlaubt den Pflanzen, die lebenswichtigen Stoffe über die Pflanze verteilen zu können. Erst so war eine Spezialisierung der Gewebe möglich: die Wurzeln nehmen Wasser auf, genutzt werden kann es aber auch vom Spross und den Blättern. Der Spross stützt die Pflanze, so dass sie zum Licht wachsen kann und nicht im Schatten anderer Pflanzen bleiben muss. Die Blätter sind auf die Photosynthese spezialisiert, die für Energie und organisches Baumaterial sorgt. Dies kann dann wiederum in der ganzen Pflanze genutzt werden.

Mindestens ebenso wichtig waren neue Mechanismen zur Befruchtung und Verbreitung von Sporen/Samen und vor allem der Schutz des Embryos vor Austrocknung.

 

die ersten Landpflanzen: Moose und Farne

 

der Siegeszug der Samenpflanzen

Leben und Überleben im Wald

22. Oktober 2012 in der Wald in Deutschland

Buche

Buche

Der Wald bedeutet heute für viele Menschen ein Stück Erholung in intakter Natur. Das Blätterrauschen der mächtigen Bäume, Vögel zwitschern, überall ist Leben. Für die Waldbewohner selbst ist aber oft ein harter Überlebenskampf. Man bedenke alleine, Hundertausende von Samen werden von einem einzigen Baum alljährlich verbreitet, aber nur die wenigsten entwickeln sich tatsächlich zu neuen großen Bäumen. Ein wenig Glück gehört dazu, wo der Samen landet, ob der Boden entsprechend geeignet ist, genug Licht vorhanden ist und nicht bereits der Keimling vom Wild aufgefressen oder zertrampelt wird.

 

Tatsächlich bieten die Bäume nicht nur vielen Tieren Nahrung und einen Lebensraum, sie stehen auch in starker Konkurrenz zueinander. So entwickelte im Laufe der Evolution jede Art eigene Strategien, um eine Nische für sich zu finden. Einige Pflanzen sind z.B. sehr Schattentolerant, manche kommen mit Staunässe zurecht, andere sind extrem winterhart oder ertragen große Trockenheit.

 

das Leben im Wald als Keimling

keimende Buchen

Pflanzen können nicht weggehen, wenn die Bedingungen sich zum Schlechten entwickeln, der Sommer zu trocken ist oder sie von Pathogenen befallen werden. So mussten sie einige erstaunliche Fähigkeiten entwickeln, wie z.B. eine Immunabwehr, an Licht und örtliche Gegebenheiten angepasstes Wachstum oder die Reaktion auf Jahreszeiten. Sie reagieren zudem auf Schwerkraft, Licht und Tageszeit und haben eigene Pflanzenhormone. Sie nutzen Tiere, um ihre Fortpflanzung und die Verbreitung ihrer Nachkommen zu gewährleisten und arbeiten mit Bodenpilzen zusammen, um ihre Nährstoffaufnahme zu verbessern.

 

Lindenblüte

Einige Pflanzen entlassen Enzyme in den Boden, um die Wurzeln andere Pflanzen zu schwächen, andere sind in der Lage Artgenossen einen Schädlingsbefall mitzuteilen, so dass diese schon vor dem „Feindkontakt“ Abwehrmaßnahmen ergreifen können. Das ursprünglich aus der Weide stammende „Asprin“ ist auch für die Pflanze selbst ein Heilmittel.

Und junge Tannen können z.B. viele Jahre in einer Art „Winterschlaf“ im Schatten verharren, bis ein Baum über ihnen abstirbt. Dann nutzen sie die Chance und schalten schnell wieder auf Wachstum um.

 

Pflanzen haben sogar eine innere Uhr und leiden unter einem Jet-Lag, wenn man den gewohnten Hell-Dunkel-Rhythmus experimentell ändert. Sie passen die Öffnung ihrer Blüten, Wachstumsphasen und das Öffnen ihrer Spaltöffnungen an die Tageszeit an. Linden z.B. produzieren den süßesten Nektar in den Abendstunden, wenn besonders viele Insekten unterwegs sind.

 

Fledermäuse orten ihre Beute über Ultraschall

Auch die Tiere müssen ihre Nische finden und sich gegen Konkurrenten und Feinde behaupten. Einige Arten haben Gifte entwickelt oder eine Nahrung gefunden, die kaum ein anderes Tier verwerten kann. Manche sind sehr schnell, andere Meister der Tarnung oder wehrhaft. Einige Arten produzieren extrem viele Nachkommen, auf dass zumindest ein paar davon überleben. Manche Schmetterlinge gaukeln über ein Augenmuster ein sehr viel größeres Tier vor und es gibt Käfer, die sich tot stellen und sich „leblos“ vom Zweig ins Laub fallen lassen, um so als Beute uninteressant zu werden. Einige Nachtfalter senden sogar „Störsignale“ gegen eine Fledermausortung. Und wer selten ist, ist damit auch eine wenig attraktive Beute, zumindest nicht der Mühe wert, dass Fressfeinde sich auf ihn spezialisieren.

 

Waldtieren nutzt es oft mehr, sehr gut hören oder wittern zu können, ein gutes Auge brauchen sie dagegen nicht unbedingt. Auch schnelles, ausdauerndes Laufen ist im Wald kaum möglich, die Waldtiere flüchten meist nur auf kurze Distanzen und setzen dann auf sichere Rückzugsorte oder Tarnung.

 

der Winter ist eine harte Zeit für Pflanzen

In Mitteleuropa ist auch das Klima eine Herausforderung: im Regenwald ist es immer in etwa gleich warm, gleich feucht und gleich sonnig. In Deutschland gibt es heiße, trockene Wochen, Starkregen und Stürme sowie eisige Winter mit Früh- oder Spätfrösten. Die Tiere und Pflanzen müssen mit all dem klar kommen (siehe auch: warum verlieren Bäume im Winter ihre Blätter?).

Viele Insekten überdauern den Winter in verschiedenen Entwicklungsstadien in „Ruhe“. Sie sind mit einer Art Frostschutz ausgestattet, so dass sie Frost vertragen und stark herunter kühlen können.

 

Je kleiner ein Säugetier oder Vogel ist, umso größer ist seine relative Oberfläche und umso stärker damit der Wärmeverlust. Deshalb muss im Verhältnis bei kleinen Tieren mehr Nahrung zugeführt werden, um diese in ausreichend Wärmeenergie umsetzen zu können. Für Säugetiere und Vögel gibt es eine Gewichts-/Größenuntergrenze, unter der der Wärmeverlust über die Nahrung nicht mehr ausgeglichen werden kann. Es spielt dabei natürlich auch eine Rolle, wie gut das Tier „isoliert“ ist und wie fett- und kohlenhydrathaltig die Nahrung ist: wer Samen und Knospen fressen kann, braucht insgesamt weniger Zeit auf Nahrungssuche zu verwenden, wer dagegen Insekten frisst, ist den ganzen Tag aktiv. Eine insektenfressende Spitzmaus verspeist jeden Tag das eigene Körpergewicht an Insekten! Rehe dagegen brauchen im Winter nur 5-10% ihres Körpergewichtes an Nahrung und vertragen auch Fastentage.

Teils wird auch der Stoffwechsel im Winter stark herunter gefahren bis hin zu Winterruhe, in der nur sporadisch gefressen und sonst vom „Winterspeck“ gelebt wird, teils findet ein Zug in den wärmeren Süden statt.

 

Tier und Pflanze sind gegenseitig aufeinander angewiesen

Das zeigt: viele Lebewesen sind spezialisiert auf bestimmte Nahrungsquellen und bestimmte Lebensräume. So entwickeln sich hoch komplexe Nahrungsketten, bzw. -netze, jedes Glied ist wichtig, damit das Gesamtsystem Bestand haben kann. Das macht den Eingriff durch den Menschen so schwierig: fördert oder hemmt er eine Tier- oder Pflanzenart, hat dies gravierende Folgen für eine Vielzahl weiterer Arten. Langsam sind diese Zusammenhänge bewusst geworden, nachhaltige, mehr „naturnahe“ Forst- und Waldwirtschaft sowie Jagd wird angestrebt.

 

weiter lesen: das Ökosystem Wald

 

Das Ökosystem Wald

21. Oktober 2012 in der Wald in Deutschland

 

Ökologie beschäftigt sich mit den Wechselwirkungen zwischen Tieren, Pflanzen und Umweltfaktoren. Mit letzterem sind z.B. Temperatur, Bodeneigenschaften, Licht oder Nährstoffe gemeint. Das Zusammenspiel aller Faktoren ist dabei hoch komplex, weil sich alles gegenseitig beeinflusst.

 

Ökosystem Wald - ein Stück Waldboden im Herbst

ein kleines Stück Waldboden im Herbst

Ohne Zutun des Menschen entwickelt sich der Wald automatisch zu einem ökologischen Gleichgewicht. Dieses ist immer dynamisch, das heißt es verschiebt sich und pendelt sich immer wieder neu ein, alles ist im Fluss, einen unveränderlichen Zustand gibt es in einem Wald nicht. Ständig entsteht neues Leben, während altes abstirbt, Bäume wachsen, Vögel brüten, die Jahreszeiten wechseln. Größeren Einfluss nehmen z.B. Sturmschäden, eine Schädlingswelle, viel Wild, die Klimaänderung oder ein harter Winter… Je vielfältiger die Arten in einem Wald sind, umso leichter lassen sich größere Umbrüche verkraften. Wo ein Lebewesen eine Lücke hinterlässt, wird sein Platz schnell von neuem Leben eingenommen.

 

 

Ein Gedankenspiel: ein Wald entsteht

 

Man denke sich eine Brachlandschaft, auf der ein neuer Wald entstehen könnte. Es gibt bestimmte Niederschlagsmengen, einige Nährstoffe und sonstige Bodenbestandteile, einen Temperaturspielraum. Nun müssen Samen darauf treffen. Verbreitungsmechanismen spielen hier hinein, z.B. hier lebende, zur Verbreitung nutzbare Tiere oder der Wind… Die Samen, die die Brachfläche erreichen, müssen auf diesem Boden und bei den vorhandenen Umweltbedingungen wachsen können. Freie Flächen sind in der Regel wenig geschützt gegen Witterung, es gibt einen Grund, warum hier bislang nichts wächst. Einige Pflanzenarten, Pionierpflanzen genannt, können bei passenden Gegebenheiten solche Areale neu besiedeln. In der Regel sind es solche Arten, die sich über weite Strecken verbreiten können, sehr robust und schnellwüchsig sind, gut mit Wildverbiss zurecht kommen und nur wenig Bodenansprüche haben.

 

langsam kommt der Wald nach dem schweren Sturm zurück

Diese Pflanzen wachsen nun und schaffen durch absterbende Pflanzenteile oder Laub Dünger. Dazu bieten sie einen Lebensraum für Insekten, Mikroorganismen und Pilze, sie lockern den Boden und dienen Tieren als Nahrung, auch indirekt, über die bei ihnen lebenden Insekten. Sie schaffen ganz allgemein eine völlig neue Umwelt. Vögel finden einen Raum zum Nisten und Fressen, einen Platz, der Schutz bietet. Kleinsäuger kommen hinzu und nehmen ebenfalls Einfluss, z.B. indem sie bestimmte Insekten bevorzugt fressen oder selbst als Nahrung für größere Beutegreifer dienen. Sie schleppen aber auch über Früchte den Samen anderer Pflanzenarten herbei. Langsam werden einige Pflanzen größer, damit bringen sie neuen Lebensraum, nehmen aber auch anderen Pflanzen das Licht. Entsprechend ändert sich auch die Insektenwelt, die bestimmte Pflanzen bevorzugt als Lebensraum nutzen. Und mit ihnen wiederum die Vögel und Kleintiere. Das Mikroklima ändert sich: es gibt weniger Wind zwischen den Pflanzen und am Boden siedeln sich Moose an. Es wird feuchter und gleichmäßiger temperiert (im Sommer kühler, im Winter wärmer, als außerhalb des wachsenden Waldes), dazu bildet sich weiter Humus, es werden aber auch Nährstoffe „verbraucht“. Die Pionierpflanzen haben nun langsam kaum noch eine Chance gegen konkurrenzstärkere Baumarten, die ihnen das Licht zum Leben nehmen, sie verschwinden. Größeres Wild siedelt sich an. Dann sterben die ersten größeren Bäume, vielleicht wegen Sturmschäden oder an Altersschwäche. Das Totholz bildet wieder neuen Lebensraum. Auf entstehenden Lichtungen haben nun auch die Pionierpflanzen wieder eine Chance…

 

 

die Waldbewohner und ihre ökologische Beziehung zueinander

 

Bei Waldtieren denken viele zuerst an Rehe, Wildschweine oder Eichhörnchen. Artenreicher und in ihrer Gesamtzahl deutlich häufiger sind die Vögel des Waldes. Mehrere Tausend verschiedene Arten findet man schließlich bei den heimischen Wald-Insekten und immer noch mehrere Hundert bei den Spinnentieren. An den verschiedenen Baumarten leben dabei unterschiedlich viele Insekten. So findet man z.B. an einer einzigen Eiche rund 700 verschiedene Insektenarten, an Eiben dagegen kaum 10.

 

der Wald ist voller Leben

All diese Lebewesen haben ihre Aufgabe in der Natur und stehen mit zahlreichen anderen Arten in Beziehung, z.B. als Konkurrent um Nistplätze, als Beute, als Helfer beim Nahrungsaufschluss, als Produzent von Dünger oder als Wirt von Parasiten. Sie nehmen auch Einfluss auf die Bäume, schaden oder helfen ihnen, verbreiten den Samen, lockern den Boden oder vertilgen Baumschädlinge. In sich selbst regulierenden Wäldern entsteht dabei automatisch ein biologisches Gleichgewicht. Eine Tierart kann sich z.B. nur soweit vermehren, wie es Nahrung und Lebensraum für sie gibt. Sie selbst nimmt dabei auch Einfluss auf viele andere Tierarten, für die sie Räuber, Beute oder Nahrungskonkurrent ist. Manchmal sowohl als auch: so kann z.B. eine Maus Regenwürmer fressen, aber nach dem Tod diesen selbst als Nahrung dienen.

 

Unentbehrlich für den Wald sind Pilze und Mikroorganismen. Sie zersetzen totes organisches Material und machen die Bestandteile so wieder als Nährstoffe zugänglich. Viele Pilze, die Mykorrhiza, leben zudem symbiontisch mit Bäumen zusammen, helfen den Bäumen bei der Wasser- und Mineralienaufnahme und bekommen im Gegenzug organisches Material von der Pflanze.

 

Durch Laub- und Mischwälder erreicht zudem genug Licht den Boden, um das Wachstum von Farnen, Moosen, Kräutern, Sträuchern und Gräsern zu gestatten. Besonders die Moose sind dabei sehr wichtig zur Regulation der Feuchtigkeit am Boden: sie speichern größere Mengen Wasser, das sie bei anhaltender Dürre langsam wieder abgeben. Verkarstung, wie sie vor allem bei einigen zu Seefahrtszwecken völlig abgeholzten Mittelmeerinseln zu sehen ist, führt die Wasserspeicherkapazität von Wäldern drastisch vor Augen: die Bäume bieten Schatten, der niedrige Bewuchs speichert die Feuchtigkeit und leitet sie langsam zum Grundwasser weiter. Ohne Wälder wird ein Landstrich ohne regelmäßige, stärkere Regenfälle zur Einöde.

 

Die niederwüchsigen Pflanzen sind zudem Nahrungsgrundlage und Versteckmöglichkeit, sowohl für Insekten, als auch für Säuger und Vögel. Einige Vögel brüten in Sträuchern (z.B. Amsel und Singdrossel) oder am Boden (z.B. Rotkehlchen). Auch ziehen viele Vögel Laubbäume den Nadelbäumen vor, zum Nisten und auch was ihre Nahrung angeht. Das erklärt mit, warum Fichtenmonokulturen so Schädlingsanfällig sind: es fehlt an tierischem Leben, dass die Schadinsekten eindämmen könnte.

 

 

Was Nahrung und Nährstoffe angeht unterteilt man in:

 

ohne Pflanzen gäbe es keine Tiere

- “Produzenten“: hier sind vor allem die grünen Pflanzen zu nennen, die aus kaum mehr als CO2, Wasser und Sonnenlicht die Bausteine des Lebens herstellen und damit letztlich auch ihre Äste und Blätter, also die Nahrungsgrundlage für all die anderen Lebewesen, die hierzu nicht in der Lage sind. Oder etwas wissenschaftlicher ausgedrückt: sie produzieren organisches Material aus anorganischen Bestandteilen. (siehe auch: Photosynthese)

 

- “Konsumenten“: sie sind immer auf Produzenten angewiesen, brauchen also „fertiges“ organisches Material als Nahrung. Konsumenten sind vor allem die Tier- und Pflanzenfressenden Tiere. Man unterteilt in: Konsumenten 1. Ordnung: sie fressen Produzenten (also Pflanzen) und Konsumenten 2. Ordnung: sie fressen andere Tiere.

 

- “Destruenten“: die Kleinstlebewesen, die die organische Stoffe wieder in ihre molekularen Bestandteile zersetzen und damit aufs Neue verfügbar machen

 

Der notwendige Anteil von Produzenten und Konsumenten 1. und 2. Ordnung, kann in einer sogenannten „Nahrungspyramide“ verdeutlicht werden. Es muss mehr Pflanzen als Pflanzenfresser geben und mehr Pflanzenfresser als Raubtiere.

 

Der Wald braucht keinen Dünger, weil er durch Nadeln, Blätter und totes tierisches Material eigenen Dünger produziert, nämlich so viel, wie er benötigt. Auch hier greift das Prinzip des biologischen Gleichgewichts: es wächst nur das, was genug Nährstoffe vorfindet.

 

weiter lesen: Überleben im Wald

Der Wald in Deutschland heute

21. Oktober 2012 in der Wald in Deutschland

 

Zur Zeit ist etwa 1/3 von Deutschland mit Wald bedeckt. Zum Vergleich: in Großbritannien oder den Niederlanden sind es nur 9-10%, in Österreich etwa 47% und in Finnland sogar 66%. Deutsche Wälder bestehen vor allem aus Fichten (28%), Buchen (15%), Kiefern (24%) und der Eiche (10%).

 

Totholz ist wichtig

Dem deutschen Wald geht es dabei gesundheitlich schon wieder besser, als noch vor 25 Jahren, und einige große Waldgebiete wurden unter Naturschutz gestellt. Allgemein sind naturnahe Wälder im Kommen, es gibt wieder mehr Mischwälder, denen gestattet wird, sich zu einem Teil selbst zu regulieren und Unterholz zu bilden. Etwa 1/3 der deutschen Wälder können als (sehr) naturnah eingestuft werden. Naturnah ist es z.B., Bäume unterschiedlichen Alters gemischt zu haben und nur vereinzelt Bäume heraus zu schlagen, statt ganze Flächen zu fällen. Ein naturnaher Wald bietet schattigere und lichtere Stellen, trockenere und feuchtere Zonen, Bachläufe, junge und alte Bäume verschiedener Arten, Unterholz und damit viel unterschiedlichem Lebensraum. Totholz bietet Nahrung, Dünger und Lebensraum. Der Verzicht auf künstlichen Dünger bietet Arten einen Überlebensraum, die Düngemittel nicht vertragen, beispielsweise Orchideen oder Waldameisen.

 

Fichten-Monokultur

Aber immer noch gibt es viele künstlich angepflanzte Monokulturen in Deutschland. Dazu kommen vom Menschen gepflanzte fremde Baumarten aus fernen Ländern, auf die die hiesige Tierwelt, die Insekten und auch die Mikroorganismen nicht eingestellt sind und die so zwar schön aussehen mögen oder effektiv wachsen, aber unter Umständen mehr Schaden als Nutzen bringen. Außerdem werden mit dem Import von hübschen tropischen Gehölzen für den Garten auch gerne mal Schädlinge eingeschleppt, denen hiesige Bäume nichts entgegen zu setzen haben, weil sie nie zuvor mit ihnen zu tun hatten. Auch die Klimaerwärmung stellt den Wald vor neue Herausforderungen: längere Dürrezeiten wie im Sommer 2003, schwere Stürme wie Wibke 1990 oder 2007 Kyrill, und wärmere Winter, die weniger Schädlinge abtöten. Es stellt sich nach wie vor die Frage: wie viel soll/kann/muss der Mensch eingreifen, versuchen zu lenken und das gewünschte zu unterstützen? Oder aber besser den Wald sich selbst regulieren lassen, was er es immerhin über viele Millionen Jahre erfolgreich getan hat?

 

Der Mensch nutzt den Wald natürlich weiter vielfältig, er braucht Bäume als Rohstoff, und damit sind nicht naturnahe „Urwälder“ eben auch notwendig. Aus Holz wird Papier, Möbel, Fußböden, Verpackungsmaterial, Häuser, Boote, Heizmaterial wie Pellets und Holzscheite, und vieles mehr. Wichtig ist, als Verbraucher auf die Herkunft des Holzes zu achten. Wurden dafür Urwälder, naturnahe Wälder abgeholzt, Lebensräume zerstört? Wurde das Holz weit transportiert mit entsprechenden Klimaemissionen? Mit dem Kauf einheimischer Holzprodukte kann man sich relativ sicher sein, dass Aspekte des Naturschutzes und der Nachhaltigkeit berücksichtigt sind, in vielen ärmeren Ländern bedeutet Holzgewinnung dagegen Raubbau an der Natur. Der Endverbraucher hat es in der Hand.

 

 

Nutzung des Waldes und Forstwirtschaft

 

Es sind vor allem 3 große Bereiche für die der Wald heute genutzt wird: Freizeitgestaltung, Wirtschaft und Schutzfunktionen.

 

Wanderwege gibt es viele in Deutschland

Vor allem für Städter ist der Wald oft in erster Linie ein Ausflugsziel. Hier ist man der Natur nahe, hat Ruhe, frische Luft, eine Abwechslung zum oft hektischen, lauten Alltag. Entsprechend viele Spazierwege führen durch deutsche Wälder. Oftmals gut gepflegt und ausgeschildert, teils mit Infotafeln oder als spezielle „Erlebnispfade“.

Aber der Wald ist auch ein Wirtschaftsfaktor: Viele Arbeitsplätze hängen vom Wald ab, in der Forstwirtschaft und auch in der Holz verarbeitenden Industrie. Möbel, Papier, Bauholz, Brennholz, Bodenbeläge und vieles mehr wird aus Holz hergestellt.

Zur wirtschaftlichen Nutzung gehört auch die Jagd mit Fleischnutzung, die Jagdpacht als „Hobby“ und entsprechende Produzenten von Jagdzubehör, die davon leben.
Eine sehr wichtige Funktion des Waldes ist sein unmittelbarer Umweltschutz-Aspekt. Wald speichert große Mengen Wasser und gibt es langsam wieder ab; er produziert Sauerstoff und bindet CO2, wodurch dem Klimawandel entgegen gewirkt wird. Er reinigt die Luft von Schmutz und auch das Wasser, wenn es durch seinen Boden sickert. Waldboden gefriert zudem kaum tief, so dass Wasser auch im Winter versickern kann, was Überschwemmungen im Frühjahr vorbeugt. Der Wald wirkt als Schutz vor Erdrutsch, Lawinen und Steinschlag und fängt Wind ab. Und nicht zuletzt ist er natürlich die Heimat vieler Tier- und Pflanzenarten.

 

Ein Förster muss in „seinem“ Wald all diese Ansprüche in Einklang bringen, Naturschutz, Nachhaltigkeit, Erholungsfunktion und Wirtschaft.

 

 

wem gehört der Wald in Deutschland?

 

 

die Natur hat nur noch wenige Rückzugsorte in Deutschland, fast alles ist bebaut oder wird forst- und landwirtschaftlich genutzt

Knapp die Hälfte des Waldes ist in Deutschland Privatbesitz. Das bedeutet nicht zwingend, dass der Eigentümer sich selbst um die forstwirtschaftlichen Aspekte kümmert oder ein „Privatwald“ für z.B. einen Spaziergänger als solcher erkennbar ist. Wie bei Gemeinde-, Städte- und Staatseigenem Wald, kümmern sich meist Pächter oder darauf spezialisierte Unternehmen um den Wald. Gerade in ländlichen, waldreichen Regionen sind auch Zusammenschlüsse mehrerer Waldbesitzer üblich, die Pflege und Bewirtschaftung erleichtern. Tatsächlich gibt es eine Reihe von Gesetzen, die vorschreiben, in welcher Weise man sich um seinen Wald zu kümmern hat, was man machen muss und was man nicht tun darf. Z.B. muss der Wald als solcher, nach dem Prinzip der Nachhaltigkeit, trotz Bewirtschaftung erhalten bleiben. Hierfür spielt auch die Pflege, die Auswahl der Pflanzen, die Beachtung von Schutzzonen und die durchdachte Verjüngung des Waldes eine Rolle. Zudem sind Anzahl und Zusammenstellung des Wildes, Schädlingsbefall der Bäume und die Sicherheit von Spaziergängern zu beachten. Letzteres bedeutet z.B., dass entlang eines Wanderweges die Gefahr umstürzender Bäume minimiert werden muss.
In Deutschland ist Wald allgemein frei zugänglich, auch solcher, der sich in Privathand befindet. Dennoch kann es eingezäunte, z.B. speziell genutzte oder frisch aufgeforstete Flächen geben, bzw. solche, die aus Naturschutzgründen nicht betreten werden dürfen. Im Sinne der Natur sollten natürlich die in Deutschland zahlreich vorhandenen Waldwege nicht verlassen werden.

 

 

Wie wäre der Wald in Deutschland heute, gäbe es den Menschen nicht?

 

Echte Urwälder, also solche, die nie (oder schon sehr lange nicht mehr) dem Einfluss durch den Menschen ausgesetzt waren, gibt es quasi nicht in Europa. Ein wirklicher Urwald weist natürlich auch keine Wege und keinerlei Einflussnahme durch Förster auf, keine Fütterung von Wild, kein Pflanzen, Schützen oder Fällen von Bäumen. Wenige Rest-Flächen solcher Urwälder gibt es noch im skandinavischen und im osteuropäischen Raum. Naturschutzgebiete dagegen haben in der Regel lange eine Einflussnahme durch Menschen gehabt, sind nun aber speziell geschützt und es wird möglichst wenig künstlich reguliert. Es soll naturnah sein und vielen Arten einen geschützten Lebensraum bieten. Zumindest Kontrolle und Beobachtung durch Förster sowie Wanderwege gibt es meist dennoch.

 

Und ohne den Menschen? Mitteleuropa ist klimatisch „Waldland“. Wo immer Pflanzen halbwegs passende Bedingungen finden, entwickeln sich hier früher oder später Bäume, ein Wald. So wäre Deutschland ohne den Menschen fast vollständig von Wald bedeckt, offene Graslandschaften gäbe es kaum. Die Wilddichte wäre eher geringer und es gäbe mehr größere Raubtiere. An Bäumen wären in erster Linie Buchen zu finden. In höheren Lagen Fichten und Tannen, auf kargen Sandböden Kiefern und Birken, in Auen Erlen, Eschen und Pappeln. Eichen gäbe es deutlich weniger, als dies mit menschlichem Einfluss heute der Fall ist.

Die (Buchen-) Wälder wären dichter, dunkler und „unordentlicher“, als man es heute kennt. Es wäre eher feuchter, mit mehr natürlichen Bach- und Flusslandschaften.

Ohne Eingriff des Menschen ist der Wald recht stabil. Die Bäume werden größtenteils recht alt, wachsen im Alter langsam, es kommt wenig nach an neuen Bäumen. Dafür gibt es viel Totholz am Boden, das für viele Tiere und Pilze wichtig ist und letztlich zur Bodenverbesserung beiträgt.

Die Geschichte des Waldes in Mitteleuropa

21. Oktober 2012 in der Wald in Deutschland

 

Das heutige Deutschland war viele Tausend Jahre lang fast vollständig von Wald bedeckt.

die Buche ist Teil der Wald Geschichte in EuropaDie Geschichte und Entwicklung des Waldes in Mitteleuropa ist entsprechend eng mit der Geschichte der Menschen hier verbunden. Der Wald war Lebensraum, ernährte, bot Feuer- und Bauholz, stand aber auch für Gefahren, dunkle Mächte und abweisende Wildnis. So hat der Wald viele Mythen, Sagen und Sprichwörter in Deutschland geprägt. Heute sind Deutschlands Wälder gezähmt, die Nutzung und Entwicklung ist durchorganisiert, und für die meisten Menschen hat er vor allem noch Freizeitwert.

 

 

Die Geschichte von Wald und Mensch in Mitteleuropa

 

Interessanterweise haben sich in Mitteleuropa die heutigen Wälder von Anfang an parallel mit dem Menschen entwickelt. Das kam so: Alleine im Laufe der letzten 100.000 Jahre gab es in Europa einige Eiszeiten, mit entsprechenden Auswirkungen auf die Pflanzen- und Tierwelt. Als vor rund 35.000 Jahren erste „moderne Menschen“ in Mitteleuropa ankamen, herrschte auch gerade eine Eiszeit, wenn auch eine mildere Phase dieser. So war das Überleben für die ersten Menschen hier ein sehr harter Kampf und als sich das Eis vor rund 12 Tausend Jahren endgültig zurückzog, war der Mensch in dieser Gegend immer noch selten.

 

Noch dramatischer waren die Folgen der jeweiligen Eiszeiten aber für die Wälder: während beispielsweise in Nordamerika bei ähnlichem Klima eine hohe Artenvielfalt an Bäumen besteht, hat in Mitteleuropa kaum eine Baumart das Eis überlebt. Schuld sind die Alpen: Zu den Höhepunkten der jeweiligen Eiszeiten, drang das ewige Eis von Nordeuropa aus langsam immer weiter Richtung Süden vor. Viele Baumarten kommen zwar durchaus mit Kälte und Winter klar, aber nur, wenn es zum Ausgleich auch eine wärmere, frostfreie Sommerperiode gibt. So wurden die Bäume zu den Eiszeiten immer enger zwischen ewigem Eis und den Alpen eingekeilt. Sobald das Eis die Alpen erreichte, war keine Rückzugsmöglichkeit, kein Lebensraum für die Bäume mehr übrig. Ohne die Alpen hätten die Baumarten sich dagegen mit dem kühleren Klima nach Südeuropa zurückziehen können, um nach dem Ende der Eiszeit wieder in Mitteleuropa heimisch zu werden. In Europa ausgestorben sind so unter anderem der Mammutbaum, Douglasien und einige Eichenarten.

 

Tatsächlich war Mitteleuropa, bis auf Restbestände einiger sehr kälteresistenter strauchig wachsender Birken, Polarweiden und Kiefern, am Ende der letzten Eiszeit waldfrei. Refugien für die Bäume fanden sich vor allem in Osteuropa, daneben überlebten einige Bäume im Mittelmeerraum und an manchen Teilen der Atlantikküste. Nach dem Ende der letzten Eiszeit gelang es den überlebenden Arten unterschiedlich gut und schnell, wieder in Mitteleuropa heimisch zu werden; so änderte sich die Zusammensetzung der Wälder im Laufe der kommenden Jahrtausende noch erheblich. Und gleichzeitig breitete sich mit dem Ende der Eiszeit auch der Mensch über Mitteleuropa aus.

 

Als erstes gelang es Bergkiefern, dann auch Birken und Weiden, wieder großflächig in Mitteleuropa heimisch zu werden. Vor etwa 9000 Jahren war es dann warm genug, um auch z.B. Haselnuss, Eichen und Ulmen Lebensraum zu bieten. Lichte Eichenwälder und Restbestände der Birken-Kieferwälder waren die vorherrschende Waldzusammensetzung, als der Mensch langsam sesshaft wurde. Mit dem Sesshaftwerden der Menschen, ging dann auch erstmals eine größere Einflussnahme des Menschen auf die Wälder einher. Waldstücke wurden gerodet, um die Flächen für Landwirtschaft und Viehhaltung zu nutzen, und um das Holz als Brenn- und Baumaterial zu verwenden.

 

Noch etwas später kamen Tannen sowie Rot- und Hainbuchen zurück nach Mitteleuropa. Buchen und Tannen hatten dabei den Vorteil, relativ wenig Licht zu benötigen. So breiteten sie sich als niedere Baumschicht in den hellen Eichenmischwäldern aus und nahmen damit den jungen Eichen das Licht zum überleben. Vor rund 5000Jahren war dann die Rotbuche der am weitesten verbreitete Baum im heutigen Deutschland, die Tanne gewann in schattigen Gebirgslagen an Raum. Ohne Eingriff des Menschen, wäre dies heute noch ähnlich.

 

Aufschluss über die Waldzusammensetzungen früherer Jahrtausende geben unter anderem Pollenfunde, die z.B. im Torf oder im Eis gut erhalten blieben, daneben aber auch Überlieferungen über Nahrungsmittel oder Holzverwendung.

 

 

der Niedergang des Urwaldes in Mitteleuropa

 

Je mehr Menschen in Europa lebten und je größer der technische Fortschritt wurde, umso stärker wurde auch der Eingriff in die natürlichen Wälder.

Immer mehr und größere Siedlungen entstanden, das Holz wurde nun auch z.B. zur Metallverhüttung und zum Bau von Schiffen gebraucht. England importierte sogar Holz aus dem Schwarzwald, nachdem der landeseigene Wald kaum mehr existent war. Holz war lange die einzige Möglichkeit, Energie, Wärme und Baumaterial zu gewinnen. Dazu standen Wälder neuen Siedlungen im Weg oder wurden als „Viehweide“ verwendet, z.B. zur Schweinemast oder als Zusatzfutter für Ziegen. Dabei wurden die Bäume und Waldflächen teils sehr selektiv genutzt, je nachdem, welches Holz zu welchem Zweck am besten geeignet war, ob die Böden zur Landwirtschaft taugten oder der Platz für eine Siedlung günstig lag. Das beeinflusste zusätzlich die Zusammensetzung der Wälder. Gezieltes Anpflanzen oder Hegen von Wäldern fand dagegen lange nicht statt. Der Wald schien den Menschen unerschöpflich.

 

Das änderte sich im Mittelalter. Um 1300 wurde Holz mancherorten tatsächlich knapp und große, unberührte Waldgebiete waren im heutigen Deutschland kaum mehr vorhanden.

Um 1500 waren dann in etwa so wenig Waldflächen vorhanden, wie es heute der Fall ist. Größere Waldgebiete gab es vor allem noch in den Höhenlagen der Mittelgebirge und auf Böden, die für die Landwirtschaft eher ungeeignet waren, z.B. zu lehmig oder sandig. Damit fehlte es nun mancherorten plötzlich an Dingen, die vorher selbstverständlich schienen: Brennholz, bzw. Holz als Energieträger, und Bauholz. Und die Bevölkerung wuchs weiter. Vieh wurde in Wälder getrieben, um Nahrung zu haben, Niedrigwuchs wurde als Stall-Einstreu verwendet, was zur Verödung von Böden beitrug. Gerade in Kriegszeiten wurden die Kassen gefüllt, indem Wälder abgeholzt und das Holz an Städte verkauft wurde. Weiterhin wurde viel Holz zu Kohle verarbeitet, zur Glasherstellung, Erzschmelze und ähnlichem eingesetzt. Als das Holz knapp wurde, wurde durchaus auch im späten Mittelalter schon aufgeforstet, aber nahezu ohne ökologisches Hintergrundwissen, bzw. ohne den Versuch, einen „natürlichen“ Wald wieder herzustellen. Es ging rein um eigene momentane Interessen, wie z.B. schnell eine bestimmte Holzart zu produzieren.

Ab 1800 wurde immer deutlicher, dass ein Umdenken zwingend erforderlich war, wenn man in naher Zukunft überhaupt noch Wälder und Holz und damit Energie, Viehfutter und Baumaterial zu Verfügung haben wollte. Zudem wurde durch zunehmende Verkarstung und Verödung deutlich, wie wichtig Wald als Wasserspeicher und zur Verhinderung von Bodenerosion ist.

 

Buchen-Keimling

Man musste sich nun zwangsläufig damit auseinander setzen, eine Art Forstwirtschaft zu betreiben, um Wald gezielt zu produzieren und vor allem dafür zu sorgen, dass auch in Zukunft überhaupt noch Wald vorhanden sein würde. Es gab Vorgaben, Energie zu sparen und bei der Bewirtschaftung der Wälder auf Nachhaltigkeit zu setzen. Im Zuge dessen wurden z.B. so genannte „Schläge“ eingeführt, unterteilte Niedrigwälder aus Baumarten, die nach dem Abschlagen von Brennholz neu austreiben und schnell wachsen. Genutzt wurde jährlich nur ein bestimmter „Schlag“, während die restlichen in unterschiedlichen Stadien des Wachstums waren. Hierfür genutzte Baumarten waren unter anderem Hasel, Buche oder Weide.

 

Das Prinzip der Nachhaltigkeit war nicht leicht einzuführen, da viele Menschen von der Hand in den Mund lebten und unmittelbar davon abhängig waren, den Wald zur Ernährung der Tiere, zum heizen und bauen nutzen zu können. So dauerte es bis ins 19.Jahrhundert, bis weitflächig Waldschutzmaßnahmen und Prinzipien der Nachhaltigkeit durchgesetzt werden konnten und vor allem auch ein allgemeines Bewusstsein der Notwendigkeit dessen in der Bevölkerung entstand.

 

Man darf dabei nicht übersehen, dass hier nur von Mittel-Europa geredet wird. In vielen Entwicklungsländern ist an nachhaltige Waldwirtschaft noch kaum zu denken, mit entsprechenden Folgen. Die Bevölkerung wächst stetig, der wichtige Rohstoff Wald dagegen schrumpft kontinuierlich, was natürlich auch Auswirkungen auf die Natur, auf Tiere und Pflanzengesellschaften hat. Es kommt zur Verkarstung, da der Wald als Bodenschutz fehlt und auch auf die globale Klimaänderung nimmt es Einfluss. Gefragt sind da ebenfalls die „reichen“ Länder: Wälder werden auch deshalb abgeholzt, weil die Nachfrage nach billigem Futter für die Tiermast, nach Soja, Ölpalme, Mais und ähnlichem groß ist. Es braucht Alternativen für Menschen, die immer noch von der Hand in den Mund leben, Brennholz brauchen, landwirtschaftliche Flächen und irgendwas, um ein Grundeinkommen zu haben. Eine Selbstverständlichkeit sollte es zudem sein, Tropenholz nur aus nachhaltigem Anbau zu kaufen.

 

 

 

Der Wald in Mitteleuropa im 19. bis 20. Jahrhundert

 

Langsam änderte sich die Einstellung der Menschen dem Wald gegenüber. Auf der einen Seite stand der Wald nun auch im Sinne der „Romantik“ im Positiven für Naturnähe, zum anderen setzte sich endgültig das Prinzip der Nachhaltigkeit durch.

 

Buche

Der Begriff der Nachhaltigkeit wird konkret Hans Carl von Carlowitz zugeschrieben, der formulierte, dem Wald dürfe nur so viel Holz entnommen werden, wie im gleichen Zeitraum nachwachsen könne. Man lebt quasi nur von den Zinsen (dem, was jedes Jahr im gleichen Zeitraum nachwächst) und lässt das Grundkapital stehen. Dadurch erhält man den Wald für kommende Generationen, auch wenn das eine momentane Einschränkung bedeuten kann. Dass der Spagat zwischen Nutzbarkeit des Waldes und Erhalt der natürlichen Gegebenheiten nicht ganz einfach ist, zieht sich allerdings bis in die Gegenwart durch. Man denke an die riesigen Flächen von künstlich angepflanzten Fichten- oder Kiefern-Monokulturen.

Ab etwa 1800 fand eine gezielte Ausbildung zum Forstwirt an Hochschulen statt. Dabei wurden nun auch Aspekten wie dem gezielten Schutz bestimmter Biotope, dem Beachten von natürlichen Pflanzengesellschaften, Schutzfunktionen der Wälder und Boden- und Raumansprüchen der einzelnen Bäume vermehrt Aufmerksamkeit geschenkt. Auch dies war allerdings ein langsamer Prozess, mit vielen Rückschlägen. Wie „natürlich“ darf ein Wald sein? Wie wichtig ist „Totholz“? Macht es Sinn, Arten aus anderen Ländern in unsere Natur einzubringen?

 

Die Industrialisierung brachte nun auch neue Möglichkeiten, unabhängiger vom Wald zu werden. Es wurde zunehmend Braun- und Steinkohle abgebaut, künstlicher Dünger führte zu höheren landwirtschaftlichen Erträgen und Waren konnten, u.a. durch die Eisenbahn, über weitere Strecken transportiert werden. Immer mehr Menschen arbeiteten in Fabriken, in Städten, und nicht mehr als Selbstversorger von Viehhaltung, Landwirtschaft und unmittelbarer Nutzung der Dorfwälder. Das Forstwissen wuchs dabei weiter.

 

Fichtenforst

Ein herber Rückschlag für den deutschen Wald kam in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Viel Wald wurde während der Kriege vernichtet, im dritten Reich als Baumaterial ausgebeutet und schließlich nach dem 2. Weltkrieg als Teil von Reparationszahlungen abgeholzt. Im Anschluss daran wurde versucht, so schnell wie möglich wieder aufzuforsten. Leider war dies verbunden mit der massenhaften Pflanzung von schnell wachsenden Monokulturen. Die neuen Wälder waren durchorganisiert, standen in Reih und Glied, dicht gepflanzt für schnellen Ertrag, Unterholz wurde zügig entfernt. Aufgeräumt und effektiv sollte es sein. Vor allem Fichten sind hierzu verwendet worden, die recht anspruchslos und vor allem schnellwachsend sind.

 

Leider sind solche Monokulturen auch recht anfällig für Schädlinge und beherbergen nur wenige unterschiedliche Tier- und Insektenarten. Auf Fichten spezialisierte „Schädlinge“ haben natürlich das Paradies auf Erden, leider finden ihre natürlichen Fressfeinde aber kaum geeignete Lebensbedingungen. Abgestorbene Bäume, Unterholz und Niederwuchs, die als Lebensraum und Nahrungsgrundlage für z.B. kleine Säuger, Vögel und Insekten hätten dienen können und auch als Wasserspeicher und Humus fungieren, waren allgemein unerwünscht.

Bodenbewuchs braucht Licht

In den 1980er Jahren war es dann in aller Munde: Deutschlands Wälder sterben. Saurer Regen und zu viel falscher Einfluss des Menschen haben dem Wald sehr viel mehr Schaden zugefügt, als man für möglich gehalten hätte. Initiativen zur Rettung der Wälder, Diskussionen in den Medien und ökologische Forschungen führten langsam zu einem Umdenken und neuen Ansätzen in der Fortwirtschaft. Maßnahmen zur Eindämmung der Umweltverschmutzung wurden ergriffen, vor allem der Ausstoß von Schwefeldioxid wurde drastisch reduziert und so unter anderem der Katalysator für PKW eingeführt. Dazu sind seitdem naturnahe Mischwälder wieder im Kommen und abgestorbene Bäume werden nicht mehr in erster Linie als „Schädlingsbrutstätte“ gesehen, sondern auch als Lebensraum und wichtiger Teil des Wald-Zyklus. So lässt sich heute wieder an einigen Orten Deutschlands „Märchenwaldstimmung“ erleben. Laubwälder, vor allem naturnahe Buchenwälder, haben zugenommen, der Fichtenbestand hat abgenommen.

Spiel- und Übungsvorschläge

9. Oktober 2012 in Apportierspiele

 

Apportierspiele bieten vielfältige Beschäftigungsmöglichkeiten. Je nach eigenen Vorlieben und Interessen des Hundes können Such-, Denk-, Hetz- oder Gehorsamsübungen im Vordergrund stehen. Allgemeine Übungen zur Impulskontrolle findet und Möglichkeiten zum Aufbau des Apportierens findet man hier.

 

Ich werde im Text einheitlich von “Dummy” reden, aber ob man einen Dummy, einen Futterbeutel oder das Lieblingsspielzeug des Hundes verwendet, bleibt natürlich jedem selbst überlassen.

 

 

Gehorsamsübungen rund das Apportieren

 

Dreiecksübung: Dies ist eine recht einfache Übung zum Einstieg. Man wirft oder legt das Dummy einige Meter vom Hund entfernt aus. Die Distanz sollte zu Anfang nicht zu groß sein und das Dummy sollte für den Hund zu sehen sein. Dann stellt man sich selbst so hin, dass Hund, Dummy und man selbst ein Dreieck bilden. Nun ruft man den Hund zu sich, von dort wird er weiter zum Dummy geschickt.

 

Grundgehorsam: Man wirft das Dummy, dann lässt man den Hund ein Stück Fuß laufen oder ein anderes Kommando ausführen. Zur Belohnung darf er dann das Dummy holen.
Man kann das Dummy auch werfen, während der Hund Fuß läuft. Der Hund muss dennoch weiter Fuß laufen, bis er das Kommando zum Suchen bekommt. Als Abwandlung kann man den Hund aus dem Fuß-Kommando heraus Platz machen lassen, selber weiter gehen. Dann entweder den Hund erst zu sich rufen und dann zum Dummy schicken oder direkt aus der Platz-Position zum Dummy.

 

der Hund wird ohne Dummy gerufen, dann zurück geschickt und darf es holen

Daneben kann man Hürden mit einbauen oder alternativ im Wald umgestürzte Bäume oder dicke Äste. Der Hund sitzt oder liegt, das Dummy wird neben ihn gelegt. Nun wird der Hund erst ohne Dummy über die Hürde zu seinem Menschen gerufen, bevor er das Dummy holen darf.

 

 

gemeinsames jagen

 

Man wirft das Dummy und nähert sich gemeinsam mit dem Hund. Viel Körperspannung, schleichender Gang, aufgeregtes Flüstern etc. macht es für den Hund noch spannender. Der Hund sollte bestenfalls freilaufen, aber zuverlässig neben seinem Menschen bleiben. Ist man nur noch maximal 10 Meter entfernt, wird die Beute eingekreist. Wenn der Hund dies beherrscht, kann man ihn z.B. zu einem Baum neben dem Dummy schicken, während man selbst auf der anderen Seite Position bezieht. Man kann sich nun selbst an das Dummy heran pirschen, der Hund muss warten. Oder man fordert den Hund auf, sich dem Dummy zu nähern, schickt ihn auf halbem Weg aber wieder ins Platz. Irgendwann bekommt der Hund dann die Freigabe, sich auf das Dummy zu stürzen und es zu bringen.

 

erst auf Kommando wird gehetzt

Reizangel: die Reizangel stellt eine besondere Herausforderung für Hunde mit starkem Hetztrieb dar. Das Dummy wird hierfür an einem Seil befestigt und dieses wiederum an einem Stab oder Besenstiel. Der Hund muss nun ruhig warten, während man das Dummy schnell um ihn herum bewegt. Erst auf Kommando darf er sich drauf stürzen.

 

 

Fallstellen merken und einschätzen

 

Gedächtnisleistung: am Anfang des Spaziergangs wird das Dummy etwas versteckt neben den Weg gelegt, der Hund darf zusehen. Wenn der Spaziergang dann vorbei ist und man wieder an dieser Stelle vorbei kommt, wird der Hund suchen geschickt. Als Steigerung versteckt man auf dem Hinweg an verschiedenen Stellen Dummies, die der Hund der Reihe nach auf dem Rückweg suchen darf.

 

das Apportel ist hinter einem Bach gelandet

Fallstellen einschätzen lernen: Zu Anfang übt man in übersichtlichem Gelände, z.B. auf einer niedrigen Wiese. Läuft der Hund dort sicher zum Dummy, kann man die Anforderungen langsam steigern. Z.B. indem man höheres Gras wählt oder das Dummy hinter ein Gebüsch, in den Wald oder über einen Bach wirft. Noch schwieriger wird es für den Hund, wenn er nur einen Teil der Flugbahn sieht, z.B. weil ein Hügel dazwischen liegt. Mit der Zeit lernt er aber auch in solchen Situationen, die Fallstelle sehr genau einzuschätzen. In unwegsamem Gelände kann der Hund gezwungen sein, Umwege zu laufen. So muss er sich nach Umlaufen des Hindernisses neu orientieren.

 

Schwierig wird es für den Hund, wenn man nach dem Werfen des Dummies erst noch ein Stück weiter geht oder andere Übungen mit ihm macht, bevor er suchen darf. Eine Übung in der Richtung ist z.B., das Dummy auf eine Wiese zu werfen, die Wiese zu einem Viertel oder halb zu umrunden und den Hund dann von der neuen Seite aus suchen zu schicken. Läuft der Hund erst zurück zum Ausgangspunkt? Hat er auch von der neuen Wiesenseite aus eine gute Einschätzung, wo das Dummy gelandet ist?

 

 

schwieriges Gelände

 

Das Dummy zu holen, kann auch Körpergefühl und Suchleistung fördern:

 

Apportieren mit Hindernissen

versteckt auf einem Steinhaufen oder in dicht bewachsenem Unterholz

 

ein Balanceakt

 

Denkaufgaben

 

Einige Hunde bevorzugen geistige Herausforderungen statt körperlicher. Bei diesen Denkspielen weiß der Hund zwar, wo sich das Dummy befindet, gelangt aber dennoch nicht ohne weiteres heran. Er muss sich nun Strategien überlegen:

 

der Zug an der Leine führt zum Dummy

Man kann das Dummy z.B. über ein Geländer werfen, über einen Zaun oder eine Mauer. Der Hund muss einen Weg am Hindernis vorbei finden und sich dahinter neu orientieren. Viele Hunde probieren auch erst am Zaun herum, bis sie auf die Idee kommen, nach einer Lücke zu suchen.Helfen sollte man als Mensch möglichst wenig, wenn man das Problemlösungsverhalten des Hundes fördern möchte. Viele Hunde werden sonst schnell passiv und warten nur auf die Hilfe ihres Menschen.

 

Ein etwas kniffligeres Denkspiel ist folgendes: Das Dummy wird an eine Leine gebunden und so erhöht gelegt, dass der Hund zwar an die Leine, nicht aber an das Dummy kommt. Viele Hunde brauchen eine ganze Weile, bis sie herausfinden, dass sie an der Leine ziehen müssen, um an das Dummy kommen.

 

 

Eine andere Aufgabe mit Leine: das Dummy wird unter einem Karton oder unter der Couch versteckt. Der Hund kommt wieder nur über Zug an der Leine zum Ziel:

 

 

 

„blind“ suchen

 

Dies meint, dass der Hund auch dann sucht, wenn er nicht mitbekommen hat, dass überhaupt ein Dummy geworfen wurde. Diese Übungen eignen sich nicht, wenn man die Dummy-Arbeit gerade erst angefangen hat. Der Hund muss schon Vertrauen aufgebaut haben, dass sich immer ein Dummy dort befindet, wo sein Mensch ihn hinschickt. Auch muss der Hund dafür schon ausdauernd suchen können.

 

Dummy gefunden

Damit der Hund lernt, Richtungsangaben des Menschen mehr zu vertrauen, kann man z.B. folgende Übung machen: Man legt ein Dummy aus, ohne dass der Hund zusieht. Dann holt man den Hund dazu, lässt ihn absitzen und legt ein zweites Dummy relativ nahe hinter das erste ab, so dass sich Hund und die beiden Dummies in einer Linie befinden. Dann geht man zurück zum Hund und schickt ihn ein Dummy holen. Der Hund weiß nur von einem Dummy und wird das erste bringen, das er findet. Anschließend schickt man den Hund erneut in die Richtung los. Falls er sehr zögerlich ist, kann man ihn bei den ersten Versuch begleiten.

 

Man kann auch so anfangen, dass man mehrere Dummies in ein Suchgebiet wirft und den Hund nacheinander die Dummies in beliebiger Reihenfolge apportieren lässt. So lernt der Hund, dass dem Suchen nicht unmittelbar ein Wurf voraus gehen muss. Im nächsten Schritt legt man einige Dummies aus, ohne dass der Hund zusieht. Dann holt man den Hund dazu und wirft ein weiteres Dummy in das Suchgebiet. Es reicht völlig, wenn der Hund nach dem ersten Dummy noch ein weiteres holt. Je kleiner und übersichtlicher das Suchgebiet, umso besser. Der Hund sollte immer Erfolg haben bei seiner Suche. Klappt das, kann man den Hund in einem ihm gut bekannten, kleinen Suchgebiet erstmals ganz ohne vorhergehenden Wurf suchen lassen. Wenn der Hund ausdauernd sucht, auch ohne den Wurf gesehen zu haben, kann man das Suchgebiet langsam vergrößern.

 

Eine ganz andere Möglichkeit, den Hund blind suchen zu lassen, ist das Dummy einzugraben, z.B. unter einem Laubhaufen oder im Sand. Das erste Mal sucht man gemeinsam mit dem Hund, beim nächsten mal kann man ihn schon eine solche Suchaufgabe eigenständig lösen lassen.

 

Dummy versteckt in einem Holzstapel oder verbuddelt im Sand

 

 

mehrere Dummies suchen lassen und Einweisen

 

Beim Einsatz mehrerer Dummies besteht zum einen die Möglichkeit, die Dummies in einer vorgegebenen Reihenfolge apportieren lassen, zum anderen wird auch das Merken der Fallstellen für den Hund so anspruchsvoller. Der Hund soll dabei immer ein Dummy nach dem anderen holen, nicht von Dummy zu Dummy springen und “tauschen”. Je nach Hund muss man das langsam aufbauen. Der Hund sitzt neben einem, während man ein Dummy nach rechts, eins nach links wirft. Die Distanz sollte gering sein und der Hund muss beide Dummies sehen können. Um dem Hund anzuzeigen, welches der Dummies er holen soll, richtet man seinen eigenen Körper ganz in Richtung dieses Dummies aus. Der Hund sitzt dabei gerade neben einem und hat so die gleiche Blickrichtung. Über eine Arm- und Fußbewegung Richtung des Dummies und das gleichzeitige Such-Kommando, wird der Hund los geschickt. Klappt das, kann man die Dummies im 90 Grad Winkel zueinander auslegen. Der Hund wird nacheinander vom Menschen aus geschickt. Eine lange Leine kann im Zweifelsfall verhindern, dass der Hund vom ersten Dummy direkt zum zweiten stürmt. Die Kür ist, dass das zweite Dummy über den Kopf des Hundes hinweg geworfen wird, während der Hund das erste zu seinem Menschen bringt. Auch davon darf sich der Hund nicht beirren lassen.

 

Falls der Hund das korrekte Einweisen (voran, rechts, links in gerader Linie, auch auf Distanz) lernen soll, muss diese Übung allerdings noch wesentlich kleinschrittiger und durchdachter aufgebaut werden. Der hier beschriebene Aufbau ist für das Zuweisen eines groben Suchbereiches oder für das Zuweisen eines bestimmten Dummies von mehreren gedacht.

 

Wenn die Grundzüge des Zuweisens klappen, kann man nun z.B. ein Dummy links ab vom Weg werfen, ein Dummy rechts ab vom Weg. Dann lässt man den Hund in vorgegebener Reihenfolge die Dummies suchen. Wenn das gegebene Suchgebiet räumlich eng begrenzt ist, kann man das zweite Dummy auch in die andere Richtung werfen, während der Hund das erste Dummy sucht. Der Hund bekommt von dem Wurf nichts mit. Nachdem das erste Dummy gebracht wurde, wird der Hund „blind“ das Zweite suchen geschickt (siehe auch oben: „blind suchen“).

 

Je mehr Dummies man wirft, umso größer ist die Merkleistung des Hundes bezüglich der Fallstellen. Wenn man ein Dummy in eine höhere Wiese wirft und den Hund anschließend direkt suchen schickt, wird er mit etwas Erfahrung auf direktem Weg zum Dummy laufen, obwohl er das Dummy in dem hohen Gras nicht sieht. Wirft man zwei Dummies, wird dies schon deutlich anspruchsvoller.

 

Durch grobes Einweisen, wie oben beschrieben, kann man den Hund mindestens 4 Dummies, geworfen in die 4 Himmelsrichtungen, in vorgegebener Reihenfolge holen lassen. Der Hund beobachtet die 4 Würfe, und wird dann nacheinander suchen geschickt. Weicht er von der vorgegebenen Suchrichtung zu einem anderen Dummy ab, wird er gerufen und neu eingewiesen. Zu Anfang sind kurze Distanzen zum Dummy und ein nicht zu unübersichtliches Gelände hilfreich. Die Anforderungen kann man dann langsam steigern.

 

der Hund wird zur Pylone geschickt, liegt dort ab und wird dann nach links oder rechts weiter zum Dummy eingewiesen

Statt vom Menschen aus, kann der Hund auch auf Distanz eingewiesen werden. Der Hund sitzt oder liegt, während man ein (!) Dummy entweder ein paar Meter rechts oder ein paar Meter links von ihm auslegt. Dann stellt man sich in wenigen Metern Entfernung frontal vor den Hund. Man hebt den Arm in Richtung des zu suchenden Dummies, dreht auch Kopf und Körper leicht in diese Richtung. Gleichzeitig kommt das Such-Kommando. Wenn man das einige Male über mehrere Tage hinweg geübt hat, kann man 2 Dummies auslegen: einen rechts vom Hund, einen links. Der Hund sollte zu diesem Zeitpunkt die Körperbewegung des Menschen schon verinnerlicht haben und sich automatisch in die richtige Richtung orientieren. Auch hier hilft eine lange Leine, falls der Hund doch die falsche Richtung wählt. Die Leine ist alleine zu dem Zweck da, dass der Hund keinen Erfolg mit der falschen Wahl hat, auf keinen Fall wird der Hund in die richtige Richtung gezogen.

 

Auch das Vorwärts/Rückwärts schicken kann ähnlich aufgebaut werden, so dass man schließlich in allen 4 Himmelsrichtungen vom Hund Dummies auslegen kann und den Hund gezielt aus der Distanz einen davon holen lassen kann. Wenn das bei kurzen Distanzen zum Dummy auf Sicht funktioniert, können die Dummies weiter entfernt oder mit der Zeit auch versteckt ausgelegt werden.

 

Falls der Hund sich zu einem „Target“, das heißt einem vorgegebenen Zielgegenstand, schicken lässt, kann man auch diesen einbauen. Der Hund wird erst zum Target geschickt, dann von dort aus zum Dummy. Auf Spaziergängen bietet sich als Target z.B. die Leine an.

 

Apportieren – der Aufbau und Impulskontrolle

8. Oktober 2012 in Apportierspiele

 

Ich werde im Text einheitlich vom „Dummy“ reden, aber ob man ein normales Dummy, einen Futterbeutel oder das Lieblingsspielzeug nimmt, bleibt natürlich jedem selbst überlassen.

 

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, das Apportieren positiv und ohne Zwang aufzubauen. Da es sich hier um eine fröhliche Freizeitbeschäftigung handeln soll, wird auf Aufbaumöglichkeiten über Zwang nicht eingegangen.

 

ein Lederdummy mit Handschlaufe

Die Hauptaufgabe besteht darin, dem Hund begreiflich zu machen, dass es sich für ihn lohnt, das Dummy zurück zum Besitzer zu bringen. Die Belohnung besteht, je nach Hundetyp, entweder darin, dass das Spiel weiter geht oder darin, dass der Hund das Apportel gegen Futter tauschen kann. Vielen Hunden macht auch das Suchen und/oder das Apportieren an sich Spaß. Was auch immer dem Hund wichtig ist, er bekommt es dadurch, dass er mit seinem Menschen zusammen arbeitet.

 

Aber wie macht man dem Hund begreiflich, was man von ihm will? Es gibt verschiedene Ansätze, das Apportieren aufzubauen. Wichtig ist, sich im Vorfeld zu überlegen, was das Endziel sein soll. Was für ein Bild hat man im Kopf, wenn man an Apportierspiele mit seinem Hund denkt? Was soll der Hund später apportieren? Was kann die Motivation des Hundes zur Mitarbeit sein?

 

ein fröhliches Spiel

Wenn es nur darum geht, die sonst gespielten Wurf- und/oder Zerrspiele etwas abwechslungsreicher zu gestalten, ist das Spiel an sich schon Motivation und Belohnung genug. Der Hund muss nur noch lernen, dass er nur ans Ziel kommt, wenn er das Spiel nach den Regeln des Menschen spielt.

 

Wenn die Dummy-Arbeit aber letztlich konzentrierte Zusammenarbeit sein soll oder Such- und Denkspiele im Vordergrund stehen, kann das Dummy zwar gut über Beutespiele interessant gemacht werden, zu viel Action und Trieb stehen dem weiteren Aufbau aber dann oft eher im Weg. In dem Fall kann es auch bei einem Hund mit viel Spaß am Bällchen holen sinnvoll sein, das Apportieren in kleinen ruhigen Schritten, ohne viel Trieb, z.B. über Futterbelohnung neu aufzubauen.

 

Wenn der Hund weder durch die Beute selbst, noch durch das Suchen/Apportieren oder Futter zu motivieren ist, sind Such- und Apportierspiele aber vielleicht auch ganz allgemein nichts für diesen Hund. Auch das Futter beim Aufbau ist eigentlich nur gedacht, um dem Hund verständlich zu machen, was von ihm erwartet wird, um ein grundsätzliches Interesse zu wecken und die gewünschten Tätigkeiten des Hundes positiv zu verstärken. Letztlich sollte es so sein, dass der Hund Interesse an den Such- und Apportierspielen an sich hat, diese ihm Spaß machen und ihn auslasten.

 

Im Abschnitt über das Apportieren mit dem Futterbeutel, wird am ausführlichsten auf die verschiedenen Teilaspekte des Aufbaus eingegangen. Der Aufbau mit Hilfe des Clickers und auch der über Beutemotivation, können als Ergänzung gesehen werden. Der Unterschied besteht vor allem in der anfänglichen Motivation des Hundes.

 

Falls der Hund viel natürliche Apportierneigung mitbringt und man in erster Linie mit dem Dummy arbeiten möchte, kann der Aufbau noch etwas anders gestaltet werden:

 

 

der Aufbau über die Förderung natürlichen Verhaltens

 

dem Labrador liegt apportieren im Blut

Foto: estoril/ flickr dem Labrador liegt apportieren im Blut

Das Ziel ist hier, dass der Hund gerne das Dummy zu seinem Menschen bringt und konzentriert mitarbeitet. Der Aufbau hat damit nichts mit dem klassischen Bällchen holen oder wilden Spielen zu tun.

 

Wenn der Hund von Natur aus gerne Dinge durch die Gegend trägt, lässt sich dies im Training nutzen. Wann immer der Hund etwas trägt, wird er freudig gelobt. Dabei kann man neben ihm her gehen oder ihn zu sich rufen oder locken. Kommt der Hund, nimmt man ihm keinesfalls sofort den Gegenstand weg. Im Gegenteil, der Hund wird gelobt und bewundert. Nach einer Weile bietet man ihm zum Austausch ein tolles Futterstück an. Für den Hund muss es immer positiv sein, sich mit der „Beute“ dem Menschen zu nähern.

 

Falls der Hund zwar gerne apportiert, aber das Dummy nur mäßig interessant findet, gibt es verschiedene Möglichkeiten, den Hund für das Dummy zu begeistern. Zum einen kann man jedes andere Spielzeug wegpacken und alle Übungen und Spiele nur noch mit dem Dummy durchführen. Zum anderen kann man das Dummy interessanter machen, indem man sich viel selbst damit beschäftigt. Man holt das Dummy mehrmals am Tag hervor, spielt kurz damit, der Hund darf nur zuschauen, dann packt man es wieder weg. Wichtig: mit dem Dummy wird weder jemals mit dem Hund fangen gespielt, noch werden Zerrspiele veranstaltet. Der Hund darf nie das Gefühl haben, die Beute vor dem Menschen “in Sicherheit” bringen zu müssen. Sobald der Hund sehr großes Interesse am Dummy und am Bringen hat, können dann natürlich auch beliebige andere Spiele mit anderem Spielzeug mit ihm gespielt werden.

 

apportiert der Hund gerne, kann das vielfältig genutzt werden

Dummies liegen dabei nie zur freien Verfügung herum, sondern werden nur ab und an vom Menschen hervor geholt. Auch wird das Dummy zu Anfang auf keinen Fall geworfen. Der Bringtrieb zum Menschen hin soll gefördert werden, nicht der Hetztrieb weg vom Menschen. Das Dummy wird ruhig abgelegt, während der Hund wartet. Dann geht der Mensch zurück zum Hund und auf Kommando darf dieser das Dummy dann holen. Noch interessanter wird das Dummy dadurch, dass der Mensch es nach dem Auslegen ab und zu selber holt und wieder wegsteckt. Man kann das Dummy bei einem Spaziergang auch heimlich fallen lassen und plötzlich mit dem Hund entdecken. Der Hund darf es dann bringen.

 

Ist die allgemeine Freude des Hundes am Aufnehmen und Bringen des Dummies groß, können erste Würfe eingebaut werden. Auf keinen Fall darf der Hund dabei ohne Erlaubnis hinterher laufen. Wenn er nicht zuverlässig auf Sitz hört, wird er über eine Leine gesichert. Dabei sollte man zu Anfang nicht zu viel erwarten und keinesfalls über Strafe oder strenge Zurechtweisung arbeiten. Alle Übungen rund um das Dummy müssen bei dieser Aufbau-Variante absolut positiv für den Hund sein. Er sollte nichts toller finden, als das Dummy zu seinem Menschen zu bringen.

 

Das Dummy wird anfangs nur wenige Meter weit geworfen und nicht in unübersichtliches Gelände. Wenige Würfe über den Tag verteilt, halten die Motivation dabei sehr viel höher, als mehrere Übungen hintereinander. Bei dieser Aufbau-Variante kann man das Ausgeben in die Hand erst später üben. Es geht anfangs rein um die Bringfreude und die Orientierung in Richtung des Menschen. Erst wenn das nach vielen Wochen optimal ist und die Motivation des Hundes beim Anblick des Dummies sehr hoch ist, wird vermehrt an korrekter Ausführung gearbeitet (siehe hierzu auch den nächsten Absatz).

 

 

Aufbau mit dem Futterbeutel

 

Dies ist ein Aufbau “von hinten”. „Von hinten“ meint, dass man den Ablauf des Apportierens in Einzelschritte aufteilt und diese dem Hund mit dem letzten beginnend beibringt. Zum einen ist so ein sehr ruhiger, konzentrierter Aufbau möglich, zum anderen schafft man darüber eine Verhaltenskette, die es dem Hund ermöglicht, zu jedem Zeitpunkt genau zu wissen, was er tun soll. Wenn der Hund das erste Mal ein Dummy auf Distanz holt, hat er bereits verinnerlicht, dass dieses umgehend zu seinem Menschen gebracht und in dessen Hand landen soll.

 

Dieser Aufbau eignet sich vor allem für Hunde, die bei Beutespielen so sehr aufdrehen, dass an konzentrierte Arbeit überhaupt nicht mehr zu denken ist, daneben für jeden Hund, der über Futter zur Mitarbeit zu motivieren ist. Die Motivation für den Hund ist bei diesem Aufbau nicht das Spiel mit dem Dummy, sondern es geht um die Verknüpfung: Dummy in den Händen des Menschen = Futter.

 

auch der leere Futterbeutel wird begeistert apportiert

Wenn man keinen Futterbeutel verwenden möchte, kann die Belohnung natürlich dennoch in Form von Futter aus der Hand kommen und der Aufbau wie unten beschrieben stattfinden. Die Erfahrung zeigt jedoch, dass das Futter-Dummy bei Hunden ohne großartige Apportierneigung wesentlich dazu beiträgt, dass der Hund die Grundlagen des Apportierens schnell und freudig lernt. Immerhin ist es zwingend notwendig, dass der Hund den Beutel bringt, damit es eine Belohnung geben kann. Kommt das Futter letztlich aus der Tasche des Menschen, ist die Motivation, sich mit dem Dummy auseinander zu setzen, deutlich geringer. Später ist es dennoch meist kein Problem, einen solchen Hund auch andere Dinge als das Futterbeutel apportieren zu lassen.

 

Zu Anfang macht man den Futterbeutel interessant für den Hund. Man nimmt ihn als „Leckerlibeutel“ mit auf Spaziergänge und auch im Haus kommt die Belohnung aus dem Futter-Dummy. Der Hund bekommt den Beutel dabei noch nicht, darf sich aber Futterstücke aus dem Dummy nehmen, während sein Mensch diesen in der Hand hält. Nach einer Weile hält man dem Hund dann den geschlossenen Beutel hin. Hält der Hund ihn nur einen kurzen Moment fest, folgt sofort eine Belohnung aus dem Dummy. Nimmt er ihn nicht von selbst in den Fang, kann man den Hund entweder über ein Beutespiel dazu motivieren oder mit dem Clicker arbeiten (siehe unten).

 

wie kommt man ans Futter?

Man kann natürlich auch das umgekehrte Problem haben. Der Hund nimmt den Futterbeutel mit Freuden und verschwindet damit, um alleine an das Futter zu gelangen. Bei einem stabilen Dummy und einem nicht zu arg zerstörerisch veranlagten Hund ist das völlig in Ordnung. Soll er es probieren und feststellen, dass er alleine nicht ans Ziel kommt. Sinnvoll ist es, den Hund dabei an einer langen Leine zu haben und ihn nicht zu lange selbst probieren zu lassen. Man nähert sich dem Hund, während er herum probiert, verhindert dabei mittels der Leine, dass er flüchtet, und öffnet das Dummy dann vor den Augen des staunenden Hundes. Er soll merken, dass er mit der Hilfe des Menschen umgehend ans Futter kommt, nicht aber, wenn er es alleine versucht.

 

Man wiederholt die Übung zum Nehmen des Dummies aus der Hand und kurzem Halten, bis der Hund wirklich verstanden hat, worum es geht. Es ist sinnvoll, wenn der Hund von Anfang an lernt, dass es die Belohnung nur gibt, wenn das Dummy in der Hand des Menschen landet, nicht aber, wenn der Hund es auf den Boden fallen lässt. Bei sehr zögerlichen Hunden muss man die Anforderungen allerdings langsam steigern, damit der Hund nicht resigniert.

 

Von Anfang an begleitet man sein Tun mit Signalwörtern, eines für das Aufnehmen des Dummies in den Fang, eines für das in die Hand geben. Hat der Hund sicher verstanden, dass das Dummy in der Hand landen muss, kann man, falls man Wert darauf legt, das längere Halten üben. Hierbei wird die Zeit zwischen Aufnehmen und Abgeben des Dummies in sehr kleinen Schritten langsam verlängert. Der Hund sitzt dabei vor einem und nimmt das Dummy aus der Hand in den Fang, dann nimmt man die Hand für wenige Sekunden weg. Lässt der Hund das Dummy fallen, bevor man ihm das Kommando zum ausgeben gibt, muss man die Zeitspanne noch kürzer wählen. Langsam steigert man die Dauer des Haltens, wobei die einzige „Strafe“ für den Hund bei fallenlassen des Dummies ist, dass er keine Belohnung dafür bekommt.

Falls man nicht vorhat, das Apportieren in welcher Form auch immer in Prüfungen vorzuführen, ist dieser Schritt jedoch nicht nötig. Dann reicht es, wenn der Hund das Dummy sicher bringt und dem Menschen gibt.

 

Ebenso verhält es sich mit dem Vorsitz. Falls man möchte, dass der Hund bei der Abgabe des Dummies vorsitzt, ist nun der geeignete Zeitpunkt, dies zu üben. Grundvoraussetzung dabei ist jedoch, dass der Hund den Vorsitz bereits kennt. In dem Fall wird der Hund zum Aufbau erst ohne Dummy in den Vorsitz gerufen, dann bekommt er dort das Dummy aus der Hand. Im nächsten Schritt hält man dem Hund das Dummy hin, während er sich setzt, dann kurz bevor er sich setzt. Wenn die Schritte klein genug gewählt sind, wird das Vorsitzen beim Bringen des Dummies so mit genügend Wiederholungen zu einem Automatismus.

Auf dem gleichen Weg kann man dem Hund alternativ beibringen, mit dem Dummy die Grundstellung (Fuß-Position) einzunehmen.

 

Wenn der Hund das Dummy sicher aus der Hand nimmt und wieder in die Hand abgibt, legt man das Dummy vor seine Füße, zwischen den Hund und sich selbst. Das Kommando zum Aufnehmen des Dummies gibt man bei den ersten Versuchen genau zu dem Zeitpunkt, in dem das Dummy den Boden berührt. Der Hund soll ja immer auf das Kommando des Menschen warten, dass er das Dummy suchen und bringen darf und nicht von selbst losstürmen. Zu diesem Zeitpunkt geht es allerdings vor allem darum, die Motivation hochzuhalten. Zuviel Korrektur oder den Hund zu bremsen in seinen Aktionen, wäre da kontraproduktiv.

 

auf Kommando geht es los

Sobald der Hund zügig und freudig das Dummy vom Boden aufnimmt und seinem Menschen in die Hand gibt, arbeitet man am Warten. Bei Hunden mit gutem Grundgehorsam wird ein Sitz gefordert und das Dummy etwa 1 Meter vor den Hund, sich selbst vor die Füße gelegt. Nach wenigen Sekunden darf der Hund das Dummy aufnehmen und abgeben. Bei Hunden, die sich trotz Sitz-Kommando ohne zögern auf das Dummy stürzen, kann man über eine Leine absichern. Es kann sein, dass der Hund sich sicher ist, wenn das Dummy auf dem Boden liegt, ist das auch das Signal zum Aufnehmen. Man nimmt eine lange Leine, führt diese um einen Baum oder eine Stange und hält das Ende in der Hand. So kann der Hund sich bei straffer Leine dem Dummy nicht nähern. Alternativ bittet man eine zweite Person um Hilfe, die die Leine hält.

Die Leine ist rein zur Absicherung gedacht, damit der Hund erfährt, dass er auf das Kommando warten muss. Dies ist dagegen keine Methode, dem Hund ein Sitz-Bleib beizubringen. Mangelt es an Grundgehorsam oder Selbstbeherrschung, ist dies ein guter Zeitpunkt, verstärkt im Alltag daran zu arbeiten (siehe auch „Impulskontrolle“ ganz unten in diesem Artikel).

 

Klappt die Aufnahme des Dummies auf Kommando, ist die Hauptarbeit geschafft. Bis man in die verschieden Übungen rund um die Dummy-Arbeit einsteigen kann, fehlt nur noch die Aufnahme des Dummies auf Distanz. Diese stellt nun aber im Normalfall kein Problem mehr da. Der Hund sitzt ab, man selbst geht einige Schritte, legt (!) das Dummy auf den Boden und kehrt zurück zum Hund. Auf Kommando darf der Hund das Dummy dann holen.

 

Später kann das Dummy auch geworfen werden und es können auch Hetzspiele mit dem Dummy gemacht werden. Das Hetzen stellt aber nur einen sehr kleinen Teil der Möglichkeiten dar, mit dem Futter-Dummy zu arbeiten. So soll der Hund zu Anfang vor allem konzentrierte Mitarbeit lernen und das fällt ihm mit einem ruhigen Aufbau sehr viel leichter.

 

 

Aufbau über den Clicker

 

Falls man noch keine Erfahrungen mit dem Clickern hat, sollte man sich zuerst in das Kapitel zum Thema Clicker-Training einlesen.

 

Clicker und Belohnung

Ähnlich wie bei dem beschriebenen Aufbau mit dem Futter-Dummy, ist hier das Ziel, dass der Hund konzentriert und ruhig mitarbeitet. Das Dummy stellt erst mal keine Beute dar, sondern einen neutralen Gegenstand. Mit Hilfe des Clickers wird dem Hund vermittelt, das Dummy aufzunehmen, kurz zu halten und dann seinem Menschen zu übergeben.

 

Man beginnt mit einem ausgeruhten, nicht überdrehten Hund in ablenkungsarmer Umgebung, z.B. im Wohnzimmer. Das Dummy wird vor sich auf den Boden gelegt oder in der Hand gehalten und der Hund dazu geholt. Click und Bestätigung (C + B) erfolgen für den Blick in Richtung Dummy, das Nähern, dann das Berühren. Je nach Motivation des Hundes, sollte spätestens jetzt eine Pause gemacht werden.
Im Nächsten Schritt ist dann das End-Ziel, dass der Hund das Dummy kurz in die Schnauze nimmt. Wenn das erreicht ist und der Hund das Dummy sicher aufnimmt und kurz hält, folgt der Click nur noch, wenn das Dummy anschließend in der Hand des Menschen landet. Zu Anfang wird dies darüber unterstützt, dass man die Hand bereits in eine passende Position hält.

 

Das längere Halten, falls gewünscht, kann man dadurch üben, dass man den Click in winzigen Schritten hinaus zögert. In dem Fall muss das Halten immer wieder separat geübt und bestätigt werden, nicht alleine die korrekte Abgabe.

Klappt das, wird die Distanz eingebaut (siehe auch die Ausführungen zum Aufbau mit dem Futterbeutel).

 

 

Aufbau über Beutespiel

 

 

Der Aufbau des Apportierens über ein Beutespiel ist nicht so einfach, wie manch einer denken mag. Natürlicherweise gibt es für den Hund zwei Möglichkeiten, auf eine geworfene Spielbeute zu reagieren. Entweder, er bringt die Beute in Sicherheit oder er nähert sich mit Spielaufforderungen seinem Menschen. Die Spielaufforderung ist häufig eine Aufforderung zum fangen spielen oder zu einem Zerrspiel. Nur wenn es dem Hund rein um das Hetzen geht, wird er die Beute, in der Hoffnung auf einen neuen Wurf, bei seinem Menschen abgeben. Einfach mal werfen und hoffen, dass der Hund die gleichen Vorstellungen vom Ablauf des Spiels hat, wie man selbst, funktioniert jedenfalls häufig nicht.

 

Beutespiele können natürlich eine sehr große Motivation sein und genutzt werden, um ein grundsätzliches Interesse am Dummy zu wecken.

 

Falls der Hund bereits sehr großes Interesse an der Beute hat, steht nun vor allem Grundgehorsam im Vordergrund und die Erkenntnis beim Hund, dass ihn nur Zusammenarbeit mit seinem Menschen zu seiner Beute kommen lässt. Vor allem Impulskontrolle (siehe unten) spielt dabei eine sehr wichtige Rolle.

 

Dummy an der “Reizangel”

Beim Beutespiel steht am Anfang, dass der Hund das Dummy als Beute wahrnimmt. Eine Möglichkeit ist, dass der Mensch sich mit dem Dummy beschäftigt, während der Hund nur zusehen darf. Der Mensch wirft das Dummy hoch, fängt es wieder, läuft damit herum, macht es interessant…

Bei Hunden mit starkem Hetztrieb, kann das Dummy auch an einer langen Leine befestigt und daran herum geschleudert werden. Wenn der Hund dann richtig heiß auf das Dummy ist, wird er dazu gelassen. Wichtig ist, dass man kein Zerrspiel mit dem Hund beginnt und ihm auch nicht hinterher läuft, wenn er das Dummy hat. Der Hund soll sich beim Anblick des Dummies zu seinem Menschen orientieren und nicht weg von ihm. Es kann hilfreich sein, den Hund dabei anzuleinen, falls er sonst mit der Beute das Weite sucht. Der Hund bekommt das Dummy aus der Hand des Menschen, der Mensch lobt den Hund dafür und dreht eventuell gemeinsam mit dem Hund eine Ehrenrunde. Am Ende bekommt der Hund im Austausch eine Ersatzbeute oder Futter. Der Hund sollte das Dummy freiwillig und gerne hergeben. Mit diesem Aufbau wird angestrebt, dass der Hund gerne mit der Beute in der Nähe seines Menschen bleibt, dass kein fangen spielen daraus wird und auch kein „Kampf“ um die Beute stattfindet.

Dieser Aufbau steht und fällt mit dem Timing und der Fähigkeit des Hundeführers, seinen Hund „lesen“ zu können, um ihn punktgenau bestätigen, motivieren, aber auch wieder herunter fahren zu können.

 

Man kann das Beutespiel auch sehr gut mit dem Futter-Dummy kombinieren, indem der Hund am Ende aus dem Dummy selbst belohnt wird. So stellt das Beutespiel nur die Grundmotivation dar, sich mit dem Dummy zu beschäftigen. Der weitere Aufbau kann dann wie oben beim „Aufbau mit dem Futterbeutel“ beschrieben stattfinden.

 

 

Impulskontrolle

 

Selbstbeherrschung beim Anblick eines Reizes

Unter Impulskontrolle versteht man, dass der Hund lernt, sich zurück zu nehmen, obwohl ein starker Reiz ihn zu einer Aktion verleitet. Impulskontrolle ist Selbstbeherrschung und auch mit Frust und Stress umgehen zu lernen, wenn momentane Bedürfnisse nicht sofort erfüllt werden können. Beim Dummy-Training spricht man dabei auch von „Steadyness“. Der Hund soll konzentriert und ruhig neben seinem Menschen warten, während das Dummy geworfen wird. Erst auf Kommando darf er es holen. Eine Grundvoraussetzung ist, dass der Hund Sitz-Bleib in anderen Situationen bereits beherrscht.

 

Die Impulskontrolle ist aber nicht nur im Dummy-Training wichtig, sondern vor allem auch im normalen Alltag. Zur Impulskontrolle gehört z.B., nicht sofort loszustürmen, wenn ein anderer Hund auftaucht, nicht in die Leine zu gehen, obwohl ein anderer Hund zu pöbeln anfängt, nicht dem Reh hinterher zu hetzen oder nicht vor lauter Wiedersehensfreude an seinem Menschen hochzuspringen. Die Impulskontrolle ermöglicht es dem Hund, erst einen Moment in sich zu gehen und überlegt zu handeln, statt kopflos auf den Reiz zu reagieren.

 

 

Hier ein paar Übungsvorschläge:

 

das Futterstück wird erst nach Erlaubnis genommen

Hundebegegnungen: der Hund darf nicht nach Lust und Laune auf jeden fremden Hund zustürmen, sondern muss vorher seinen Besitzer „fragen“, also auf eine Freigabe warten. Die Belohnung für das Warten ist, dass er in vielen Fällen dann auch Kontakt haben darf. Eine Schleppleine als Absicherung, damit der Hund sich fürs losstürmen nicht einfach selbst belohnt, ist zu Beginn sehr hilfreich.

 

Leine ab: nach dem Ableinen darf der Hund nicht sofort losstürmen, sondern muss sich erst noch einen Moment auf seinen Besitzer konzentrieren, z.B. ein Schau-Kommando ausführen.

 

erfordert viel Konzentration und Selbstbeherrschung: Man lässt den Hund sitzen und legt das Lieblings-Spielzeug oder Futter 10 Meter weiter auf den Boden. Zur Not wird der Hund dabei festgebunden. Nun läuft man mit dem angeleinten Hund auf das Objekt der Begierde zu. Wann immer die Leine dabei straff wird, dreht man kommentarlos um und geht zurück zum Ausgangspunkt. Nur wenn das Ziel mit lockerer Leine erreicht wird, darf der Hund es zur Belohnung haben.

 

Fütterung: der Hund muss ruhig sitzen bleiben, während man sein Futter zubereitet und auf den Boden stellt. Erst auf Erlaubnis darf er zum Napf

 

Futtersuchspiel: Man gibt ein Kommando, Sitz, Platz, Steh oder Warte, und sobald der Hund dieses ausgeführt hat, fliegt Futter. Der Hund muss bis zum Auflösungskommando sitzen/liegen/stehen bleiben, erst dann darf er auf Kommando suchen.

 

dem Drang zu jagen widerstehen

Ball-Spiel: Man wirft den Ball, der Hund muss aber ruhig liegen bleiben, bis er das Kommando zum loslaufen bekommt. Oder er muss erst noch ein anderes Kommando ausführen, bevor er los darf. Eine andere Variante: der Hund wird beim Hetzen des Balles wieder abgerufen oder muss Platz machen, während er auf dem Weg zum Ball ist.

 

mit dem Dummy: man wirft das Dummy oder legt es aus und kehrt zurück zum wartenden Hund. Dann holt man das Dummy selbst, während der Hund weiter warten muss. Oder man spielt mit dem Dummy, wirft es hoch und fängt es wieder, der Hund bleibt sitzen.

 

Reizangel-Training: man nimmt einen langen Stab, befestigt daran ein Seil und an dessen Ende das Lieblings-Spielzeug des Hundes. Nun bewegt man das Spielzeug schnell um den Hund herum, während dieser liegen bleiben muss. Erst auf Kommando darf er sich drauf stürzen. Eine andere Variante: man lässt den Hund hetzen, er muss sich beim Hetzen aber ins Platz rufen lassen.

 

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Apportierspiele – Spaß und Auslastung für fast jeden Hund

8. Oktober 2012 in Apportierspiele

 

Viele Hunde tragen gerne Spielzeug oder Stöcke herum, setzen beim stöbern ihre Nase ein, lieben es, sich Futter zu erarbeiten oder finden Bällchen holen ganz toll. Apportierspiele können all diese Beschäftigungsvorlieben des Hundes erfüllen, je nachdem, worauf man bei den Übungen den Schwerpunkt legt. Denkspiele, Suchspiele oder Jagdspiele sind möglich. So können Spaziergänge interessanter gestaltet werden, der Hund ist besser ausgelastet und entwickelt Freude an der Zusammenarbeit mit seinem Menschen.

 

Apportierspiele begeistern viele RassenWeniger Apportierbegeisterte Hunde können oft mit Hilfe eines Futterdummies von den Vorzügen überzeugt werden. Trainiert werden die Nasenleistung des Hundes, die Merkfähigkeit, die Fähigkeit, Gelände einzuschätzen, Ausdauer und Konzentration sowie Gehorsam. Der Hund lernt Impulskontrolle und den Anleitungen seines Menschen zu vertrauen.

 

Die Gründe, dem Hund Apportierspiele zu bieten, sind sicher unterschiedlich. Manch einer möchte das tägliche Ball-Spiel etwas abwechslungsreicher gestalten oder sucht allgemein nach Beschäftigungsmöglichkeiten auf dem Spaziergang.

 

Gerade für jagdbegeisterte Hunde kann sich das Dummy-Training aber auch deshalb lohnen, weil im Vordergrund die gemeinsame Jagd steht. Der Mensch leitet an, der Hund kann möglichst vielfältig seinen natürlichen Jagdtrieb ausleben. Man muss dabei keine Angst haben, den Jagdtrieb des Hundes zu fördern. Dieser ist ohnehin vorhanden, kann so aber über das richtige Training deutlich kontrollierbarer werden. Der Hund lernt, erst auf Kommando loszulaufen, sich bei Bedarf auch stoppen zu lassen und auf Distanz dirigierbar zu werden. Kommunikation und Aufmerksamkeit werden gefördert. Der Hund bekommt vom Menschen eine Vorgabe, wo es sich zu suchen lohnt und auch Hilfestellung, wenn er mal nicht mehr weiter weiß. Der Mensch gibt den umsichtigen Jagd-Chef.

 

gefunden

Bei der Arbeit mit dem Futterbeutel kommt hinzu, dass der Hund nur ans Fressen kommt, wenn er die Beute zuvor bei seinem Menschen abliefert.

 

Es lassen sich auch wunderbar Grundkommandos einbauen, die sich im Rahmen des Apportierspiels deutlich positiver festigen lassen, als durch langweilige Unterordnungsübungen. Zudem ist die Arbeit für den Hund sehr auslastend, so dass auch kürzere Runden mit einem müden, zufriedenen Hund beendet werden können. Und nicht zuletzt macht es einfach Spaß, sich immer wieder neue Aufgaben auszudenken und dann zu sehen, mit wie viel Begeisterung der Hund sie in Angriff nimmt.

 

Falls der Hund noch nicht apportieren kann, wird hier der Aufbau des Apportierens beschrieben. Hier geht es direkt zu den Spiel- und Übungsvorschlägen.

 

 

Die Dummy-Arbeit kommt ursprünglich aus dem Jagdbereich. Bestimmte Rassen, vor allem die Retriever (vom englischen: to retrieve = zurück bringen), werden eingesetzt, um nach dem Schuss erlegte Vögel zu apportieren. Sie müssen dafür lernen, ruhig auf ihren Einsatz zu warten und die Umgebung dabei genau zu beobachten, um die Fallstellen der Vögel einschätzen zu können. Sie müssen sich mehrere Fallstellen merken können, auch über einen längeren Zeitraum. Für den Fall, dass der Hund den Abschuss nicht mitbekommt, muss er lernen, gezielt in bestimmte Suchgebiete eingewiesen zu werden. Genauso wichtig ist das Erlernen der Arbeit in unwegsamem Gelände und im Wasser sowie das Finden von Vögeln, die z.B. im Gebüsch gelandet sind.

 

Die Ausbildung ist sehr anspruchsvoll und dauert viele Monate. In der Regel werden zur Ausbildung anfangs so genannte Dummies benutzt, erst später echtes Wild. Speziell für Retriever werden aber auch so genannte Working Tests durchgeführt, auf denen Hundehalter ohne Jagdambitionen ihren Hund im Rahmen seiner ursprünglichen Arbeit präsentieren können.

 

Wer sich für ernsthafte Dummy-Arbeit interessiert, sollte die Grundlagen bei einem entsprechenden Ausbilder erlernen, sich einer örtlichen Dummy-Gruppe anschließen oder zumindest einführende Seminare besuchen. Es schleichen sich sonst sehr schnell Fehler ein, die später eine Teilnahme an Prüfungen und Wettbewerben verhindern. Hier wird daher nicht das korrekte Dummy-Training beschrieben, sondern die vielfältigen Möglichkeiten, die sich „privat“ bei Spaziergängen rund um das Apportieren umsetzen lassen.

 

Wald- und Wiesen-Agility

8. Oktober 2012 in interessante Spaziergänge

 

unterschiedliche Nutzungsmöglichkeiten

Wald- und Wiesen-Agility kann man wunderbar immer mal wieder in kurzen Sequenzen auf dem Spaziergang einbauen. Vieles, sowohl auf dem Land als auch in der Stadt, eignet sich zum balancieren, umrunden, drauf springen, durch kriechen oder Slalom laufen. Für viele Hunde sind das zu Anfang echte Mutproben. Aber in kleinen Schritten und mit dem Rückhalt des Menschen, werden diese gerne gemeistert. Das Körpergefühl wird verbessert und auch die Kommunikation zwischen Mensch und Hund profitiert davon. Einige Hunde beginnen mit der Zeit selber, nach Möglichkeiten für kleine Übungen Ausschau zu halten und bieten an. Das bringt den Focus des Hundes immer wieder zurück zu seinem Menschen.

 

Umgestürzte Bäume bieten vielfältige Beschäftigungsmöglichkeiten. Der Hund kann über den Stamm balancieren, darüber springen oder drunter her kriechen. Das Erklimmen der Wurzel ist eine besondere Herausforderung. Auf dem Stamm kann auch Sitz oder Platz gefordert werden. Vor allem das Platz ist dabei zu Anfang oft eine recht wackelige Angelegenheit. Mit der Zeit lernt der Hund, sich besser auszubalancieren.

 

drunter her

Eine weitere Herausforderung ist es, dem Hund den Unterschied zwischen „Hopp“ (drüber springen), „Durch“ (drunter her) und „Hoch“ (drauf springen oder Vorderpfoten drauf legen) beizubringen. Schmale Stämme auf der richtigen Höhe bieten Möglichkeiten für alle drei Tätigkeiten. Zu Anfang wird man locken und führen müssen. Irgendwann ist es möglich, dem Hund nur noch über die Stimme oder kleine Gesten die gewünschte Tätigkeit mitzuteilen. Auch die Distanz zum Stamm kann mit der Zeit immer mehr vergrößert werden.

 

Zum drauf springen, Sitz machen oder balancieren, eignen sich auch viele andere Dinge, wie z.B. Röhren, die auch als Tunnel dienen können.

 

Das Begehen von Gitterrosten ist für einige Hunde eine echte Mutprobe. Sprünge sind auch über Bäche und Bänke oder von Stein zu Stein möglich.

 

Wenn der Hund lernen soll, etwas auf Kommando zu umrunden, braucht es kleine Schritte. Zu Anfang wählt man ein schmales Objekt, um das man den Hund z.B. mit Futter herum locken kann, ohne sich selbst von der Stelle zu bewegen. Langsam kann der Abstand vergrößert werden. Sehr breite Gegenstände sorgen dafür, dass der Hund kurz den Blickkontakt verliert, was für viele Hunde wieder ein größerer Trainingsschritt ist. Auch Slalom laufen um eng stehende Bäume ist möglich.

 

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Nasenarbeit und Suchspiele

8. Oktober 2012 in interessante Spaziergänge

 

Hunde haben phantastische Nasen, deutlich bessere, als der Mensch. Sie besitzen in einem weit verzweigten Riech-Labyrinth insgesamt über 100cm³ Riechschleimhaut. Der Mensch im Vergleich hat gerade mal 5cm³.

 

Auch der Bereich zur Verarbeitung der Gerüche im Gehirn, ist beim Hund deutlich größer, als beim Menschen. Hunde sind sogar in der Lage, stereo zu riechen. Sie selektieren, mit welchem Nasenloch ein Geruch mit welcher Intensität wahrgenommen wird und können Gerüche so deutlich leichter orten, als der Mensch. So kann der Hund bei einer Spur sogar riechen, in welche Richtung der Mensch oder das Wild unterwegs war.

Wir Menschen riechen hauptsächlich ein Geruchsgemisch, aus dem wir sehr starke Gerüche herausfiltern können. Ein Hund nimmt dagegen viele Gerüche getrennt war, erstellt eine Art „Geruchskarte“ von dem ihn umgebenden Raum und kann sich ganz gezielt auf einen der Gerüche konzentrieren. Die Differenzierungsfähigkeit zwischen Gerüchen ist beim Hund etwa 1000-mal so hoch, wie beim Menschen. Die Intensität, mit der ein Hund einen Geruch wahrnimmt, übersteigt die des Menschen, je nach Duftstoff, gar um einen Faktor von 10 Millionen!

 

Wenn größeres Interesse an der Nasenarbeit mit dem Hund besteht, empfehlen sich Einführungsseminare zu Themen wie Mantrailing, Fährte oder Zielobjektsuche. Es kann beim Aufbau sehr viel falsch gemacht werden. So ist es besser, eine praktische Einführung von einem guten Trainer zu bekommen.

 

 

Hier ein paar Vorschläge, die sich leicht auf einem Spaziergang umsetzen lassen:

 

 

Futter-Jagd:

 

auf der Suche

Eine ganz einfache Übung, an der viele Hunde Spaß haben, ist das Suchen von geworfenen Futterbrocken. Man gibt ein beliebiges Aufmerksamkeitssignal (z.B. ein Schnalzen oder „Schau“) und sobald der Hund guckt, fliegt Futter. Ein positiver Nebeneffekt ist, dass das Aufmerksamkeitssignal darüber einen hohen Stellenwert bekommt, was sich auch in vielen Alltagssituationen nutzen lässt.

Das Futter kann z.B. über den Boden gerollt werden und der Hund hetzt nach. Oder es wird ins hohe Gras geworfen und der Hund erschnüffelt es sich.

Für den Anfang ist, je nach Hund, eine ablenkungsarme Umgebung und ein ansprechbarer, entspannter Hund sehr von Vorteil. Um zu vermeiden, dass der Hund daraufhin draußen permanent auf Futtersuche ist und auch unerlaubtes frisst, sollte man für diese Spiele immer nur ein bestimmtes (Trocken-) Futter nehmen und dem Hund ein Startsignal zum suchen geben.

 

irgendwo hier muss es sein…

Futter kann daneben auch gezielt versteckt werden. Eine Hand voll Futter in einem Laubhaufen, garantiert eine ganze Weile Suchspaß. Verteilt man es in geschichtetem Holz, muss der Hund zudem auch körperlich arbeiten, woran mancher Hund noch mehr Spaß hat, als am suchen alleine.

 

Futterbrocken können ebenfalls gut in den Ritzen einer Mauer oder in der Rinde eines Baumes versteckt werden. Der Hund erschnüffelt es und darf es zur Belohnung fressen.

 

 

 

der Detektiv

 

Praktisch ist es, einen Hund zu haben, der Verlorenes wieder findet. Zu Anfang nimmt man hierfür einen Gegenstand, der für den Hund einen hohen Stellenwert hat, z.B. das Lieblingsspielzeug. Während des Spaziergangs lässt man das Spielzeug unbemerkt fallen, zu Anfang gut sichtbar auf dem Weg oder auf einer niedrigen Wiese. Dann ruft man aufgeregt den Hund zu sich und sagt z.B. „Wo ist der Ball?“ Wenn man dem Hund später mitteilen möchte, einen bestimmten Gegenstand zu suchen, ist es hilfreich, von Anfang an das Wort dafür in der Suchaufforderung zu betonen. Dabei zeigt man in die Richtung des Spielzeugs. Versteht der Hund es nicht, nähert man sich mit viel Spannung gemeinsam. Sobald der Hund das Objekt entdeckt hat, folgt ein tolles Spiel oder Futterbelohnung.

 

gefunden

Hat der Hund das Prinzip verstanden, wird das Spielzeug immer versteckter ausgelegt. Alternativ kann man auch beginnen, andere Gegenstände an Stelle von Spielzeug zu verlieren. Beispielsweise einen Handschuh, den Autoschlüssel oder die Leine.

 

Eine besondere Herausforderung ist es, wenn der Gegenstand dann plötzlich nicht mehr auf dem Boden liegt, sondern etwas erhöht, z.B. in einem Gebüsch oder einer niedrigen Astgabel. Viele Hunde brauchen etwas, um zu begreifen, dass sie nun 3-D suchen müssen. Man kann den Gegenstand auch unter Laub verstecken, im Schnee, in hohem Gras oder bei kleineren Dingen unter der Rinde eines gefällten Baumes. Ob man den Hund anzeigen lässt (z.B. durch Vorsitz oder bellen) oder ob er generell apportieren soll, hängt zum einen von den persönlichen Vorlieben ab, zum anderen sollte man aber auch schauen, was der Hund anbietet. Es soll ihm ja Spaß machen, ihn auslasten und nicht gezwungen für ihn sein.

 

 

Suche nach Gerüchen und Geruchsunterscheidung

 

Der Hund soll hier lernen, nicht einen bestimmten Gegenstand, sondern einen bestimmten Geruch zu finden. Was man letztlich zum Suchen nimmt, ist jedem selbst überlassen. Teebeutel sind sehr gut geeignet, weil es sie in den verschiedensten Geruchsrichtungen gibt, sie einen starken Eigengeruch haben und recht praktisch in der Anwendung sind. Teebeutel können dabei auch in kleine Plastiksäckchen verpackt werden, damit sie länger trocken bleiben.

 

Der erste Schritt ist wieder, das Interesse des Hundes zu wecken. Man hält den Beutel in der Hand und untersucht ihn angeregt. Dann hält man ihn dem Hund entgegen. Streckt er die Schnauze hin und riecht, folgt eine super Belohnung. Als nächstes wird der Hund aufgefordert sitzen zu bleiben und man legt den Beutel mit Theatralik etwas entfernt auf den Boden. Man geht mit gespannter Körperhaltung zurück zum Hund, dann schickt man ihn zum Beutel. Läuft er hin und schnuppert, folgt wieder eine riesen Belohnung. Im nächsten Schritt wird der Teebeutel schon etwas weiter oder ein wenig versteckter ausgelegt, aber der Hund darf immer noch zusehen. Zurück zum Hund und Kommando zum suchen. Alternativ lässt sich dies auch über den Clicker aufbauen.

 

Hat der Hund das Prinzip verstanden und Freude daran, kann man das Anzeigen üben: z.B. den Hund Platz oder Sitz machen lassen, sobald er den Gegenstand erreicht hat. Man kann sich hierzu einige Male gemeinsam mit dem Hund dem Beutel nähern, und jeweils nach dem schnüffeln daran das Kommando Sitz oder Platz geben. Darauf folgt dann das große Lob. Nach einigen Wiederholungen wartet man ab, ob der Hund das Sitz oder Platz von selbst anbietet. Vor allem Hunde, die es gewohnt sind, bei Übungen mitzudenken, tun dies meist recht schnell. Klappt das gut, kann man dazu übergehen, den Teebeutel zu verstecken oder auf Spaziergängen heimlich fallen zu lassen. Auf Kommando darf der Hund dann suchen und Anzeigen.

 

Suche unter erschwerten Bedingungen

Eine andere Spielvariante besteht darin, den Teebeutel unter einem von mehreren umgestülpten Blumentöpfen zu verstecken. Der Hund schnuppert diese ab und zeigt den richtigen an. Hier kann man auch erste Alternativ-Gerüche einsetzen, die der Hund spannend findet, aber ignorieren lernen muss.

 

Teebeutel haben den Vorteil, dass es sie in vielen verschiedenen Duftnoten gibt. So kann man als Variante das Suchen eines bestimmten Teebeutels einführen. Hierzu fängt man wieder auf Sicht an. Man legt den Teebeutel aus, wie der Hund es bereits kennt, und geht zurück zum Hund. Dann hält man dem Hund einen Teebeutel gleicher Sorte vor die Nase und gibt fast zeitgleich das Such-Kommando. Im Folgenden nimmt man pro Spaziergang immer nur eine Sorte Teebeutel mit, aber von Spaziergang zu Spaziergang verschiedene. Immer vor dem Suchen lässt man den Hund an einem Teebeutel selber Sorte schnüffeln, so dass er lernt, sich an dem vorgegeben Geruch zu orientieren. Der Hund muss begreifen können, dass es nicht um das Finden eines beliebigen Teebeutels geht, sondern um den speziellen Geruch eines bestimmten. Nach einer Weile kann man probieren, ob der Hund trotz der Ablenkung durch einen anderen Teebeutel, den gewünschten anzeigt. Später kann man auch weitere Ablenkungen einbauen, z.B. Futter oder Spielzeug, das er ignorieren lernen muss. Die Party steigt erst, wenn er sein Zielobjekt gefunden hat.

 

Geld-Anzeige

Eine schöne Vorstellung ist es, durch den Hund reich zu werden. So kann man dem Hund beibringen, auf dem Spaziergang Kleingeld anzuzeigen. Der Aufbau ist wie bei den Teebeuteln. Ein Problem ist, dass zum Aufbau der Übung Kleingeld ausgelegt werden muss. Es riecht also nach dem Besitzer. So kann es sein, dass der Hund verknüpft, Dinge anzuzeigen, die der Besitzer „verloren“ haben könnte. Daher empfiehlt es sich, schon früh im Trainingsaufbau das Geld von möglichst vielen unterschiedlichen Menschen auslegen zu lassen. Die Freude ist sicher groß, wenn der Hund das erste mal tatsächlich zufällig gefundenes Geld anzeigt, reich wird man so aber vermutlich dennoch nicht ;)

 

 

was riecht nach meinem Menschen?

 

Man kann den Hund auch gezielt etwas anzeigen lassen, was nach seinem Menschen riecht. Hierfür braucht man mehrere gleiche Gegenstände, von denen alle bis auf eins neutral riechen. Gut geeignet zu diesem Zweck sind auf Spaziergängen Tannenzapfen.

 

welcher Zapfen ist der richtige?

Als Vorübung nimmt man einen Tannenzapfen in die Hand und macht diesen interessant für den Hund (möglichst nicht durch wildes Spiel, sondern durch „Oh, was ist das denn??“ mit entsprechender Körperspannung). Dann lässt man den Hund sitzen und legt den Zapfen ein kurzes Stück vor dem Hund auf den Boden. Geht er hin, folgt Lob. Im nächsten Schritt nimmt man einen Tannenzapfen kurz in die Hand und legt ihn dann neben andere Zapfen, die man nicht berührt hat. Beim ersten Mal darf der Hund dabei zusehen. Dann fordert man den Hund auf, zu suchen. Mit einiger Wahrscheinlichkeit entscheidet er sich für den, der für ihn aus der Menge heraus sticht, nämlich durch den Geruch.

 

Um es einfacher zu machen, nimmt man zu Anfang nur wenige Zapfen. Das Problem für den Hund ist nicht, den Geruch zu erkennen, das ist ausgesprochen einfach für ihn, sondern das Prinzip des Spiels zu verstehen. Hat er das verstanden, reicht eine kurze Berührung eines Zapfens, inmitten vieler anderer Zapfen, um den Hund den richtigen Finden zu lassen. Der Zapfen kann dann auch geworfen werden. Bringt der Hund immer den Richtigen wieder?

 

 

Menschensuche

 

Hat man vor, die Suche nach Menschen ernsthaft zu betreiben, kommt man um eine praktische Anleitung bei einem „Profi“ kaum herum. Privat kann probiert werden, ob der Hund Spaß am Finden seines Besitzers hat.

Hierzu muss man mindestens zu zweit spazieren gehen. Einer bleibt beim Hund und hält ihn fest. Der zweite Mensch entfernt sich mit viel Theatralik, schwenkt dabei vielleicht noch Futter oder das Lieblingsspielzeug des Hundes. Bestenfalls kann der Hund es kaum erwarten, endlich hinterher stürmen zu dürfen. Der Mensch versteckt sich beim ersten Versuch noch nicht wirklich. Nur wenige Meter den Weg runter und dann z.B. hinter einem Holzstapel am Wegesrand ducken, das reicht völlig. Dann bekommt der Hund das Kommando zur Suche.

 

Die natürliche Suchweise eines Hundes variiert, meist hat der Hund dabei aber nicht permanent die Nase auf dem Boden. Das typische Pendeln mit dem Kopf dicht über dem Boden, wie man es vom klassischen Fährten-Training kennt, ist letztlich antrainiert. Dazu kommt, dass der Hund sich beim klassischen Fährten-Training auch an der Bodenverletzung (z.B. der Geruch umgeknickter Grashalme) orientiert und nicht nur am Menschengeruch.

Die Geruchspartikel, die ein Mensch abgibt, befinden sich in einem mehr oder weniger breiten Korridor um die Fußspur herum und auch in der Luft. So muss man sich keine Sorgen machen, wenn der Hund hoch erhobenen Hauptes losstürmt, auch wenn es zu Anfang etwas ziellos wirken mag.

 

Bei den allerersten Versuchen darf das Tempo auch etwas schneller sein, zeigt es doch die große Motivation des Hundes an. Spätestens, wenn die Suchwege länger werden, sollte aber, im Sinne des Hundeführers, auf ein normales Gehtempo umgestellt werden. Am Anfang geht es vor allem darum, die Motivation und Freude zu wecken. Ist das passiert, kann sich der Mensch immer aufwändiger verstecken. Auch ist es mit der Zeit nicht mehr nötig, dass der Hund zusieht, wie der Mensch sich entfernt.

 

Der Hund wird beim Suchen an einer langen Leine geführt. Optimal ist eine etwa 5 Meter lange Schleppleine ohne Handschlaufe. Falls der Hund sich mal losreißt, kann er mit einer Schlaufe irgendwo mitten im Gelände hängen bleiben, was weder für den Hund noch für den Halter eine erfreuliche Angelegenheit wäre. Die Schleppleine wird grundsätzlich an einem Geschirr befestigt, nie am Halsband.

 

Der Mensch, der den Hund führt, bleibt immer hinter dem Hund und gibt möglichst keinerlei Hilfen. Das fällt vielen Menschen schwer, vor allem wenn sie wissen, wo die Suchperson versteckt ist und der Hund etwas länger braucht, um die richtige Richtung zu finden. Der Hund muss lernen, seiner Nase zu vertrauen und sich nicht bei jeder kleinen Schwierigkeit dem Menschen zuzuwenden. Es ist dennoch hilfreich, wenn der Hundeführer weiß, wo sich der zweite Mensch versteckt hat. So kann man durch stehen bleiben ohne zusätzliche Hilfen einwirken, wenn der Hund sich völlig in die falsche Richtung orientiert. Auf keinen Fall darf man dem Hund die richtige Richtung zeigen.

 

Der Hund wird ab und zu stehen bleiben oder verschiedene Richtungen ausprobieren, um die Spur zu lokalisieren. Das ist völlig in Ordnung und der Hundeführer sollte ihn dabei auch nicht stören. Die Geruchspartikel werden durch den Wind über eine weitere Fläche verteilt, so ist die Spur an einigen Stellen nicht auf Anhieb eindeutig für den Hund.

 

Je mehr Zeit zwischen dem Gehen der Spur und der Suche liegt, umso mehr setzen sich die Geruchspartikel am Boden ab. Auf der anderen Seite werden aber auch viele Partikel verweht und durch Bodenbakterien zersetzt. Für den Anfang ist es sinnvoll, den Zeitrahmen zwischen Verstecken und Suchen wenige Stunden nicht überschreiten zu lassen. Da der versteckte Mensch am anderen Ende der Spur warten muss, ist eine längere Zeitspanne im privaten Bereich auch kaum realisierbar.

 

Wenn der Hund immer denselben Menschen suchen soll, weiß er auf das Kommando hin, was zu tun ist. Sind es unterschiedliche Menschen, lässt man den Hund immer kurz vor dem Such-Kommando an etwas riechen, was den Geruch des zu Suchenden trägt. Tatsächlich riechen für einen Hund keine zwei Menschen auf der Welt gleich.

 

Eine wichtige Rolle beim Suchen spielen unter anderem die Temperatur, der Untergrund, die Windverhältnisse und die Ablenkung durch andere Gerüche. Wer tiefer in dieses Thema einsteigen will, findet mittlerweile Deutschlandweit Trainingsgruppen. Die obige Beschreibung eignet sich nicht für erste Testläufe, wenn man ernsthaft in Erwägung zieht, Mantrailing (die Suche im Rahmen eines Rettungsdienstes oder als Sport nach überwiegend fremden Menschen) zu betreiben. Unter anderem muss dabei der Geruchsartikel, an dem der Hund sich orientieren soll, beim Aufbau viel mehr im Vordergrund stehen, zum anderen werden von Anfang an fremde Menschen gesucht, jedenfalls nicht der Besitzer des Hundes. Die obige Beschreibung eignet sich dagegen, wenn man dem Hund als Paar auf gemeinsamen Spaziergängen Auslastung bieten möchte.

 

Eine ausführlichere Beschreibung des Mantrailing findet man unter anderem hier: www.mantrailing-mania.de/scentarticle.htm

 

 

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Ideen und Abwechslung für den Hundespaziergang

1. Oktober 2012 in Freizeitspaß, interessante Spaziergänge

 

Für viele Hunde ist der Spaziergang das Highlight des Tages. Der Hund zieht Richtung Hundewiese, schnüffelt interessiert die neuesten Nachrichten, tobt mit seinen Hundefreunden, verbellt den Erzfeind, buddelt nach Mäusen… Der Hund hat seinen Spaß, aber welche Rolle spielt sein Besitzer dabei? Dauerbespaßung des Hundes muss natürlich nicht sein. Aber mit etwas Fantasie und Spaß an der Beschäftigung mit dem Vierbeiner, lassen sich zwischendurch immer mal wieder kleine Spiele und Übungen einbauen.

 

Foto: R0Ng/flickr spielst du mit?

Die Beschäftigung mit dem Hund hat verschiedene positive Wirkungen. Bei jagdlich interessierten Hunden kann eine sinnvolle Ersatzbeschäftigung mit dabei helfen, dass der Hund bei Wild kontrollierbarer wird. Er kann seinen Trieb so anderweitig ausleben, im Zusammenspiel mit seinem Besitzer.

Hunde, die an allem Interesse zeigen draußen, nur nicht an Herrchen oder Frauchen, lernen, dass es sich lohnt, auf ihren Besitzer zu achten. Sie merken, dass nicht nur das Spiel mit anderen Hunde oder das buddeln nach Mäusen Spaß macht, sondern auch Spiel und Zusammenarbeit mit ihrem Menschen.

Dazu kommt, dass Kopfarbeit auf Spaziergängen wesentlich besser auslastet, als reines laufen. 30 Minuten konzentriertes Arbeiten macht die meisten Hunde müder, als 2 Stunden reiner Spaziergang.
Und nicht zuletzt fördert die gemeinsame Beschäftigung auch die Kommunikation und die Bindung zwischen Hund und Halter.

 

Bevor es zu den verschiedenen Themengebieten zur Beschäftigung mit dem Hund geht, hier ein paar allgemeine Tipps, um die Grundaufmerksamkeit des Hundes zu erhöhen und die Spaziergänge interessanter zu gestalten:

 

- Öfter mal neue Wege gehen, ist für Hund und Mensch spannend. Bei immer der gleichen Runde kennt man schnell jeden Stein, jeden Busch, der Hund auch jeden Geruch. Kein Wunder, wenn der Spaziergang so eher lustlos absolviert wird. In neuer Umgebung sind die meisten Hunde deutlich aktiver, schnüffeln und bewegen sich mehr. Auch bietet jede Umgebung eigene Auslastungsmöglichkeiten. Z.B. neue Elemente für Wald- und Wiesen-Agility oder neue Untergründe und Ablenkungen für Suchspiele.

 

- Vor dem Ableinen Aufmerksamkeit sichern. Mit dem Lösen der Leine soll der Hund nicht sofort losdüsen, sondern sich erst noch einen Moment auf seinen Besitzer konzentrieren. Leine ab darf nicht als „tu, was du willst“ beim Hund ankommen. Mögliche Übungen sind z.B. Sitz in Verbindung mit Blickkontakt oder dem Hund ein Warte-Kommando geben und selbst schon ein Stück den Weg vor gehen, bis er freudig gerufen wird oder aber ein Stück ohne Leine Fuß laufen lassen. Vor allem in abwechslungsreicher Umgebung oder beim Treffen von Hundefreunden, machen diese Konzentrations- und Selbstbeherrschungsübungen viel Sinn.

 

- Je mehr Spaß der Mensch hat, umso mehr Spaß hat auch der Hund. Ein halbherziger Spielvorschlag hilft niemandem. Eine entspannte Stimmung und echte Begeisterung beim Menschen, reißen den Hund dagegen mit.

 

- Der Hund sollte auf seinen Menschen achten, nicht umgekehrt. Schnüffelt der Hund sich fest, entfernt man sich zügig, ohne den Hund zu rufen. Läuft der Hund zu weit vor, versteckt man sich und wartet, bis der Hund einen gefunden hat. Bei sehr unsicheren Hunden baut man diese Übung allerdings sehr behutsam auf und zeigt sich im Zweifelsfall rechtzeitig. Taucht ein Spaziergänger, Jogger oder ein anderer Hund auf, wo der eigene Hund gerne hin möchte, aber nicht hin darf, entfernt man sich zügig in die entgegengesetzte Richtung und macht sich dabei interessant. Dies hat deutlich bessere Erfolgschancen, als ein Versuch, den Hund einzufangen. Bewegt sich der Mensch in die Richtung, in die der Hund sowieso will, gibt es für den Hund keinen Grund mehr, nicht zum Objekt der Begierde zu stürmen. Je nach Hund, unterstützt eine Schleppleine die „richtige“ Entscheidung des Hundes.

 

- Es muss sich für den Hund lohnen, zum Besitzer zu kommen. Wenn nur gerufen wird, um den Hund von etwas Interessantem weg zu bekommen oder um anzuleinen, wird der Hund keinen großen Drang verspüren, sich seinem Besitzer zu nähern. Passiert dagegen immer mal wieder etwas Tolles bei seinem Menschen, wird der Hund deutlich freudiger kommen, durchaus auch ohne dass ein Ruf nötig ist.

 

aufmerksam

- Kommunikation muss sich lohnen. Dreht der Hund sich zu seinem Menschen um, muss ein Feedback kommen. Ein Lob (ein „Fein, weiter“ reicht schon) oder eine Einladung zu einem kurzen kraulen, eine Richtungsangabe oder auch mal ein Spiel. Jeder Blick des Hundes ist eine Kontaktaufnahme. Kommt da nichts zurück vom Menschen, wird der Hund das Verhalten irgendwann einstellen, es lohnt sich nicht für ihn.

 

- Die Umwelt wird gemeinsam erkundet. Hört der Hund etwas (bleibt still stehen und lauscht), wird der Hund für seine Aufmerksamkeit gelobt. Bemerkt der Mensch etwas, z.B. einen Bach, einen Frosch (sofern der Hund ihn nicht frisst) oder eine Böschung, an der nach Mäusen gebuddelt werden darf, macht er wiederum den Hund aufmerksam. Reagiert der Hund ängstlich oder fasziniert auf etwas, erkundet man dies gemeinsam. Der Mensch geht hier souverän voran.

 

auf der Suche

- Für Hunde gehört es zu den natürlichsten Dingen der Welt, sich ihr Futter zu erarbeiten. Sie erschnüffeln es, stöbern es auf, hetzen es und überlegen sich Strategien, wie sie es erreichen können.
So kann man den Hund auslasten und interessanter für ihn werden, wenn man draußen sein Jagdpartner wird und sich gemeinsam mit ihm einen Teil oder die komplette Tagesration erarbeitet. Ob man den Focus dabei mehr auf das Apportieren oder auf reine Nasenarbeit legt und wie eng die Zusammenarbeit mit dem Hund dabei werden kann, hängt vom einzelnen Hund ab.

 

 

Im Folgenden werden verschiedene Möglichkeiten zur Auslastung und Zusammenarbeit vorgestellt auf dem Hundespaziergang:

 

Nasenarbeit und Suchspiele

 

Wald- und Wiesen-Agility

 

Grundgehorsamsspiele

 

Apportierspiele, der Futterbeutel und die Arbeit mit dem Dummy

 

 

Gewässer

 

Nicht nur im Sommer stehen Gewässer bei vielen Hunden hoch im Kurs. Vor allem, wenn man auf dem Spaziergang mit Trockenfutter arbeitet, ist neben der Abkühlung dabei auch das Trinken sehr wichtig.

 

Für den Garten eignen sich z.B. Sandmuschen für Kinder, als Hundeplatschbecken. Für manche Hunde gibt es auch nichts schöneres, als das Wasser eines Rasensprengers zu jagen.

 

In Seen bieten sich Apportierübungen an. In Flüssen ist das mit Vorsicht zu genießen, da teils starke Strömungen auftreten können. Der Sprung in ein unbekanntes Gewässer kann ebenfalls schlimm enden, wenn dicht unter der Oberfläche spitze Stöcke oder Steine lauern.

 

Vor allem bei Hunden mit Gelenkerkrankungen, ist der Apport im Wasser eine sehr gute Alternative zu Spielen an Land. Die Gelenke werden entlastet und Muskeln aufgebaut.

 

Nach dem Baden hilft Bewegung in der Sonne oder trocken rubbeln, um Erkältungen zu vermeiden.

 

Schwimmmuffel können vielleicht überzeugt werden, wenn Frauchen oder Herrchen im Sommer mit ins Wasser gehen. Auch andere schwimmbegeisterte Hunde leisten Überzeugungsarbeit. Den Hund ins Wasser zu zwingen, geht allerdings in den meisten Fällen nach hinten los und erschüttert außerdem das Vertrauen vom Hund in seinen Halter. Aber auch viele Schwimm-Muffel haben Spaß, Trockenfutter aus flachen Gewässern zu fischen oder durch Bäche zu toben.

 

Spiele für Hunde: Wohnzimmer-Agility und Bewegungsspiele

1. Oktober 2012 in Spiele für Zuhause

 

Wohnzimmer-Agility

 

Wohnzimmer-Agility ist vor allem für kleine Hunde geeignet. Als Hürden können Besenstiele, in den Türrahmen gespannte Tücher oder Hula-Hoop Reifen dienen. Stühle eignen sich, um zwischen den Beinen Slalom zu laufen oder mit Hilfe eines großen Handtuchs als Sacktunnel. Auf einer Kiste oder einem Hocker kann Sitz oder Platz gemacht werden, zwei niedrige Kisten und ein Brett werden zu einem Steg. Um eine Große Pflanze kann der Hund herum geschickt werden und um Plastikflaschen kann der Hund Slalom laufen. Spieltunnel der Kinder können ebenfalls für Hunde genutzt werden. Der Phantasie sind keine Grenzen gesetzt.

 

Nicht nur beim Sacktunnel ist es wichtig, klein anzufangen. Am Anfang reicht es, wenn das Handtuch links und rechts vom Stuhl herunter hängt. Bei weiteren Durchgängen wird es dann langsam immer weiter vorne runter gezogen.

 

Auch der menschliche Körper eignet sich für sportliche Übungen des Hundes. Der Hund kann z.B. eine Acht um die Beine laufen oder Slalom, während sein Mensch sich vorwärts bewegt. Ein im Sitzen angewinkeltes Knie kann einen Tunnel bilden, ein gestrecktes Bein eine Hürde. Dies baut man am einfachstes über Locken mit Futter auf.

 

Sprung durch den Reifen

Etwas anspruchsvoller ist der Sprung durch einen Armreifen. Hat man einen Partner, kann man den Hund absitzen lassen, flach über dem Boden und dicht vor dem Hund mit den Armen den Tunnel bilden und der Partner lockt den Hund durch. Damit der Hund nicht außen rum läuft, hilft eine Wand als Begrenzung. Wenn man die Übung alleine aufbauen möchte, fängt man ebenfalls mit Hilfe einer Wand an. Man lässt den Hund absitzen und streckt einen Arm dicht über dem Boden zur Wand aus. Einen Tunnel bildet man dabei noch nicht, der Hund lernt zuerst, über den Arm zu springen. Bei den ersten Versuchen kann man den Hund mit der freien Hand mit Futter locken. Im nächsten Schritt, legt man das Futter auf der anderen Seite des Arms auf den Boden, bevor der Hund das Kommando zum Springen bekommt. Klappt das, baut man langsam (und immer noch an der Wand), den zweiten Arm mit ein. Im Ersten Schritt hält man den einen Arm dabei dicht über den Boden und den zweiten Arm ein gutes Stück höher an die Wand. Hat der Hund dies gemeistert, nähert man die beiden Arme langsam einander an. Erst wenn der Hund sicher durch den Armreif springt, entfernt man sich von der Wand.

 

 

Luftballon-Spiel

 

kurz vor dem platzen…

Einige Hunde lieben das Spiel mit einem Luftballon. Schreckhafte Hunde spielen dagegen einmal und nie wieder. Platzt der Ballon das erste mal, helfen Jubel und Begeisterung seitens des Menschen, dass der Hund keine Ängste aufbaut. Das Spiel geht dann sofort weiter.

 

Faszinierend für Hunde ist dabei vor allem die Leichtigkeit und die ungewohnt langsame Bewegung des Ballons. Einige Hunde legen es mit der Zeit drauf an, den Luftballon möglichst schnell zum Platzen zu bringen. Andere werden wahre Meister darin, den Luftballon nicht den Boden berühren zu lassen.

 

Man kann auch probieren, ob der Hund es schafft, den Luftballon in eine bestimmte Richtung zu lenken. Ein Versuch wäre es, ein Bring-Kommando zu nutzen. Klappt das, kann der Hund den Ballon auch durch Hula-Hoop-Reifen treiben lernen.

 

 

Garten-Parcours

 

eine Koordinationsübung

Parcours im Garten eignen sich nicht nur für schnellen Bewegungssport, sondern auch für ruhige oder Schnüffelbegeisterte Hunde. Hierfür nutzt man verschiedene Hürden, Stangen und Untergründe und kann nebenbei kleine Schnüffelaufgaben einbauen.

Das langsame Meistern eines Parcours, hat tatsächlich viele positive Nebeneffekte. Das Körpergefühl wird verbessert, auch das Selbstvertrauen und die Konzentration des Hundes werden gefördert. Da der Mensch seinen Hund sicher und ruhig über alles Unbekannte hinweg führt, wächst auch das Vertrauen zwischen Hund und Mensch. Der Hund wird dabei auf keinen Fall zu etwas gezwungen und bestenfalls auch nicht gelockt. Er soll sich auf die Aufgabe, auf seinen Körper und auf seinen Menschen konzentrieren. Mit einem Stück Fleischwurst oder einem Ball vor der Nase, ist dies kaum noch möglich.

 

Spiele für Hunde - Abwechslung ist wichtig

verschiedene Untergründe und niedrige Hürden sind für viele Hunde schon eine Herausforderung

In einen solchen Parcours lassen sich z.B. Teppichstücke, Tüten, Sand, Noppenfolie oder Zeitungspapier zum drüber laufen einbauen. Auch eine Ansammlung größerer Steine oder Stöcke kann überquert werden. Als Hindernisse sind niedrige Stege und Hürden, ein Labyrinth aus gespannten Bändern, eine liegende Leiter, Autoreifen, Paletten oder ein Stangenmikado möglich. Vor allem das Stangenmikado erfordert viel Konzentration vom Hund, da es Hunden oft schwer fällt, einzuschätzen, was ihre Hinterhand gerade tut. Für das Stangenmikado werden mehrere Stäbe oder Stöcke in niedriger Höhe und mit unterschiedlichen Abständen und Winkeln platziert. Alternativ können die Stangen auch kreisförmig von z.B. einem Baumstumpf ausgehen.
Springen soll der Hund dabei allgemein nicht. Alle Hindernisse sollten geeignet sein, sie langsam abzulaufen.

 

Als Abwandlung kann man einen Schnüffel-Parcours bauen. Hier steht im Vordergrund, dass der Hund seine Nase einsetzt, sich Strategien zum erlangen des Futters überlegt und sich nebenbei positiv mit den Geräten und verschiedenen Untergründen auseinander setzt.

 

Foto: Sam Cockman/flickr ein Spieltunnel kann auch eine Mutprobe sein

Das Laufen auf einer Leiter ist eine Koordinationsübung, die auch wieder durch die Koordination der Hinterhand recht schwierig ist für Hunde. Eine Möglichkeit, dies zu üben, ist die Leiter schräg zu stellen. So kann der Hund zu Anfang noch in die Zwischenräume treten, irgendwann kommt er nur über die Sprossen weiter. Zwang ist auch hierbei völlig fehl am Platz. Der Hund wird jeweils dafür gelobt, was er freiwillig anbietet. So sind die Chancen groß, dass sich der Hund von Tag zu Tag weiter traut.

 

Eine weitere Übung für die Hinterhand, ist das Drehen um einen Eimer oder Baumstumpf. Der Hund stellt die Vorderpfoten darauf, man selbst stellt sich frontal vor den Hund. Nun animiert man ihn, mit den Hinterpfoten um den Eimer zu laufen. Dabei kann man folgendes nutzen: dreht der Hund seinen Kopf, so stellt er den Körper fast automatisch nach. Hält man also z.B. Futter links neben seinen Kopf, so dass der Hund den Kopf drehen muss, um ans Futter zu kommen, dreht sich der Körper oft automatisch nach rechts. Durch die eigene Bewegung kann man dies noch unterstützen.

 

Auch in die Richtung geht das Schieben eines Puppen- oder Kinderwagens.

 

 

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Spiele für Hunde: der Hund als Haushaltshilfe

1. Oktober 2012 in Spiele für Zuhause

 

Service-Hunde, die z.B. Rollstuhlfahrer unterstützen, lernen eine ganze Menge nützlicher Haushaltstätigkeiten. Sie holen das Telefon, heben Gegenstände auf, bedienen Lichtschalter oder schließen Türen. Lernen kann dies nahezu jeder Hund.

 

 

aufräumen

 

Spiele für Hunde: aufräumen

Spielzeug in den Korb bringen…

Der Hund soll hierbei lernen, Dinge auf Kommando in eine Kiste oder einen Korb zu legen. So kann er sein Spielzeug selber wieder weg räumen oder Schmutzwäsche in den Wäschekorb legen oder leere Plastikflaschen in die Getränkekiste stellen.

Die Übung eignet sich vor allem für Hunde, die gerne apportieren oder Dinge herum tragen. Lernen kann das aber auch fast jeder andere Hund. Es ist von Vorteil, wenn der Hund bereits Gegenstände oder Spielzeug auf Kommando tragen oder zu seinem Besitzer bringen kann (siehe zum Aufbau auch: Apportierspiele und der Futterbeutel).

Zu Anfang nimmt man Dinge, die der Hund gerne trägt (ein Stofftier oder ein Paar Socken z.B.). Sehr schwere Gegenstände oder Gegenstände aus Metall tragen Hunde dagegen oft nur ungern. Das Lieblingsspielzeug eignet sich ebenfalls nur bedingt. Zumindest, falls es den Hund sehr aufdreht und zu wilden Spielen animiert oder der Hund es nur sehr ungern wieder her gibt.

 

fertig?

Falls der Hund von sich aus Freude am tragen von Gegenständen zeigt oder dies auf Kommando beherrscht, kann man so beginnen, dass man sich gemeinsam mit dem Hund der Kiste nähert. Der Hund trägt dabei den Gegenstand und wird ruhig gelobt. Die eigene Konzentration und Körperausrichtung bleibt auf die Kiste gerichtet, nicht auf den Gegenstand in der Schnauze des Hundes. Dreht man sich dem Hund zu, kann dieser das als Aufforderung zum fangen spielen verstehen oder man macht den Gegenstand anderweitig als Beute interessant, was nur hinderlich wäre. Der Abstand zur Kiste sollte dabei maximal wenige Meter betragen. Dort angekommen, gibt es ein Aus-Kommando und zur Belohnung Futter. Mit dem Spielzeug selbst zu belohnen, ist kontraproduktiv, da der Hund ja lernen soll, ruhig aufzuräumen und nicht wild herum zu toben. Das Stofftier muss bei den ersten Versuchen nicht in der Kiste landen. Zu Anfang verknüpft der Hund nur, sich der Kiste zu nähern und es dort fallen zu lassen. Landet das Stofftier aber zufällig mal in der Kiste, folgt eine besonders tolle Belohnung. Dieser Aufbau ist allerdings recht langwierig und vielen Hunden fällt die Verknüpfung schwer. Sehr viel einfacher geht es bei vielen Hunden über den Clicker.

 

… der Korb gehört auch noch aufgeräumt

Für den Aufbau der Übung mittels Clicker, wird das Stofftier neben die Kiste gelegt, wobei die Kiste selbst erst mal nebensächlich ist. Einen Click gibt es für das Anschauen des Stofftiers, dann für das berühren und schließlich für das in die Schnauze nehmen. Klappt das sicher, wartet man mit dem Click, während der Hund das Stofftier hält. Man positioniert sich dabei so, dass sich die Kiste zwischen einem selbst und dem Hund befindet. Wenn der Hund das Stofftier irgendwann von selbst fallen lässt, kommt der Click, auch wenn es nicht in der Kiste landet. Durch die Positionierung, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass das Stofftier automatisch mal dort drin landet. Passiert dies, folgt eine super Belohnung und eine Unterbrechung des Spiels. Eine Weile später startet man erneut, wobei man nun auch langsam ausreizen kann, keinen Click zu geben, wenn der Stofftier nicht in der Kiste landet. Hat der Hund das Prinzip verstanden, kann man am Abstand arbeiten. Einfacher für den Hund ist es, mit dessen Abstand zur Kiste zu beginnen, während man selbst anfangs bei der Kiste bleibt. Man legt das Stofftier einen Meter weiter und fordert den Hund auf, aufzuräumen. Wenn dies klappt, kann man langsam den eigenen Abstand zur Kiste erhöhen.

 

Wenn der Hund das Prinzip verstanden hat, ist es ein leichtes, den Hund auch andere Gegenstände aufräumen zu schicken oder etwas anderes, als die Kiste zu nutzen.

 

 

das Kommando „Zieh“: Wäsche abhängen, Transportdienste und Co

 

Das Kommando „Zieh“ kann man relativ einfach aufbauen, wenn der Hund gerne apportiert. In dem Fall befestigt man ein Spielzeug des Hundes (gut geeignet ist z.B. ein Spiel-Tau) an einer kurzen Schnur, und die wiederum an etwas, was der Hund ziehen soll.

 

 

feste ziehen

Besonders bei sensiblen, unsicheren Hunden muss dieser Gegenstand so gewählt sein, dass der Hund sich nicht erschrecken kann, wenn er sich für den Hund unerwartet bewegt. Der Gegenstand sollte so schwer sein, dass der Hund den Zug bemerkt, aber so leicht, dass der Hund nicht sofort aufgibt, wenn er den Widerstand bemerkt. Geeignet ist, je nach Hundegröße, eine Plastikflasche, ein Eimer, ein leichter Plastikhocker oder ein leerer Wäschekorb.

Teppichboden oder Rasen verhindern polternde Geräusche, die den Hund ebenfalls erschrecken könnten.

 

Nun holt man den Hund hinzu und fordert ihn auf, das Spielzeug zu holen. Alternativ kann man das Spielzeug auch zu Beginn interessant machen oder mit dem Clicker arbeiten. In dem Moment, in dem der Hund das Spielzeug aufgenommen hat und den Zug bemerkt, gibt man das Kommando Zieh. Es reicht völlig, wenn der Hund im ersten Schritt den Gegenstand auch nur ein wenig bewegt hat dadurch. Dafür bekommt er schon ein großes Lob. Reagiert der Hund unsicher, hilft freudiges Anfeuern und Lob schon für den kleinsten Zug. Im nächsten Schritt, lässt man sich den Gegenstand bringen oder bewegt sich gemeinsam mit dem Hund vorwärts.

Über den Clicker kann dem Hund auch direkt das Ziehen an einem Seil beigebracht werden, ohne das Hilfsmittel des Spielzeugs.

 

Socken abhängen

Das Zieh-Kommando kann z.B. auch zum Öffnen von Schubladen oder Türen genutzt werden. Hierzu bindet man ein Seil an die Schublade oder Klinke und lässt den Hund ziehen. Dies kann natürlich auch ohne vorherigen Aufbau eines Ziehkommandos geübt werden. Entweder auch wieder über den Clicker, oder indem man etwas attraktives in der Schublade versteckt und den Hund ausprobieren lässt.

 

Weitere Nutzungsmöglichkeit des Kommandos sind, dem Hund so das Abhängen von Wäsche beizubringen oder sich die Socken ausziehen zu lassen. Für Letzteres beginnt man mit einem Socken, der nur noch ganz locker am Ende des Fußes hängt. Dann bewegt man den Fuß vor der Hundeschnauze und gibt das Kommando zu ziehen. Mit der Zeit lernt der Hund dann, den Socken ganz auszuziehen.

 

 

Tür auf / Tür zu und die Bedienung des Lichtschalters

 

Um dem Hund das Schließen der Tür beizubringen, ist es am einfachsten, wenn er bereits ein Target auf Kommando berühren kann. Das kann z.B., wie unter Suchspiele in Haus und Garten beschrieben, ein Post-It sein oder ein kleiner Klebepunkt oder der Punkt eines Laser-Pointers.

In dem Fall bringt man das Target an der Tür an und lässt den Hund probieren. Soll der Hund die Türe mit der Schnauze zudrücken, wird das Target auf Schnauzenhöhe angebracht, ansonsten so hoch, dass der Hund an der Tür hochspringen muss (Achtung: Kratzer!). Man kann mit Clicker-erfahrenen Hunden auch ganz ohne Target ausprobieren, was sie im Zusammenhang mit der Türe anbieten. In dem Fall wird erst der Blick zur Tür belohnt, dann das Nähern und schließlich das Berühren. Klappt das, wird nur noch belohnt, wenn die Tür sich bewegt. Das kann ausgebaut werden, bis die Belohnung erst erfolgt, wenn die Türe angelehnt oder ganz geschlossen ist.

 

Wenn man dem Hund beibringt, eine Türe zu öffnen, muss man mit den Folgen leben können. Es empfiehlt sich meist weniger, dem Hund beizubringen, die Klinke herunter zu drücken. In dem Fall hat man hinterher einen Hund, den geschlossene Türen nicht mehr vom Umhergeistern im ganzen Haus oder auch von Spaziergängen auf eigene Faust abhalten. Eine Alternative ist, ein Tau am äußersten Ende der Klinke zu befestigen, und dem Hund beizubringen, daran zu ziehen (siehe „Kommando Zieh“). Schlaue Hunde wissen so aber, dass sie Türen prinzipiell öffnen können und probieren es dann unter Umständen auch ohne Tau…

 

Das Bedienen des Lichtschalters ist ebenfalls am einfachsten mit einem Target auf dem Schalter zu erarbeiten. Wichtig beim Aufbau ist sehr viel Ruhe, damit der Hund nicht im Übereifer die Tapete zerkratzt. Die Bedienung des Lichtschalters sollte daher mit der Schnauze erfolgen, nicht mit der Pfote.

 

 

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Spiele für Hunde: Suchspiele in Haus und Garten

1. Oktober 2012 in Spiele für Zuhause

 

Spiele und Beschäftigung mit dem Hund dienen nicht nur der Auslastung. Sie fördern die Kommunikation zwischen Hund und Halter, den Willen zur Zusammenarbeit und gegenseitiges Vertrauen. Die Möglichkeiten, sich mit seinem Hund zu beschäftigen, sind dabei ungemein vielfältig. Für jeden Hundetyp, mit seinen Talenten und Vorlieben ist das Passende dabei. Hier werden Suchspiele vorgestellt, die sich leicht Zuhause umsetzen lassen.

 

 

Spielzeug suchen

 

versteckt im Baum…

Eine schöne Auslastung für Spielzeug verrückte Hunde: bevor gespielt wird, muss das Spielzeug erst mal gefunden werden. Spielzeug lässt sich z.B. im Schrank, unter dem Sofa, in der Wäsche, hinter dem Couchkissen oder hinter Kisten verstecken. Im Garten kann das Spielzeug z.B. auf Astgabeln gelegt werden, unter Laub verbuddelt werden oder hinter den Mülltonnen abgelegt werden. Man kann dem Hund auch beibringen, Spielzeug an für ihn unerreichbarer Stelle anzuzeigen, indem er sich z.B. davor legt oder bellt. Dies erhöht die Versteckmöglichkeiten und macht es für den Hund noch einmal anspruchsvoller.

 

Der erste Schritt besteht darin, dass der Hund versteht, worum es geht. Hierzu lässt man den Hund sitzen oder liegen und zeigt ihm sein Lieblingsspielzeug. Wenn der Hund nicht von selbst an Ort und Stelle wartet, muss eine zweite Person ihn festhalten oder er wird angebunden. Dann legt man das Spielzeug ein kleines Stück entfernt auf den Boden, geht zurück zum Hund und schickt ihn mit den Worten „Such xy“ los. Eindeutige Benennung des jeweiligen Spielzeuges hilft, wenn der Hund später auch Spielzeuge unterscheiden soll oder suchen soll, ohne dass er vorher gesehen hat, was versteckt wurde. Bestenfalls Hund stürzt der Hund sich nach dem Suchkommando sofort begeistert auf sein Spielzeug und zur Belohnung folgt ein kurzes Spiel. Andernfalls kann man das Spielzeug vorher etwas interessant machen.

 

gefunden

Im nächsten Schritt muss der Hund wieder gespannt warten, während man das Spielzeug nun knapp außer Sicht legt, z.B. hinter die Flurbiegung oder hinter einen Baum. Dann kommt wieder das Kommando zum suchen. Langsam kann man die Verstecke dann immer schwieriger wählen. Mit der Zeit muss der Hund nun auch nicht mehr unbedingt beim verstecken zuschauen. Während der Hund im Körbchen döst, kann man das Spielzeug in einem anderen Raum deponieren. Wird der Hund wach, wird er suchen geschickt.

 

 

Post-It-Suchspiel

 

Die Suche nach Post-Its kann sehr abwechslungsreich gestaltet werden, da man Post-Its wunderbar an alle möglichen Gegenstände pappen kann. Der Hund sucht somit 3-D, auf dem Boden, an den Wänden, an Regalen, am Kachelofen, Kühlschrank oder Fernseher.

 

Post-It Suchspiel

Am Anfang muss der Hund verknüpfen, dass es für das berühren des Post-Its eine Belohnung gibt. Ganz fix geht das in der Regel mit dem Clicker (siehe Clicker-Training). Eine andere Möglichkeit ist, das Post-It in der Hand interessant zu machen. Man nimmt es mit viel Körperspannung, begutachtet es und redet aufgeregt und freudig. Dann hält man es dem Hund hin. Falls das Schauspiel gut war, wird der Hund interessiert die Schnauze in Richtung Post-It bewegen, um festzustellen, was sein Mensch da so tolles hat. In dem Moment, wo er dem Post-It nahe kommt: „Fein!!!“ sagen und sofort Futter als Belohnung geben. Das Post-It kommt im selben Moment wieder weg. Dann erneut etwas Spannung reinbringen und das Post-It auf den Boden legen. Nähert sich der Hund, folgt sofort wieder das „Fein!!!“ und eine Futterbelohnung.

Damit es dem Hund nicht schnell langweilig wird, fängt man nun schon mit einfachen Such-Übungen an. Der Hund muss sitzen bleiben und man selbst pappt mit viel Theatralik den Post-It in Sichtweite des Hundes irgendwo hin. Hat der Hund das Prinzip verstanden und Spaß daran, wird das Post-It jetzt außerhalb der Sichtweite des Hundes angebracht. Der Hund muss dabei langsam lernen, dass so ein Post-It ungefähr überall sein könnte, auch über seiner Augenhöhe und an den verschiedensten Gegenständen. Steckt man die Anforderungen zu früh zu hoch, verliert der Hund aber auch schnell das Interesse.

 

Alternativ kann man auch kleine Gegenstände wie z.B. Münzen, ein Feuerzeug oder Büroklammern verstecken und suchen lassen. Für größere, grobmotorische Hunde bietet sich ein verstecken des Gegenstands auf Rasen an, statt im Haus (siehe auch: Nasenarbeit und Suchspiele auf dem Spaziergang). Der Hund sucht dabei dann nicht mehr auf Sicht, sondern über seine Nase. Das Suchen eines so kleinen Gegenstandes ist sehr anstrengend und auslastend für den Hund. Gerade für viele Jagdhundrassen aber eine tolle Alternativbeschäftigung, in der er seine Fähigkeiten und Interessen ausleben kann.

Wichtig ist, dem Hund genügend Wasser anzubieten, da das intensive schnüffeln die Schleimhäute austrocknet, und so die Geruchspartikel nicht mehr optimal aufgenommen werden können.

 

 

verstecken spielen mit Menschen

 

Viele Hunde kennen mit der Zeit die Namen der Familienmitglieder. In einer größeren Wohnung oder in einem Garten mit vielen Versteckmöglichkeiten, kann man den Hund so auch einzelne Familienmitglieder suchen lassen. Vor allem Kinder haben an diesem gemeinsamen Spiel mit dem Hund oft viel Spaß. Daneben kann man den Hund so auch für kleinere Transportdienste einsetzen und ihn gezielt mit einem Gegenstand zu einem bestimmten Menschen schicken. Siehe hierzu auch: Apportierspiele

 

 

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Spiele für Hunde: Such-, Denk- und Bewegungsspiele rund ums Futter

26. September 2012 in Spiele für Zuhause

 

Statt aus dem Napf zu füttern, kann die tägliche Futterration zur Auslastung genutzt werden. Wenn man Trockenfutter füttert, sind die Möglichkeiten besonders groß.

 

Nasenarbeit

 

Futter auf glatten Böden verteilt, kann der Hund sowohl mit der Nase als auch mit den Augen suchen. Dies ist gut als Einstieg geeignet, da es dem Hund leicht fällt. Hat der Hund das Prinzip verstanden und Freude daran, können die Anforderungen gesteigert werden. Futterbrocken auf hohem Teppich, auf dem Rasen oder auf Kies verteilt, sind schon deutlich schwieriger zu finden. Der Hund muss sich nun ganz auf seine Nase verlassen.

Im Zimmer kann das Futter auch in kleinen Portionen versteckt werden, z.B. hinter dem Vorhang, hinter Blumentöpfen oder im Regal. Draußen wird das Auffinden von Futter in Laubhaufen oder in dichtem Gestrüpp zu einer echten Aufgabe. Um zu vermeiden, dass der Hund daraufhin draußen permanent auf Futtersuche ist und auch unerlaubtes frisst, sollte man für diese Spiele immer nur ein bestimmtes (Trocken-) Futter nehmen und dem Hund ein Startsignal zum suchen geben.

 

 

Futterball und Co

 

Leckerli-Ball

Leckerli-Bälle gibt es in verschiedenen Varianten im Tierfachmarkt zu kaufen. Eine Alternative hierzu sind nicht mehr benutzte Gießkannen oder Plastikflaschen, die mit Futter befüllt eine Herausforderung der anderen Art darstellen. Im Gegensatz zum Ball, der meist gerollt wird, eignen sich diese Dinge auch prima zum schleudern. Erste Versuche damit startet man daher besser im Garten. Wichtig ist, dass das Spiel beaufsichtigt wird, da Plastikteile abgekaut und verschluckt werden können.

 

 

Auspackspiele

 

Auspackspiele lassen den Hund nicht nur die Nase einsetzen, sondern wie bei echter Beute, muss er auch Pfoten und Zähne bemühen, um an die besten Stücke zu kommen. Das Futter kann z.B. in Zeitungspapier eingewickelt werden oder sich in gut verschlossenen Kartons befinden. Eierkartons und Klopapierrollen, deren Enden zugeklappt werden, müssen zerlegt werden, um ans Futter zu kommen.

 

 

Kong

 

Für Nassfutter eignet sich ein Kong gut. Dieser besteht aus nahezu unzerstörbarem Hartgummi, mit einem befüllbaren Hohlraum. Man kann neben Nassfutter auch vieles andere zum füllen nehmen oder mischen: Bananen, Kartoffeln, Wurststücke, Magerquark, geriebene Äpfel, Trockenfutterstücke, Ei, Nudeln, Thunfisch…

Der Hund ist eine ganze Weile damit beschäftigt, am Kong zu kauen und das Futter heraus zu lutschen. Die Füllung kann auch mit Käse gemischt kurz in die Mikrowelle gestellt werden. So verschmilzt alles zu einer recht zähen Masse, was das Leeren des Kongs noch anspruchsvoller macht.

 

 

Tauch-Spiel

 

 

Angeln mit der Pfote

Für Wasserfreunde unter den Hunden können die Leckerlies auch in einem großen Bottich oder in einem Planschbecken verteilt werden. Eher wasserscheue Vertreter können sich an dieser Aufgabe versuchen: schwimmende oder nicht schwimmende Futterbrocken werden in eine mit Wasser gefüllte Schüssel gegeben. Einige Hunde fischen mit den Pfoten, andere mit der Schnauze, manche kippen die Schüssel um. Auf jeden Fall ein nettes Denkspiel zum Thema: wie komm ich bloß ans Futter?

Erste Versuche startet man allerdings besser im Freien oder zumindest im Badezimmer. Der Hund haftet nicht für Überschwemmungen ;)

 

 

 

 

 

 

kleine Denkspiele

 

vorsichtig den Pappstreifen entfernen

Für weniger zerstörerisch veranlagte Hunde eignen sich Denkspiele, wie dieses: eine Rolle Küchenpapier wird seitlich eingeschnitten und ein Pappstreifen durch geschoben. Darauf kommt ein Futterstück. Der Hund muss den Pappstreifen heraus ziehen, damit das Futter unten raus fällt. Den Schwierigkeitsgrad kann man über mehrere Pappstreifen erhöhen.

 

Eine kleine Übung, um das „um die Ecke denken“ zu fördern: Man nimmt ein Stück Trockenfutter in die Hand, zeigt es dem Hund und schließt die Hand dann zur Faust. Anschließend hält man dem Hund beide Hände als Faust hin. Also eine leere Faust und die, von der der Hund weiß, dass Futter darin ist. Vermutlich wird der Hund sich mit der Futterfaust beschäftigen. Man selbst lässt ihn machen. Berührt der Hund dabei zufällig mal die leere Faust, geht die Faust mit dem Futter auf und der Hund darf es fressen. Das wiederholt man, bis der Hund verstanden hat, dass er die leere Faust berühren muss, um an das Futter zu kommen.

Klappt das, zeigt man dem Hund nicht mehr vorher, in welcher Hand das Futter ist. Vor allem mit schwach riechendem Futter muss der Hund nun erst eine Nasenleistung erbringen. Hat er die richtige Hand dann aber endlich erschnüffelt, muss er sich trotzdem der anderen zuwenden und diese anzeigen. Eine ganz schöne Denkleistung für einen Hund.

 

Es gibt auch eine Reihe von kommerziellen Spielen, bei denen durch verschieben, drehen oder hochheben an Futter gelangt werden kann.

 

 

Futterverstecke

 

Man kann Futter z.B. unter Pflanzrollern, Töpfen oder unter Tüchern verstecken. Auch das einwickeln mehrerer Futterstücke in eine größere Decke ist möglich. Der Hund riecht das Futter und muss sich einen Weg überlegen, daran zu kommen. Vorsicht: manche Hunde sind sehr geradlinig in ihren Lösungsansätzen und kauen sich einfach durch.

 

In eine ähnliche Richtung geht das Hütchen Spiel: Man versteckt Futter unter einem von mehreren Hütchen und vertauscht die Hütchen dann. Der Hund kann entweder mit den Augen folgen oder das Futter erschnüffeln. Man sollte sich hierbei vorab überlegen, ob der Hund das richtige Hütchen umstupsen darf oder ob er anzeigen soll (z.B. indem er sich davor legt oder setzt).

 

Wie kommt man ans Futter?

Schwieriger wird es, wenn der Hund nur über Hilfsmittel an das Futter kommt. Das Objekt der Begierde (hier ein Futterdummy, siehe Bilder) befindet sich an einem unerreichbaren Ort. Statt des hier verwendeten Kartons, kann das z.B. eine niedrige Couch oder ein Schrank sein. Das Futter/Spielzeug ist dabei an einem Seil oder einer Leine befestigt. Der Hund erreicht das Futter oder das Spielzeug nur, wenn er darauf kommt, an der Leine zu ziehen.

so geht das

Einige Hunde scharren beim Ausprobieren, so dass der erste Versuch nicht gerade auf teurem Parkett stattfinden sollte.

 

Eine Alternative dazu ist, das Futterdummy erhöht abzulegen. Erneut kommt der Hund nur daran, wenn er es über ein Seil/eine Leine herunter zieht.

 

 

Futter fangen und Futter balancieren

 

Viele Hunde können zu Anfang wenig damit anfangen, wenn man ihnen Futter zu wirft. Mit der Zeit wird der Hund dann immer geschickter im Fangen.

 

Eine Variation davon ist das Balancieren von Futter auf der Schnauze. Erste Versuche startet man am besten mit einem ruhigen Hund und nicht gerade mit dem Lieblingsleckerchen. Je nach Hundetyp kann man die Schnauze ruhig von unten festhalten, während man das Leckerchen drauf legt. Auf Kommando darf der Hund es fressen. Dabei werden viele Hunde mit der Zeit richtig gut darin, das Leckerchen so hochzuwerfen, dass sie es dann anschließend in der Luft fangen können.

 

Für sensible oder sehr verfressene Hunde eignet sich dieser Aufbau: Im ersten Schritt legt man leicht einen Finger auf die Schnauze des Hundes. Toleriert der Hund dies für einen Moment, folgen Lob und Leckerchen. Der Hund soll nur lernen, mit dem leichten Gewicht auf der Schnauze still zu halten. Der zweite Schritt besteht darin, ein Futterstück vor der Nase des Hundes zu bewegen, während man den Finger auf der Schnauze hat. Der Hund soll lernen, trotz des Futterreizes still zu halten. Wenn das sicher klappt, kann man das Futterstück auf die Schnauze legen und dabei den Finger langsam entfernen. Das Ok zum Fressen sollte zu Anfang sehr schnell kommen, damit der Hund die Position nicht selbst auflöst.

 

 

Flaschendreh-Spiel

 

Hierfür braucht man eine leere Plastiklasche, in die man zwei Löcher bohrt. Die Löcher sollten dabei so weit oben Richtung Flaschenhals liegen, dass sich die Flasche an den Löchern gehalten mit dem Boden nach unten ausrichtet, aber noch gut drehbar ist. Durch die Löcher wird ein Stahlstift, ein Bambusstab oder eine Wäscheleine gezogen. Handwerklich geschickte Menschen können Holzkonstruktionen bauen, die den Stab halten. Den Stahlstift kann der Mensch dagegen in der Hand halten, die Wäscheleine kann man beliebig im Raum spannen. Nun füllt man kleine Trockenfutterstücke in die Flasche und holt den Hund dazu. Der Hund darf mit Pfote oder Schnauze probieren, die Flasche so zu bewegen, dass sie sich auf den Kopf stellt und Futterbrocken heraus fallen. Am Anfang kann man dem Hund helfen, damit er schnell Erfolgserlebnisse hat und motiviert bleibt.

 

 

 

 

Socken abhängen

 

Alte Socken werden mit Futterstückchen gefüllt und an eine Wäscheleine gehängt. Im ersten Schritt hängt man die Socken auf Höhe der Hundeschnauze und nähert sich gemeinsam mit dem Hund. Wenn der Hund nicht selbst probiert an das Futter zu gelangen, kann man ihn zum zerren animieren. Es hilft, die Socken am Anfang nur am Äußersten Zipfel aufzuhängen, so dass sie sich schon bei leichten Berührungen lösen. Ist der Socken ab, muss man zu Anfang schnell sein, dem Hund die Belohnung aus dem Socken zu geben. Sonst ist die Gefahr groß, dass der Hund ein Loch in den Socken reißt, um an das Futter zu kommen. Später kann man die Socken auch so hoch hängen, dass der Hund springen muss und den Hund auf Distanz schicken.

 

 

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Clickertraining

21. September 2012 in Grunderziehung (nicht nur) für Welpen, Spiele für Zuhause

 

Ein Clicker ist eine Art Knackfrosch, der ein kurzes klickendes Geräusch macht, wenn man drauf drückt. Dieses Clicken wird für den Hund die Ankündigung einer Belohnung. Der Clicker hilft dabei, einem Hund punktgenau mitzuteilen: exakt das war super!! Das kann man natürlich auch auf viele andere Arten, aber das Clickertraining hat verschiedene Vorteile:

 

Clickertraining fördert die Aufmerksamkeit

Clickertraining fördert die Aufmerksamkeit

Zum einen ist so ein Click deutlich schneller, als ein Fein oder gar das Geben einer Futterbelohnung oder das Werfen eines Balles. Mit dem Clickertraining kann der Hund beispielsweise problemlos lernen, auf Kommando zu nicken, indem man kleine Kopfbewegungen mit einem Click belegt. Ein gesprochenes „Fein“ ist dafür kaum exakt genug.

Das führt zum nächsten Vorteil: das Timing des Menschen wird geschult. Der Mensch lernt, genau aufzupassen und genau im richtigen Moment zu bestätigen. Der Hund lernt, genau darauf zu achten, wofür er den Click bekam. Sowohl Hund als auch Halter werden somit für belohnenswertes Verhalten und richtiges Timing sensibilisiert.

 

In der Tierausbildung wird ein solches System schon länger verwendet. Z.B. kann man Hühnern richtige Choreografien beibringen, Delfine lernen so ihre Tricks und auch bei der Ausbildung von Filmtieren wird gerne mit dem Clicker gearbeitet. Das Prinzip ist einfach: Tiere tun Dinge, die sich für sie lohnen und lassen solche, die sich nicht lohnen. Mit dem Clicker teilt man dem Tier exakt mit, welches Verhalten sich lohnt, steigert damit die Wahrscheinlichkeit, dass es gezeigt wird und macht es schließlich abrufbar.

 

das Target

Wird ein Hund über Futter in eine bestimmte Position gelockt, nimmt er in erster Linie das Futter wahr, nicht aber, was er eigentlich gerade tut. Wird der Hund in die Position gedrückt, ist die Übung wenig angenehm für ihn. Mit dem Clicker wird bestätigt, wenn er die Aktion oder auch nur Ansätze dazu von sich aus zeigt. Das bedeutet, der Hund lernt, dass es sich lohnt mitzudenken und Dinge anzubieten. Außerdem muss man hinterher keine Führhilfen abbauen und kein Futter

der Hund lernt es zu berühren

oder Spielzeug in der Hand halten, damit der Hund die gewünschte Aktion zeigt.

 

Ein Beispiel: man möchte, dass der Hund auf einen Gegenstand zugeht und diesen mit der Schnauze berührt. Den ersten Click gibt es für ein zufälliges Ansehen des Gegenstandes: jetzt hat der Hund eine Ahnung, worum es geht. Er macht einen zögerlichen Schritt darauf zu, dafür kommt der nächste Click. Jetzt nähert er sich freudig dem

und kann so z.B. auch lernen, Lichtschalter zu bedienen

Gegenstand, wieder ein Click. Angekommen rätselt der Hund. Ein Hund, der Clickertraining kennt, wird nun sofort verschiedene Verhaltensweisen mit diesem Gegenstand anbieten. Aber auch wenn der Hund noch wenig an Clicker-Erfahrung hat, wird er sich mit dem Gegenstand beschäftigen. Z.B. wird er den Kopf in die Richtung strecken, um zu sehen, was daran so interessant ist. Dafür kommt der nächste Click. Der Hund hält den Kopf versuchsweise wieder hin, wieder ein Click! Beim nächsten Versuch zögert man kurz mit dem Click.

Der Hund weiß, dafür gab es doch gerade noch was und wird deutlicher, der Kopf geht näher ran. Und in kürzester Zeit hat er den Gegenstand berührt. Stellt man den Gegenstand nun in die andere Ecke des Raumes, wird der Hund ohne zu zögern hinlaufen und ihn berühren.

Dieses Vorgehen nennt man „shapen“, also formen. Je mehr Erfahrung ein Hund hat, umso größer ist sein Wissen um verschiedene Aktionen, die er anbieten könnte. Es wird immer leichter, dem Hund Neues beizubringen. Das Shapen hat aber noch einen weiteren Vorteil: der Hund lernt, dass es sich lohnt immer besser zu werden. Beispiel: soll der Hund länger Fuß laufen, verliert er oftmals irgendwann die Lust. Ein „Clicker-Hund“ wird sich im Gegenteil eher bemühen, noch besser zu laufen, um dadurch den Click doch noch zu bekommen.

 

das Gitterrost verliert langsam seinen Schrecken

Das Clickertraining kann man auch nutzen, um Hunden die Angst vor Gegenständen zu nehmen. Hat ein Hund z.B. Angst vor dem Betreten einer offenen Treppe, kann er diese durch den Clicker schnell viel positiver wahrnehmen. Schon alleine das Anschauen wird ja belohnt. Der Hund wird zu nichts gezwungen, aber jede seiner mutigen Aktionen wird sofort positiv bestätigt. So fällt die Annäherung und schließlich das erste draufstellen einer Pfote schon viel weniger schwer.

 

Mit Katzen funktioniert Clickertraining ebenfalls gut. So kann man Katzen hierüber z.B. die Scheu vor einer Transportbox abtrainieren.

 

Ein weiterer Vorteil ist, der Clicker klingt immer gleich. Nie genervt, nie ungeduldig, nie aufgeregt und ist nicht falsch zu verstehen. Letzteres ist gerade auch für Menschen eine große Hilfe, die ihren Hund sonst sehr zutexten, ohne dass der Hund den Sinn versteht. Der Hund gewinnt insgesamt durch das Clickertraining an Selbstbewusstsein, kommt er doch selbst auf die richtige Lösung.

 

Und das Beste ist: er lernt sehr schnell und vor allem speichert er sicher ab. Ein Beispiel: wenn wir von jemandem durch eine fremde Stadt geführt werden, müssen wir uns nicht auf den Weg konzentrieren. Wir lassen uns treiben, nehmen die Sehenswürdigkeiten mit, würden den Weg alleine aber später kaum wieder finden. Müssen wir uns den Weg dagegen selbst suchen, ist er fest in uns abgespeichert.

 

Ein letzter wichtiger Punkt: der Hund lernt mit Frustration umzugehen. Wenn für ein Verhalten kein Click kommt, gibt er nicht auf oder wird erregt, sondern probiert eben etwas anderes aus.

 

Das Clickertraining ist für einen Hund relativ anstrengend, da er sich sehr konzentrieren und vor allem mitdenken muss. So sollten die Trainingseinheiten immer kurz gewählt werden. Der Vorteil dabei ist, durch 5 Minuten Clickertraining kann man den Hund ähnlich müde machen, wie durch 15 Minuten Ballspiel.

 

 

der Aufbau des Clickertrainings

 

Clicker und Belohnung

Der Clicker ist nicht die Belohnung für den Hund, sondern das Versprechen einer Belohnung. Der Hund muss also am Anfang verknüpfen, dass das Click-Geräusch ein Leckerchen ankündigt. Theoretisch könnte man auch mit einem Spiel belohnen, nur wäre das in der Praxis später schwer umzusetzen. Man stelle sich die oben beschriebene Übung mit dem Annähern und Berühren des Gegentands vor, wenn nach jedem Click ein wildes Spiel folgt.

 

Der erste Schritt besteht darin, den Clicker zu konditionieren, so dass das Geräusch für den Hund wichtig wird und er es mit Futter verbindet. Das macht man, indem man auf den Clicker drückt und dem Hund sofort im Anschluss ein Futterstück gibt, das Ganze etwa 10-mal hintereinander. Der Hund muss noch nichts dafür tun, er soll nur lernen Click = Futter. Das kann man über einen Tag verteilt mehrfach machen, was zur Konditionierung meist ausreicht.

 

Am nächsten Tag stellt man dem Hund seine erste Aufgabe. Sehr beliebt zum Einstieg, ist das Berühren eines „Targets“ (Zielobjekt). Das kann z.B. die eigene Hand, eine Fliegenklatsche, ein Stab oder ein beliebiger Gegenstand sein. Man hält das Target in der einen Hand, den Clicker in der anderen. Zu Anfang wird jeder Blick auf das Target sofort geclickt. Und auf jeden Click folgt ein Leckerchen. Das Futter wird erst nach dem Click hervor geholt und nicht in der Hand gehalten. Der Hund soll sich ganz auf die Übung konzentrieren, nicht auf das Futter. Man muss sich mit der Leckerchen-Gabe nicht sonderlich beeilen, der Hund kennt die Zuordnung ja bereits.

Die meisten Hunde begreifen innerhalb weniger Versuche, dass es an ihnen liegt, ob ein Click-Geräusch kommt oder nicht. Wenn der Hund mehrfach hintereinander gezielt den Kopf Richtung Target gedreht hat, wartet man beim nächsten Versuch mit dem Click etwas ab. Der Hund wird es nun deutlicher versuchen, er weiß ja, eigentlich sollte das belohnt werden. Nun clickt man immer dann, wenn der Hund den Kopf ein wenig näher an das Target bewegt. Die meisten Hunde werden schnell dazu übergehen, dieses zu berühren. Hat der Hund das Target berührt, feiert man ihn und unterbricht die Übung. Sehr wahrscheinlich wird der Hund bei der nächsten Übungsrunde das Target sofort berühren.

Nun kann man das Target z.B. auf den Boden legen und dem Hund beibringen, es auch dann zu berühren. Wieder wird die Annäherung, dann das Berühren bestätigt. Das führt dazu, dass man den Hund auch gezielt auf Distanz zum Target schicken kann.

 

Ganz zum Schluss erst, wenn der Hund das Target bei jedem Versuch sicher berührt, wird ein Kommando eingeführt, z.B. “touch”. Zu diesem Zweck sagt man zu Anfang gleichzeitig mit dem berühren das Kommando. Schließlich darf der Hund sich erst dann dem Gegenstand nähern, wenn das Kommando gesagt wurde.

 

Auch kann man dem Hund beibringen, dem Target mit der Schnauze zu folgen. Wenn der Hund das Target berührt, zieht man es langsam von ihm weg. Folgt der Hund, kommt der Click. So kann man den Hund führen, ohne ihn berühren zu müssen.

 

Als nächste Clicker-Übung kann man den Hund selbst etwas anbieten lassen. Beispielsweise kann man ihm ein robustes Spielzeug-Auto zur Verfügung stellen und schauen, was er damit macht. Wieder wird erst der Blick dahin, dann die Annäherung geclickt. Der Rest steht dem Hund frei. Vielleicht stellt er die Vorderpfoten drauf, vielleicht stupst er es an?

Auch eine stabile Kiste kann ein Übungsobjekt werden: der Hund kann sie umkippen, sich rein legen, drauf stellen, sie anbellen…

 

Hunde, die bisher durch genaue Anleitung ausgebildet wurden und wenig mitdenken durften, tun sich zu Anfang oft schwer mit dem Clickern. Haben sie das Prinzip aber erst mal verstanden, bieten sie genau so begeistert an.

Meine Hündin war damit anfangs auch überfordert. Sie saß vor mir und schaute mich an. Sie hat sehr viel Geduld und saß einfach nur reglos da, mit der Erwartung, dass ich ihr irgendwann schon mitteile, was sie tun soll. Ich war fest entschlossen, so lange zu warten, bis sie irgendeine Aktion zeigen würde, egal was. Irgendwann fiel mir auf, ab und an bewegte sie leicht den Kopf. Keine deutliche Bewegung, aber immerhin. Ich clickte nun also bei jeder zufälligen Kopf-Bewegung und hatte innerhalb nicht mal einer Minute einen enthusiastisch nickenden Hund vor mir sitzen. Damit war das Eis gebrochen, sie hatte das Prinzip verstanden.

 

Man kann dem Hund natürlich nicht nur „Blödsinn“ und Tricks beibringen, sondern auch Grundgehorsam, z.B. korrektes Fußlaufen, Sitz oder apportieren.

 

Neben dem Shapen kann man auch zufällig gezeigte Verhaltensweisen belohnen. Der Hund streckt sich? Clicken und nach kurzer Zeit macht der Hund auf Kommando einen Diener. Der Hund schüttelt sich? Clicken und in Zukunft kann man dem Hund mitteilen, dass er sich nach dem Regen-Spaziergang draußen schütteln soll, statt im Flur. Und ein Welpe kann so Sitz oder Platz lernen, das macht er ja auch oft genug am Tag von selbst.

 

Hilfreich ist auch ein „Schade“-Kommando, um dem Hund zu vermitteln, dass er gerade auf dem falschen Weg ist. Das kann man z.B. so aufbauen: Man stellt eine Pylone auf und clickert erst die Annäherung, dann das Berühren oder daneben setzen/legen. Dann stellt man eine zweite Pylone auf (während der Hund noch bei der ersten ist) und wartet. In der Regel wird der Hund nun zur neuen Pylone laufen. Dafür gibt es dann ein „schade“. In dem Moment, wo er dann mal wieder in Richtung erster Pylone schaut, wieder ein Click. Der Hund bekommt also kein Abbruchkommando sondern wird über „schade“ und click in die gewünschte Richtung geleitet. Ähnlich wie “heiß” und “kalt” beim Topfschlagen.

 

Neben dem Shapen gibt es auch das Gegenteil: biete irgendwas an, es muss aber etwas anderes sein, als was du gerade getan hast. Dies ist keine Einsteiger-Übung und fordert dem Hund einiges ab. Er kann z.B. ganz ohne Gegenstand verschiedene Dinge anbieten: Männchen, Platz, Bellen, Winken, um die eigene Achse drehen… Der Hund darf zeigen, was immer er will, nur nicht mehrmals hintereinander die gleiche Übung.

 

Hunde brauchen Beschäftigung

19. September 2012 in Freizeitspaß, Spiel, Sport und Spaß

 

Spiele und Beschäftigung mit dem Hund dienen nicht nur der Auslastung. Sie fördern die Kommunikation zwischen Hund und Halter, den Willen zur Zusammenarbeit und gegenseitiges Vertrauen. Die Möglichkeiten, sich mit seinem Hund zu beschäftigen, sind dabei ungemein vielfältig. Für jeden Hundetyp, mit seinen Talenten und Vorlieben, ist das Passende dabei.

 

 

Hunde brauchen Beschäftigung

 

Die meisten Hunderassen wurden für bestimmte Aufgaben gezüchtet. Sie waren einst ausdauernde Jagdhelfer, mutige Wächter oder reaktionsschnelle Schafhüter. Heute sind die meisten Hunde in Deutschland eher Alltagsbegleiter, ohne bestimmte Aufgaben. Die Arbeitsfreude ist aber bei vielen Hunden erhalten geblieben. Einige davon finden sich damit ab, ein Leben in Arbeitslosigkeit zu führen, andere suchen sich eigene Aufgaben, die nicht immer im Sinne ihrer Besitzer sind. Sie gestalten den Garten um, melden lautstark jedes Geräusch, ziehen die Wohnzimmertapete von der Wand oder jagen Lichtreflexe und Autos. Manche Hunde gehen sogar so weit, sich selbst zu verstümmeln (z.B. exzessives Pfoten lecken oder an der Rute knabbern) oder entwickeln Stereotypien wie ausdauerndes Schwanzjagen oder scharren.

 

Beschäftigung mit dem Hund schafft aber nicht nur Auslastung, sondern fördert auch die Zusammenarbeit und das Vertrauen ineinander. Der Mensch lernt, seinen Hund besser zu lesen und auch die Kommunikation wird verbessert. Wie vermittelt man dem Hund Ruhe, wir Spannung? Wie lässt er sich motivieren? Wie sieht der Hund aus, wenn er einer Lösung nahe ist, etwas gewittert hat oder aber überfordert oder müde ist? Auf der anderen Seite ist auch der Hund sehr motiviert, seinen Menschen zu verstehen: was meint der Mensch mit dieser Körperhaltung, der Armbewegung, den Lauten? Dies hilft auch in vielen Alltagssituationen oder bei den Grundgehorsamsübungen. Für einen Hund ist es kein Unterschied, Sitz zu lernen oder aber Pfötchen zu geben. Beides sind „Tricks“ für ihn.

 

Was für welchen Hund geeignet ist, ist dabei ganz unterschiedlich. Hunde bringen, je nach Rasse und Veranlagung, verschiedene Talente mit. Der eine Hund liebt das stöbern und suchen mit der Nase, der nächste reagiert blitzschnell auf die kleinsten Zeichen seines Menschen, wieder ein anderer ist wendig mit tollem Körpergefühl, ein weiterer liebt es zu rennen oder löst gerne kleine Denkaufgaben. Aufzwingen sollte man seinem Hund nichts. Es geht um die Freude an der gemeinsamen Arbeit und um die Auslastung des Hundes. Wenn der Hund an etwas partout kein Interesse zeigt, probiert man eben etwas anderes aus. Der Weg ist das Ziel. Die Zusammenarbeit, das Mitdenken, das Lernen neuer Dinge. Vielleicht lernt der Nachbarshund in einem Monat 10 neue Tricks und der eigene hat in derselben Zeit nur zwei geschafft. Falls der Hund diese aber mit Begeisterung gelernt hat und nach jeder Übungseinheit zufrieden geschlafen hat, kann es doch gar nicht besser sein.

 

Beschäftigung kann auch helfen, Probleme und Ängste zu bewältigen. Falls der Hund sich z.B. ungern an den Pfoten berühren lässt, können freudig aufgebautes „Pfötchen geben“ oder „High 5“ Abhilfe schaffen. Hat der Hund Angst vor Regenschirmen, kann man den Regenschirm mit Futter darunter in einen Such-Parcour einbauen oder den Schirm als Hürde beim Garten-Agility nutzen. Allgemein schafft jede erfolgreich gelöste Aufgabe Selbstvertrauen. Der Hund kann so lernen, neue Dinge mutig in Angriff zu nehmen und verschiedene Problemlösungen auszuprobieren, anstatt ängstlich in Passivität zu „erstarren“. Sehr aufgedrehte Hunde profitieren dagegen von ruhiger Arbeit, Such- und Denkspielen. Sie lernen konzentrierte Mitarbeit und sich auch mal zurück nehmen zu können.

 

 

Grundregeln für Übungen und Beschäftigung mit dem Hund

 

Ganz wichtig ist, den Hund nicht zu überfordern. Der Hund soll Spaß an den Übungen haben, Zwang ist unnötig und völlig kontraproduktiv. Kleine Schritte und viele Erfolgserlebnisse sind beim Aufbau neuer Übungen unabdingbar. Am Hund zu ziehen, ihn in Position zu drücken oder ungeduldig zu werden, bewirkt nur, dass der Hund die Freude an der Zusammenarbeit verliert.

Vor allem komplexe Dinge begreift der Hund am schnellsten, wenn er sich den Weg selbstständig erarbeitet. Man selbst kennt das auch: wenn man in einer fremden Stadt mit Jemandem unterwegs ist, der sich auskennt und führt, ist man hinterher kaum in der Lage, die Strecke selbsttätig wieder zu finden. Muss man sich den Weg dagegen selbst suchen, hat man ihn dadurch fest abgespeichert. Für Übungen mit dem Hund heißt das: man gibt ein Feedback (oder die Übung ist beim richtigen Weg selbstbestätigend), lässt den Hund aber probieren und selbst Lösungsvorschläge machen.

 

Wichtig ist es auch, die Übung zu beenden, bevor der Hund die Lust verliert. Dabei sollte die letzte Übung immer mit einem Erfolgserlebnis für den Hund enden. Klappt es mit der eigentlich geplanten Übung nicht, macht man zum Abschluss etwas anderes oder geht noch einmal einen Trainingsschritt zurück. So ist der Hund beim nächsten mal wieder mit Begeisterung dabei.

 

Falls eine Übung nicht funktioniert, kann das verschiedene Ursachen haben: vielleicht hat man es nicht geschafft, mit dem Hund so zu kommunizieren, dass er verstehen konnte. Vielleicht waren die Anforderungen zu hoch, die Ablenkung zu stark oder man selbst oder der Hund hat einfach einen schlechten Tag. In dem Fall ist es besonders wichtig, nicht auf Teufel komm raus noch irgendwie zu einem Ergebnis kommen zu wollen, sondern die Übungseinheit positiv zu beenden und eine Pause zu machen. Oft kommt man so auf neue Aufbaumöglichkeiten oder Fehlerquellen. Manchmal hat es auch den Anschein, der Hund musste nur mal „drüber schlafen“, beim nächsten Versuch klappt es dann.

 

Zu einer gelungenen Beschäftigung mit dem Hund gehört eine entspannte Atmosphäre. Gerade bei neuen Übungen ist es sehr wichtig, dass sowohl man selbst, als auch der Hund gut gelaunt sind und auch die Umgebung wenig Stressfaktoren oder Ablenkung bietet. Eine ruhige Wiese, oder fast noch besser: das Wohnzimmer oder der eigene Garten, eignen sich für das Erlernen von Neuem meist am besten. So fällt auch der Erfolgsdruck durch eventuell vorhandene Zuschauer weg. Klappt es dort gut und der Hund ist mit Freude dabei, kann die Ablenkung dann langsam gesteigert werden. Mit etwas Glück, wird der Hund so mit der Zeit auch auf Spaziergängen deutlich ansprechbarer und interessierter an seinem Besitzer (siehe auch: „Spaziergänge interessant gestalten“).

 

 

mein Hund mag nicht spielen…

 

Manche Hunde haben nie gelernt, dass man sich mit Menschen beschäftigen kann oder zeigen aus einem anderen Grund kein Interesse an den Spielvorschlägen. Bevor man aufgibt, sollte man aber die Motivation des Hundes hinterfragen. Vielleicht ist er gehemmt, da er bislang eher negative Erfahrungen gemacht hat, wenn er sich bei Übungen selber einbringt. Vor allem sehr streng erzogene Hunde zeigen dieses Verhalten: lieber überhaupt nichts zu machen, als das Falsche. Ein Clicker kann hier helfen, um dem Hund zu vermitteln, dass sich Angebote zur Mitarbeit und Eigeninitiative lohnen.

 

Einige Hunde haben eine sehr geringe Frustrationstoleranz oder eine kurze Konzentrationsspanne. Hier helfen winzig kleine Schritte mit sofortigen Erfolgserlebnissen. Hat der Hund Feuer gefangen, kann man die Ansprüche langsam steigern.

 

Manche Menschen wissen nicht, wie sie ihren Hund motivieren sollen. „Der Hund hat doch kein Interesse an mir, der schnüffelt draußen nur!“. Na ist doch prima, der Hund setzt also gerne seine Nase ein. Es gibt unzählige Möglichkeiten zur Nasenarbeit, die dem Hund vermitteln, dass schnüffeln mit Frauchen/Herrchen zusammen sogar noch toller ist.

 

Viele Hunde sind über Futter gut zu motivieren. Frei lebend würde ein guter Teil ihrer wachen Zeit für die Suche nach Nahrung verwendet werden, sowohl bei Wildhunden, als auch bei Straßenhunden. Sie erschnüffeln, sie buddeln, sie pirschen sich an, hetzen oder müssen sich etwas einfallen lassen, um an Nahrung in Mülltonnen oder an erhöhten Stellen zu gelangen. Und Hunde sind bestens dafür ausgerüstet: sie besitzen eine phantastische Nase, ein gutes Gehör, sind ausdauernd, mit einem schnellen Reaktionsvermögen. Was liegt näher, als den Haushund ebenfalls über den Futtererwerb Auslastung zu bieten. Eben in Form von Such-, Denk- und Jagdspielen. Auch eher mäkelige Fresser lernen so durchaus, Futter wieder interessanter zu finden und mehr zu schätzen. Natürlich kann man seinen Hund auch sehr gut auslasten, ohne Futter einzusetzen. Aber alleine, den Hund einen Teil des Futters erarbeiten zu lassen, statt es aus dem Napf zu füttern, bedeutet für ihn ein erhebliches Mehr an Auslastung.

 

 

Der Ball-Junkie

 

Viele Menschen denken beim Thema Auslastung des Hundes als erstes an Joggen oder Ball werfen. Hunde können aber so viel mehr, als nur stupides hinterher rennen, dass es schade wäre, wenn die Beschäftigung mit dem Hund darauf beschränkt bliebe.

 

Speziell das Ball-Spielen ist auch eher mit Vorsicht zu genießen. Das Hetzen als Teil der Jagdsequenz ist tatsächlich bei vielen Hunden sehr beliebt. Bei der Jagd werden Hormone im Hundekörper ausgeschüttet, die dafür sorgen, dass er Höchstleistung erbringen kann, Schmerzen kaum wahrnimmt und Müdigkeit ignoriert. Adrenalin pusht auf, Endorphine sorgen für Glücksgefühle. Synthetische Drogen für Menschen haben ähnliche Effekte. So ist es kaum verwunderlich, dass einige Hunde regelrecht abhängig von Bällen werden. Ist ein Ball in der Nähe, stehen sie unter Strom, blenden alles andere aus und gieren nach dem nächsten Ballwurf. Das ist Stress pur. Bei einigen Hunden geht es sogar so weit, dass sie noch mehr unter Stress stehen, wenn der Ball auf einem Spaziergang mal nicht dabei ist. Man kann jetzt einwenden, dass Hunde in freier Wildbahn ja auch jagen. Dann gehört allerdings auch das Suchen, Anpirschen und sich zurück nehmen können dazu. Die Momente, in denen sie dabei unter Hochspannung die Beute hetzen, sind tatsächlich sehr kurz und enden in Entspannung beim anschließenden Fressen.

 

Als Super-Belohnung oder zur Ablenkung in kritischen Situationen lässt sich ein Ball bei solchen Hunden tatsächlich nutzbringend einsetzen. Ein fröhliches Spiel ist der Ball für einen solchen Hund aber schon lange nicht mehr.

 

Dazu kommt, dass es sich nicht um ein gemeinsames Spiel mit dem Halter handelt. Der Hund wäre in der Regel genau so „glücklich“, würde man ihm eine Ballwurf-Maschine vor die Nase setzen. Bei einigen Hunden führt ein „grenzenloses“ Ball-Spiel auch dazu, dass sie allgemein wesentlich stärker auf Bewegungsreize reagieren. Die Ansprechbarkeit des Hundes bei Jagdreizen lässt nach, da er es gewohnt ist, sich sofort ohne Überlegung hinterher zu stürzen.

 

Oft reagieren vor allem Arbeitsrassen stark auf Ballspiele, als wäre ihnen diese stupide Auslastung immer noch lieber, als überhaupt keine. Man beobachte z.B. einen Border Collie beim Hüten. Die Arbeit an den Schafen ist sehr komplex, immer wieder entstehen neue Situationen, auf die der Hund sich einstellen und Lösungen finden muss. Er muss konzentriert arbeiten und sich auch im richtigen Moment zurück halten können. Ein völlig anderes Bild, als ein Border Collie, der völlig überdreht immer wieder die gleiche Strecke zwischen Halter und Ball zurück legt…

 

Ganz verzichten muss man auf Ballspiele natürlich nicht. Die meisten Hunde reagieren auf gelegentliches Ball-Spiel, und bei genug alternativer Beschäftigung, längst nicht so extrem.

 

Deutlich sinnvoller und abwechslungsreicher wird das Ball-Spiel durch kleine Aufgaben. Man kann vom Hund z.B. verlangen, dass er immer erst auf das Kommando wartet, bevor er hinterher läuft. Dies ist eine schöne Übung zur Impulskontrolle, die einem auch beim Anblick von Wild helfen kann. Auch kann man üben, dass der Hund sich auf dem Weg zum Ball ins Platz legen oder wieder abrufen lässt. Man kann mehrere Bälle werfen und diese den Hund in vorgegebener Reihenfolge apportieren lassen. Oder den Ball verstecken und den Hund suchen lassen. Dies lastet den Hund auch wesentlich besser aus, als reines Hetzen und fördert die Zusammenarbeit zwischen Mensch und Hund. Wer nicht in der Lage ist, seinen Hund (ruhig) ohne Leine bei sich zu halten, wenn ein Ball fliegt, sollte seine bisherige Spielweise jedenfalls dringend überdenken.

 

Noch eine kurze Anmerkung zu Stöcken: diese kann sich der Hund beim fangen oder drauf stürzen in den Rachen rammen, was zu sehr unschönen Verletzungen führt. Auch abgekaute verschluckte Stock-Bestandteile können mit ihren spitzen Enden im Darm zu bösen Verletzungen führen. Sicherheitshalber sollten Stock-Spiele tabu sein. Ähnliches gilt für Steine, die beim Spielen gerne verschluckt werden und teils ohne OP nicht wieder zum Vorschein kommen.

 

Familienfreundliche Ausflugstipps mit Hund

27. August 2012 in Ausflugstipps in Deutschland, der Familienhund

 

Endlich Wochenende, die Sonne scheint, auf zum Familienausflug! Kinder und Hunde dabei unter einen Hut zu bekommen, ist allerdings gar nicht so einfach. Abenteuerspielplätze, Freibäder und viele Zoos sind für Hunde nicht zugänglich. Für Wanderungen sind dagegen viele Kinder nicht zu begeistern.

 

Hier werden Ausflugstipps vorgestellt, die für Kinder und Hunde geeignet sind.

 

Geocaching: Mit GPS-Gerät auf der Suche nach dem Schatz: macht Kindern Spaß, während die Hunde den Spaziergang genießen. Informationen: http://www.geocaching.de/

 

Zelten: Auf den meisten Campingplätzen sind Hunde angeleint erlaubt und gerade für Kinder im Grundschulalter ist es ein tolles Abenteuer.

 

Brucher Talsperre

Wasserspaß: Es muss nicht immer ein Freibad sein. An vielen Seen oder Talsperren sind Hunde am Wasser erlaubt, so dass einem gemeinsamen Badespaß nichts im Wege steht. Wer besonders geeignete Seen kennt, kann uns gerne eine Mail schicken, dann stellen wir sie an dieser Stelle vor.

 

Tierparks: in den meisten Zoos sind Hunde nicht gestattet, aber es gibt Ausnahmen wie z.B. den Allwetterzoo Münster, den Naturzoo Rheine oder die Zoom Erlebniswelt in Gelsenkirchen. Nachfragen bei den Zoos in der Nähe lohnt.

Bei Wildparks ist die Wahrscheinlichkeit allgemein sehr viel höher, dass auch der Hund mit darf. Der Besuch des Wildparks lohnt vor allem im Frühjahr, wenn viele Jungtiere zu beobachten sind.

 

Abenteuerspaziergänge: eine Schnitzeljagd, die Suche nach besonderen Pflanzen und Pilzen, Spielen an Bächen und erklimmen von umgestürzten Bäumen, das Erkunden von Überresten alter Burgen, dazwischen ein Picknick, das ist für Kinder und Hunde interessant. In vielen ländlichen Gemeinden gibt es Themenwanderwege, nachfragen kann man beim zuständigen Wanderverein, bei der Gemeindeverwaltung oder in der Touristen-Information.

 

Erlebnisparks: In vielen Freilichtmuseen sind Hunde angeleint erlaubt, allerdings oft nicht in den Häusern.

Freilichtmuseum Slawendorf Groß Raden

Für kleine Kinder ist der Deutsche Märchenwald in Altenberg ein besonderer Tipp: Viele Märchen werden durch bewegte Figuren und eine Erzählerstimme erlebbar, dazu gibt es Streicheltiere und rund um den Märchenwald finden sich viele Wanderwege durch die grüne Hügellandschaft und entlang der Dhünn. Im Märchenwald sind Hunde angeleint erlaubt.

Ein weiterer Tipp ist der Grugapark in Essen, der ebenfalls Hunde angeleint erlaubt. Hier gibt es unter anderem einen Streichelzoo, einen Irrgarten, viele Spielplätze, einen Ponyhof, einen Barfußpark und vieles mehr.

Der Archäologische Park Xanten ist ein Erlebnispark rund um das Leben der Römer, die vor etwa 2000Jahren als Besatzungsmacht hier waren. Der Park beinhaltet Ausgrabungen, Nachbauten, Erlebnispavillons, ein Museum und Spielplätze. In den Außenbereichen sind Hunde angeleint willkommen.

Der Dinopark Münchehagen ist ein Erlebnispark zum Thema Dinosaurier. Es gibt lebensgroße Modelle, Infos zu Forschung und Ausgrabungen, Mitmach-Aktionen und Abenteuerspielplätze. Hunde sind angeleint willkommen.

Urlaub mit Hund in Spanien

24. April 2012 in Länderinformationen

 

praktische Informationen

 

L’Estartit

Einreise: Deutsche Staatsbürger können visumfrei mit Reisepass oder Personalausweis nach Spanien einreisen.

 

Währung: In Spanien ist die Landeswährung der Euro. Kreditkarten werden in größeren Geschäften, Hotels und Banken akzeptiert, an Geldautomaten auch EC-Karten.

 

Sommerferien: Spanische Schulkinder haben etwa 12 Wochen Sommerferien, von Mitte Juni bis Mitte September. In dieser Zeit wird es kaum möglich sein, den Hund mit an Touristenstrände zu nehmen und auch die beliebteren Wandergebiete sind gut besucht.

 

Pyrenäen-Vorland

Klima: Das Klima ist in den verschiedenen Regionen Spaniens sehr unterschiedlich. Die Spanische Riviera und Zentralspanien sind im Sommer sehr heiß und trocken und eignen sich eher von Herbst bis Frühjahr für einen Urlaub mit Hund. In Zentralspanien kann es dabei im Winter sehr kalt werden und auch schneien. Eine Alternative für die Sommermonate wären die etwas kühlere Atlantikküste oder die Kanaren. Beide Regionen weisen das ganze Jahr über ein angenehm mild-warmes Klima auf. Daneben hat Spanien unter anderem mit den Pyrenäen auch kühles Gebirgsklima zu bieten.

 

Autofahren: In Spanien herrscht wie in Deutschland Rechtsverkehr. Das Straßennetz ist gut ausgebaut und größtenteils in keinem schlechteren Zustand, als in Deutschland. Tankstellen gibt es reichlich. Für PKW beträgt das Tempolimit auf Autobahnen 120km/h, auf Landstraßen 90km/h und Innerorts 50km/h, sofern nicht anders angegeben. Einige Autobahnen sind gebührenpflichtig, diese sind mit „AP“, statt nur mit „A“ beschildert. Die Promille-Grenze liegt bei 0,5, für Fahranfänger bei 0,3 Promille. Eine gelbe Linie oder ein gelber Bürgersteig weisen auf ein Parkverbot hin. Bußgelder liegen allgemein eher über deutschem Niveau. Der Hund muss im Auto durch ein stabiles Trenngitter vom Fahrerraum getrennt sein oder in einer Box reisen. Ein Anschnall-Adapter wird nicht mehr als ausreichende Sicherung anerkannt. Es müssen 2 Warndreiecke mitgeführt werden, um auch den Gegenverkehr warnen zu können, außerdem eine Warnweste und Ersatzglühbirnen. Eine grüne Versicherungskarte wird empfohlen. Über weitere Verkehrsregeln informiert z.B. das Spanische Fremdenverkehrsamt oder der ADAC.

 

Stausee von Sau in Katalonien

 

der Hund im Urlaub

Spanien wird oft als wenig hundefreundliches Reiseland angesehen. Tatsächlich sind viele Spanier allerdings hundefreundlicher, als ihr Ruf und viele Orte des Landes können durchaus für einen gelungenen Urlaub mit Hund geeignet sein. Wichtig ist vor allem eine gute Planung des Urlaubs. Die Mittelmeerküste und Zentralspanien sind für die meisten Hunde im Sommer viel zu heiß und allgemein werden (große) Hunde in Touristenzentren auch nicht besonders gern gesehen. In vielen Restaurants sind Hunde unerwünscht, an touristischen Stränden in der Saison ebenfalls. In Hotels dürfen (kleine) Hunde häufig zwar mit ins Zimmer, aber nicht mit ins Restaurant, in den Pool-Bereich oder in andere Gemeinschaftsräume. In der Nebensaison, in den Gebirgsregionen und an der Atlantikküste wird man dagegen in der Regel immer auch Orte finden, an denen man Spazierwege und auch den Strand mit dem Hund zusammen genießen kann. Sehenswürdigkeiten sind mit Hund im Normalfall nicht zu besichtigen.

 

Costa Brava bei Llafranc

Ein größeres Problem ist der gesundheitliche Aspekt: In Spanien kann sich der Hund mit den „Mittelmeerkrankheiten“ wie Leishmaniose, Babesiose oder den gefürchteten Herzwürmern anstecken. In jedem Fall sollte man sich vor Reiseantritt genau von seinem Tierarzt beraten lassen, wie man am besten vorbeugen kann und welche Vorsichtsmaßnahmen vor Ort eingehalten werden sollten. Im Hinterland muss zudem mit Giftködern und vor allem Sonntags auch mit Jägern gerechnet werden. Der Hund sollte sich daher immer in unmittelbarer Nähe seines Menschen befinden.

 

Tierärzte, auch deutschsprechende, gibt es in den größeren Touristenzentren in ausreichender Anzahl.

 

Leinenpflicht: Die Leinenpflicht wird regional geregelt. Man sollte sich hierzu im Vorfeld bei der regionalen Tourismuszentrale erkundigen. In einigen Regionen Spaniens müssen (große) Hunde obligatorisch in der Öffentlichkeit einen Maulkorb tragen, z.T. wird es auch situationsabhängig verlangt. Zur Sicherheit sollte ein Maulkorb mit in den Urlaub genommen werden, auch wenn der Hund ihn in den meisten Situationen nicht wird tragen müssen.

 

Badefreuden in der Nebensaison

Mitnahme von Hunden an Strände: In der Hauptsaison sind Hunde am Strand normalerweise verboten. In den Wintermonaten sind sie teils ohne Beschränkungen erlaubt, bzw. werden bei entsprechendem Benehmen toleriert. Einsame, abgelegene Strände sind mit Hunden teils auch im Sommer zu nutzen, zumindest an der Atlantikküste. Offizielle Hundestrände gibt es in Spanien so gut wie nicht.

 

Hunde in Restaurants und Hotels: In manchen Hotels sind Hunde erlaubt, in vielen nicht. Oft hängt es von der Größe und Anzahl der Hunde ab. In Restaurants sind Hunde in der Regel unerwünscht oder ganz verboten. Wenn es sich um einen freundlichen, ruhigen Kleinhund handelt, wird auf Nachfrage ab und an die Erlaubnis zur Mitnahme gegeben.

 

Hunde in Innenstädten und öffentlichen Verkehrsmitteln: Vor allem große Hunde werden in der Öffentlichkeit vielerorts nicht gerne gesehen. Kleinere Hunde gehören aber durchaus zum Straßenbild dazu. In jedem Fall sollte der Hund gut erzogen und friedlich sein und sich möglichst unauffällig verhalten. In öffentlichen Verkehrsmitteln dürfen Hunde in der Regel nicht mitfahren, in der Bahn sind sie teils in einer Box im Gepäckwagen zugelassen. Öffentliche Gebäude und Behörden dürfen Hunde nicht betreten.

 

 

zu beachten:

 

Wanderung bei Siurana

In Spanien bekämpft man das Problem der streunenden Hunde in den letzten Jahren stark. So wird man in Städten und an Touristenorten des spanischen Festlandes kaum noch auf Streuner treffen. Im Hinterland kann dies aber durchaus noch der Fall sein.

Entgegen der landläufigen Meinung, sind Streuner nicht automatisch „gut sozialisiert“ und friedlich. Diese Regel trifft in erster Linie auf Streuner in Touristenorten weltweit zu, weil Streuner dort von Touristen gefüttert werden und unfreundliche Hunde keinesfalls toleriert werden würden. Es wird also entsprechend „ausgesiebt“. Eventuell vorhandene Streuner im Hinterland verteidigen dagegen durchaus ihr Revier, sichert das doch halbwegs ihr Überleben. Zudem können Streuner eine Reihe von Krankheiten übertragen, so dass ein Kontakt zum eigenen Hund vermieden werden sollte.

 

Streunende Hunde werden in den meisten Regionen Spaniens sehr schnell eingefangen und ins nächste Tierheim gebracht. Die Tierheime haben dabei längst nicht immer deutsches Niveau, in einigen droht auch Einschläferung. Es ist daher extrem wichtig, den eigenen Hund so zu führen, dass er nicht eigenständig durch die Gegend streift oder sich z.B. einem Kaninchen hinterher selbständig macht. Für den Notfall sollte der Hund in jedem Fall gechipt und bei Tasso registriert sein sowie einen Adressanhänger mit Telefonnummer tragen.

 

Hunde müssen im Auto in Spanien gut gesichert sein, bestenfalls in einer festen Box transportiert werden oder durch ein stabiles Gitter vom Fahrerraum getrennt sein. Das Anschnallen des Hundes auf der Rückbank muss durch die Polizei nicht als ausreichende Sicherung anerkannt werden. Im Falle eines Unfalls bekommt man eine Teilschuld, falls nicht ausgeschlossen werden kann, dass der Hund den Fahrer behindert hat. Außerdem können bei nicht ausreichender Sicherung im Falle einer Verkehrskontrolle Bußgelder anfallen.

 

 

Einreisebestimmungen für Haustiere

 

Liguerre

Für Hunde, Katzen und Frettchen gelten die EU-Einreisebestimmungen. Für die Tollwutimpfung gilt dabei:

 

- zwischen der Tollwut-Erstimpfung und der Einreise nach Spanien müssen mindestens 4 Wochen liegen. Die Impfung darf maximal 12 Monate alt sein.

 

- Tiere unter 3 Monaten dürfen ohne Tollwutimpfung einreisen, brauchen aber eine Bescheinigung, nicht „wild“ (mit möglichem Kontakt zu Tollwutüberträgern) aufgewachsen zu sein oder müssen von ihrer Mutter begleitet werden.

 

Es kann es zu einer Übertragung von Leishmaniose, Babesiose, Ehrlichiose und Herzwurmerkrankungen kommen. Bezüglich Risiko und Prophylaxe sollte im Vorfeld ein Tierarzt konsultiert werden.

 

 

Anlagehunde

Nach Spanien dürfen erst einmal alle Rassen einreisen, es gibt aber durchaus eine Liste als gefährlich eingestufter Hunderassen. Hierzu gehören: Pit-Bullterrier, Staffordshire-Terrier, American Staffordshire-Terrier, Rottweiler, Dogo Argentino, Fila Brasiliero, Tosa-Inú und Akita-Inú. Welchen Beschränkungen oder Auflagen diese Hunde unterliegen, wird von Region zu Region anders gehandhabt. So werden diese Rassen im Allgemeinen in der Öffentlichkeit einen Maulkorb tragen müssen, in einige Regionen eventuell auch gar nicht erst einreisen dürfen.

Da sich diese Regeln und auch die darunter fallenden Rassen durchaus kurzfristig ändern können, sollten in jedem Fall aktuelle Informationen vor Reiseantritt für alle Regionen, durch die man reist, eingeholt werden. Im Zweifelsfall werden die Spanische Botschaft oder regionale Touristeninformationen hierzu Auskunft erteilen können.

 

 

Reisetipps

Valle de Pineta

Spanische Pyrenäen:

 

Spanien hat eine Reihe malerischer Pyrenäentäler mit vielen, gut beschilderten Wanderwegen zu bieten. Einige Gebiete sind zu Nationalparks erklärt worden, hier herrscht für Hunde Leinenpflicht und am Wochenende wird es voll. Ruhigeres und nicht weniger aussichtsreiches Wandervergnügen findet man in den Nachbartälern.

 

Das Pyrenäen-Vorland bietet ebenfalls viele ruhige Wanderwege in schöner Natur, dazu sehenswerte mittelalterliche Orte und erfrischende Stauseen.

 

 

Stauseen in Ostspanien

 

Es muss nicht immer das Meer sein. In Katalonien und Aragon befinden sich eine Reihe ruhiger, schöner Stauseen, an denen sich auch mit Hund Badeplätze finden lassen.

 

Stausee von El Grado

 

Kloster Montserrat

 

Kloster Montserrat

Das Benediktinerkloster mit Wallfahrtskirche ist eine viel besuchte Sehenswürdigkeit und damit auf den ersten Blick kein Reisetipp mit Hunden. Allerdings bietet die Umgebung des Klosters phantastische Wandermöglichkeit durch die bizarre Felslandschaft. Je weiter man sich vom Kloster entfernt, umso ruhiger wird es. Die Wanderwege enden meist an kleinen, sehenswerten Eremitagen. Hunde dürfen ihre Menschen angeleint in der Zahnradbahn begleiten, die einem den anstrengenden Aufstieg vom Kloster in die höheren Bergregionen erspart.

 

 

Montseny-Mittelgebirge:

 

Das gut 1700m hohe Gebirge befindet sich nur rund 30km von der Costa Brava entfernt und ist damit ein beliebtes Sommerfrische-Ausflugsziel. Es erwarten einen Wanderwege, spanienuntypischer Buchenwald und einige Einkehrmöglichkeiten. Im Frühjahr und Herbst ist es sehr ruhig, im Sommer dagegen genießen viele Spanier die Kühle.

 

 

Naturschutzgebiet Aiguamolls de l’Emporda

Naturschutzgebiet Aiguamolls de l’Emporda (bei Roses/Costa Brava):

 

Das seit 1983 bestehende Naturschutzgebiet ist das letzte verbliebene naturnahe Feuchtgebiet an der Costa Brava und damit ein Refugium für Zugvögel. Hier wurden zudem ein Informationszentrum, Wanderwege und Beobachtungsstellen für Besucher eingerichtet. Der Zutritt ist kostenfrei, Hunde dürfen ihre Menschen angeleint (!) begleiten.

 

 

Naturschutzpark Vulkane der Garrotxa:

 

Vulkane der Garrotxa

Mehr als 40 Vulkanhügel sind im Gemeindegebiet Garrotxa im Hinterland der Costa Brava zu finden. Der letzte von ihnen brach vor über 11.000 Jahren aus. Die meisten Vulkane sind heute nur noch als zu bewaldete Hügel zu erkennen. Interessant ist zudem die sehr artenreiche Flora und Fauna, die den Ausschlag zur Gründung des Naturschutzparks gab. Viele gut beschilderte Wanderwege durchziehen das Gebiet, zudem gibt es Informationszentren, Einkehrmöglichkeiten und Wanderparkplätze. Zwei Vulkane können hervor gehoben werden: am Volca del Croscat fand in größerem Umfang Granulat-Abbau statt, so dass verschiedene Schichten roten und schwarzen Vulkangesteins freigelegt wurden. Der Vulkan Santa Margarida erlaubt die Begehung des Kraters, in dem ein Eremiten-Kirchlein steht. In der Umgebung können unter anderem schöne alte Städte wie Santa Pau besichtigt werden oder Stätten des Basaltabbaus.

 

 

Weblinks/Adressen

Spanische Botschaft: http://www.info-spanischebotschaft.de/

 

Spanisches Fremdenverkehrsamt: http://www.spain.info

 

 

Die Angaben auf dieser Seite wurden nach bestem Wissen und Gewissen recherchiert und zusammengestellt. Da jedes Land kurzfristig Einreiseregelungen und Gesetze ändern kann, sollte sich dennoch zu den wichtigsten Fragen im Vorfeld der Reise mit dem entsprechenden Fremdenverkehrsamt oder der Botschaft in Verbindung gesetzt werden. Dies gilt insbesondere für Regelungen betreffend „Sogenannter Kampfhunde“.

 

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Urlaub mit Hund in Italien

24. April 2012 in Länderinformationen

 

praktische Informationen

 

Einreise: Deutsche Staatsbürger können visumfrei mit Reisepass oder Personalausweis nach Italien einreisen.

 

Währung: In Italien ist die Landeswährung der Euro. Gängige Kreditkarten werden in größeren Geschäften, Hotels und Banken akzeptiert.

 

Sommerferien: In Italien haben Schulen etwa 3 Monate Sommerferien, die mit geringen regionalen Schwankungen von etwa Mitte Juni bis Mitte September liegen. Da Italiener sehr gerne im eigenen Land und vor allem an ihren Stränden urlauben, sind in diesem Zeitraum die Touristenorte und Strände voll und die Unterkünfte entsprechend teuer. Wenn man die Wahl hat, empfiehlt es sich gerade auch mit Hunden, außerhalb der italienischen Sommerferien nach Italien zu fahren, da die Einschränkungen für Hunde dann in der Regel weniger gravierend sind.

 

Klima: Der nördliche Teil Italiens mit seinen Seen und den Alpenausläufern hat ein gemäßigtes Klima. Die Sommer sind meist warm und trocken, das Winterhalbjahr bringt Regen und auch Schnee. Je weiter man nach Süden kommt, umso wärmer und trockener wird es. Süd-Italien in den Sommermonaten ist schließlich für kaum einen Hund noch wirklich angenehm.

 

Netzspannung: 220/230Volt. Die in Deutschland teils üblichen runden Schukostecker passen in Italien in der Regel nicht in Steckdosen. Hierfür sollte ein Adapter mitgeführt werden.

 

Autofahren: In Italien herrscht Rechtsverkehr wie in Deutschland. Das Auto muss entweder ein Euro-Nummernschild haben oder einen Nationaltätenaufkleber („D“). Eine grüne Versicherungskarte ist nicht vorgeschrieben, aber empfehlenswert. In Italien sind die meisten Autobahnen gebührenpflichtig, bezahlt wird an Mautstellen auf der Autobahn. Für 100km muss man mit einem PKW mit gut 5€ rechnen. Die Promillegrenze liegt bei 0,5 Promille. Liegt der Alkoholgehalt im Blut über dieser Grenze, kann dies den Einzug des Führerscheins für mindestens 2 Wochen zur Folge haben. Außerdem drohen empfindliche Geldstrafen. Anders als in Deutschland, gilt an Kreisverkehren in der Regel rechts vor links. Überstehende Ladung (z.B. auch ein Fahrrad auf einem Heckträger) muss durch ein spezielles 50x50cm großes rot-weißes Schild gekennzeichnet werden. Über weitere Verkehrsregeln informiert z.B. das Italienische Fremdenverkehrsamt oder der ADAC.

 

 

der Hund in Italien

 

Kuvasz

In Italien hängt es zum einen von der Größe des Hundes und zum anderen von der Region ab, inwiefern der Hund in der Öffentlichkeit akzeptiert wird. Während in Norditalien noch vergleichsweise wohlwollend auf den Hund als Alltagsbegleiter reagiert wird, sieht das in Süditalien schon ganz anders aus. Als eher hundefreundlich gelten z.B. Südtirol und auch die Toskana, an der gesamten Adriaküste sind die Einschränkungen mit Hund dagegen recht groß. Kleinhunde werden dabei allgemein freundlicher betrachtet, als große. Große Hunde sind vor allem in Süditalien in erster Linie immer noch Nutztiere, wie Jagdbegleiter und Wächter. Viele Menschen sehen sie zudem als Krankheitsüberträger, lästig und potentiell gefährlich an. Es hilft, wenn der Hund zumindest gut erzogen, freundlich und im Zweifelsfall immer angeleint ist. Die Möglichkeiten, den Hund mit in die Freizeitgestaltung einzubeziehen oder mit in Restaurants zu nehmen, sind in Italien in den meisten Regionen dennoch deutlich eingeschränkter, als in Deutschland.

 

Leinenpflicht/Maulkorbpflicht: In Italien gibt es eine allgemeine Leinenpflicht für jeden Hund. Das heißt, der Hund muss an öffentlichen Orten immer und überall angeleint sein. Die maximale Leinenlänge beträgt dabei 1,5 Meter. Flexi-Leinen (Roll-Leinen) müssen so festgestellt sein, dass der Hund nicht mehr als 1,5 Meter zu Verfügung hat. Im Hinterland abseits von Orten wird das nicht immer völlig streng gesehen. Man muss allerdings überall mit Ressentiments und im Zweifelsfall auch einem Bußgeld rechnen, wenn man den Hund frei laufen lässt. In der Jagdsaison ist es besonders wichtig, dass der Hund nicht unkontrolliert durchs Gelände läuft. Der Jäger hätte das Recht, ihn abzuschießen. Ein Maulkorb muss immer mitgeführt werden, aber nur auf Verlangen vom Hund getragen werden.

 

Mitnahme von Hunden an Strände: Es gibt in Italien einige Hundestrände, an den meisten Stränden sind Hunde jedoch tabu. Dies wird auch durchaus rigoros durchgesetzt, zumal die meisten Italiener die Meinung der Gesetzgeber teilen, dass Hunde an Stränden nichts zu suchen haben. So macht es Sinn, bei der Urlaubsplanung möglichst nahe gelegene Hundestrände mit einzubeziehen. Häufig sind die Hundestrände allerdings abseits gelegen, klein und wenig schön. Eine andere Möglichkeit besteht darin, wilde, abseits gelegene, völlig einsame Strände aufzusuchen. An manchen Stränden (z.B. in der Region Abruzzo) sind kleine Hunde am Strand erlaubt, große jedoch nicht. Am Gardasee dürfen Hunde an einigen Stellen angeleint mit ans Wasser, jedoch nicht ins Wasser. Eine Auflistung offizieller Hundestrände findet man auf der Seite des italienischen Fremdenverkehrsamtes (siehe Adressen unten)

 

Hunde in Restaurants und Hotels: Hunde werden in den meisten Regionen Italiens ungern in Restaurants gesehen, oft ist die Mitnahme ganz verboten. Auch hier greift wieder das Nord-Süd-Gefälle und es kommt auf die Größe und das Verhalten des Hundes an. Im Außenbereich von Restaurants sind Hunde häufig erlaubt. Bei Hotels verhält es sich ähnlich. In der Nebensaison wird man durchaus Unterkünfte finden, in der Hochsaison, vor allem in Süd-Italien und mit einem großen Hund oder mehreren Hunden, wird es schon deutlich schwieriger.

 

Hunde in Innenstädten und öffentlichen Verkehrsmitteln: Angeleinte Kleinhunde passen durchaus ins Stadtbild, große Hunde dagegen weniger. Je größer der Hund, umso wichtiger ist es, dass er sich absolut freundlich und unauffällig verhält. Sehenswürdigkeiten können in aller Regel nicht mit Hund besucht werden.
In öffentlichen Verkehrsmitteln muss der Hund in einer geschlossenen Box (maximal 70x30x50cm) mitgeführt werden oder einen Maulkorb tragen. Oft sind Hunde nur in bestimmten Waggons der Bahn zugelassen, in regionalen Bussen durchaus auch ganz verboten. Pro Person darf nur ein Hund, bzw. eine Box mitgeführt werden.

 

 

Einreisebestimmungen für Haustiere

Es gelten die EU-Einreisebestimmungen

 

Die 3-Jahrestollwut-Umpfung wird bei entsprechender Eintragung im Impfpass in Italien anerkannt. Tiere unter 3 Monaten dürfen ohne Tollwutimpfung einreisen, brauchen aber eine Bescheinigung, nicht „wild“ (mit möglichem Kontakt zu Tollwutüberträgern) aufgewachsen zu sein oder müssen von ihrer Mutter begleitet werden.

 

Eine Impfung/Prophylaxe gegen Mittelmeerkrankheiten (Leishmaniose, Babesiose, Ehrlichiose, Herzwürmer) wird empfohlen, ist aber nicht vorgeschrieben. Ähnlich verhält es sich mit Staupe. Im Vorfeld sollten Möglichkeiten der Vorbeugung mit dem Tierarzt besprochen werden. In jedem Fall sollte eine Prophylaxe gegen Zecken stattfinden, die ebenfalls gefährliche Krankheiten übertragen können.

 

Kleintiere dürfen ohne Auflagen einreisen (Ausnahme: Geflügel und Nutztiere)

 

Es dürfen maximal 5 Haustiere pro Person einreisen

 

zu beachten: Haustiere dürfen den Fahrer im Straßenverkehr nicht ablenken oder behindern. Ein einzelnes Tier darf auf dem Rücksitz mitgeführt werden, ohne dass eine spezielle Sicherung notwendig ist. Im Falle eines Unfalls ist es aber von Vorteil, nachweisen zu können, dass das mitgeführte Tier keine Mitschuld daran haben konnte. Wenn mehrere Tiere mitreisen, müssen diese in einer Box untergebracht sein oder durch eine sichere Abtrennung (ein stabiles Netz z.B.) vom Fahrerraum getrennt sein.

 

 

Anlagehunde

Eine spezielle „Kampfhund-Verordnung“ gibt es in Italien aktuell nicht mehr.

 

 

Reisetipps


Pompeji:

 

Während Hunde ihre Menschen beim Besuch der meisten Sehenswürdigkeiten nicht begleiten dürfen, steht dem gemeinsamen Erkunden des antiken Pompeji zur Zeit noch nichts im Wege. Pompeji liegt in Kampanien in der Nähe des Vesuvs am Golf von Neapel. Die Stadt ist vor gut 2600 Jahren gegründet worden und stieg schnell zu einer wichtigen, großen Stadt auf, die unter anderem von Griechen, Römern und Etruskern geprägt wurde. Im Jahr 79nC wurde Pompeji dann bei einem Ausbruch des Vesuvs vollständig unter Asche und Gestein vergraben. Dies konservierte die Stadtüberreste in sehr gutem Zustand, so dass Pompeji heute eine bedeutende Ausgrabungsstätte ist. Pompeji ist täglich geöffnet, allerdings mittlerweile nur noch eingeschränkt zu besichtigen, da es ohne die schützende Ascheschicht unter starkem Verfall leidet. Daher kann es in Zukunft durchaus zu Änderungen bezüglich der Erlaubnis Hunde mitzubringen kommen. Informationen: http://www.pompeji.de/

 

Bau Beach bei Rom:

 

Etwa 30km von Rom entfernt liegt in Maccarese das Hundeparadies Bau Beach. Hier dürfen die Hunde leinenlos am Wasser spielen und es gibt ein Restaurant und Liegestühle für die Menschen. Die Anlage nimmt eine jährliche Mitgliedsgebühr von 10€ sowie zusätzlich 4€ bei jedem Besuch. Die Anzahl der Hunde pro Tag auf dem etwa 7000m² Areal ist beschränkt, für unverträgliche Hunde gibt es einen kleinen extra-Bereich. Homepage (nur in italienisch): http://www.baubeach.net
Hundestrand Bau Bau Village in Albisola Mare, Savona:

 

Bau Bau Village ist ein Strandabschnitt in Albisola Mare, auf dem Hunde willkommen sind und die Zweibeiner Liegestühle, Duschen und andere Infrastruktur vorfinden. Für Hunde gibt es zudem einen Agility-Parcours und Hundetrainingsstunden z.B. im Bereich der Wasserrettung. Ein Impfpass muss bei Eintritt vorgezeigt werden. Homepage: http://www.baubauvillage.it
Halbinsel Brusso:

 

Zwischen Bibione und Caorle in der Region Venezien an der Adria befindet sich ein etwa 4km langer Naturstrand, an dem Hunde (noch?) geduldet werden. Vor allem in der Hauptsaison sollte sich vor Ort erkundigt werden, ob die Mitnahme von Hunden noch ohne Bußgeld möglich ist.
Fido Parks:

 

Viele der Autobahnraststätten der Gesellschaft „Autogrill“ sind mit sogenannten Fido Parks ausgestattet. Hier finden sich eine Lösestelle, Wasserhähne und Wärmeschutzboxen. Die Benutzung ist kostenlos. Fido-Parks sind nur in den Sommermonaten geöffnet.

 

 

Weblinks/Adressen

Italienische Botschaft in Berlin: http://www.ambberlino.esteri.it/Ambasciata_Berlino

 

Italienisches Fremdenverkehrsamt: http://www.enit-italia.de

 

 

Die Angaben auf dieser Seite wurden nach bestem Wissen und Gewissen recherchiert und zusammengestellt. Da jedes Land kurzfristig Einreiseregelungen und Gesetze ändern kann, sollte sich dennoch zu den wichtigsten Fragen im Vorfeld der Reise mit dem entsprechenden Fremdenverkehrsamt oder der Botschaft in Verbindung gesetzt werden. Dies gilt insbesondere für Regelungen betreffend „Sogenannter Kampfhunde“.

 

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Urlaub mit Hund in Griechenland

16. April 2012 in Länderinformationen

praktische Informationen

Peloponnes

 

Einreise: Deutsche Staatsbürger können visumfrei mit Reisepass oder Personalausweis nach Griechenland einreisen.

 

Zeitverschiebung: Griechenland hat zu Deutschland eine Zeitverschiebung von + 1 Stunde. Das ist im Sommer wie im Winter so, da auch Griechenland Sommer- und Winterzeit hat.

 

Währung: In Griechenland ist die Landeswährung der Euro. Kreditkarten werden in größeren Geschäften, Hotels und Banken akzeptiert, an Geldautomaten auch EC-Karten. In ländlichen Gebieten und auf kleinen Inseln ist oft nur Barzahlung möglich.

 

Sommerferien: die Sommerferien für griechische Schulkinder dauern in etwa von Mitte Juni bis Mitte September. Um weniger Einschränkungen mit dem Hund zu haben, z.B. auch bezüglich der Mitnahme an Strände, wird empfohlen, außerhalb dieser Zeit mit Hund in Griechenland Urlaub zu machen.

 

Klima: Auch wenn es Urlauber fast nur an die Strände zieht, ist das Griechische Festland doch in erster Linie Gebirgsland. Im Gebirge ist es auch im Sommer eher angenehm warm, statt brütend heiß, es kann allerdings auch im Sommer zu Niederschlägen kommen. Die Küsten und Inseln sind im Sommer sehr heiß und trocken, die Winter sind mild und es regnet häufiger.
Die beste Reisezeit mit Hund an der Küste und auf den Inseln ist April bis Anfang Juni oder Ende September bis Anfang November, im Hinterland Mai/Juni und September/Oktober.

 

 

Gebirgsbach

Gebirgsbach

Autofahren: In Griechenland herrscht, wie in Deutschland, Rechtsverkehr. Das Straßennetz ist gut ausgebaut und die Hauptverkehrsstraßen sind in einem guten Zustand. Landstraßen und vor allem kleinere Straßen im Hinterland sind teilweise jedoch in einem extrem schlechten Zustand. Vor allem im Gebirge muss dabei auch mit größeren Steinen und Ästen auf der Straße und abgerutschten Teerpassagen gerechnet werden. Griechen weisen z.T. mit größeren Steinen, Zweigen und ähnlichem auf Gefahrenstellen wie einen Unfall oder eine unterspülte Straßen hin. Im Zweifelsfall kann in jedem Ort in Tankstellen oder Geschäften über den aktuellen Straßenzustand der nächsten Landstraße Auskunft gegeben werden.

Einige Straßen und Ortsdurchfahrten sind sehr eng, was aber nur mit einem Wohnmobil/Wohnwagengespann zu einem Problem wird.
Tankstellen gibt es reichlich. Der deutsche Führerschein ist ausreichend, eine grüne Versicherungskarte wird empfohlen. Vorgeschrieben ist die Mitnahme eines Feuerlöschers in jedem PKW. Die Promillegrenze liegt bei 0,5, für Fahranfänger bei 0,2 Promille. In Kreisverkehren gilt rechts vor links. Parkverbote sind durch eine gelbe Straßenrandmarkierung gekennzeichnet, gebührenpflichtiges Parken durch eine blaue Markierung. Für PKW beträgt das Tempolimit auf Autobahnen 120km/h, auf Landstraßen 90km/h und Innerorts 50km/h, sofern nicht anders angegeben. Einige Autobahnen sind gebührenpflichtig, bezahlt wird an Mautstellen auf der Autobahn.

Viele Griechen scheinen Geschwindigkeitsbeschränkungen mehr als unverbindlichen Vorschlag anzusehen. Tatsächlich sind die Bußgelder für zu schnelles Fahren allerdings hoch und vor allem auf den Hauptverbindungsrouten wird auch kontrolliert. Es ist daher sehr ratsam, sich an die Geschwindigkeitsvorgaben zu halten. Ähnliches gilt für das unerlaubte Parken in zweiter Reihe mit Warnblinker, das Ignorieren roter Ampeln oder das eigentlich nur im Gefahrenfall erlaubte Hupen in Innenstädten.
Über weitere Verkehrsregeln informiert z.B. das Griechische Fremdenverkehrsamt oder der ADAC.

 

 

der Hund in Griechenland

Strandgenuss abseits der Touristenpfade

Griechenland ist sicherlich nicht das hundefreundlichste Urlaubsland. Vor allem große Hunde werden in der Öffentlichkeit allgemein nicht gerne gesehen. Für viele Griechen sind große Hunde in erster Linie Nutztiere, z.B. Wächter oder Jagdbegleiter, und gelten als Krankheitsüberträger und potentiell gefährlich. Vor allem ältere Menschen haben häufig sogar Angst vor Hunden. Die Hundehaltung entspricht auch in weiten Teilen nicht der, die man aus Deutschland kennt. Hunde werden oft als Ketten- oder Zwingerhunde gehalten, Spaziergänge mit Hund sind eher unüblich. Misshandlungen von Tieren werden in der Regel nicht bestraft; wenn man in Griechenland ein wenig herum kommt, wird man zwangsläufig auf eine Reihe trauriger und auch grausamer Hundeschicksale treffen. Bei der jüngeren Generation, in Städten und Touristenorten ändert sich die Einstellung langsam.

 

Mit dem eigenen Hund ist für ein friedliches Miteinander folgendes zu beachten: Auf die Mitnahme in Fußgängerzonen, Innenstädten und anderen Orten mit vielen Menschen, verzichtet man mit einem größeren Hund besser. Möchte man dies nicht, sollte der Hund sich so friedlich und unauffällig wie möglich verhalten und selbstverständlich angeleint sein. Dennoch wird man vielerorts skeptische Blicke ernten und Menschen erleben, die riesen Bögen um einen laufen. Ebenfalls können Hunde meist nicht mit ins Restaurant, an Sehenswürdigkeiten und an touristische Strände genommen werden. Bei Spaziergängen im Hinterland oder an einsamen Stränden, sollte der Hund im Zweifelsfall angeleint werden, wenn man auf Griechen trifft.

 

Dennoch kann man mit Hunden, auch mit großen Hunden, einen gelungenen Urlaub in Griechenland erleben. Voraussetzung ist, dass man sich in der Nebensaison und eher abseits des größten Trubels bewegt und nicht erwartet, dass Griechen dem Hund die gleiche Begeisterung entgegen bringen, wie man selbst.
Positiv ist, dass es in Griechenland wenig Beschränkungen für Hunde gibt, sieht man mal von der Einstellung der Griechen Hunden gegenüber ab. Es gibt keine allgemeine Leinenpflicht, keine Maulkorbpflicht und tatsächlich auch genug Strände und Wanderwege, die wunderschön und einsam sind und die man gemeinsam mit seinem Hund genießen kann (siehe unten: Reisetipps). Tierärzte gibt es in den größeren Touristenzentren und Städten in ausreichender Anzahl.

 

Akrokorinth

Akrokorinth

Leinenpflicht: Eine allgemeine Leinenpflicht besteht nicht, aber zumindest große Hunde werden in der Öffentlichkeit sehr ungern ohne Leine gesehen. In einigen Regionen und in Städten kann es zudem eine offizielle Leinenpflicht geben.

 

Mitnahme von Hunden an Strände: In Touristenorten ist die Mitnahme von Hunden an Strände zumindest in der Saison meist nicht gestattet oder wird zumindest ungern gesehen. Außerhalb der Hauptsaison werden Hunde am Strand allerdings häufig akzeptiert, sofern sie sich benehmen. An abgelegene, einsame Strände können Hunde ihre Menschen in der Regel problemlos begleiten. Vom Gesetz her verboten sind sie an freien Stränden nicht. Sollte sich dort allerdings eine griechische Familie in der Nähe niederlassen, sollte der Hund mindestens angeleint werden oder man wechselt seinen Platz zu einer Stelle ein gutes Stück weiter. Griechen, vor allem ältere und Familien mit Kindern, haben in der Regel kein Verständnis für am Strand spielende Hunde.

 

Hunde in Restaurants und Hotels: In manchen Hotels sind Hunde erlaubt, in vielen nicht. In Hotelrestaurants, am Pool und in anderen Gemeinschaftsräumen sind Hunde in der Regel nicht gestattet. Auf Campingplätzen hängt die Mitnahme des Hundes teils von der Saison oder der Größe des Hundes ab. In den Ferienwohnungen der Haupttouristenorte sind (große) Hunde häufig verboten. In Restaurants sind Hunde in der Regel unerwünscht oder ganz verboten. Wenn es sich um einen freundlichen, ruhigen Kleinhund handelt, wird auf Nachfrage ab und an die Erlaubnis zur Mitnahme gegeben.

 

Hunde in Innenstädten und öffentlichen Verkehrsmitteln: Vor allem große Hunde werden in der Öffentlichkeit vielerorts nicht gerne gesehen. In jedem Fall sollte der Hund gut erzogen und friedlich sein und sich möglichst unauffällig verhalten. In öffentlichen Verkehrsmitteln dürfen Hunde in der Regel nicht mitfahren, wenn dann nur mit Maulkorb und Leine.
zu beachten:

 

In Griechenland gibt es viele streunende Hunde. Mancherorts versucht man sie einzufangen und ins Tierheim zu bringen, aber oft bleibt es beim verjagen, vergiften oder schlicht ignorieren. An Touristenorten und Sehenswürdigkeiten sind Streuner in der Regel freundlich zu Menschen und auch zu fremden Hunden. Dies sichert gewissermaßen ihr überleben, denn Touristen füttern sie. Dazu kommt, dass aggressive Hunde dort schlicht nicht geduldet und bestenfalls verjagt werden. Abseits der Touristenorte sind Streuner dagegen längst nicht immer so freundlich. Sie müssen sich meist alleine durchschlagen und jeder fremde Hund bedeutet auch Konkurrenz im täglichen Überlebenskampf. Zudem können Streuner eine Reihe von Krankheiten übertragen, so dass ein Kontakt zum eigenen Hund vermieden werden sollte.

 

Neben einem Mikrochip sollte der Hund immer ein Halsband mit Adressanhänger und Urlaubs-Telefonnummer tragen, damit er nicht als Streuner angesehen wird, falls er mal verloren geht. Streuner haben in Griechenland allgemein keine gute Lobby, werden nicht gut behandelt, verjagt und in der Regel nicht versorgt. Je leichter ein Hund als entlaufener „Urlauberhund“ identifiziert werden kann, umso größer sind die Chancen, dass er eingefangen wird und seine Besitzer benachrichtigt werden.

 

 

Einreisebestimmungen

Für Hunde, Katzen und Frettchen gelten die EU-Einreisebestimmungen

 

 

Anlagehunde

In Griechenland gibt es zur Zeit noch keine Rasselisten oder Beschränkungen bezüglich der Einreise oder Haltung für bestimmte Rassen. Da sich dies jederzeit ändern kann, sollte vor Reiseantritt bei der Griechischen Botschaft oder dem Fremdenverkehrsamt bezüglich aktueller Bestimmungen nachgefragt werden.

 

 

Reisetipps

 

Die antiken Sehenswürdigkeiten griechischen Ursprungs sind in aller Regel nur gegen Eintritt zu besichtigen und Hunden ist der Zugang verboten. Bauwerke, die andere Nationalitäten in Griechenlands bewegter Vergangenheit hinterlassen haben, sind dagegen meist unentgeltlich und auch für Hunde zugänglich.

 

 

Reisetipps Nordgriechenland mit Hund:

 

Vikos-Schlucht im Pindos-Gebirge:

 

Vikos Schlucht

Das bis zu 2500m hohe Pindos-Gebirge hat unweit der albanischen Grenze eine besondere Attraktion zu bieten: die Vikos-Schlucht. Durch den schönen kleinen Ort Monodendri hindurch erreicht man auf schmaler, aber gut asphaltierter Straße den Vikos-Balkon. Von hier aus hat man einen fantastischen Blick auf die etwa 900 Meter tiefe schmale Schlucht. Im Guinness Buch der Rekorde ist sie als die tiefste Schlucht der Welt vermerkt, wobei dabei auch das Verhältnis Tiefe zu Breite eine Rolle gespielt hat.

Von Monodendri aus führt ein kurzer Spazierweg zum kleinen Kloster Agia Paraskevi. Auch von hier bietet sich ein schöner Blick über die Schlucht. Hinter dem Kloster befindet sich der „Zitterpfad“, der Schwindelfreie zu einigen Felsnischen führt. Von Monodendri aus führt ein Weg bis hinunter in die Schlucht. Die Wanderung am Schluchtgrund entlang bis zum Ort Vikos ist etwa 20km lang. Alternativ kann der kleine Fluss genossen werden und auf dem selben Weg zurück gekehrt werden. Besonders in der Sommerhitze ist dies allerdings sehr anstrengend.

 

Reisetipps Peloponnes mit Hund:

Akrokorinth ist eine Festungsanlage, die sich auf einem Hochplateau über der Stadt Korinth befindet. Von dort aus hat man einen herrlichem Blick über das Umland und den Golf von Korinth.
Die Wurzeln der Festung reichen weit in die Antike zurück, wobei sie im Laufe der Geschichte immer wieder von anderen Herrschern besetzt und ausgebaut wurde. Die Besichtigung von Akrokorinth kostet keinen Eintritt und Hunde dürfen ihre Menschen begleiten. Dies auch unangeleint, sofern sie niemanden belästigen.

 

 

 

Mani:

 

Im Süden der Peloponnes-Halbinsel liegt die einsame, karge Region Mani. Interessant sind unter anderem die alten, aus Wehrtürmen bestehenden Ortschaften. In früheren Zeiten dienten sie Vertriebenen aus anderen Landesteilen als Zufluchtsort, die daraufhin als Piraten ihr Dasein bestritten und sich gegenseitig in blutigen Fehden bekämpften. Beim durchwandern der Orte spürt man die Vergangenheit. Die Schroffheit der Landschaft, das raue Leben, das auf Erbeuten, Verteidigen und Stolz ausgelegt war. Viele Häuser sind mittlerweile verfallen, es leben nur noch wenige Familien hier.
Ganz im Süden der Region Mani liegt einer der südlichsten Punkte des europäischen Festlands. Man parkt zwischen strahlend blauem Meer und vertrockneter steiniger Hügellandschaft. Vom Parkplatz aus ist es dann noch ein rund 30 Minütiger Spaziergang bis zum Kap mit dem Leuchtturm.

Mani

 

Festung von Methoni

 

Festung von Methoni

Festung von Methoni

Seit der Antike war Methoni eine wichtige Hafenstadt, mit entsprechender Befestigung und wechselvoller Geschichte. Heute ist Methoni eine ruhiges, kleines Städtchen mit schmalem, steinigen Strand. Die gewaltige Befestigungsanlage ist noch recht gut erhalten, wenngleich Franzosen nach dem großen Befreiungsschlag des Landes gegen den Türkischen Truppen vor etwa 180Jahren viele Gebäude innerhalb des Kastells zerstört haben. Eine Kirche ist erhalten, türkische Bäder, eine Pyramide, die als Pulver-Lager diente, die ausgetretenen Hauptstraßen, die unter anderem zu den Hafen-Öffnungen führten, und der verfallene Turm eines Minaretts. Außerhalb des eigentlichen Kastells liegt noch ein vorgelagerter Turm im Wasser. Dieser diente als Ausguck und auch als Gefängnis. Der Eintritt ist frei und Hunde dürfen ihre Menschen bei der Besichtigung begleiten.

 

Navarrino Bucht

 

Ochsenbauchbucht, Peloponnes

Schon alleine das schöne Städtchen Pylos direkt an der Navarrino Bucht ist einen Besuch wert. Mit Hund empfiehlt sich aber vor allem die schöne Wanderung rund um das nahe gelegene Naturschutzgebiet des Brackwassersees mit Lehrpfad und der herrlichen „Ochsenbauchbucht“.

 

In der Navarrino-Bucht wurde vor etwa 180 Jahren ein wichtiger Schritt zur Unabhängigkeit Griechenlands getan. Die Bucht ist fast vollständig von Felsinseln umgeben, der Durchgang zum Meer hin ist eng. Hier lag damals fast die gesamte Flotte der Türkisch-Ägyptischen Besatzer vor Anker, über 80 Kriegsschiffe. Man fragt sich, wie diese alle in die Bucht gepasst haben. Die Bucht war das Feldlager, man fühlte sich sicher. Ein Missverständnis sorgte dann für den Untergang fast aller Schiffe. Um ein wenig die Muskeln spielen zu lassen, ließ eine Allianz aus Frankreich, England und Russland ein paar Kriegsschiffe auflaufen, man wollte Präsenz zeigen, mehr nicht. Auf einem türkischen Kriegsschiff versagten aber jemandem die Nerven, ein Kanonenschuss wurde abgegeben. In der Bucht war kein Manövrieren möglich, die Schiffe steckten sich gegenseitig in Brand und verhinderten ein effizientes Kämpfen, als daraufhin die Alliierten das Feuer erwiderten. Die Alliierten hatten kaum Verluste, die Türkisch-Ägyptische Flotte allerdings war kaum mehr existent. Heute erinnern Denkmäler an diesen entscheidenden Schritt im Freiheitskampf. Die Bucht ist noch voll von den Wracks der Schlacht.

 

Schildkröte

Pylos selbst ist eine nette Kleinstadt mit schönem zentralen Platz am Meer und vielen kleinen Geschäften.
Wenige Kilometer weiter, von der Navarrino-Bucht durch eine schmale Landzunge getrennt, liegt ein Brackwasser-See, an dem sich ein Nature-Trail, ein Naturlehrpfad, befindet. Diesem folgend sind unter anderem viele Schildkröten, Libellen, Schmetterlinge, Schlangen und Salamander zu entdecken. Da es sich um ein Naturschutzgebiet handelt, herrscht für die Hunde Leinenpflicht. Zum Meer hin ist ein kleiner Berg, auf dessen Spitze sich die Ruine einer Festung befindet. Das Betreten der Festung ist nicht gestattet, da an mehreren Stellen Einsturz- und Absturzgefahr besteht. Der Ausblick vom Hügel ist allerdings sehr schön, unter anderem auf die Ochsenbauchbucht. Diese ist eine kleine runde Sandbucht, die auf der anderen Seite des Sees liegt, ebenfalls nur durch einen schmalen Landstreifen von diesem getrennt. Außer in den Wintermonaten ist die Bucht sehr voll, so dass ein Besuch mit Hunden nicht empfohlen wird.
Am Hang oberhalb der Bucht liegt die Nestor-Höhle, zu der man mit seinen Hunden hin wandern kann. Hier hat König Nestor in früheren Zeiten sein Vieh gehalten, bzw. das Vieh seiner Raubzüge versteckt, je nach Quelle. Die Nestor-Höhle ist etwa 30 Meter tief, ein großer Raum mit kleiner Öffnung an der recht weit entfernten Decke.

 

 

Lousios Schlucht

 

Kloster Prodromou

Ausgehend von den Ruinen der antiken Tempelanlage Gortys, kann eine etwa 3 Stündige Wanderung durch die Schlucht zu 2 Klöstern sowie einer Klosterruine unternommen werden. Von Gortys selbst sind nur noch die Überreste einer Therme erhalten. Die Ruine ist frei zugänglich.

Bis zum ersten Kloster, Prodromou, sind es rund 45Minuten auf schönem Weg entlang des Lousios Flusses. Interessant ist die Lage: Prodromou hängt wie ein Adlerhorst in der Felswand. Das Kloster ist zu bestimmten Zeiten zu besichtigen, allerdings nur bei angemessener Bekleidung und nicht mit Hund. Nach weiteren etwa 30 Minuten erreicht man die Ruine des alten Philosophou-Klosters. Diese ist frei zugänglich und offenbart, wie unglaublich spartanisch die Mönche damals in Felsnischen wohnten. Ein effizient aussehendes Bewässerungssystem scheint der einzige Luxus gewesen zu sein. Daneben sieht das neue Philosophou-Kloster, 10 Geh-Minuten weiter, wie ein Kur-Hotel aus.

 

 

Adressen/Weblinks

Griechische Botschaft: www.griechische-botschaft.de

 

Griechisches Fremdenverkehrsamt: www.visitgreece.gr

 

 

Die Angaben auf dieser Seite wurden nach bestem Wissen und Gewissen recherchiert und zusammengestellt. Da jedes Land kurzfristig Einreiseregelungen und Gesetze ändern kann, sollte sich dennoch zu den wichtigsten Fragen im Vorfeld der Reise mit dem entsprechenden Fremdenverkehrsamt oder der Botschaft in Verbindung gesetzt werden. Dies gilt insbesondere für Regelungen betreffend „Sogenannter Kampfhunde“.

 

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Urlaub mit Hund in Frankreich

16. April 2012 in Länderinformationen

Praktische Informationen

 

Einreise: Deutsche Staatsbürger können visumfrei mit Reisepass oder Personalausweis nach Frankreich einreisen.

 

Criel sur Mer

Criel sur Mer

Währung: In Frankreich ist die Landeswährung der Euro. Gängige Kreditkarten werden in größeren Geschäften, Hotels und Banken akzeptiert.

 

Sommerferien: In Frankreich haben Schulen etwa 2 Monate Sommerferien, die in ganz Frankreich zur gleichen Zeit stattfinden. Meist umfassen die Sommerferien den kompletten Juli und den August. In diesem Zeitraum ist mit entsprechend teureren Unterkünften und volleren Stränden zu rechnen.

 

Klima: Frankreich hat kein einheitliches Klima. Südfrankreich zeichnet sich durch sehr heiße, trockene Sommer aus, die vor allem Vierbeinern mit dickem Fell zu schaffen machen können. Mit Regen ist vor allem im Winterhalbjahr zu rechnen, aber auch dann bleibt es meist bei eher kurzen, kräftigen Schauern. Die Winter sind mild, Frost ist selten.

Der Südwesten (Atlantikküste) hat ebenfalls meist sehr trockene Sommer mit viel Sonne und hohen Temperaturen. Das Winterhalbjahr ist kühler, als im Süden, aber auch meist schneefrei.
Der Norden und der Osten haben ein gemäßigtes Klima, mit warmen Sommern, kühlen Wintern und Niederschlägen über das ganze Jahr verteilt. Vor allem in der Bretagne regnet es vergleichsweise häufig. Pyrenäen und Alpen sind entsprechend ihrer Höhe kühler und im Winter schneereich. Zentralfrankreich mit Paris ist relativ regenarm mit mildem Klima, im Sommer z.T. auch sehr heiß und trocken.

 

Autofahren: In Frankreich herrscht Rechtsverkehr wie in Deutschland. Das Auto muss entweder ein Euro-Nummernschild haben oder einen Nationaltätenaufkleber („D“). Eine grüne Versicherungskarte ist nicht vorgeschrieben, aber empfehlenswert.

In Frankreich sind die meisten Autobahnen gebührenpflichtig, wobei man mit etwa 5€ pro 100km rechnen muss. Bezahlt wird an Mautstellen auf der Autobahn. Die Promillegrenze liegt bei 0,5 Promille. Französische Bußgelder für die Missachtung von Verkehrsregeln sind in der Regel deutlich teurer, als in Deutschland.
Über weitere Verkehrsregeln informiert z.B. das Französische Fremdenverkehrsamt oder der ADAC.

 

 

der Hund in Frankreich

Gravelines

Gravelines

 

Frankreich gilt allgemein als sehr hundefreundlich. Hunde gehören zum öffentlichen Leben dazu und werden, sofern freundlich und halbwegs gut erzogen, sehr wohlwollend betrachtet. Die Auswahl an Hundefutter in Supermärkten ist groß, ebenfalls die Tierarztdichte. Einzig an der Cote d‘Azur werden vor allem große Hunde in der Öffentlichkeit weniger gern gesehen.

 

Leinenpflicht: Auf dem Land trifft man in erster Linie auf frei laufende Hunde, in größeren Städten sollten Hunde allerdings angeleint bleiben. Allgemein werden Hunden in Frankreich viele Freiheiten gelassen.

 

Mitnahme von Hunden an Strände: offiziell sind Hunde an Stränden nicht gestattet. An Touristenorten und stadtnahen Stränden sind zur Bekräftigung häufig Hundeverbotsschilder angebracht. Teils gibt es an diesen Stellen aber ausgewiesene Hundestrände. Außerhalb der Haupt-Touristenstrände werden Hunde in der Regel am Strand geduldet. Vor allem in der Normandie und der Bretagne wird man fast immer ein ruhiges Plätzchen finden, wo man gemeinsam mit seinem Vierbeiner ans Wasser kann. In Südfrankreich dagegen werden Hunde am Meer meist nicht geduldet.

 

Hunde in Restaurants und Hotels: In der Regel ist die Mitnahme von Hunden in Restaurants in Frankreich erlaubt. Selbstverständlich sollte der Vierbeiner dabei niemanden stören und angeleint bleiben. Ähnliches gilt für Hotels und Campingplätze: es sollte vorher nachgefragt werden, ob die Mitnahme von Hunden gestattet ist, in der Regel ist dies aber kein Problem.

 

Hunde in Innenstädten und öffentlichen Verkehrsmitteln: Hunde sind in Frankreichs Innenstädten ein ähnlich gängiges Bild, wie in Deutschland. In öffentlichen Verkehrsmitteln werden große Hunde teils etwas skeptisch beäugt, eine Mitnahme ist aber in der Regel gestattet. Hunde, die nicht in einer Tasche oder einer kleinen Transport-Box mitgenommen werden, zahlen meist 50% des Erwachsenen-Fahrpreises.

 

Wanderwege: Wanderwege gibt es im ganzen Land. Vor allem die Fernwanderwege sind sehr gut ausgeschildert und zu den meisten Regionen gibt es Wanderführer oder Wanderkarten. Eine kleine Ausnahme ist auch hier wieder die Cote d’Azur, die wenig (beschilderte) Wandermöglichkeiten zu bieten hat.

 

 

Einreisebestimmungen für Haustiere

Equihen Plage

Für Hunde, Katzen und Frettchen gelten die EU-Einreisebestimmungen

 

Für die Tollwutimpfung gilt dabei:

 

- zwischen der Tollwut-Erstimpfung und der Einreise nach Frankreich müssen mindestens 21 Tage liegen. Da es offiziell keine Ausnahme für Welpen/Kitten gibt und das Mindestalter für eine Tollwut-Impfung in Deutschland bei 3 Monaten liegt, dürfen de facto keine Tiere jünger als 3 Monate und 21 Tage in Frankreich einreisen. Eine eventuelle Sondergenehmigung kann beim Ministère de L’ Agriculture in Paris erfragt werden.

 

- die 3-Jahrestollwut-Umpfung wird bei entsprechender Eintragung im Impfpass in Frankreich anerkannt

 

In den Mittelmeerregionen (Cote d’Azur und Korsika) kann es zu einer Übertragung von Leishmaniose, Babesiose, Ehrlichiose und Herzwurmerkrankungen kommen. Bezüglich Risiko und Prophylaxe sollte im Vorfeld ein Tierarzt konsultiert werden.

 

Einreisebestimmungen für Kleintiere (Kaninchen, Vögel, Meerschweinchen etc.):

 

- es wird eine maximal 5 Tage alte Gesundheitsbescheinigung verlangt, in der ein Tierarzt bestätigt, dass das Tier an keinen (arttypischen) Krankheiten leidet

 

- eine offizielle Bestätigung, dass der Tierhalter sein(e) Tier(e) nicht in Frankreich verkaufen wird.

 

 

Anlagehunde

 

In Frankreich werden aktuell bestimmte, als potentiell gefährlich eingestufte Rassen, in Anlagehunde Kategorie 1 und Anlagehunde Kategorie 2 eingeteilt. Für diese gelten besondere Vorschriften bezüglich Einreise und Haltung.

 

Anlagehunde Kategorie 1: hierzu gehören alle Hunde, die ähnlich aussehen wie ein Staffordshire Terrier, American Staffordshire Terrier, Boerboels oder Tosa Inu und in keinem vom Internationalen Hundeverband (www.fci.be) zugelassenen Stammbuch eingetragen sind. Eine Bestätigung des Haustierarztes, dass es sich um einen Boxer-Mischling handelt, hilft einem im Zweifelsfall nicht weiter. Da diese Hunde in Frankreich durchaus beschlagnahmt und getötet werden, wird von einer Einreise mit entsprechend aussehenden Mischlingen dringend abgeraten. Darüber hinaus wird die Einfuhr dieser Hunde als Straftat gewertet.

 

Anlagehunde Kategorie 2: Hierzu gehören Staffordshire Terrier, American Staffordshire Terrier, Boerboels und Tosa Inu mit Stammbuch des FCI (www.fci.be), sowie der Rottweiler und Hunde, die Rottweiler-ähnlich aussehen. Für Hunde der Kategorie 2 besteht Maulkorb- und Leinenzwang. Außerdem müssen sie von einem Volljährigen geführt werden. Die Mitnahme in öffentlichen Verkehrsmitteln ist verboten.

 

 

Adressen/Weblinks

 

Französische Botschaft: www.botschaft-frankreich.de

 

Französisches Fremdenverkehrsamt: de.franceguide.com

 

Die Angaben auf dieser Seite wurden nach bestem Wissen und Gewissen recherchiert und zusammengestellt. Da jedes Land kurzfristig Einreiseregelungen und Gesetze ändern kann, sollte sich dennoch zu den wichtigsten Fragen im Vorfeld der Reise mit dem entsprechenden Fremdenverkehrsamt oder der Botschaft in Verbindung gesetzt werden. Dies gilt insbesondere für Regelungen betreffend „Sogenannter Kampfhunde“.

 

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Urlaub mit Hund in Dänemark

16. April 2012 in Länderinformationen

praktische Informationen

Einreise: Deutsche Staatsbürger können visumfrei mit Reisepass oder Personalausweis nach Dänemark einreisen.

 

Währung: In Dänemark ist die Landeswährung die Dänische Krone (DKR), die an den Euro gekoppelt ist. 1€ entspricht etwa 7,44DKR. Kreditkarten werden in größeren Geschäften, Hotels und Banken akzeptiert, an Geldautomaten auch EC-Karten.

 

Sommerferien: In Dänemark haben Schulen üblicherweise von Ende Juni bis Anfang/Mitte August Sommerferien.

 

Klima: Dänemark hat weitgehend maritimes Klima, was bedeutet, dass die Temperaturunterschiede über das Jahr hinweg relativ gering sind. Die Sommer sind nur mäßig warm und die Winter mild. Im Sommer sind die Tage etwas länger als in Deutschland, im Winter kürzer als in Deutschland. Mit Regen muss das ganze Jahr über gerechnet werden.

 

Weitere Informationen findet man beim dänischen Fremdenverkehrsamt: http://www.visitdenmark.com.

 

 

der Hund in Dänemark


Dänemark gilt allgemein als sehr Hundefreundlich. Es gibt viel Raum für die Vierbeiner zum Laufen, an Strände dürfen sie in der Regel mit (teils nur angeleint) und auch bei vielen Freizeitaktivitäten oder einem Stadtbummel können Hunde ihre Menschen meist problemlos begleiten. In Ferienwohnungen sind Haustiere in der Regel willkommen und kostenlos. Zu beachten sind die neuen verschärften Einreise- und Haltungsbestimmungen für Anlagehunde (siehe unten).

 

Leinenpflicht: Hunde sind vom 1. April bis 30.September am Strand nur angeleint erlaubt, im Winter häufig auch freilaufend. Im Hinterland wird es unterschiedlich gehandhabt, aber in der Regel gilt hier das ganze Jahr über Leinenpflicht. Im Zweifelsfall sollte vor Ort angefragt werden, ob und wo der Hund ohne Leine laufen darf. Dänen selbst verhalten sich in der Regel recht rücksichtsvoll und lassen ihre Hunde meist angeleint laufen, zumal wenn sie nicht wirklich gut erzogen sind.

Freilaufmöglichkeiten finden sich das ganze Jahr über in speziellen Hundewäldern, die übers ganze Land verteilt sind (siehe Reisetipps).

 

Mitnahme von Hunden an Strände: Dänische Strände sind, mit sehr wenigen Ausnahmen, generell frei zugänglich, nicht aufgeteilt oder abgetrennt und frei von Kurtaxe. Hunde dürfen grundsätzlich mit an fast jeden Strand, in den Sommermonaten (1.April bis 30.September) allerdings nur angeleint. Da Dänemark sehr lange, in weiten Teilen einsame Strände hat, ist es auch ein ideales Ziel für unverträglichere Vierbeiner. Man wird abseits der Hauptbadeorte immer einen größeren Bereich für sich alleine finden.

 

Hunde in Restaurants und Hotels: Hunde sind in vielen Hotels und Ferienwohnungen willkommen, aber nicht in allen. Man sollte entsprechend immer im Vorfeld nachfragen. In vielen Restaurants sind Hunde im Innenbereich nicht erwünscht.

 

Hunde in Innenstädten und öffentlichen Verkehrsmitteln: Hunde gehören in Dänemark zum öffentlichen Leben dazu. Ähnlich wie in Deutschland, sollte man sich mit Hund in Innenstädten natürlich an die Benimmregeln halten, niemanden belästigen und Hinterlassenschaften entfernen. In öffentlichen Verkehrsmitteln dürfen Hunde ihre Menschen begleiten. Kleine Hunde in einer Transportbox oder -tasche reisen dabei kostenlos mit, große Hunde zahlen den Kinderpreis.

 

 

Einreisebestimmungen für Haustiere


Es gelten die EU-Einreisebestimmungen

 

Die 3-Jahrestollwut-Umpfung wird bei entsprechender Eintragung im Impfpass in Dänemark anerkannt. Die letzte Tollwutimpfung muss dabei nach der Tätowierung oder dem Chippen des Tieres erfolgt sein.

 

Kleintiere dürfen ohne jede Impfung oder Papiere einreisen, sofern es sich nicht um Nutztiere oder Geflügel (Hühner, Tauben, Gänse etc.) handelt.

 

Für die Färöer Inseln und Grönland gelten deutlich strengere Vorschriften, die bei der Dänischen Botschaft erfragt werden können.

 

zu beachten:

 

Sollte ein Hund egal welcher Rasse im Urlaub in Dänemark Menschen angreifen oder aus anderen Gründen eine Gefahr darstellen, dürfen die örtlichen Behörden über Maulkorbzwang und sogar Einschläferung des Hundes entscheiden.

 

In Dänemark gibt, es anders als in Deutschland, kein flächendeckendes Tierheim-System. Fundhunde werden durchaus nach wenigen Tagen eingeschläfert. Es ist daher extrem wichtig, den Hund nicht nur chippen zu lassen, sondern auch bei Tasso zu registrieren. Zusätzlich sollte er einen Adressanhänger am Halsband tragen, auf dem auch die Handy-Nummer (mit deutscher Vorwahl) vermerkt ist.

 

 

Anlagehunde

 

Die Einfuhr, Zucht und Haltung folgender Hunderassen und deren Mischlinge ist in Dänemark verboten:

 

- Pitbull Terrier

- Tosa Inu

- Amerikanischer Staffordshire Terrier

- Fila Brasileiro

- Dogo Argentino

- Amerikanische Bulldogge

- Boerboel

- Kangal

- Zentralasiatischer Ovtcharka

- Kaukasischer Ovtcharka

- Südrussischer Ovtcharka

- Tornjak

- Sarplaninac

 

Nach dem Gesetz müssen Hunde, die diesen Rassen angehören oder ähnlich aussehen (sofern der Halter nicht zweifelsfrei eine andere Herkunft nachweisen kann) beschlagnahmt und getötet werden. Dafür muss der Hund nicht auffällig werden, es kann das liebste Familientier treffen.

 

Diese Hunde dürfen auch zu einem Urlaub nicht nach Dänemark einreisen. Die Durchreise dieser Hunde durch Dänemark zum endgültigen Urlaubsziel ist zur Zeit gestattet, sofern die Hunde ihr Transportmittel möglichst nicht verlassen und gut gesichert sind. Im Zweifelsfall sollte bei der Dänischen Botschaft im Vorfeld nachgefragt werden.

 

Eine Ausnahmeregelung gibt es für Hunde dieses Aussehens, die nachweislich (!) schon vor dem 17. März 2010 bei ihren Besitzern lebten. In dem Fall wird der Hund nicht zwingend eingezogen, es muss allerdings ein Nachweis der Rasse erbracht werden und es herrscht in der Öffentlichkeit Leinen- und Maulkorbzwang.

 

 

Reisetipps

 

Aalborg Zoo: Der große Zoo in Aalborg beherbergt etwa 140 Tierarten, darunter Orang Utans, Eisbären, Elefanten und Seelöwen. Hunde dürfen ihre Menschen angeleint begleiten. Homepage: www.aalborg-zoo.dk

 

Hundewälder: In Dänemark gibt es eine Reihe von Hundewäldern, die häufig hoch eingezäunt und frei von größerem Wild sind. Hier dürfen Hunde ohne Leine laufen, was aber kein Freifahrtschein sein sollte. Rücksichtnahme auf andere Spaziergänger und Hunde, die auf Kontakt zu Artgenossen lieber verzichten möchten, sollte dennoch gegeben sein.

 

 

Adressen/Weblinks


Dänische Botschaft: www.ambberlin.um.dk/de/

 

Dänisches Fremdenverkehrsamt: www.visitdenmark.com

 

Die Angaben auf dieser Seite wurden nach bestem Wissen und Gewissen recherchiert und zusammengestellt. Da jedes Land kurzfristig Einreiseregelungen und Gesetze ändern kann, sollte sich dennoch zu den wichtigsten Fragen im Vorfeld der Reise mit dem entsprechenden Fremdenverkehrsamt oder der Botschaft in Verbindung gesetzt werden. Dies gilt insbesondere für Regelungen betreffend „Sogenannter Kampfhunde“.

 

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