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	<title>Tierfreund &#187; der Wald in Deutschland</title>
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		<title>Leben und Überleben im Wald</title>
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		<pubDate>Mon, 22 Oct 2012 10:27:04 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Segschneider</dc:creator>
				<category><![CDATA[der Wald in Deutschland]]></category>
		<category><![CDATA[freizeit]]></category>
		<category><![CDATA[Wald]]></category>
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			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_6325" class="wp-caption alignright" style="width: 310px"><a href="https://www.tierfreund.de/wp-content/uploads/2012/10/DSC_94912.jpg"><img class="size-medium wp-image-6325" title="Buche" src="https://www.tierfreund.de/wp-content/uploads/2012/10/DSC_94912-300x199.jpg" alt="Buche" width="300" height="199" /></a><p class="wp-caption-text">Buche</p></div>
<p>Der Wald bedeutet heute für viele Menschen ein Stück Erholung in intakter Natur. Das Blätterrauschen der mächtigen Bäume, Vögel zwitschern, überall ist Leben. Für die Waldbewohner selbst ist aber oft ein harter Überlebenskampf. Man bedenke alleine, Hundertausende von Samen werden von einem einzigen Baum alljährlich verbreitet, aber nur die wenigsten entwickeln sich tatsächlich zu neuen großen Bäumen. Ein wenig Glück gehört dazu, wo der Samen landet, ob der Boden entsprechend geeignet ist, genug Licht vorhanden ist und nicht bereits der Keimling vom Wild aufgefressen oder zertrampelt wird.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Tatsächlich bieten die Bäume nicht nur vielen Tieren Nahrung und einen Lebensraum, sie stehen auch in starker Konkurrenz zueinander. So entwickelte im Laufe der Evolution jede Art eigene Strategien, um eine Nische für sich zu finden. Einige Pflanzen sind z.B. sehr Schattentolerant, manche kommen mit Staunässe zurecht, andere sind extrem winterhart oder ertragen große Trockenheit.</p>
<p>&nbsp;</p>
<div id="attachment_3539" class="wp-caption aligncenter" style="width: 476px"><a href="https://www.tierfreund.de/wp-content/uploads/2012/10/DSC_4477.jpg"><img class=" wp-image-3539    " title="DSC_4477" src="https://www.tierfreund.de/wp-content/uploads/2012/10/DSC_4477.jpg" alt="das Leben im Wald als Keimling" width="466" height="212" /></a><p class="wp-caption-text">keimende Buchen</p></div>
<p>Pflanzen können nicht weggehen, wenn die Bedingungen sich zum Schlechten entwickeln, der Sommer zu trocken ist oder sie von Pathogenen befallen werden. So mussten sie einige erstaunliche Fähigkeiten entwickeln, wie z.B. eine Immunabwehr, an Licht und örtliche Gegebenheiten angepasstes Wachstum oder die Reaktion auf Jahreszeiten. Sie reagieren zudem auf Schwerkraft, Licht und Tageszeit und haben eigene Pflanzenhormone. Sie nutzen Tiere, um ihre Fortpflanzung und die Verbreitung ihrer Nachkommen zu gewährleisten und arbeiten mit Bodenpilzen zusammen, um ihre Nährstoffaufnahme zu verbessern.</p>
<p>&nbsp;</p>
<div id="attachment_3545" class="wp-caption alignright" style="width: 310px"><a href="https://www.tierfreund.de/wp-content/uploads/2012/10/DSC_00481.jpg"><img class="size-medium wp-image-3545" title="DSC_0048" src="https://www.tierfreund.de/wp-content/uploads/2012/10/DSC_00481-300x194.jpg" alt="" width="300" height="194" /></a><p class="wp-caption-text">Lindenblüte</p></div>
<p>Einige Pflanzen entlassen Enzyme in den Boden, um die Wurzeln andere Pflanzen zu schwächen, andere sind in der Lage Artgenossen einen Schädlingsbefall mitzuteilen, so dass diese schon vor dem „Feindkontakt“ Abwehrmaßnahmen ergreifen können. Das ursprünglich aus der Weide stammende „Asprin“ ist auch für die Pflanze selbst ein Heilmittel.</p>
<p>Und junge Tannen können z.B. viele Jahre in einer Art „Winterschlaf“ im Schatten verharren, bis ein Baum über ihnen abstirbt. Dann nutzen sie die Chance und schalten schnell wieder auf Wachstum um.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Pflanzen haben sogar eine innere Uhr und leiden unter einem Jet-Lag, wenn man den gewohnten Hell-Dunkel-Rhythmus experimentell ändert. Sie passen die Öffnung ihrer Blüten, Wachstumsphasen und das Öffnen ihrer Spaltöffnungen an die Tageszeit an. Linden z.B. produzieren den süßesten Nektar in den Abendstunden, wenn besonders viele Insekten unterwegs sind.</p>
<p>&nbsp;</p>
<div id="attachment_3546" class="wp-caption alignleft" style="width: 280px"><a href="https://www.tierfreund.de/wp-content/uploads/2012/10/DSC_1498b.jpg"><img class=" wp-image-3546 " title="DSC_1498b" src="https://www.tierfreund.de/wp-content/uploads/2012/10/DSC_1498b-300x288.jpg" alt="" width="270" height="259" /></a><p class="wp-caption-text">Fledermäuse orten ihre Beute über Ultraschall</p></div>
<p>Auch die Tiere müssen ihre Nische finden und sich gegen Konkurrenten und Feinde behaupten. Einige Arten haben Gifte entwickelt oder eine Nahrung gefunden, die kaum ein anderes Tier verwerten kann. Manche sind sehr schnell, andere Meister der Tarnung oder wehrhaft. Einige Arten produzieren extrem viele Nachkommen, auf dass zumindest ein paar davon überleben. Manche Schmetterlinge gaukeln über ein Augenmuster ein sehr viel größeres Tier vor und es gibt Käfer, die sich tot stellen und sich „leblos“ vom Zweig ins Laub fallen lassen, um so als Beute uninteressant zu werden. Einige Nachtfalter senden sogar „Störsignale“ gegen eine Fledermausortung. Und wer selten ist, ist damit auch eine wenig attraktive Beute, zumindest nicht der Mühe wert, dass Fressfeinde sich auf ihn spezialisieren.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Waldtieren nutzt es oft mehr, sehr gut hören oder wittern zu können, ein gutes Auge brauchen sie dagegen nicht unbedingt. Auch schnelles, ausdauerndes Laufen ist im Wald kaum möglich, die Waldtiere flüchten meist nur auf kurze Distanzen und setzen dann auf sichere Rückzugsorte oder Tarnung.</p>
<p>&nbsp;</p>
<div id="attachment_3548" class="wp-caption alignright" style="width: 240px"><a href="https://www.tierfreund.de/wp-content/uploads/2012/10/1.jpg"><img class="size-medium wp-image-3548" title="1" src="https://www.tierfreund.de/wp-content/uploads/2012/10/1-230x300.jpg" alt="" width="230" height="300" /></a><p class="wp-caption-text">der Winter ist eine harte Zeit für Pflanzen</p></div>
<p>In Mitteleuropa ist auch das Klima eine Herausforderung: im Regenwald ist es immer in etwa gleich warm, gleich feucht und gleich sonnig. In Deutschland gibt es heiße, trockene Wochen, Starkregen und Stürme sowie eisige Winter mit Früh- oder Spätfrösten. Die Tiere und Pflanzen müssen mit all dem klar kommen (siehe auch: <a title="warum verlieren Bäume im Winter ihre Blätter?" href="https://www.tierfreund.de/warum-verlieren-baume-im-winter-ihre-blatter/">warum verlieren Bäume im Winter ihre Blätter</a>?).</p>
<p>Viele Insekten überdauern den Winter in verschiedenen Entwicklungsstadien in „Ruhe“. Sie sind mit einer Art Frostschutz ausgestattet, so dass sie Frost vertragen und stark herunter kühlen können.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Je kleiner ein Säugetier oder Vogel ist, umso größer ist seine relative Oberfläche und umso stärker damit der Wärmeverlust. Deshalb muss im Verhältnis bei kleinen Tieren mehr Nahrung zugeführt werden, um diese in ausreichend Wärmeenergie umsetzen zu können. Für Säugetiere und Vögel gibt es eine Gewichts-/Größenuntergrenze, unter der der Wärmeverlust über die Nahrung nicht mehr ausgeglichen werden kann. Es spielt dabei natürlich auch eine Rolle, wie gut das Tier „isoliert“ ist und wie fett- und kohlenhydrathaltig die Nahrung ist: wer Samen und Knospen fressen kann, braucht insgesamt weniger Zeit auf Nahrungssuche zu verwenden, wer dagegen Insekten frisst, ist den ganzen Tag aktiv. Eine insektenfressende Spitzmaus verspeist jeden Tag das eigene Körpergewicht an Insekten! Rehe dagegen brauchen im Winter nur 5-10% ihres Körpergewichtes an Nahrung und vertragen auch Fastentage.</p>
<p>Teils wird auch der Stoffwechsel im Winter stark herunter gefahren bis hin zu Winterruhe, in der nur sporadisch gefressen und sonst vom „Winterspeck“ gelebt wird, teils findet ein Zug in den wärmeren Süden statt.</p>
<p>&nbsp;</p>
<div id="attachment_3549" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><a href="https://www.tierfreund.de/wp-content/uploads/2012/10/DSC_2540.jpg"><img class="size-medium wp-image-3549" title="DSC_2540" src="https://www.tierfreund.de/wp-content/uploads/2012/10/DSC_2540-300x198.jpg" alt="" width="300" height="198" /></a><p class="wp-caption-text">Tier und Pflanze sind gegenseitig aufeinander angewiesen</p></div>
<p>Das zeigt: viele Lebewesen sind spezialisiert auf bestimmte Nahrungsquellen und bestimmte Lebensräume. So entwickeln sich hoch komplexe Nahrungsketten, bzw. -netze, jedes Glied ist wichtig, damit das Gesamtsystem Bestand haben kann. Das macht den Eingriff durch den Menschen so schwierig: fördert oder hemmt er eine Tier- oder Pflanzenart, hat dies gravierende Folgen für eine Vielzahl weiterer Arten. Langsam sind diese Zusammenhänge bewusst geworden, nachhaltige, mehr „naturnahe“ Forst- und Waldwirtschaft sowie Jagd wird angestrebt.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>weiter lesen: <a href="https://www.tierfreund.de/das-okosystem-wald/">das Ökosystem Wald</a></p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>Das Ökosystem Wald</title>
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		<pubDate>Sun, 21 Oct 2012 15:01:12 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Segschneider</dc:creator>
				<category><![CDATA[der Wald in Deutschland]]></category>
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			<content:encoded><![CDATA[<p>&nbsp;</p>
<p>Ökologie beschäftigt sich mit den Wechselwirkungen zwischen Tieren, Pflanzen und Umweltfaktoren. Mit letzterem sind z.B. Temperatur, Bodeneigenschaften, Licht oder Nährstoffe gemeint. Das Zusammenspiel aller Faktoren ist dabei hoch komplex, weil sich alles gegenseitig beeinflusst.</p>
<p>&nbsp;</p>
<div id="attachment_3506" class="wp-caption alignright" style="width: 310px"><a href="https://www.tierfreund.de/wp-content/uploads/2012/10/DSC_4377.jpg"><img class=" wp-image-3506" title="DSC_4377" src="https://www.tierfreund.de/wp-content/uploads/2012/10/DSC_4377-300x198.jpg" alt="Ökosystem Wald - ein Stück Waldboden im Herbst" width="300" height="198" /></a><p class="wp-caption-text">ein kleines Stück Waldboden im Herbst</p></div>
<p>Ohne Zutun des Menschen entwickelt sich der Wald automatisch zu einem ökologischen Gleichgewicht. Dieses ist immer dynamisch, das heißt es verschiebt sich und pendelt sich immer wieder neu ein, alles ist im Fluss, einen unveränderlichen Zustand gibt es in einem Wald nicht. Ständig entsteht neues Leben, während altes abstirbt, Bäume wachsen, Vögel brüten, die Jahreszeiten wechseln. Größeren Einfluss nehmen z.B. Sturmschäden, eine Schädlingswelle, viel Wild, die Klimaänderung oder ein harter Winter… Je vielfältiger die Arten in einem Wald sind, umso leichter lassen sich größere Umbrüche verkraften. Wo ein Lebewesen eine Lücke hinterlässt, wird sein Platz schnell von neuem Leben eingenommen.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<h6>Ein Gedankenspiel: ein Wald entsteht</h6>
<p>&nbsp;</p>
<p>Man denke sich eine Brachlandschaft, auf der ein neuer Wald entstehen könnte. Es gibt bestimmte Niederschlagsmengen, einige Nährstoffe und sonstige Bodenbestandteile, einen Temperaturspielraum. Nun müssen Samen darauf treffen. Verbreitungsmechanismen spielen hier hinein, z.B. hier lebende, zur Verbreitung nutzbare Tiere oder der Wind… Die Samen, die die Brachfläche erreichen, müssen auf diesem Boden und bei den vorhandenen Umweltbedingungen wachsen können. Freie Flächen sind in der Regel wenig geschützt gegen Witterung, es gibt einen Grund, warum hier bislang nichts wächst. Einige Pflanzenarten, Pionierpflanzen genannt, können bei passenden Gegebenheiten solche Areale neu besiedeln. In der Regel sind es solche Arten, die sich über weite Strecken verbreiten können, sehr robust und schnellwüchsig sind, gut mit Wildverbiss zurecht kommen und nur wenig Bodenansprüche haben.</p>
<p>&nbsp;</p>
<div id="attachment_3507" class="wp-caption alignleft" style="width: 239px"><a href="https://www.tierfreund.de/wp-content/uploads/2012/10/DSC_1360.jpg"><img class="size-medium wp-image-3507" title="DSC_1360" src="https://www.tierfreund.de/wp-content/uploads/2012/10/DSC_1360-229x300.jpg" alt="" width="229" height="300" /></a><p class="wp-caption-text">langsam kommt der Wald nach dem schweren Sturm zurück</p></div>
<p>Diese Pflanzen wachsen nun und schaffen durch absterbende Pflanzenteile oder Laub Dünger. Dazu bieten sie einen Lebensraum für Insekten, Mikroorganismen und Pilze, sie lockern den Boden und dienen Tieren als Nahrung, auch indirekt, über die bei ihnen lebenden Insekten. Sie schaffen ganz allgemein eine völlig neue Umwelt. Vögel finden einen Raum zum Nisten und Fressen, einen Platz, der Schutz bietet. Kleinsäuger kommen hinzu und nehmen ebenfalls Einfluss, z.B. indem sie bestimmte Insekten bevorzugt fressen oder selbst als Nahrung für größere Beutegreifer dienen. Sie schleppen aber auch über Früchte den Samen anderer Pflanzenarten herbei. Langsam werden einige Pflanzen größer, damit bringen sie neuen Lebensraum, nehmen aber auch anderen Pflanzen das Licht. Entsprechend ändert sich auch die Insektenwelt, die bestimmte Pflanzen bevorzugt als Lebensraum nutzen. Und mit ihnen wiederum die Vögel und Kleintiere. Das Mikroklima ändert sich: es gibt weniger Wind zwischen den Pflanzen und am Boden siedeln sich Moose an. Es wird feuchter und gleichmäßiger temperiert (im Sommer kühler, im Winter wärmer, als außerhalb des wachsenden Waldes), dazu bildet sich weiter Humus, es werden aber auch Nährstoffe „verbraucht“. Die Pionierpflanzen haben nun langsam kaum noch eine Chance gegen konkurrenzstärkere Baumarten, die ihnen das Licht zum Leben nehmen, sie verschwinden. Größeres Wild siedelt sich an. Dann sterben die ersten größeren Bäume, vielleicht wegen Sturmschäden oder an Altersschwäche. Das Totholz bildet wieder neuen Lebensraum. Auf entstehenden Lichtungen haben nun auch die Pionierpflanzen wieder eine Chance…</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<h6>die Waldbewohner und ihre ökologische Beziehung zueinander</h6>
<p>&nbsp;</p>
<p>Bei Waldtieren denken viele zuerst an Rehe, Wildschweine oder Eichhörnchen. Artenreicher und in ihrer Gesamtzahl deutlich häufiger sind die Vögel des Waldes. Mehrere Tausend verschiedene Arten findet man schließlich bei den heimischen Wald-Insekten und immer noch mehrere Hundert bei den Spinnentieren. An den verschiedenen Baumarten leben dabei unterschiedlich viele Insekten. So findet man z.B. an einer einzigen Eiche rund 700 verschiedene Insektenarten, an Eiben dagegen kaum 10.</p>
<p>&nbsp;</p>
<div id="attachment_3509" class="wp-caption alignright" style="width: 310px"><a href="https://www.tierfreund.de/wp-content/uploads/2012/10/DSC_4466.jpg"><img class="size-medium wp-image-3509" title="DSC_4466" src="https://www.tierfreund.de/wp-content/uploads/2012/10/DSC_4466-300x198.jpg" alt="" width="300" height="198" /></a><p class="wp-caption-text">der Wald ist voller Leben</p></div>
<p>All diese Lebewesen haben ihre Aufgabe in der Natur und stehen mit zahlreichen anderen Arten in Beziehung, z.B. als Konkurrent um Nistplätze, als Beute, als Helfer beim Nahrungsaufschluss, als Produzent von Dünger oder als Wirt von Parasiten. Sie nehmen auch Einfluss auf die Bäume, schaden oder helfen ihnen, verbreiten den Samen, lockern den Boden oder vertilgen Baumschädlinge. In sich selbst regulierenden Wäldern entsteht dabei automatisch ein biologisches Gleichgewicht. Eine Tierart kann sich z.B. nur soweit vermehren, wie es Nahrung und Lebensraum für sie gibt. Sie selbst nimmt dabei auch Einfluss auf viele andere Tierarten, für die sie Räuber, Beute oder Nahrungskonkurrent ist. Manchmal sowohl als auch: so kann z.B. eine Maus Regenwürmer fressen, aber nach dem Tod diesen selbst als Nahrung dienen.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Unentbehrlich für den Wald sind Pilze und Mikroorganismen. Sie zersetzen totes organisches Material und machen die Bestandteile so wieder als Nährstoffe zugänglich. Viele Pilze, die Mykorrhiza, leben zudem symbiontisch mit Bäumen zusammen, helfen den Bäumen bei der Wasser- und Mineralienaufnahme und bekommen im Gegenzug organisches Material von der Pflanze.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><a href="https://www.tierfreund.de/wp-content/uploads/2012/10/DSC_0001.jpg"><img class="alignleft size-medium wp-image-3510" title="DSC_0001" src="https://www.tierfreund.de/wp-content/uploads/2012/10/DSC_0001-300x199.jpg" alt="" width="300" height="199" /></a>Durch Laub- und Mischwälder erreicht zudem genug Licht den Boden, um das Wachstum von Farnen, Moosen, Kräutern, Sträuchern und Gräsern zu gestatten. Besonders die Moose sind dabei sehr wichtig zur Regulation der Feuchtigkeit am Boden: sie speichern größere Mengen Wasser, das sie bei anhaltender Dürre langsam wieder abgeben. Verkarstung, wie sie vor allem bei einigen zu Seefahrtszwecken völlig abgeholzten Mittelmeerinseln zu sehen ist, führt die Wasserspeicherkapazität von Wäldern drastisch vor Augen: die Bäume bieten Schatten, der niedrige Bewuchs speichert die Feuchtigkeit und leitet sie langsam zum Grundwasser weiter. Ohne Wälder wird ein Landstrich ohne regelmäßige, stärkere Regenfälle zur Einöde.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Die niederwüchsigen Pflanzen sind zudem Nahrungsgrundlage und Versteckmöglichkeit, sowohl für Insekten, als auch für Säuger und Vögel. Einige Vögel brüten in Sträuchern (z.B. Amsel und Singdrossel) oder am Boden (z.B. Rotkehlchen). Auch ziehen viele Vögel Laubbäume den Nadelbäumen vor, zum Nisten und auch was ihre Nahrung angeht. Das erklärt mit, warum Fichtenmonokulturen so Schädlingsanfällig sind: es fehlt an tierischem Leben, dass die Schadinsekten eindämmen könnte.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Was Nahrung und Nährstoffe angeht unterteilt man in:</p>
<p>&nbsp;</p>
<div id="attachment_3511" class="wp-caption alignright" style="width: 208px"><a href="https://www.tierfreund.de/wp-content/uploads/2012/10/DSC_44251.jpg"><img class=" wp-image-3511" title="DSC_4425" src="https://www.tierfreund.de/wp-content/uploads/2012/10/DSC_44251-198x300.jpg" alt="" width="198" height="300" /></a><p class="wp-caption-text">ohne Pflanzen gäbe es keine Tiere</p></div>
<p>- &#8220;<strong>Produzenten</strong>“: hier sind vor allem die grünen Pflanzen zu nennen, die aus kaum mehr als CO2, Wasser und Sonnenlicht die Bausteine des Lebens herstellen und damit letztlich auch ihre Äste und Blätter, also die Nahrungsgrundlage für all die anderen Lebewesen, die hierzu nicht in der Lage sind. Oder etwas wissenschaftlicher ausgedrückt: sie produzieren organisches Material aus anorganischen Bestandteilen. (siehe auch: <a title="aus Licht wird leben: Photosynthese" href="https://www.tierfreund.de/aus-licht-wird-leben-photosynthese/">Photosynthese</a>)</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>- &#8220;<strong>Konsumenten</strong>&#8220;: sie sind immer auf Produzenten angewiesen, brauchen also „fertiges“ organisches Material als Nahrung. Konsumenten sind vor allem die Tier- und Pflanzenfressenden Tiere. Man unterteilt in: Konsumenten 1. Ordnung: sie fressen Produzenten (also Pflanzen) und Konsumenten 2. Ordnung: sie fressen andere Tiere.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>- &#8220;<strong>Destruenten</strong>&#8220;: die Kleinstlebewesen, die die organische Stoffe wieder in ihre molekularen Bestandteile zersetzen und damit aufs Neue verfügbar machen</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Der notwendige Anteil von Produzenten und Konsumenten 1. und 2. Ordnung, kann in einer sogenannten „Nahrungspyramide“ verdeutlicht werden. Es muss mehr Pflanzen als Pflanzenfresser geben und mehr Pflanzenfresser als Raubtiere.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Der Wald braucht keinen Dünger, weil er durch Nadeln, Blätter und totes tierisches Material eigenen Dünger produziert, nämlich so viel, wie er benötigt. Auch hier greift das Prinzip des biologischen Gleichgewichts: es wächst nur das, was genug Nährstoffe vorfindet.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>weiter lesen: <a title="Überleben im Wald" href="https://www.tierfreund.de/uberleben-im-wald/">Überleben im Wald</a></p>
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		</item>
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		<title>Der Wald in Deutschland heute</title>
		<link>https://www.tierfreund.de/der-wald-in-deutschland-heute/</link>
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		<pubDate>Sun, 21 Oct 2012 11:21:12 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Segschneider</dc:creator>
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			<content:encoded><![CDATA[<p>&nbsp;</p>
<p>Zur Zeit ist etwa 1/3 von Deutschland mit Wald bedeckt. Zum Vergleich: in Großbritannien oder den Niederlanden sind es nur 9-10%, in Österreich etwa 47% und in Finnland sogar 66%. Deutsche Wälder bestehen vor allem aus Fichten (28%), Buchen (15%), Kiefern (24%) und der Eiche (10%).</p>
<p>&nbsp;</p>
<div id="attachment_3493" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><a href="https://www.tierfreund.de/wp-content/uploads/2012/10/DSC_4321.jpg"><img class="size-medium wp-image-3493" title="DSC_4321" src="https://www.tierfreund.de/wp-content/uploads/2012/10/DSC_4321-300x198.jpg" alt="" width="300" height="198" /></a><p class="wp-caption-text">Totholz ist wichtig</p></div>
<p>Dem deutschen Wald geht es dabei gesundheitlich schon wieder besser, als noch vor 25 Jahren, und einige große Waldgebiete wurden unter Naturschutz gestellt. Allgemein sind naturnahe Wälder im Kommen, es gibt wieder mehr Mischwälder, denen gestattet wird, sich zu einem Teil selbst zu regulieren und Unterholz zu bilden. Etwa 1/3 der deutschen Wälder können als (sehr) naturnah eingestuft werden. Naturnah ist es z.B., Bäume unterschiedlichen Alters gemischt zu haben und nur vereinzelt Bäume heraus zu schlagen, statt ganze Flächen zu fällen. Ein naturnaher Wald bietet schattigere und lichtere Stellen, trockenere und feuchtere Zonen, Bachläufe, junge und alte Bäume verschiedener Arten, Unterholz und damit viel unterschiedlichem Lebensraum. Totholz bietet Nahrung, Dünger und Lebensraum. Der Verzicht auf künstlichen Dünger bietet Arten einen Überlebensraum, die Düngemittel nicht vertragen, beispielsweise Orchideen oder Waldameisen.</p>
<p>&nbsp;</p>
<div id="attachment_3494" class="wp-caption alignright" style="width: 209px"><a href="https://www.tierfreund.de/wp-content/uploads/2012/10/DSC_15251.jpg"><img class="size-medium wp-image-3494" title="DSC_1525" src="https://www.tierfreund.de/wp-content/uploads/2012/10/DSC_15251-199x300.jpg" alt="" width="199" height="300" /></a><p class="wp-caption-text">Fichten-Monokultur</p></div>
<p>Aber immer noch gibt es viele künstlich angepflanzte Monokulturen in Deutschland. Dazu kommen vom Menschen gepflanzte fremde Baumarten aus fernen Ländern, auf die die hiesige Tierwelt, die Insekten und auch die Mikroorganismen nicht eingestellt sind und die so zwar schön aussehen mögen oder effektiv wachsen, aber unter Umständen mehr Schaden als Nutzen bringen. Außerdem werden mit dem Import von hübschen tropischen Gehölzen für den Garten auch gerne mal Schädlinge eingeschleppt, denen hiesige Bäume nichts entgegen zu setzen haben, weil sie nie zuvor mit ihnen zu tun hatten. Auch die Klimaerwärmung stellt den Wald vor neue Herausforderungen: längere Dürrezeiten wie im Sommer 2003, schwere Stürme wie Wibke 1990 oder 2007 Kyrill, und wärmere Winter, die weniger Schädlinge abtöten. Es stellt sich nach wie vor die Frage: wie viel soll/kann/muss der Mensch eingreifen, versuchen zu lenken und das gewünschte zu unterstützen? Oder aber besser den Wald sich selbst regulieren lassen, was er es immerhin über viele Millionen Jahre erfolgreich getan hat?</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Der Mensch nutzt den Wald natürlich weiter vielfältig, er braucht Bäume als Rohstoff, und damit sind nicht naturnahe „Urwälder“ eben auch notwendig. Aus Holz wird Papier, Möbel, Fußböden, Verpackungsmaterial, Häuser, Boote, Heizmaterial wie Pellets und Holzscheite, und vieles mehr. Wichtig ist, als Verbraucher auf die Herkunft des Holzes zu achten. Wurden dafür Urwälder, naturnahe Wälder abgeholzt, Lebensräume zerstört? Wurde das Holz weit transportiert mit entsprechenden Klimaemissionen? Mit dem Kauf einheimischer Holzprodukte kann man sich relativ sicher sein, dass Aspekte des Naturschutzes und der Nachhaltigkeit berücksichtigt sind, in vielen ärmeren Ländern bedeutet Holzgewinnung dagegen Raubbau an der Natur. Der Endverbraucher hat es in der Hand.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<h6>Nutzung des Waldes und Forstwirtschaft</h6>
<p>&nbsp;</p>
<p>Es sind vor allem 3 große Bereiche für die der Wald heute genutzt wird: Freizeitgestaltung, Wirtschaft und Schutzfunktionen.</p>
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<div id="attachment_3495" class="wp-caption alignleft" style="width: 209px"><a href="https://www.tierfreund.de/wp-content/uploads/2012/10/DSC_0024.jpg"><img class="size-medium wp-image-3495" title="DSC_0024" src="https://www.tierfreund.de/wp-content/uploads/2012/10/DSC_0024-199x300.jpg" alt="" width="199" height="300" /></a><p class="wp-caption-text">Wanderwege gibt es viele in Deutschland</p></div>
<p>Vor allem für Städter ist der Wald oft in erster Linie ein Ausflugsziel. Hier ist man der Natur nahe, hat Ruhe, frische Luft, eine Abwechslung zum oft hektischen, lauten Alltag. Entsprechend viele Spazierwege führen durch deutsche Wälder. Oftmals gut gepflegt und ausgeschildert, teils mit Infotafeln oder als spezielle „Erlebnispfade“.</p>
<p>Aber der Wald ist auch ein Wirtschaftsfaktor: Viele Arbeitsplätze hängen vom Wald ab, in der Forstwirtschaft und auch in der Holz verarbeitenden Industrie. Möbel, Papier, Bauholz, Brennholz, Bodenbeläge und vieles mehr wird aus Holz hergestellt.</p>
<p>Zur wirtschaftlichen Nutzung gehört auch die Jagd mit Fleischnutzung, die Jagdpacht als „Hobby“ und entsprechende Produzenten von Jagdzubehör, die davon leben.<br />
Eine sehr wichtige Funktion des Waldes ist sein unmittelbarer Umweltschutz-Aspekt. Wald speichert große Mengen Wasser und gibt es langsam wieder ab; er produziert Sauerstoff und bindet CO2, wodurch dem Klimawandel entgegen gewirkt wird. Er reinigt die Luft von Schmutz und auch das Wasser, wenn es durch seinen Boden sickert. Waldboden gefriert zudem kaum tief, so dass Wasser auch im Winter versickern kann, was Überschwemmungen im Frühjahr vorbeugt. Der Wald wirkt als Schutz vor Erdrutsch, Lawinen und Steinschlag und fängt Wind ab. Und nicht zuletzt ist er natürlich die Heimat vieler Tier- und Pflanzenarten.</p>
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<p>Ein Förster muss in „seinem“ Wald all diese Ansprüche in Einklang bringen, Naturschutz, Nachhaltigkeit, Erholungsfunktion und Wirtschaft.</p>
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<h6>wem gehört der Wald in Deutschland?</h6>
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<div id="attachment_3498" class="wp-caption alignright" style="width: 197px"><a href="https://www.tierfreund.de/wp-content/uploads/2012/10/DSC_4413.jpg"><img class="size-medium wp-image-3498" title="DSC_4413" src="https://www.tierfreund.de/wp-content/uploads/2012/10/DSC_4413-187x300.jpg" alt="" width="187" height="300" /></a><p class="wp-caption-text">die Natur hat nur noch wenige Rückzugsorte in Deutschland, fast alles ist bebaut oder wird forst- und landwirtschaftlich genutzt</p></div>
<p>Knapp die Hälfte des Waldes ist in Deutschland Privatbesitz. Das bedeutet nicht zwingend, dass der Eigentümer sich selbst um die forstwirtschaftlichen Aspekte kümmert oder ein „Privatwald“ für z.B. einen Spaziergänger als solcher erkennbar ist. Wie bei Gemeinde-, Städte- und Staatseigenem Wald, kümmern sich meist Pächter oder darauf spezialisierte Unternehmen um den Wald. Gerade in ländlichen, waldreichen Regionen sind auch Zusammenschlüsse mehrerer Waldbesitzer üblich, die Pflege und Bewirtschaftung erleichtern. Tatsächlich gibt es eine Reihe von Gesetzen, die vorschreiben, in welcher Weise man sich um seinen Wald zu kümmern hat, was man machen muss und was man nicht tun darf. Z.B. muss der Wald als solcher, nach dem Prinzip der Nachhaltigkeit, trotz Bewirtschaftung erhalten bleiben. Hierfür spielt auch die Pflege, die Auswahl der Pflanzen, die Beachtung von Schutzzonen und die durchdachte Verjüngung des Waldes eine Rolle. Zudem sind Anzahl und Zusammenstellung des Wildes, Schädlingsbefall der Bäume und die Sicherheit von Spaziergängern zu beachten. Letzteres bedeutet z.B., dass entlang eines Wanderweges die Gefahr umstürzender Bäume minimiert werden muss.<br />
In Deutschland ist Wald allgemein frei zugänglich, auch solcher, der sich in Privathand befindet. Dennoch kann es eingezäunte, z.B. speziell genutzte oder frisch aufgeforstete Flächen geben, bzw. solche, die aus Naturschutzgründen nicht betreten werden dürfen. Im Sinne der Natur sollten natürlich die in Deutschland zahlreich vorhandenen Waldwege nicht verlassen werden.</p>
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<h6>Wie wäre der Wald in Deutschland heute, gäbe es den Menschen nicht?</h6>
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<p>Echte Urwälder, also solche, die nie (oder schon sehr lange nicht mehr) dem Einfluss durch den Menschen ausgesetzt waren, gibt es quasi nicht in Europa. Ein wirklicher Urwald weist natürlich auch keine Wege und keinerlei Einflussnahme durch Förster auf, keine Fütterung von Wild, kein Pflanzen, Schützen oder Fällen von Bäumen. Wenige Rest-Flächen solcher Urwälder gibt es noch im skandinavischen und im osteuropäischen Raum. Naturschutzgebiete dagegen haben in der Regel lange eine Einflussnahme durch Menschen gehabt, sind nun aber speziell geschützt und es wird möglichst wenig künstlich reguliert. Es soll naturnah sein und vielen Arten einen geschützten Lebensraum bieten. Zumindest Kontrolle und Beobachtung durch Förster sowie Wanderwege gibt es meist dennoch.</p>
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<p><a href="https://www.tierfreund.de/wp-content/uploads/2012/10/DSC_0614.jpg"><img class="alignleft size-medium wp-image-3501" title="DSC_0614" src="https://www.tierfreund.de/wp-content/uploads/2012/10/DSC_0614-300x199.jpg" alt="" width="300" height="199" /></a>Und ohne den Menschen? Mitteleuropa ist klimatisch „Waldland“. Wo immer Pflanzen halbwegs passende Bedingungen finden, entwickeln sich hier früher oder später Bäume, ein Wald. So wäre Deutschland ohne den Menschen fast vollständig von Wald bedeckt, offene Graslandschaften gäbe es kaum. Die Wilddichte wäre eher geringer und es gäbe mehr größere Raubtiere. An Bäumen wären in erster Linie Buchen zu finden. In höheren Lagen Fichten und Tannen, auf kargen Sandböden Kiefern und Birken, in Auen Erlen, Eschen und Pappeln. Eichen gäbe es deutlich weniger, als dies mit menschlichem Einfluss heute der Fall ist.</p>
<p>Die (Buchen-) Wälder wären dichter, dunkler und „unordentlicher“, als man es heute kennt. Es wäre eher feuchter, mit mehr natürlichen Bach- und Flusslandschaften.</p>
<p>Ohne Eingriff des Menschen ist der Wald recht stabil. Die Bäume werden größtenteils recht alt, wachsen im Alter langsam, es kommt wenig nach an neuen Bäumen. Dafür gibt es viel Totholz am Boden, das für viele Tiere und Pilze wichtig ist und letztlich zur Bodenverbesserung beiträgt.</p>
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		<title>Die Geschichte des Waldes in Mitteleuropa</title>
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		<pubDate>Sun, 21 Oct 2012 10:05:22 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Segschneider</dc:creator>
				<category><![CDATA[der Wald in Deutschland]]></category>
		<category><![CDATA[freizeit]]></category>
		<category><![CDATA[Geschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Wald]]></category>
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		<description><![CDATA[&#160; Das heutige Deutschland war viele Tausend Jahre lang fast vollständig von Wald bedeckt. Die Geschichte und Entwicklung des Waldes in Mitteleuropa ist entsprechend eng [...]]]></description>
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<p>Das heutige Deutschland war viele Tausend Jahre lang fast vollständig von Wald bedeckt.</p>
<p><a href="https://www.tierfreund.de/wp-content/uploads/2012/10/DSC_9491.jpg"><img class="alignright size-medium wp-image-3459" title="DSC_9491" src="https://www.tierfreund.de/wp-content/uploads/2012/10/DSC_9491-300x199.jpg" alt="die Buche ist Teil der Wald Geschichte in Europa" width="300" height="199" /></a>Die Geschichte und Entwicklung des Waldes in Mitteleuropa ist entsprechend eng mit der Geschichte der Menschen hier verbunden. Der Wald war Lebensraum, ernährte, bot Feuer- und Bauholz, stand aber auch für Gefahren, dunkle Mächte und abweisende Wildnis. So hat der Wald viele Mythen, Sagen und Sprichwörter in Deutschland geprägt. Heute sind Deutschlands Wälder gezähmt, die Nutzung und Entwicklung ist durchorganisiert, und für die meisten Menschen hat er vor allem noch Freizeitwert.</p>
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<h5>Die Geschichte von Wald und Mensch in Mitteleuropa</h5>
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<p>Interessanterweise haben sich in Mitteleuropa die heutigen Wälder von Anfang an parallel mit dem Menschen entwickelt. Das kam so: Alleine im Laufe der letzten 100.000 Jahre gab es in Europa einige Eiszeiten, mit entsprechenden Auswirkungen auf die Pflanzen- und Tierwelt. Als vor rund 35.000 Jahren erste „moderne Menschen“ in Mitteleuropa ankamen, herrschte auch gerade eine Eiszeit, wenn auch eine mildere Phase dieser. So war das Überleben für die ersten Menschen hier ein sehr harter Kampf und als sich das Eis vor rund 12 Tausend Jahren endgültig zurückzog, war der Mensch in dieser Gegend immer noch selten.</p>
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<p><a href="https://www.tierfreund.de/wp-content/uploads/2012/10/DSC_0512k-Kopie.jpg"><img class="alignleft size-medium wp-image-3460" title="DSC_0512k Kopie" src="https://www.tierfreund.de/wp-content/uploads/2012/10/DSC_0512k-Kopie-199x300.jpg" alt="" width="199" height="300" /></a>Noch dramatischer waren die Folgen der jeweiligen Eiszeiten aber für die Wälder: während beispielsweise in Nordamerika bei ähnlichem Klima eine hohe Artenvielfalt an Bäumen besteht, hat in Mitteleuropa kaum eine Baumart das Eis überlebt. Schuld sind die Alpen: Zu den Höhepunkten der jeweiligen Eiszeiten, drang das ewige Eis von Nordeuropa aus langsam immer weiter Richtung Süden vor. Viele Baumarten kommen zwar durchaus mit Kälte und Winter klar, aber nur, wenn es zum Ausgleich auch eine wärmere, frostfreie Sommerperiode gibt. So wurden die Bäume zu den Eiszeiten immer enger zwischen ewigem Eis und den Alpen eingekeilt. Sobald das Eis die Alpen erreichte, war keine Rückzugsmöglichkeit, kein Lebensraum für die Bäume mehr übrig. Ohne die Alpen hätten die Baumarten sich dagegen mit dem kühleren Klima nach Südeuropa zurückziehen können, um nach dem Ende der Eiszeit wieder in Mitteleuropa heimisch zu werden. In Europa ausgestorben sind so unter anderem der Mammutbaum, Douglasien und einige Eichenarten.</p>
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<p>Tatsächlich war Mitteleuropa, bis auf Restbestände einiger sehr kälteresistenter strauchig wachsender Birken, Polarweiden und Kiefern, am Ende der letzten Eiszeit waldfrei. Refugien für die Bäume fanden sich vor allem in Osteuropa, daneben überlebten einige Bäume im Mittelmeerraum und an manchen Teilen der Atlantikküste. Nach dem Ende der letzten Eiszeit gelang es den überlebenden Arten unterschiedlich gut und schnell, wieder in Mitteleuropa heimisch zu werden; so änderte sich die Zusammensetzung der Wälder im Laufe der kommenden Jahrtausende noch erheblich. Und gleichzeitig breitete sich mit dem Ende der Eiszeit auch der Mensch über Mitteleuropa aus.</p>
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<p><a href="https://www.tierfreund.de/wp-content/uploads/2012/10/DSC_0048.jpg"><img class="alignright size-medium wp-image-3462" title="DSC_0048" src="https://www.tierfreund.de/wp-content/uploads/2012/10/DSC_0048-300x199.jpg" alt="" width="300" height="199" /></a>Als erstes gelang es Bergkiefern, dann auch Birken und Weiden, wieder großflächig in Mitteleuropa heimisch zu werden. Vor etwa 9000 Jahren war es dann warm genug, um auch z.B. Haselnuss, Eichen und Ulmen Lebensraum zu bieten. Lichte Eichenwälder und Restbestände der Birken-Kieferwälder waren die vorherrschende Waldzusammensetzung, als der Mensch langsam sesshaft wurde. Mit dem Sesshaftwerden der Menschen, ging dann auch erstmals eine größere Einflussnahme des Menschen auf die Wälder einher. Waldstücke wurden gerodet, um die Flächen für Landwirtschaft und Viehhaltung zu nutzen, und um das Holz als Brenn- und Baumaterial zu verwenden.</p>
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<p>Noch etwas später kamen Tannen sowie Rot- und Hainbuchen zurück nach Mitteleuropa. Buchen und Tannen hatten dabei den Vorteil, relativ wenig Licht zu benötigen. So breiteten sie sich als niedere Baumschicht in den hellen Eichenmischwäldern aus und nahmen damit den jungen Eichen das Licht zum überleben. Vor rund 5000Jahren war dann die Rotbuche der am weitesten verbreitete Baum im heutigen Deutschland, die Tanne gewann in schattigen Gebirgslagen an Raum. Ohne Eingriff des Menschen, wäre dies heute noch ähnlich.</p>
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<p>Aufschluss über die Waldzusammensetzungen früherer Jahrtausende geben unter anderem Pollenfunde, die z.B. im Torf oder im Eis gut erhalten blieben, daneben aber auch Überlieferungen über Nahrungsmittel oder Holzverwendung.</p>
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<h5>der Niedergang des Urwaldes in Mitteleuropa</h5>
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<p>Je mehr Menschen in Europa lebten und je größer der technische Fortschritt wurde, umso stärker wurde auch der Eingriff in die natürlichen Wälder.</p>
<p><a href="https://www.tierfreund.de/wp-content/uploads/2012/10/DSC_1279.jpg"><img class="alignleft size-medium wp-image-3463" title="DSC_1279" src="https://www.tierfreund.de/wp-content/uploads/2012/10/DSC_1279-300x198.jpg" alt="" width="300" height="198" /></a>Immer mehr und größere Siedlungen entstanden, das Holz wurde nun auch z.B. zur Metallverhüttung und zum Bau von Schiffen gebraucht. England importierte sogar Holz aus dem Schwarzwald, nachdem der landeseigene Wald kaum mehr existent war. Holz war lange die einzige Möglichkeit, Energie, Wärme und Baumaterial zu gewinnen. Dazu standen Wälder neuen Siedlungen im Weg oder wurden als „Viehweide“ verwendet, z.B. zur Schweinemast oder als Zusatzfutter für Ziegen. Dabei wurden die Bäume und Waldflächen teils sehr selektiv genutzt, je nachdem, welches Holz zu welchem Zweck am besten geeignet war, ob die Böden zur Landwirtschaft taugten oder der Platz für eine Siedlung günstig lag. Das beeinflusste zusätzlich die Zusammensetzung der Wälder. Gezieltes Anpflanzen oder Hegen von Wäldern fand dagegen lange nicht statt. Der Wald schien den Menschen unerschöpflich.</p>
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<p>Das änderte sich im Mittelalter. Um 1300 wurde Holz mancherorten tatsächlich knapp und große, unberührte Waldgebiete waren im heutigen Deutschland kaum mehr vorhanden.</p>
<p><a href="https://www.tierfreund.de/wp-content/uploads/2012/10/DSC_00691.jpg"><img class="alignright size-medium wp-image-3474" title="DSC_0069" src="https://www.tierfreund.de/wp-content/uploads/2012/10/DSC_00691-300x199.jpg" alt="" width="300" height="199" /></a>Um 1500 waren dann in etwa so wenig Waldflächen vorhanden, wie es heute der Fall ist. Größere Waldgebiete gab es vor allem noch in den Höhenlagen der Mittelgebirge und auf Böden, die für die Landwirtschaft eher ungeeignet waren, z.B. zu lehmig oder sandig. Damit fehlte es nun mancherorten plötzlich an Dingen, die vorher selbstverständlich schienen: Brennholz, bzw. Holz als Energieträger, und Bauholz. Und die Bevölkerung wuchs weiter. Vieh wurde in Wälder getrieben, um Nahrung zu haben, Niedrigwuchs wurde als Stall-Einstreu verwendet, was zur Verödung von Böden beitrug. Gerade in Kriegszeiten wurden die Kassen gefüllt, indem Wälder abgeholzt und das Holz an Städte verkauft wurde. Weiterhin wurde viel Holz zu Kohle verarbeitet, zur Glasherstellung, Erzschmelze und ähnlichem eingesetzt. Als das Holz knapp wurde, wurde durchaus auch im späten Mittelalter schon aufgeforstet, aber nahezu ohne ökologisches Hintergrundwissen, bzw. ohne den Versuch, einen „natürlichen“ Wald wieder herzustellen. Es ging rein um eigene momentane Interessen, wie z.B. schnell eine bestimmte Holzart zu produzieren.</p>
<p>Ab 1800 wurde immer deutlicher, dass ein Umdenken zwingend erforderlich war, wenn man in naher Zukunft überhaupt noch Wälder und Holz und damit Energie, Viehfutter und Baumaterial zu Verfügung haben wollte. Zudem wurde durch zunehmende Verkarstung und Verödung deutlich, wie wichtig Wald als Wasserspeicher und zur Verhinderung von Bodenerosion ist.</p>
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<div id="attachment_3475" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><a href="https://www.tierfreund.de/wp-content/uploads/2012/10/DSC_4467.jpg"><img class="size-medium wp-image-3475" title="DSC_4467" src="https://www.tierfreund.de/wp-content/uploads/2012/10/DSC_4467-300x212.jpg" alt="" width="300" height="212" /></a><p class="wp-caption-text">Buchen-Keimling</p></div>
<p>Man musste sich nun zwangsläufig damit auseinander setzen, eine Art Forstwirtschaft zu betreiben, um Wald gezielt zu produzieren und vor allem dafür zu sorgen, dass auch in Zukunft überhaupt noch Wald vorhanden sein würde. Es gab Vorgaben, Energie zu sparen und bei der Bewirtschaftung der Wälder auf Nachhaltigkeit zu setzen. Im Zuge dessen wurden z.B. so genannte „Schläge“ eingeführt, unterteilte Niedrigwälder aus Baumarten, die nach dem Abschlagen von Brennholz neu austreiben und schnell wachsen. Genutzt wurde jährlich nur ein bestimmter „Schlag“, während die restlichen in unterschiedlichen Stadien des Wachstums waren. Hierfür genutzte Baumarten waren unter anderem Hasel, Buche oder Weide.</p>
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<p>Das Prinzip der Nachhaltigkeit war nicht leicht einzuführen, da viele Menschen von der Hand in den Mund lebten und unmittelbar davon abhängig waren, den Wald zur Ernährung der Tiere, zum heizen und bauen nutzen zu können. So dauerte es bis ins 19.Jahrhundert, bis weitflächig Waldschutzmaßnahmen und Prinzipien der Nachhaltigkeit durchgesetzt werden konnten und vor allem auch ein allgemeines Bewusstsein der Notwendigkeit dessen in der Bevölkerung entstand.</p>
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<p><a href="https://www.tierfreund.de/wp-content/uploads/2012/10/DSC_01062.jpg"><img class="alignright size-medium wp-image-3478" title="DSC_0106" src="https://www.tierfreund.de/wp-content/uploads/2012/10/DSC_01062-300x199.jpg" alt="" width="300" height="199" /></a>Man darf dabei nicht übersehen, dass hier nur von Mittel-Europa geredet wird. In vielen Entwicklungsländern ist an nachhaltige Waldwirtschaft noch kaum zu denken, mit entsprechenden Folgen. Die Bevölkerung wächst stetig, der wichtige Rohstoff Wald dagegen schrumpft kontinuierlich, was natürlich auch Auswirkungen auf die Natur, auf Tiere und Pflanzengesellschaften hat. Es kommt zur Verkarstung, da der Wald als Bodenschutz fehlt und auch auf die globale Klimaänderung nimmt es Einfluss. Gefragt sind da ebenfalls die „reichen“ Länder: Wälder werden auch deshalb abgeholzt, weil die Nachfrage nach billigem Futter für die Tiermast, nach Soja, Ölpalme, Mais und ähnlichem groß ist. Es braucht Alternativen für Menschen, die immer noch von der Hand in den Mund leben, Brennholz brauchen, landwirtschaftliche Flächen und irgendwas, um ein Grundeinkommen zu haben. Eine Selbstverständlichkeit sollte es zudem sein, Tropenholz nur aus nachhaltigem Anbau zu kaufen.</p>
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<h5>Der Wald in Mitteleuropa im 19. bis 20. Jahrhundert</h5>
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<p>Langsam änderte sich die Einstellung der Menschen dem Wald gegenüber. Auf der einen Seite stand der Wald nun auch im Sinne der „Romantik“ im Positiven für Naturnähe, zum anderen setzte sich endgültig das Prinzip der Nachhaltigkeit durch.</p>
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<div id="attachment_3481" class="wp-caption alignleft" style="width: 208px"><a href="https://www.tierfreund.de/wp-content/uploads/2012/10/DSC_4425.jpg"><img class="size-medium wp-image-3481 " title="DSC_4425" src="https://www.tierfreund.de/wp-content/uploads/2012/10/DSC_4425-198x300.jpg" alt="" width="198" height="300" /></a><p class="wp-caption-text">Buche</p></div>
<p>Der Begriff der Nachhaltigkeit wird konkret Hans Carl von Carlowitz zugeschrieben, der formulierte, dem Wald dürfe nur so viel Holz entnommen werden, wie im gleichen Zeitraum nachwachsen könne. Man lebt quasi nur von den Zinsen (dem, was jedes Jahr im gleichen Zeitraum nachwächst) und lässt das Grundkapital stehen. Dadurch erhält man den Wald für kommende Generationen, auch wenn das eine momentane Einschränkung bedeuten kann. Dass der Spagat zwischen Nutzbarkeit des Waldes und Erhalt der natürlichen Gegebenheiten nicht ganz einfach ist, zieht sich allerdings bis in die Gegenwart durch. Man denke an die riesigen Flächen von künstlich angepflanzten Fichten- oder Kiefern-Monokulturen.</p>
<p>Ab etwa 1800 fand eine gezielte Ausbildung zum Forstwirt an Hochschulen statt. Dabei wurden nun auch Aspekten wie dem gezielten Schutz bestimmter Biotope, dem Beachten von natürlichen Pflanzengesellschaften, Schutzfunktionen der Wälder und Boden- und Raumansprüchen der einzelnen Bäume vermehrt Aufmerksamkeit geschenkt. Auch dies war allerdings ein langsamer Prozess, mit vielen Rückschlägen. Wie „natürlich“ darf ein Wald sein? Wie wichtig ist „Totholz“? Macht es Sinn, Arten aus anderen Ländern in unsere Natur einzubringen?</p>
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<p>Die Industrialisierung brachte nun auch neue Möglichkeiten, unabhängiger vom Wald zu werden. Es wurde zunehmend Braun- und Steinkohle abgebaut, künstlicher Dünger führte zu höheren landwirtschaftlichen Erträgen und Waren konnten, u.a. durch die Eisenbahn, über weitere Strecken transportiert werden. Immer mehr Menschen arbeiteten in Fabriken, in Städten, und nicht mehr als Selbstversorger von Viehhaltung, Landwirtschaft und unmittelbarer Nutzung der Dorfwälder. Das Forstwissen wuchs dabei weiter.</p>
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<div id="attachment_3480" class="wp-caption alignright" style="width: 310px"><a href="https://www.tierfreund.de/wp-content/uploads/2012/10/DSC_1577.jpg"><img class="size-medium wp-image-3480 " title="DSC_1577" src="https://www.tierfreund.de/wp-content/uploads/2012/10/DSC_1577-300x199.jpg" alt="" width="300" height="199" /></a><p class="wp-caption-text">Fichtenforst</p></div>
<p>Ein herber Rückschlag für den deutschen Wald kam in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Viel Wald wurde während der Kriege vernichtet, im dritten Reich als Baumaterial ausgebeutet und schließlich nach dem 2. Weltkrieg als Teil von Reparationszahlungen abgeholzt. Im Anschluss daran wurde versucht, so schnell wie möglich wieder aufzuforsten. Leider war dies verbunden mit der massenhaften Pflanzung von schnell wachsenden Monokulturen. Die neuen Wälder waren durchorganisiert, standen in Reih und Glied, dicht gepflanzt für schnellen Ertrag, Unterholz wurde zügig entfernt. Aufgeräumt und effektiv sollte es sein. Vor allem Fichten sind hierzu verwendet worden, die recht anspruchslos und vor allem schnellwachsend sind.</p>
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<p>Leider sind solche Monokulturen auch recht anfällig für Schädlinge und beherbergen nur wenige unterschiedliche Tier- und Insektenarten. Auf Fichten spezialisierte „Schädlinge“ haben natürlich das Paradies auf Erden, leider finden ihre natürlichen Fressfeinde aber kaum geeignete Lebensbedingungen. Abgestorbene Bäume, Unterholz und Niederwuchs, die als Lebensraum und Nahrungsgrundlage für z.B. kleine Säuger, Vögel und Insekten hätten dienen können und auch als Wasserspeicher und Humus fungieren, waren allgemein unerwünscht.</p>
<div id="attachment_3487" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><a href="https://www.tierfreund.de/wp-content/uploads/2012/10/DSC_097b21.jpg"><img class="size-medium wp-image-3487" title="DSC_097b2" src="https://www.tierfreund.de/wp-content/uploads/2012/10/DSC_097b21-300x199.jpg" alt="" width="300" height="199" /></a><p class="wp-caption-text">Bodenbewuchs braucht Licht</p></div>
<p>In den 1980er Jahren war es dann in aller Munde: Deutschlands Wälder sterben. Saurer Regen und zu viel falscher Einfluss des Menschen haben dem Wald sehr viel mehr Schaden zugefügt, als man für möglich gehalten hätte. Initiativen zur Rettung der Wälder, Diskussionen in den Medien und ökologische Forschungen führten langsam zu einem Umdenken und neuen Ansätzen in der Fortwirtschaft. Maßnahmen zur Eindämmung der Umweltverschmutzung wurden ergriffen, vor allem der Ausstoß von Schwefeldioxid wurde drastisch reduziert und so unter anderem der Katalysator für PKW eingeführt. Dazu sind seitdem naturnahe Mischwälder wieder im Kommen und abgestorbene Bäume werden nicht mehr in erster Linie als „Schädlingsbrutstätte“ gesehen, sondern auch als Lebensraum und wichtiger Teil des Wald-Zyklus. So lässt sich heute wieder an einigen Orten Deutschlands „Märchenwaldstimmung“ erleben. Laubwälder, vor allem naturnahe Buchenwälder, haben zugenommen, der Fichtenbestand hat abgenommen.</p>
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