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Abessinier

19. Oktober 2012 in Rassen

 

Aussehen

 

Abessinier sind mittelgroße, athletisch gebaute Katzen. Die Rasse wirkt elegant-geschmeidig, mit eher langen, schlanken Beinen und kleinen Pfoten. Der Schwanz verjüngt sich vom Ansatz zur Spitze sichtbar.
Ihr anmutig wirkender, keilförmiger Kopf sitzt auf einem langen, grazilen Hals. Die weit auseinander stehenden, mandelförmigen Augen dürfen grün, bernsteinfarben oder haselnussbraun sein. Die großen Ohren verstärken die keilförmige Kopfform und dürfen einen Haarbüschel tragen, ähnlich wie bei Waldkatzen. Zu spitz sollte die Kopfform nicht sein, eher leicht abgerundet mit kräftiger Kinn-Nasen-Partie.

 

Das Fell der Abessinier ist kurz, weich und eng anliegend. Es sollte einen schimmernd-seidigen Eindruck machen. Typisch ist das Ticking des Fells: jedes einzelne Haar ist mehrfarbig, das heißt, es hat zur Grundfarbe dunklere Bänder. Anerkannt sind hierbei verschiedenste Variationen, wie z.B. ein apricotfarbener Grundton mit Zimtfarbenen Bändern (Sorrel genannt), ein silbrig-heller Grundton kombiniert mit dunkleren Bändern (Silver) oder das typisch „Wildfarben“.

 

Das Gewicht liegt bei Katzen um die 4-5 kg, bei Katern um 5-6 kg

 

 

Geschichte

 

Mit dem Kaiserreich Abessinien, das im Gebiet des heutigen Äthiopien und Eritrea lag, hat der Ursprung der Rasse wahrscheinlich nichts zu tun. Man geht vielmehr davon aus, dass sie sich ursprünglich im südostasiatischen Raum entwickelte, wofür die Fell-Genmutationen sprechen, die sich in diesem Teil der Welt entwickelten. Auf Grund des interessanten Farbschlags (Ticking in Wildfarben) stieß sie dort schon früh auf das Interesse von Europäern. Man vermutet, dass sie hierbei durch Kolonialmächte auch in den Ostafrikanischen Raum (und damit Abessinien) gelangte. Völlig geklärt ist dies allerdings nicht. Aus Abessinien gelangte die Rasse jedenfalls schließlich mit britischen Soldaten Mitte des 19. Jahrhunderts nach Großbritannien. Hier wurden sofort britische Katzenzüchter auf sie aufmerksam, die den Felleffekt weiter entwickeln wollten. Es folgten Einkreuzungen von Hauskatzen und der British Kurzhaar. 1882 wurde die Rasse in Großbritannien offiziell anerkannt. Trotz des anfänglich sehr großen Zuchtinteresses, das auch auf die USA überschwappte, ist die Rasse in Europa nach wie vor recht selten.

 

 

Charakter

 

Abessinier gelten als aktiv, neugierig und verspielt. Die Rasse mag Abwechslung und braucht unbedingt viel Ansprache und Beschäftigung. Sie bringt eine gute Stresstoleranz mit und ist bei guter Auslastung ausgeglichen und freundlich. Dabei ist der Abessinier zwar sehr menschenbezogen, aber nicht unbedingt ein ausgesprochener Schmusetiger, der sich gerne herum tragen lässt. Für jede Art von Spiel und Action sind Abessinier dagegen immer zu begeistern.

Vor allem junge Abessinier stecken voller Tatendrang, weswegen man möglichst zwei Kitten aufnehmen sollte, damit die Katzen ausgelastet sind und nicht die ganze Wohnung umdekorieren.
Ansonsten ist die Rasse sehr unkompliziert, fröhlich und gerne immer mit dabei.

 

 

Haltung und Pflege

 

Auf Grund des Temperaments der Rasse, passen Abessinier gut in eine turbulente Großfamilie, wo immer etwas los ist. Muss sie längere Zeit des Tages alleine bleiben, sollte zumindest eine zweite Katze mit ähnlichem Aktivitäts-Level vorhanden sein. Schön wäre auch ein gesicherter Freilauf oder zumindest ein Balkon. Sie braucht die Möglichkeit zu klettern, zu rennen und immer wieder neues zu erkunden.

 

Im Allgemeinen kommen Abessinier sehr gut mit Artgenossen und netten Hunden zurecht und wissen überhaupt jede Art von Abwechslung und Gesellschaft zu schätzen. Dennoch nehmen sie im Zusammenleben mit anderen Tieren gerne eine dominante Stellung ein und passen eher schlecht zu einer sehr sensiblen zweiten Katze.

 

Das Fell ist sehr pflegeleicht. Allgemein gilt die Rasse als robust, gesund und langlebig.

 

 

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Die Entwicklung der jungen Katze

18. Juli 2012 in Körper und Sinne

 

Katzenbabys kommen nach einer Tragzeit von etwa 63 Tagen zur Welt. Bei der Geburt sind sie noch blind, der Tast- und der Geruchssinn sind aber schon recht gut entwickelt.

 

Ab der 2. Woche sind die jungen Katzen in der Lage, Geräusche zu orten und bereits mit 4 Wochen ist der Geruchssinn völlig ausgebildet. Die Augen öffnen sich nach etwa 7-10Tagen, aber erst im Laufe der 4. Lebenswoche können sie sich grob über die Sehkraft orientieren und so z.B. Hindernisse umgehen. Voll ausgebildet ist das Sehvermögen erst mit etwa 4 Monaten.

 

Mit 3-4 Wochen werden die Katzen immer aktiver, verspielter und neugieriger, die Motorik wird deutlich besser, sie beginnen sich zu putzen und mit Gegenständen zu spielen. Die Mutter bringt ihnen nun Beutefangen bei und schleppt hierzu auch halbtote Mäuse an. Das grundsätzliche Jagdvermögen ist der Katze allerdings angeboren und entwickelt sich auch ohne Hilfe der Mutterkatze mit der Zeit. Wichtig ist die Mutter allerdings für das Training zur Stubenreinheit und vor allem für das Erlenen des Sozialverhaltens. Deshalb sollten Katzenbabys keinesfalls zu früh von der Mutter getrennt werden.

 

Mit etwa 12 Wochen können die jungen Katzen in Grundzügen all die Dinge, die auch eine erwachsene Katze beherrscht. Nun ist ein guter Zeitpunkt für die Abgabe. Sie putzen sich völlig selbstständig, können klettern, ihre Krallen wetzen und werden langsam auch im Jagen geschickter.

 

Mit etwa 6-8 Monaten wird die Katze geschlechtsreif und ist in allen Belangen völlig unabhängig von der Mutterkatze. Die wird nun bereits den nächsten Wurf Katzenjunge zur Welt bringen, wenn der Mensch nicht regulierend eingreift. Kater und Katze sind jetzt auch an der Statur als solche zu erkennen und das Territorialverhalten wird stärker. Es kann zu ernsthaften Rangordnungskämpfen kommen, die Verspieltheit lässt langsam nach.

 

Die Lebenserwartung einer gut gepflegten Hauskatze beträgt etwa 14 – 18 Jahre.

Die Sinnesorgane der Katzen

18. Juli 2012 in Körper und Sinne

 

Gehörsinn

 

Das Gehör ist einer der wichtigsten Sinne einer Katze und gehört mit zu den besten aller Säugetiere. Es übertrifft sogar das Gehör des Hundes. Die Katze hört in Frequenzbereichen bis zu 100 kHz, die meisten Menschen hören kaum 20kHz. So nehmen Katzen die extrem hohen und leisen Geräusche ihrer Beutetiere wahr. Die Katze hört dabei vermutlich bis etwa 60.000 Hertz absolut präzise, danach nur noch diffus. Im Alter lässt allerdings auch bei der Katze das Gehör immer mehr nach.

 

Katzen sind ebenfalls Meister im Richtungshören. Sie können sehr nah nebeneinander liegende Geräuschquellen exakt zuordnen und die jeweiligen Entfernungen einschätzen. Dabei wirken mehr als ein Dutzend Muskeln zusammen, um die Ohren exakt auszurichten.

 

 

Sehsinn

 

Die Katze kann vor allem Bewegungen gut wahrnehmen, zudem sind ihre Augen auf das gute Sehen bei Dämmerlicht ausgelegt. Dafür sieht sie weniger scharf, als der Mensch und auch das Farbensehen ist eingeschränkt.

 

Das räumliche Sehen, und somit z.B. die Möglichkeit den Abstand einer Beute genau einzuschätzen, ist durch die frontal am Kopf angesetzten Augen sehr gut ausgeprägt.

 

Das gute Sehvermögen bei Nacht hat verschiedene Ursachen. Zum einen ist der Anteil der Rezeptoren in der Netzhaut, die besonders empfindlich auf schwache Lichtreize reagieren, deutlich höher, als z.B. beim Menschen. Dazu kommt eine reflektierende Zellschicht hinter der Netzhaut, das Tapetum lucidum, das das einfallende Licht noch einmal auf die Lichtrezeptoren zurück reflektiert und so verstärkt. Diese Zellschicht ist auch der Grund dafür, dass Katzenaugen im Dunkeln leuchten, wenn Licht einfällt. Damit die Katze sich optimal sowohl auf Tageslicht, als auch auf Nachtlichtverhältnisse einstellen kann, hat sie die Möglichkeit, ihre Pupille zu einem Schlitz zu verengen. Der Schlitz ist senkrecht, damit die Katze bei Sonnenschein, durch teilweises Schließen der Augenlider, den Lichteinfall noch weiter verringern kann. Diese spezielle Regulierungsmöglichkeit haben nur die Nachtjäger unter den Katzen. Löwen z.B. haben als Tagjäger runde Pupillen, die sich wie beim Menschen verkleinern.

 

An Farben kann die Katze vor allem Blau, Grün und Gelb gut erkennen. Rot dagegen wird als Farbe nicht wahrgenommen und vermutlich auch gelblich gesehen.

 

 

Gleichgewichtssinn

 

Der Gleichgewichtssinn einer Katze ist sehr hoch entwickelt. Das versetzt sie zum einen in die Lage, auf sehr schmalen Untergründen zu balancieren, zum anderen schafft sie es beim fallen, zuverlässig auf ihren 4 Pfoten zu landen. Neben dem im Innenohr liegenden Gleichgewichtssinn, spielt auch der Schwanz für die Balance eine sehr wichtige Rolle. Dieser gleicht Gewichtsverlagerungen und Schwankungen sicher aus.

 

 

Geruchssinn

 

Den Geruchssinn nutzt die Katze in erster Linie zum Einschätzen von Artgenossen und zur Prüfung von Nahrung. Zum Jagen nutzt die Katze ihre Nase dagegen nicht, so dass der Geruchssinn weniger hoch entwickelt ist, als z.B. beim Hund. Bei Artgenossen verrät der Geruch Reviergrenzen, Geschlecht, Hormonstatus und soziale Stellung.

 

 

Tastsinn

 

Der Tastsinn ist bei Katzen hoch entwickelt und sehr wichtig z.B. für die Jagd und die allgemeine Orientierung. Am auffälligsten sind die Schnurrhaare an der Schnauze, aber Tasthaare sind auch an einigen anderen Stellen des Körpers zu finden, wie über den Augen, am Kinn und an der Rückseite der Vorderbeine.

 

Tasthaare sind länger und steifer als normale Haare, dazu tiefer in der Haut verankert und mit einem weit verzweigten Netz aus Nervenenden verbunden. Die langen Schnurrhaare an der Schnauze können zudem bewegt werden. Die Katze nimmt über die Tasthaare nicht nur Berührungen wahr, sondern sogar Luftströmungen. Auch vermitteln die Haare die Konturen eines Beutetieres, was für den Tötungsbiss im Dunkeln von entscheidender Bedeutung ist. Die Haare an den Vorderbeinen helfen beim Aufspüren der Beute im Dunkeln, da die Katze darüber kleinste Bodenerschütterungen und Luftströmungen wahrnehmen kann. Daneben nutzt die Katze die Tasthaare, um im Dunkeln nirgendwo gegen zu stoßen und um abzuschätzen, ob eine Öffnung groß genug ist, um mit dem ganzen Körper hindurch zu passen.

Die Fellpflege der Katze

18. Juli 2012 in typisch Katze

 

die Pflege des Fell übernehmen Katzen meist selbst

die Pflege des Fell übernehmen Katzen meist selbst

Katzen putzen sich über den Teig verteilt mehrere Stunden. Ein Grund hierfür ist die Pflege des Fells. Abgestorbene Haare werden so entfernt, das Fell bleibt geschmeidig und sauber. Außerdem wird die Talgproduktion der Drüsen angeregt, was das Fell leicht fettig und damit wetterfester macht. Ein weiterer Grund für das häufige Putzen ist, dass Katzen am Körper keine Schweißdrüsen besitzen. Durch das Lecken wird Feuchtigkeit auf dem Fell verteilt, die beim verdunsten Kühle erzeugt, wie der menschliche Schweiß auch. Daneben entfernt die Katze durch das Lecken Gerüche, die sie nicht an sich haben will. Nicht nur deshalb ist putzen für die Katze auch eine wichtige Form von Stressabbau.

 

Ein weiterer Punkt ist die Aufnahme von Vitamin D, das an der Körperoberfläche bei Sonneneinstrahlung gebildet wird. Leider nehmen Katzen über das Putzen aber auch viele Giftstoffe auf. Das ist vor allem ein Problem bei Katzen, die in einem Raucherhaushalt leben müssen. Auch Freigängerkatzen in der Stadt sind gefährdet durch die vielen Umweltgifte wie z.B. die Autoabgase.

 

 

Die meisten Katzen benötigen keine weitere Fellpflege durch den Menschen. Vor allem vom “baden” sollte möglichst abgesehen werden, zumal mit Shampoo oder ähnlichem, das nicht speziell für Katzen konzipiert wurde. Zum einen wird durch falsche Pflege die natürliche Fettschicht zerstört, das Fell wird stumpf, weniger wetterfest und die Haut der Katze wird angegriffen. Zum anderen legen Katzen sehr viel Wert auf ihren Eigengeruch und sind zudem in aller Regel wasserscheu.

 

Langhaarkatzen benötigen dagegen bestenfalls tägliche Pflege: das Fell verfilzt leicht, das Bürsten wird so schnell zur Qual und schließlich hilft nur noch, die Katze zu scheren. Auch alte Katzen muss man häufig bei der Pflege des Fells unterstützen, wenn sie selbst es nicht schaffen, sich überall zu putzen.

Wie jagen Katzen?

18. Juli 2012 in typisch Katze

 

Katzen sind Schleich- und Lauerjäger. Sie pirschen sich nahezu lautlos an und verharren dann reglos, bis die Beute in Schlagdistanz kommt. Dabei sind Katzen bemerkenswert geduldig und können durchaus eine Stunde und länger nur mit lauern verbringen.

 

Warum Katzen mit ihrer Beute „spielen“, ist umstritten. Ein Argument ist das Befriedigen der Jagdlust. Daneben trainiert die Katze im Spiel mit der Beute ihre Jagdtechniken und Reaktionen. Mutterkatzen lehren außerdem ihrem Nachwuchs so das richtige Jagen.

Eine ganz andere Hypothese ist, dass Katzen so potentiell gefährliche Beute (Ratten z.B.) mürbe machen, bevor sie mit dem empfindlichen Kopf zum Tötungsbiss in die Nähe des Beutetieres kommen. Dazu passt, dass vor allem Stadtkatzen, bzw. relativ ungeübte, gut gefütterte Katzen viel mit Beute spielen. Umso geübter die Katze ist und je mehr sie auf Beute zu ihrer Ernährung angewiesen ist, umso weniger ist dieses „Spielverhalten“ zu beobachten.

 

Tatsächlich ist der Jagdtrieb selbst aber relativ unabhängig davon, ob die Katze hungrig ist oder nicht. Eine gut gefütterte Katze tötet nicht zwangsläufig weniger Mäuse, teils ist sie sogar eher erfolgreicher, weil sie nicht aus Hunger zu Überreaktionen neigt. Katzen, die nicht töten müssen, um zu überleben, bringen ihren Menschen gerne die Beutetiere mit. Eine Erklärung hierfür ist, dass die Katze ihren Menschen in dem Moment als Kindesersatz sieht. Sie bringt dem Menschen ihre Beute mit, damit dieser auch etwas davon hat und so vielleicht auch selbst mal ein erfolgreicherer Jäger wird. Tatsächlich neigen Katzen aber auch unabhängig von ihrem Menschen dazu, ihre Beute nach dem Fangen ins Kern-Territorium zu bringen, da dies ein ruhiger, sicherer Ort zum fressen ist.

Katzenverhalten: Körpersprache und Lautsprache

18. Juli 2012 in typisch Katze

 

Katzen haben vielfältige Kommunikationsmöglichkeiten. Sehr wichtig sind Gerüche, die sowohl bei direkten Begegnungen Aufschluss über Geschlecht und Rang zulassen, als auch auf Distanz zur Markierung des Reviers eingesetzt werden. Daneben ist die Körpersprache und Mimik der Katze das wichtigste direkte Kommunikationsmittel. Laute spielen dagegen eine untergeordnete Rolle.

 

Katzen kommunizieren über ihren ganzen Körper. Für den Menschen am einfachsten ersichtlich ist die Schwanzhaltung, die Ohrenhaltung und die deutlichen Mimiken bei z.B. Angst oder Aggression.

 

 

Augen

 

Blickkontakt ist für Katzen ein sehr wichtiges Kommunikationsmittel. Mit vertrauten Bezugspersonen in entspannter Stimmung bedeutet Blickkontakt in erster Linie Aufmerksamkeit. Wenn Katzen allerdings beschwichtigen, Streit aus dem Weg gehen möchten oder ihr Mensch mit ihnen schimpft, vermeiden sie Blickkontakt. Sie drehen den Kopf weg und versuchen so, Spannung aus der Situation zu nehmen. Ebenso signalisiert so eine Katze einer anderen Unterwürfigkeit und Friedfertigkeit.

Droht eine Katze oder fordert sie Unterwürfigkeit ein, so starrt sie die andere Katze an. So suchen sich Katzen bei Besuch gerne den Schoß des Menschen zum niederlassen aus, der am wenigsten Interesse an der Katze zeigt. Er verhält sich aus Katzensicht deutlich höflicher und freundlicher, als der Katzenliebhaber, der sie die ganze Zeit anstarrt.

 

Ein Weiten der Pupillen ist unabhängig vom Lichteinfall bei größerer Erregung zu beobachten. Z.B. beim Anblick eines Feindes, aber auch wenn der Mensch mit dem Lieblingsfutter kommt. Im Gegenzug kommt es bei einer offensiv drohenden selbstbewussten Katze zu einer Verengung der Pupillen.

 

Ein anschauen mit halb geschlossenen Lidern ist bei Katzen grundsätzlich eine freundlich aufmerksame Geste. Blinzeln kann eine Übersprungshandlung bei Stress oder auch eine Beschwichtigungsgeste sein.

 

 

Ohrenhaltung

 

Die Ohren können von der Katze gedreht und auch angelegt werden. Eine ganze Reihe von Muskeln lassen eine äußerst präzise Ausrichtung zu, um Geräusche optimal aufnehmen zu können.

 

Daneben kann die Ohrstellung auch als Stimmungsbarometer her halten. Bei Entspannung sind die Ohren nach vorne gerichtet, es sei denn, die Katze hört Geräusche aus einer anderen Richtung. Bei Fixierung auf ein interessantes Objekt, richten sich die Ohren ganz auf und sind frontal nach vorne gedreht. Eine nervöse Katze zeigt zuckende Ohren oder rasch wechselnde Ohrstellungen. Eine ängstlich-defensive Katze legt die Ohren an, damit sie im Falle eines Angriffs besser geschützt sind. Eine Katze, die die Ohröffnung nach hinten dreht, dabei die Ohren aber aufgestellt lässt, signalisiert selbstbewusst drohendes, angriffsbereites Verhalten. Wildkatzen besitzen einen großen Fleck auf den Ohren, der in dieser Ohrposition sichtbar wird. Dieser Fleck wirkt als weiteres Auge, was sehr imponierend und dominant wirkt. Aus dieser Position können die Ohren außerdem blitzschnell ganz angelegt werden, wenn die Katze endgültig angreift oder angegriffen wird.

 

 

die Schwanzhaltung

 

Hund und Katze drücken sich unterschiedlich aus

Die Schwanzhaltung sagt ebenfalls sehr viel über die Stimmung und die Absichten einer Katze aus. Ist der Schwanz leicht nach unten gebogen oder etwa horizontal und ruhig, ist die Katze entspannt. Bei Interesse an etwas richtet der Schwanz sich auf. Mit senkrecht nach oben gerichtetem Schwanz begrüßt die Katze ihren Menschen oder ist voller Vorfreude auf etwas. Die Erregung kann man an einem leichten Zittern der Schwanzspitze erkennen. Bei hoch getragenem Schwanz und abgeknickter Schwanzspitze signalisiert die Katze Vorfreude oder Begrüßung mit leichten Vorbehalten oder etwas Anspannung. Ein senkrecht erhobener Schwanz ist aber immer ein Zeichen, dass die Katze freundlich gesonnen ist.

 

Ein eingeklemmter Schwanz ist ein Zeichen von Unterwerfung. Ein aufplustern der Haare am Schwanz deutet auf Furcht oder Aggressivität hin, je nachdem, ob der Schwanz dabei tief oder waagerecht getragen wird.

 

Ein wedelnder Schwanz drückt ambivalente Stimmung aus, die Katze ist hin und her gerissen, befindet sich in einer Konfliktsituation. So kann man das „wedeln“ z.B. beobachten, wenn die Katze gerne ihr Territorium begehen würde, es draußen aber regnet. Auch wenn die Katze zwischen Flucht und Angriff schwankt oder etwas sie irritiert, wedelt sie. Wedelt nur die Schwanzspitze, handelt es sich um eine leichte Erregung. Peitscht der Schwanz kräftig hin und her, ist eine sehr starke Erregung, die auch in einen Angriff münden könnte.

 

 

Lautsprache

 

Kommunikation über Laute findet vor allem zwischen einer Katzenmutter und ihren Jungen statt, weniger zwischen erwachsenen Katzen. Menschen gegenüber bleiben viele Katzen allerdings auch im Erwachsenenalter sehr redselig. Die Katzenmutter warnt, beruhigt, lockt und ermahnt ihre Jungen über Laute. Menschen gegenüber teilen Katzen über Laute ihre Stimmung mit und auch, wenn sie einen Wunsch erfüllt haben möchten, z.B. raus wollen oder Hunger haben. Dies kann als bemerkenswerte Anpassung an den Menschen gesehen werden, der bekanntlich sehr viel über Worte kommuniziert und diese Art der Kommunikation so bei Tieren auch leicht versteht.

 

Schnurren ist in erster Linie ein Ausdruck von Wohlbefinden und freundlicher Gesinnung. Tatsächlich nutzen Katzen das Schnurren untereinander auch, um freundliche Absichten oder Unterlegenheit zu demonstrieren. Daneben zeigen neuere Untersuchungen, dass Katzen durch das Schnurren auch Selbstheilungskräfte hervorrufen und somit Heilungsprozesse beschleunigen können.

 

Wie das Schnurren zustande kommt, ist noch nicht endgültig geklärt. Eine Theorie besagt, dass das Schnurren durch ein zweites Paar Stimmbänder erzeugt wird, das die Katze besitzt. Darüber würde die Luft beim ein- und ausatmen streichen, die Stimmbänder zum vibrieren bringen und so den Ton erzeugen. Diese Theorie wird mittlerweile aber als eher unwahrscheinlich angesehen. Daneben gibt es die sogenannte Kehlkopf-Hypothese, die das Schnurren auf schnelle Muskelkontraktionen des Kehlkopfes zurück führt. Dies soll die Atemluft zum vibrieren bringen und so den Ton erzeugen. Eine dritte Hypothese ist die Zungenbein-Hypothese, die das Schnurren durch die Reibung der Atemluft über das Zungenbein erklärt. Bei Großkatzen ist dies elastisch, bei Katzen dagegen vollständig verknöchert. Dies könnte der Grund dafür sein, dass Haus-Katzen schnurren und Großkatzen dagegen brüllen können.

 

Katzen untereinander miauen kaum, dieser Laut ist in erster Linie für die Kommunikation mit Menschen reserviert. Dabei kann das Miauen sehr unterschiedlich klingen: manchmal sehr fordernd, manchmal mehr jammernd, manchmal anklagend oder fragend. Ein Katzenbesitzer hört mit der Zeit raus, ob die Katze fressen möchte, raus möchte oder ihr langweilig ist. Daneben gibt es noch einen fast trillerndes Laut, der Vorfreude ausdrückt und z.B. in dem Moment erfolgen kann, wenn der Mensch endlich mit der Futterschüssel kommt.

Ein kaum hörbarer Laut zusammen mit leicht geöffneter Schnauze und direktem Blickkontakt drückt eine abwartende Anfrage aus. Die Katze versucht das Verhalten des Menschen zu verstehen oder bittet um etwas.

 

Knurren und Fauchen kann sowohl Angst als auch Aggressivität bedeuten. Ob der Katze mehr nach Flucht oder mehr nach Angriff ist, hängt von der gesamten Körpersprache ab.

Markierverhalten von Katzen und das Territorium

18. Juli 2012 in typisch Katze

 

Katzen markieren ihr Revier durch Urin und Kot sowie über das Kratzen an Bäumen und anderen strategisch wichtigen Punkten. Letzteres hinterlässt nicht nur deutlich sichtbare Kratzspuren, über die Schweißdrüsen an den Pfoten wird außerdem auch eine individuelle Duftmarke gesetzt.

Eine weitere Möglichkeit zum Geruchs-Markieren ist das Reiben mit dem Kopf an Gegenständen oder auch Lebewesen. Wenn eine Katze ihrem Menschen zur Begrüßung um die Beine streicht und den Kopf an ihm reibt, ist dies in erster Linie ein Austausch von Gerüchen, der für die Katze ein Gefühl von Zusammengehörigkeit schafft.

 

Kastrierte Katzen und Kater markieren dabei allgemein deutlich weniger, als unkastrierte. Vor allem fällt das Markieren über Urin nach einer Kastration fast vollständig weg, Kratzen und „Köpfchengeben“ wird dagegen weiter genutzt.

 

Das Markieren mit Urin hinterlässt für andere Katzen viele deutliche Hinweise z.B. auf das Geschlecht, auf den Hormonstatus (und damit auch auf eventuelle Paarungsbereitschaft oder den Rangordnungsstatus) und lässt sogar Rückschlüsse zu, wie aggressiv oder friedfertig der Revier-Inhaber ist.

 

Katzen mit Freigang haben in der Regel ein Kern-Territorium, dessen Grenzen oft patrouilliert und markiert werden und ein Außenterritorium, das häufig mit dem anderer Katzen überlappt. Das Territorium von Katern ist dabei in der Regel deutlich größer, als das von weiblichen Katzen. Außerdem hängt die Territoriengröße davon ab, ob die Katze sich (teilweise) selbst versorgen muss oder Zuhause gut gefüttert wird.

Daneben spielt das Platzangebot, bzw. die Katzendichte eine Rolle: eine Landkatze wird ohne Revierstreitereien sehr viel mehr Raum für sich beanspruchen können, als eine Stadtkatze. Auf dem Land liegt die Territoriengröße einer Katze, die sich zumindest teilweise selbst versorgen muss, bei etwa 1-5 Hektar, ein unkastrierter Kater beansprucht etwa 10-50 Hektar. Dabei umfasst das Territorium eines Katers das mehrerer weiblicher Katzen. In Vorstädten und Städten dagegen umfasst das Territorium gut gefütterter weiblicher Katzen oder kastrierter Kater, selten viel mehr Raum, als den eigenen Garten. Die Katze orientiert sich dabei stark daran, was die übrigen Gruppenmitglieder, also ihre Menschen und andere Haustiere, regelmäßig nutzen. Dies ist damit ihr Kernterritorium. Bei (unkastrierten) Stadt-Katern ist das Territorium auch deutlich kleiner als das der Land-Kater, umfasst aber ebenfalls mehrere Territorien weiblicher Katzen.

Verhalten von Katzen

18. Juli 2012 in typisch Katze

 

Die landläufige Meinung, dass Katzen Einzelgänger sind, stimmt so pauschal nicht. Es gibt zwar durchaus Katzen, die keine Artgenossen in der Nähe wollen oder brauchen, die meisten Katzen wissen Gesellschaft allerdings zu schätzen und interagieren viel und gerne mit anderen Katzen. Sie spielen, kuscheln und putzen sich gegenseitig und können auf vielfältige Weise mit ihren Artgenossen kommunizieren. Wären Katzen tatsächlich Einzelgänger, gäbe es diese vielen Interaktions- und Kommunikationsformen sicher nicht.

 

Man geht davon aus, dass Katzen sich durch die Domestikation weg vom Einzeltier und hin zum sozial lebenden Gruppentier entwickelt haben. Zum einen ist der Mensch Sozialpartner der Katze geworden, zum anderen halten Menschen aber auch von jeher häufig mehrere Katzen. Zu früheren Zeiten war dies auch nötig, um den Mäusen und Ratten Herr zu werden. So haben sich die Katzen über die Jahrhunderte hinweg auf das Leben in einer Gruppe eingestellt.

 

 

spielende Jungkatzen

In wild lebenden Katzenpopulationen bleibt der weibliche Nachwuchs häufig im Revier der Mutter, während die Kater mit der Geschlechtsreife neue Reviere erschließen. So sind es auch vor allem Kater, die als Einzelgänger anzutreffen sind.

 

Unter Katzen gibt es in der Regel eine Rangordnung und Neuzugänge brauchen oft eine Weile, sich in die bestehende Gruppe zu integrieren. Dabei sind weibliche Katzen untereinander oft toleranter und freundlicher, als männliche. Weibliche Katzen helfen sich häufig bei der Aufzucht des Nachwuchses und säugen sogar die Jungen der jeweils anderen Katze, wenn zwei Katzen zeitgleich Nachwuchs haben. Kater halten eine sehr viel strengere Hierarchie ein und unkastrierte Neuzugänge haben es sehr schwer, sich in die Gruppe zu integrieren. Ist die Rangordnung erst mal gebildet, gibt es in festen Gruppen allerdings nur selten Streit und auch Futterneid kommt in der Regel nicht vor.

Dennoch gibt es auch unter Katzen Sympathien und Antipathien. Mögen sich zwei Katzen nicht, sind aber gezwungen, in einer engen Wohnung zusammen zu leben, kann es zu Aggressionsverhalten oder z.B. Unsauberkeit kommen (siehe auch Katzenprobleme). Wichtig ist, dass auch in festen freundschaftlichen Gruppen jede Katze ihren eigenen Rückzugsort besitzt. Dieser wird in der Regel von den Artgenossen akzeptiert und gemieden.

 

Begegnen sich 2 fremde Katzen draußen bei einem Streifzug, werden weitestgehend ritualisiert und meist unblutig Macht- und Revierverhältnisse geklärt. Die dominante Katze macht sich groß, zeigt dabei aber meist keinen Buckel, sondern streckt die Beine durch und richtet das Nackenfell auf. Oft faucht und kreischt sie dabei. Außerdem blickt sie die unterlegene Katze starr an. Diese wiederum macht sich möglichst klein, wendet den Blick ab, legt die Ohren an und bewegt sich nicht. Für den Fall eines Angriffs sammelt sie die Beine unter dem Körper, um sich notfalls blitzschnell auf den Rücken fallen lassen zu können. So schützt sie den Nacken vor einem Tötungsbiss und kann die andere Katze mit den Krallen von Vorder- und Hinterbeinen abwehren und attackieren.

Wenn keine der Katzen unterlegen sein möchte, nähern sich beide auf dominante Art und belauern sich so eine ganze Weile. Die Katzen plustern sich auf, kreischen und fauchen und umkreisen sich. Eventuell geht man irgendwann wieder betont „lässig“ und unter weiteren Drohungen auseinander, eventuell kommt es aber auch zum Kampf. Dieser ist meist kurz, sehr laut und besteht aus Prankenhieben, Kratzattacken mit den kräftigen Hinterbeinen und versuchten Nackenbissen. Oft wechseln sich kurze Angriffe und Drohphasen eine ganze Weile immer wieder ab. Der Kampf endet, wenn eine Katze flüchtet oder sich, wie oben beschrieben, untergibt. Der Sieger bleibt oft noch eine Weile stehen, bevor er davon stolziert oder putzt sich erst noch an Ort und Stelle. Der Unterlegene schleicht vorsichtig davon.

 

Der Buckel, den man bei Katzen oft sieht, wird vor allem bei Hunden oder anderen, von der Katze nicht einschätzbaren, potentiellen Gefahren gezeigt. Er kommt aber auch bei Begegnungen zwischen fremden Katzen vor, wenn unsicher ist, wer überlegen ist und mindestens eine der Katzen aggressiv reagiert. Der Buckel signalisiert, dass die Katze gewissermaßen hin und her gerissen ist zwischen Furcht und Aggression, zumal sie auch nicht sicher weiß, ob das Gegenüber eine Unterwerfung anerkennen würde oder trotzdem angreift.

Eine Theorie zum Buckel ist, dass der runde Rücken eigentlich aus der Unterwürfigkeits-Geste stammt: die unterlegene Katze macht sich klein, duckt sich dabei, der Rücken wird rund. Die durchgedrückten Beine und das aufgestellte Rückenfell signalisieren dagegen ein Drohen, mit dem die Katze hofft, die Gefahr in die Flucht schlagen zu können. So ergibt sich das Gesamtbild der Katze mit Buckel. Eine andere Erklärung ist, dass die Katze sich bewusst so groß macht wie möglich, um maximalen Eindruck zu schinden.

 

Probleme mit der Katze

18. Juli 2012 in Katzenprobleme

 

Die häufigsten größeren Probleme, die im Zusammenleben mit Katzen auftreten, sind Unsauberkeit und das Zerkratzen von Möbeln und Tapete.

 

Oft stehen die Besitzer dem hilflos gegenüber. Die Katze hat ein Katzenklo, einen Kratzbaum, wird geliebt… warum verhält sie sich so? Gründe gibt es tatsächlich viele, keine Katze handelt aus Böswilligkeit oder um ihren Besitzer zu ärgern. Katzen haben kein Unrechtsbewusstsein, sondern verhalten sich immer so, wie es in ihren Augen richtig und angemessen ist. Gründe für Fehlverhalten können allgemeiner Stress sein, der falsche Standort von Kratzbaum oder Katzenklo, Langeweile oder Revierverhalten. Für manche Menschen ist eine die Katze auch schlicht nicht das richtige Haustier. Katzen sind Dämmerungs- und auch Nachtaktiv, sie erkunden Regale, zeigen Jagdverhalten und probieren aus, womit im Haushalt sich so alles spielen lässt. Wer sich eine Katze mehr als schnurrenden Schoßwärmer und dekorativ auf der Fensterbank liegend vorgestellt hat, fühlt sich leicht schon durch völlig normales Katzenverhalten gestört.

 

Katzen reagieren auf schimpfen oft mit Rückzug, was manchmal als beleidigtes, hochmütiges Schmollen interpretiert wird. Tatsächlich versucht die Katze so zum einen, den Menschen wieder positiv zu stimmen, zum anderen geht sie einem erneuten Konflikt aus dem Weg. Das Drohstarren und das Ausweichen des Blickes durch den Unterlegenen, ist ein sehr wichtiges Kommunikationselement bei Katzen. Indem sie Augenkontakt vermeidet, versucht sie, Spannungen abzubauen.

 

Strafen und Schimpfen sind tatsächlich in den seltensten Fällen geeignet, Probleme mit der Katze zu beheben. Strafe vergrößert den Stress für die Katze, sie weiß dadurch nicht, wie sie es besser machen soll und wenn das Timing schlecht ist, weiß sie nicht mal, wofür sie bestraft wurde. Man kann einer Katze nicht erklären oder „zeigen“ wofür sie gestraft wird. Und selbst wenn das Timing stimmt, führt Strafe sehr häufig nur dazu, dass die Katze sich mehr Mühe gibt, von ihrem Menschen nicht erwischt zu werden. Viel wichtiger und sinnvoller ist es somit, den Grund für ihr Fehlverhalten herauszufinden und zu beheben.

 

 

Unsauberkeit und Markierverhalten

 

Katzen sind an sich sehr reinliche Tiere. So hat Unsauberkeit in der Wohnung immer einen Grund. Bestrafen der Katze hilft bei Unsauberkeit nicht, im Gegenteil, in der Regel erhöht man den Stress für die Katze nur und sorgt dafür, dass sie sich verstecktere Stellen sucht.

 

mögliche Gründe für Unsauberkeit:

 

- Das Katzenklo steht an der falschen Stelle, z.B. im Flur, wo ständig jemand vorbei läuft oder zu nahe am Futterplatz. In dem Fall hilft ein Platzwechsel an eine ruhige, etwas abseits liegende Stelle in der Wohnung.

 

Katzen wählen ihre Toilettenstelle gerne selbst aus, so dass viele Freigänger gar kein Katzenklo in der Wohnung mehr nutzen

- Die Katze mag die Art der Toilette nicht (z.B. die Abdeckung oder die Größe).

 

- Die Katze möchte ein Klo für ihr kleines Geschäft und ein anderes, für ihr großes Geschäft. Einen Versuch ist es wert, ein zweites Klo aufzustellen.

 

- Das Einstreu behagt der Katze nicht oder das Klo wird mit Chemikalien gereinigt, die die Katze „nicht riechen“ kann. Wechseln des Putzmittels (oder völliger Verzicht auf ein solches) oder ein anderes Einstreu schaffen Abhilfe.

 

- In einem Mehr-Katzenhaushalt weigern sich manche Katzen, ihr Katzenklo zu teilen. Auch kann es vorkommen, dass dominante Katzen anderen Katzen den Zugang zur Toilette versperren. Im Zweifelsfall sollte man mindestens so viele Katzenklos aufstellen, wie Katzen vorhanden sind.

 

- Das Katzenklo wird zu selten gereinigt und ist dadurch für die Katze unbenutzbar. Das dürfte jeder Mensch nachvollziehen können.

 

- Unkastrierte Kater markieren ihr Revier ab einem Alter von 6-9 Monaten mit Urin. Vor allem bei reiner Wohnungshaltung wird ein Markieren der Wohnung kaum ausbleiben. Eine Kastration ist in dem Fall das einzige, was zuverlässig hilft. In einigen Fällen markieren auch weibliche Katzen die Wohnung mit Urin. Beim Markieren findet man weniger Lachen auf dem Boden, sondern mehr Spritzer an Türrahmen, Wänden und Möbelstücken.

 

- Die Katze hat eine Blasenentzündung oder sonstige Beschwerden, die es ihr schwer machen, es immer rechtzeitig auf die Toilette zu schaffen. Vor allem bei plötzlich auftretender Unsauberkeit ist ein Gang zum Tierarzt sehr sinnvoll.

 

- Die Katze steht unter hohem Stress, z.B. durch Artgenossen oder weil ihr der Haushalt viel zu trubelig ist. Sie versucht durch das Markieren Freiräume und sichere Rückzugsorte für sich zu schaffen. Auch ein Umzug, ein neuer Lebensgefährte, längere Arbeitszeiten, ein umräumen der Wohnung oder die Geburt eines Babys können zu solch einem Stress führen.
Auch Angst führt zu Unsauberkeit, die Katze versucht, sich durch ihren Geruch vertrauter und sicherer zu fühlen. In dem Fall werden besonders gern Orte markiert, die die Katze als positiv empfindet, wie ihr Lieblingssessel oder das Kopfkissen im Bett. Mit „Dominanz“ hat dieses Verhalten dann nichts zu tun.

 

- Manche Katzen finden schlicht den Geruch des Waschmittels furchtbar, mit dem ihre Katzendecke oder ein Teppich gewaschen wurde. Oder den Geruch des Besuchshundes. Sie überdecken ihn somit mit ihrem eigenen. Fremde unerwünschte Gerüche sind oft die Ursache, wenn die Katze nur sporadisch mal etwas markiert, die meiste Zeit aber nicht unsauber ist. Meist ist es für Menschen schwierig heraus zu finden, welcher Geruch konkret die Katze stört.

 

- Wenn die Katze plötzlich ihr Klo nicht mehr benutzt, kann sie auch irgendwas bei der Benutzung des Klos fürchterlich erschreckt haben. Hier hilft nur ein neues Klo und/oder ein neuer Standort.

 

- Die Katze ist alt und wird deshalb inkontinent.

 

- Die Katze ist noch sehr jung, die Blase noch untrainiert und im Spiel vergisst sie, wie dringend sie eigentlich mal müsste. Daneben müssen junge Katzen tatsächlich erst mal lernen, wo und was ihre Toilette ist. Katzenbabies, die nicht zu früh von der Mutter getrennt werden, lernen das Benutzen des Katzenklos von ihren Müttern. Sie beobachten und ahmen es nach. Sollte man ein Katzenbaby bekommen, das zu jung ist oder aus anderen Gründen kein Katzenklo kennt, hilft es, Urin, den sie anderen Stellen hinterlässt, mit einem Stück Küchenrolle aufzunehmen und mit ins Katzenklo zu geben. So riecht die Katze, wo ihr Klo eigentlich ist. Auch kann man das junge Kätzchen regelmäßig in sein Klo setzen und tüchtig loben, wenn es sich an der richtigen Stelle löst. Auf gar keinen Fall sollte man eine unsaubere Katze oder ein Katzenbaby im Klo einsperren. Das ist der sicherste Weg um zu erreichen, dass sie es nie wieder freiwillig betreten wird! Ebenso sollte man die Katze nicht ins Katzenklo setzen, nachdem man gerade mit ihr geschimpft hat, weil sie sich woanders gelöst hat. So verbindet sie das Klo mit einem wütenden Menschen und macht in Zukunft erst recht einen Bogen darum.

 

Falls die Katze hartnäckig eine ganz bestimmte Stelle in der Wohnung unerwünscht als Toilette benutzt, kann man das Problem von 2 Seiten angehen. Zum einen bleibt die Frage, was sie an ihrem eigentlichen Katzenklo stört, so dass sie dieses nicht benutzt. Zum anderen kann man ihr die unerwünschte Pinkelstelle verleiden. Eine Möglichkeit ist, man räumt die Wohnung um und stellt ein großes Möbelstück auf ihre Toilettenstelle. Eine weniger aufwändige Möglichkeit ist, man platziert genau auf dieser Stelle ihren Futternapf. Auch mögen viele Katzen keinen scharfen Reinigungsgeruch, wie z.B. von Essigreiniger, Zitronensäure oder Chlorreiniger, so dass diese ebenfalls abschreckend wirken können. Alufolie oder doppelseitiges Klebeband sind ebenfalls sehr unbeliebt bei Katzen und können z.B. helfen, falls die Katze Blumentöpfe als Toilette benutzt. Falls es sich nicht gerade um eine prominente Stelle mitten im Esszimmer handelt, kann auch schlicht das Katzenklo der Katze an ihren selbst ausgesuchten Toilettenort gestellt werden.

 

 

unerwünschtes Krallenwetzen

 

Katzen müssen sich ihre Krallen wetzen, um äußere „verbrauchte“ Hülsen abzustoßen und die Krallen scharf und sauber zu halten. So ist es eine Notwendigkeit, zumindest reinen Wohnungskatzen Kratzbäume oder Kratzbretter zu Verfügung zu stellen. Dennoch kratzen viele Katzen auch an anderen Stellen, die sie zum Krallenwetzen für geeignet halten. Das kann z.B. die Tapete sein oder das Sofa.

 

Neben der Krallenpflege nutzen Katzen Kratzspuren auch zum Markieren ihres Territoriums. Auch hier ist das innerhalb der Wohnung bei reinen Wohnungskatzen meist ausgeprägter, als bei Freigängern.

 

Eine Katze kann durchaus lernen, an welchen Stellen sie kratzen darf und an welchen nicht. Es ist aber nicht natürlich für eine Katze, sich dies vorschreiben zu lassen, zumal sie überzeugt ist, die jeweils besten Stellen zur Krallenpflege und auch zum Markieren zu nutzen. So dauert es oft eine ganze Weile, bis man sich mit der Katze auf erwünschte Kratzstellen geeinigt hat. Besonders, falls man eine junge Katze aufnimmt, bleiben Spuren des Erziehungsprozesses auf Möbeln und Wand kaum aus. Damit muss man als Katzenbesitzer leben können.

 

Katzen haben meist Lieblingsstellen zum Krallenwetzen. Ein bestimmter Untergrund oder ein bestimmter Ort in der Wohnung. Wenn man den Kratzbaum entsprechend an einem solchen Ort und mit der richtigen Beschaffenheit platziert, steigt die Wahrscheinlichkeit, dass die Katze ihn auch nutzt. Manche können z.B. mit der allgemein benutzten Sisal-Bespannung wenig anfangen, freuen sich aber über einen zusätzlich angebrachten stabilen dicken Ast. Hilfreich ist es zudem, wenn der Kratzbaum insgesamt für die Katze attraktiv ist, z.B. einen guten Aussichtsplatz und eine gemütliche Schlafhöhle beinhaltet, stabil und groß genug ist. Auch streicheln oder spielen am Kratzbaum und natürlich Lob bei Benutzung desselben, helfen.

 

Viele Katzen markieren gerne an oder neben Türen. Hier ist ein kleines Kratzbrett an diesen strategisch günstigen Punkten sehr hilfreich. Auch zum Stressabbau wird Kratzen genutzt, z.B. wenn lange auf das Futter gewartet werden muss oder ein unerreichbarer Vogel vor dem Fenster her flattert. An diesen Stellen können ebenfalls kleine Kratzbretter angebracht werden.
Stress kann auch durch Probleme mit Artgenossen in einem Mehrkatzenhaushalt entstehen. Hier muss geschaut werden, was zur Stressminderung führen kann.

 

Wenn die Katze an bestimmte Möbelstücke geht, kann ein Tuch mit Zitronen- oder Mentholgeruch abschreckend wirken. Ebenso mögen Katzen kein doppelseitiges Klebeband oder Alu-Folie. Strafen wie Wasserspritzpistolen sind nur hilfreich, wenn das Kratzen nicht durch Stress zu Stande kommt und wenn die Katze ihren eigentlichen Kratzbaum mag und nutzt. Bei halbherzigem schimpfen erreicht man sogar manchmal den gegenteiligen Effekt: die Katze lernt, durch kratzen bekommt sie Aufmerksamkeit.

 

Spiele und Beschäftigung für Katzen

18. Juli 2012 in Spiel und Spaß

 

Die Aktivität einer Katze und ihre Ansprüche an Beschäftigung hängen stark vom Alter, der Rasse und dem individuellen Charakter ab. Grob lässt sich sagen, dass Katzen etwa 12 Stunden pro Tag mit schlafen verbringen und weitere 5-6 Stunden mit ruhen und dösen. Die verbleibenden gut 7 Stunden verteilen sich auf putzen (2-3 Stunden), jagen/spielen (2-3 Stunden) sowie Revier erkunden und markieren (etwa 2 Stunden). Die meisten Katzen sind dabei ausgesprochene Gewohnheitstiere und haben feste Zeiten für die verschiedenen Aktivitäten.

 

Während Freigängerkatzen durch die Erkundung ihrer relativ großen Reviere und das Jagen von Beutetieren häufig keine weitere Auslastung durch ihre Besitzer fordern, ist bei Wohnungskatzen auch der Mensch zur Beschäftigung der Katzen gefragt.

Dabei kann schon die Gestaltung der Wohnung zur Auslastung der Katze beitragen. Verschiedene Höhlen, Kartons, Klettermöglichkeiten und Aussichtsplattformen laden zum erkunden, beobachten und lauern ein. Wenn man die Rollläden nachts nicht ganz schließt, hat die auch bei Nacht aktive Katze etwas zum beobachten.

Neue Sinneseindrücke bringen ebenfalls Abwechslung. So kann man der Katze Dinge aus der Natur mitbringen oder sie mal mit in einen Kellerraum oder auf den Speicher nehmen. Die meisten Katzen wissen es auch sehr zu schätzen, wenn sie einen gesicherten Balkon oder eine gesicherte Terrasse nutzen dürfen.

 

Beliebte Spiele bei Katzen orientieren sich an ihrem Jagdverhalten: erkunden, lauern und erbeuten. Dabei hat jede Katze ihre individuellen Vorlieben. Manche Katzen lauern gerne stundenlang, andere lieben schnelle Hetzspiele und einige beschäftigen sich gerne mit Denkspielen und ruhigen Futterspielen.

 

 

Hier einige Anregungen:

 

Katzen mögen es, wenn das Spielzeug raschelt, leise knistert oder piepst. Die Auswahl in Fachgeschäften an Spielzeug ist riesig, aber mit einfachen Mitteln lässt sich auch Spielzeug selbst herstellen. Wichtig bei der Wahl des Spielzeugs ist, dass keine Kleinteile abgerissen oder abgekaut und verschluckt werden können. Dünne Fäden können sich um Gliedmaßen wickeln und so ebenfalls zu Verletzungen führen. Laserpointer dürfen niemals auf die Augen einer Katze gerichtet werden, was sich im Spiel aber kaum vermeiden lässt. Zur Sicherheit der Katze sollte daher auf Laser verzichtet werden.

 

Höhlen: Enge Öffnungen sind faszinierend für Katzen, Höhlen werden als Verstecke und Lauerplätze genutzt. Neben den im Handel erhältlichen Katzentunneln, lieben die meisten Katzen Kartons und große Papiertüten (keine Plastiktüten!).

 

Fummelbretter: Auf einer stabile Unterlage werden verschiedene Behältnisse angebracht, aus denen die Katze mit der Pfote Futterstücke angeln kann und die vielfältig zum spielen genutzt werden können. Die meisten Katzen sind sehr begeistert davon und erarbeiten sich so gerne ihre tägliche Trockenfutterration. Der Phantasie sind dabei keine Grenzen gesetzt. Es lassen sich z.B. Klopapierrollen, Plastikrohre, Filmdosen, Holzstifte, ein Bällebad, ein Flaschendrehspiel oder ein Kartonlabyrinth einbauen. Sehr viele Anregungen findet man hier: http://www.katzenfummelbrett.ch/.

 

Ein Karton gefüllt mit Zeitungspapier und Leckerchen dazwischen, ist ebenfalls ein willkommener Zeitvertreib für viele Katzen. Alternativ lässt sich der Karton auch mit leichten Bällen oder im Herbst mit trockenem Laub füllen. Letzteres bietet daneben auch ein willkommenes Geruchserlebnis für Wohnungskatzen. Statt Futter machen manche Katzen in solchen Kartons lieber Jagd auf ihr Lieblingsspielzeug. Futter in Eierkartons, Briefumschlägen oder Futterbällen bringt ebenfalls Abwechslung. In geschlossene Schuhkartons können mehrere kleine Öffnungen geschnitten werden, durch die Katze sich Futterbrocken aus dem Inneren angeln kann.

 

Katzen-Agility: Ähnlich wie für Hunde, kann auch für Katzen ein Agility-Parcours aufgebaut werden. Bei Katzen eignen sich neben Hürden und Tunneln z.B. Balancierstege oder „Weitsprünge“ von Stuhl zu Stuhl. Die Katze braucht natürlich einen Anreiz, den Parcours zu laufen, z.B. Leckerchen oder ein Spielzeug.

 

Hetzspiele: Die meisten Katzen lieben es, Beutetier-ähnliche schnelle Gegenstände zu verfolgen. Bindfäden und zu kleine Gegenstände bergen allerdings auch ein gewisses Verletzungsrisiko.
Sehr beliebt zum spielen ist z.B. eine Reizangel. Die gibt es fertig zu kaufen, kann aber auch ohne große Mühe selbst gebastelt werden. Man nimmt einen Stab, befestigt daran eine Schnur und am Ende der Schnur das Jagdobjekt, z.B. eine kleine Plüschmaus. Die Reizangel ermöglicht es dem Menschen, mit der Geschwindigkeit und Wendigkeit der Katze im Spiel mithalten zu können. Außerdem werden die Hände geschont, falls die Katze gerne mit Krallen und Zähnen spielt.

 

es muss nicht immer kommerzielles Spielzeug sein

Einige Katzen lieben kleine, leichte Bälle (alternativ kann man z.B. auch Walnüsse nehmen), mit denen sie sich auch ohne Hilfe des Menschen beschäftigen können. Einige Katzen ziehen es jedoch vor, dass der Mensch mitspielt und apportieren die Bälle sogar.

 

Manche Katzen haben Interesse an „Fischfang“ und angeln gerne Korken aus Wasserschüsseln.

 

Viele Katzen haben auch Spaß an der Jagd aus der Luft. Kleine Kinder-Propellerspielzeuge sind hierfür geeignet, aber auch eine Art „Squash“ für Katzen, indem man einen Spielball gegen die Wand wirft. Seifenblasen finden ebenfalls viele Katzen spannend. Eine weitere Alternative ist das Befestigen eines Spielzeugs an einem stabilen Gummiband ein Stück über dem Boden.

 

Lauerspiele: Für Menschen sind diese eher langweilig und außerdem sehr zeitaufwändig, Katzen aber lieben sie. Jeder kennt sie aus Trickfilmen: die Mäuselöcher in der Wohnungswand vor denen die Katze auf ihre Chance wartet. Mittels eines großen Kartons oder Bretts mit kleiner Öffnung lässt sich dies nachstellen. Ab und an bewegt man das Jagdobjekt dahinter, fast traut es sich hervor, erstarrt dann doch wieder, kommt nach einer Weile vorsichtig zum Vorschein, um sofort wieder zu flüchten… Die Katze hockt in gespannter Konzentration davor und lauert. Alternativ lassen sich Lauerspiele auch mit Beute unter einer Decke spielen. Die Beute bewegt sich ab und an, wagt sich irgendwann vielleicht sogar mal kurz hervor. Eine Katze hat da durchaus stundenlang Spaß dran, selbst wenn die meiste Zeit nichts passiert. Ein Spiel für Menschen mit viel Zeit und Geduld.

 

Spaziergänge: Manche Katzen lassen sich an Geschirr (keinesfalls ein Halsband benutzen!) und Leine gewöhnen. So sind Ausflüge in die Natur möglich. Am besten geeignet hierfür ist natürlich der eigene Garten. Außerhalb droht Gefahr, weil vieles eine Wohnungs-Katze in Panik versetzen oder ihr tatsächlich ernsthaft gefährlich werden kann. An erster Stelle sind da sicherlich (frei laufende) Hunde zu nennen. Grundsätzlich gilt: Spaziergänge mit Katze sind reine Erkundungsgänge, es geht nicht darum, Strecke zurück zu legen, Geschwindigkeit, Pausen und Richtung bestimmt die Katze.

 

Clickern: Mit Hilfe des Clickers kann die Katze sich Futter erarbeiten, muss ihren Kopf anstrengen und kann z.B. kleine Tricks lernen. Clickern ist für fast jede höhere Tierart geeignet, der Aufbau ist prinzipiell bei allen Tieren gleich. Hier ist der Aufbau für Hunde beschrieben: Clickern.

 

Denkspielzeug: Für Hunde gibt es mittlerweile einiges an Spielzeug zu kaufen, das darauf beruht, dass der Hund über ausprobieren und nachdenken Futter erarbeitet. Einige dieser Spielzeuge sind auch für Katzen geeignet und vieles lässt sich Zuhause nachbauen. Beispiele für kommerzielles Spielzeug findet man z.B. hier: http://www.nina-ottosson.com/Cat-2.php

 

Katzeneinzug: Gewöhnung an andere Haustiere

18. Juli 2012 in eine Katze zieht ein

 

Endlich ist das ersehnte neue Familienmitglied da. Die Vorfreude ist riesig, am liebsten würde man die Katze sofort mit Streicheleinheiten überschütten und herausfinden, welche Spiele ihr am besten gefallen. Die meisten Katzen brauchen allerdings etwas Zeit, mit der neuen Situation zurecht zu kommen. Für die Katze ist der Umzug etwas sehr aufregendes und auch beängstigendes. Ihr vertrautes Territorium ist plötzlich weg, sie weiß nicht, wie sicher die neue Umgebung ist, wo sich was befindet und auch alle Bezugspersonen sind neu.

 

Wichtig ist, dass die Katze ihre neue Umgebung ganz in Ruhe erkunden kann und auch den Zeitpunkt der Kontaktaufnahme zu ihren neuen Menschen sollte die Katze selbst bestimmen. Manche Katzen spazieren ganz selbstbewusst durch die Wohnung und rollen sich dann zufrieden auf dem Schoß ihrer Menschen zusammen, andere Katzen brauchen ein paar Tage oder sogar Wochen, bis sie sich endgültig wohl fühlen im neuen Heim.

 

Bereits vor dem Einzug der Katze muss das Katzenklo mit frischem Einstreu bereit stehen, dazu ein Kratzbaum und natürlich ein Futter- und ein Wassernapf. Wenn die Katze sehr scheu ist, gibt man ihr zuerst nur ein Zimmer zu Verfügung, um sie nicht völlig zu überfordern. Nach und nach kann man ihr dann in den nächsten Wochen die ganze Wohnung zeigen. Ist die Katze recht selbstbewusst, so zeigt man ihr zu Beginn ihr Katzenklo und ihren Wassernapf und lässt sie dann in Ruhe alles erkunden.

 

Es ist hilfreich, wenn man vom Vorbesitzer Angaben bekommt, welche Art von Katzenstreu oder Futter die Katze kennt und mag. Futter und Einstreu sollte man bis die Katze sich eingewöhnt hat nicht wechseln. Sie hat mit der Umstellung so schon genug zu tun.

 

Manche Katzen kann man über Spielzeug gut aus der Reserve locken, andere lassen sich durch Catnip beruhigen. Den Zeitpunkt für erste Schmuseeinheiten sollte die Katze auf jeden Fall selbst bestimmen.

 

Freigängerkatzen brauchen eine Eingewöhnungszeit von etwa 4 Wochen, bis man sie zum ersten mal nach draußen lassen kann. Falls die Katze vorher Freigang kannte, ist es sehr wichtig, in dieser Eingewöhnungszeit Kippfenster zu sichern.

 

Falls man Katzenbabies aufnimmt, sind 1-2 Wochen Urlaub sehr sinnvoll, um dem Neuzugang die Haushaltsregeln beizubringen und ihm die nötigen Sozialkontakte zu bieten. Bei Vollzeit-Berufstätigen sollten immer 2 Kitten einziehen. Möchte man trotz Berufstätigkeit eine Einzelkatze, so ist eine erwachsene ruhige Katze die deutlich bessere Wahl.

 

 

Gewöhnung an andere Haustiere

Gewöhnung an bereits vorhandene Katzen

Im Idealfall weiß man bereits vor dem Einzug des Neuzugangs, dass die vorhandene Katze gerne mit Artgenossen zusammen lebt. Aber auch wenn das der Fall ist, hält sich die anfängliche Freude über den „Eindringling“ oft in Grenzen. Vor allem ältere Katzen brauchen ihre Zeit, sich an die neue Familienzusammenstellung zu gewöhnen.

 

Die Katzen machen ihre Rangordnung unter sich aus, ein Eingreifen des Menschen ist weder sinnvoll, noch hilfreich. Der erste Kontakt ist meist von viel Skepsis geprägt, teils auch mit deutlichen Drohgesten. Die weiteren Reaktionen auf den Neuzugang fallen dann sehr unterschiedlich aus. Manche Katzen reagieren mit völligem Rückzug oder werden unsauber. Andere freuen sich über den neuen Gefährten, schmusen und spielen mit ihm und genießen die neue Zweisamkeit. In einigen Fällen wird man dagegen nie mehr als Ignoranz zwischen den Katzen erreichen. In manchen Fällen ist ein Zusammenleben auch überhaupt nicht möglich und man muss den Neuzugang wieder abgeben.

 

Bei der Wahl des Partners sollte man die Aktivität und das Alter der Tiere aufeinander abstimmen. Wenn einer nur seine Ruhe möchte und der andere nur spielen will, wird keiner glücklich. Genauso ist eine dominante Katze zu einer sehr unsicheren meist keine gute Idee.

 

Wie die Zusammenführung selbst am sinnvollsten gestaltet wird, ist umstritten. Manche schwören darauf, die Katzen einfach machen zu lassen, andere trennen räumlich zum vorsichtigen beschnuppern oder halten eine der Katzen auf dem Arm. Catnip oder ein auflockerndes Spiel kann helfen, die Situation zu entspannen.

 

 

Gewöhnung an einen bereits vorhandenen Hund

 

Im Idealfall kennt und mag die Katze beim Einzug bereits Hunde und umgekehrt. Kitten haben in der Regel kaum Scheu vor Hunden, außer sie mussten bereits schlechte Erfahrungen machen. Hundehalter sollten ihren Hund so weit einschätzen können, ob er die Katze als Abendbrot ansieht, als fürchterlichen Eindringling oder als potentiell netten neuen Hausgenossen.

 

Tatsächlich ist es oft deutlich einfacher, Hund und Katze zusammen zu führen, als Hund und Hund oder Katze und Katze. Die Rivalität ist deutlich geringer, das Revierverhalten gegenüber einem Artfremden deutlich weniger ausgeprägt. So leben trotz teils missverständlicher Kommunikation, sehr viele Hunde und Katzen völlig problemlos zusammen. Das liegt vermutlich auch darin begründet, dass sowohl Hunde als auch Katzen seit Jahrtausenden eng mit dem artfremden Menschen zusammen leben und damit in der Lage sein müssen, artfremde Kommunikation zu erlernen

 

Dennoch gibt es bei einer ersten Begegnung oft Missverständnisse. Hunde sind oft zu stürmisch, fordern zum spielen auf oder beschnüffeln angeregt die Analgegend. Katzen ist das häufig zu viel und zu unsicher, sie flüchten. Das wiederum weckt den Jagdtrieb des Hundes. Auch ist das Schwanzwedeln des Hundes zwar wie bei der Katze Ausdruck von Erregung, doch ist diese beim Hund meist freudiger Natur. Bei der Katze ist diese Geste viel negativer belegt.

Auch die Unterwürfigkeitsgesten unterscheiden sich. Katzen, die sich angegriffen und unterlegen fühlen, sich aber verteidigen wollen, drehen sich auf den Rücken. Der Hund glaubt an eine friedliche Unterwerfung und versucht zu schnüffeln, die Katze greift daraufhin an. Die freundliche Annäherung der Katze mit senkrecht nach oben gehaltenem Schwanz ist für Hunde dagegen eine deutliche Dominanzgeste und kann als Provokation bewertet werden.

 

unterschiedliche Spielvorstellungen

Wenn die Katze neu zu einem Hund einzieht, kann es hilfreich, der Katze erst mal ein Zimmer zum kennen lernen zu Verfügung zu stellen, ohne Hund. So kann sie sich die neue Umgebung in Ruhe anschauen, die Gerüche aufnehmen und sich vom Umzugsstress etwas erholen. Wenn der Hund dann nach einigen Stunden dazu gelassen wird, kennt die Katze bereits den Raum und mögliche Rückzugsorte, falls sie die nutzen möchte. Das macht es für die Katze stressfreier.

Der Hund möchte in der Regel schnuppern, aber gezwungen werden darf die Katze natürlich nicht. Genauso ist es wenig hilfreich, wenn der Hund bellend vor dem Regal auf und ab hüpft, auf das die Katze geflüchtet ist. Der Mensch ist dafür verantwortlich, Ruhe in den Hund zu bringen, den Rest erledigt die Zeit. Man kann sich entspannt in den Sessel setzen, ein Buch lesen und Hund und Katze einander betrachten lassen. Irgendwann wird die Katze es wagen, sich dem Hund zu nähern. Wenn der Hund nun nicht völlig durchdreht, ist das ein guter Grundstein für die neue Beziehung.

 

Gewöhnung an Kleintiere

Sehr kleine Tiere sind für Katzen Futter. Kanarienvögel, Hamster oder Farbmäuse gehören in jedem Fall dazu. Ratten und Meerschweinchen oft ebenfalls. Eine Gewöhnung ist in dem Fall nicht möglich und ein deutliches Verbot gilt höchstens so lange, bis der Mensch den Raum verlässt. Es mag Ausnahmen geben, aber die sind sehr selten.

 

unerwarteter Besuch

Ob die Katze ein Zwerg-Kaninchen als Beute ansieht, hängt sehr von der Katze und der Größe des Kaninchens ab. Aber selbst wenn das Kaninchen nicht als Beute betrachtet wird, kann die Katze es im Spiel oder bei einer Zurechtweisung ernsthaft verletzen. So sollte eine Katze in keinem Fall mit irgendeinem Kleintier alleine gelassen oder gar (ohne Aufsicht) mit ihm zusammen frei laufen gelassen werden.

 

Hasen oder Geflügel wie Hühner oder Enten sind für Katzen in aller Regel weder Beute noch potentielle Sozialpartner und werden komplett ignoriert.

 

Frettchen werden oft als potentielle Feinde angesehen, obwohl eine Gewöhnung in manchen Fällen funktioniert.

 

Was brauchen Katzen?

16. Juli 2012 in eine Katze zieht ein

Katzen haben eine Reihe von Ansprüchen, um rundum glücklich zu sein:

 

 

Sozialkontakt:

 

Katzen gelten zwar landläufig als Einzelgänger, allerdings leben Katzen schon so lange an der Seite von Menschen, dass sich dies nicht mehr so pauschal sagen lässt. Tatsächlich sind Katzen in der Lage, sehr fein zu kommunzieren, sowohl mit Menschen als auch mit Artgenossen, wozu sie als echte Einzelgänger nicht in der Lage wären. Zudem suchen die meisten Katzen den Kontakt und spielen und kuscheln sehr gerne mit Menschen oder auch mit anderen Katzen.

Mittlerweile wird empfohlen, Katzenbabies immer im Doppelpack aufzunehmen, zumal, wenn noch keine Katze im Haushalt lebt. Ob die Katze Katzengesellschaft braucht und will, hängt allerdings auch stark davon ab, wie viel Ansprache sie von ihren Menschen bekommt, wie lange sie jeden Tag alleine bleiben muss, und nicht zuletzt auch von ihrem individuellen Charakter.

 

 

einen Kratzbaum:

 

Katzen wetzen die Krallen, um sie pflegen. Die äußeren „verbrauchten“ Krallenhülsen werden so abgestoßen und Schmutz entfernt. Daneben dienen Kratzspuren auch der Reviermarkierung. Vor allem für Wohnungskatzen ist ein Kratzbaum somit Pflicht. Allerdings haben einige Katzen durchaus hohe Ansprüche an ihren Kratzbaum und dessen Standort (siehe auch: „Problemverhalten“). Oft ist es sinnvoll, neben dem Hauptkratzbaum noch weitere Kratzbretter anzubringen. Der Hauptkratzbaum sollte an einem Ort stehen, den die Katze gerne aufsucht, z.B. relativ zentral im Wohn- oder Esszimmer. Eine erhöhte Aussichtsplattform wird meist sehr gerne genutzt, ebenso Höhlen und Klettermöglichkeiten. Katzen mögen einen guten Rundumblick und wissen es oft auch zu schätzen, dabei aus dem Fenster sehen zu können.

 

Wie groß und abwechslungsreich der Kratzbaum sein sollte, hängt zum einen von den Vorlieben der Katze ab, zum anderen aber auch davon, ob es sich um einen Freigänger oder eine Wohnungskatze handelt. Es gibt mittlerweile Kratzbäume im Baukastensystem, die beliebig erweiterbar sind. Diese sind vor allem dann gut geeignet, wenn man die Vorlieben der Katze zu Anfang noch nicht so gut kennt oder wenn das Geld fehlt, auf einen Schlag einen „Luxus-Kratzbaum“ zu kaufen, der alle eventuellen Vorlieben der Katze abdeckt.

 

Sehr wichtig ist eine sehr gute Standfestigkeit. Ist der Kratzbaum wackelig, kann es sein, dass die Katze ihn einmal und nie wieder benutzt. Häufig braucht die Katze auch eine gewisse Zeit, sich an einen Kratzbaum zu gewöhnen. Daran können z.B. chemische Gerüche Schuld sein, die der neue Baum mitbringt. Lieblingsspielzeug, Leckerlie, eine vertraute Decke oder Catnip können da helfen.

 

 

verschiedene Liegeplätze

 

Katzen haben gerne eine Auswahl an unterschiedlichen Liegeplätzen. Wer es nicht mag, wenn sein Haustier auf dem Sofa, auf dem Bücherregal oder auf der Fensterbank liegt, sollte daher von einer Katze Abstand nehmen. Katzen lieben weiche warme Orte, wie das Bett ihrer Besitzer, erhöhte Orte mit gutem Rundumblick und Höhlen, in die sich bei Bedarf zurück ziehen können. Man kann versuchen, der Katze bestimmte Orte schmackhaft zu machen, in der Regel wird sie sich ihre Lieblingsliegeplätze aber selbst aussuchen.

Viele Katzen neigen dazu, ihre besonderen Plätze zu verteidigen, z.B. gegenüber anderen Katzen (die das im Normalfall respektieren) oder gegenüber Hunden.

 

 

Katzenklo

 

Die Grundregel ist: immer mindestens so viele Katzenklos, wie Katzen vorhanden sind. Das Klo muss in einer absolut ruhigen Ecke stehen und keinesfalls direkt neben dem Futternapf. Ob überdacht oder nicht, hängt von den Vorlieben der Katze ab. Bei sehr stark scharrenden Katzen, ist ein geschlossenes Klo allerdings von Vorteil. Auch beim Einstreu haben Katzen durchaus Vorlieben und benutzen nicht jedes Streu. Einig sind sich Katzen meist darin, dass eine zu dreckige Toilette nicht mehr benutzt wird. Häufig ist Unsauberkeit einer Katze auf die Missachtung einer der oben genannten Regeln zurück zu führen.

 

 

Näpfe

 

Katzennäpfe sollten möglichst aus Keramik sein, da viele Katzen den Plastikgeruch nicht mögen. Dies spielt beim Wasser eine noch größere Rolle, als beim Futter. Einige Katzen reagieren daneben auch empfindlich auf das verwendete Spülmittel, vor allem beim Wassernapf. Damit die Katze nicht zu wenig trinkt, sollten die Näpfe nach dem Reinigen immer gründlich mit Wasser abgespült werden. Um den Chlorgeruch aus dem in Deutschland üblicherweise leicht gechlorten Trinkwasser zu bekommen, reicht es, das Wasser eine Weile abstehen zu lassen, bevor man es der Katze anbietet. Tatsächlich trinken vor allem reine Wohnungskatzen häufig zu wenig. Eine Auswahl an verschiedenen Trinkmöglichkeiten kann helfen. Manche Katzen bevorzugen auch einen Trinkbrunnen.

 

 

 

Transportbox:

 

Die Transportbox ist zumindest für anstehende Tierarztbesuche nötig. Um die Katze daran zu gewöhnen, kann man ihr die Box allerdings auch permanent als Kuschelhöhle und Rückzugsort zu Verfügung stellen.

 

 

Ernährung

 

Katzen können ausgewogen über Frischfütterung (Fleisch und Zusätze) oder hochwertiges Katzenfutter ernährt werden. Billigfutter aus dem Supermarkt enthält dagegen oft Zucker, Farbstoffe, zweifelhafte Konservierungsmittel und künstliche Aromen. Beim enthaltenen Fleisch handelt es sich um Schlachtabfälle im weitesten Sinne. Billiges Trockenfutter enthält oft nicht unerhebliche Mengen an Getreide und Mais, was für die Katze keinern wirklichen Nutzen hat. Zudem muss man bei reiner Trockenfuttergabe darauf achten, dass die Katze genügend trinkt.

 

Tischabfälle sind grundsätzlich ungeeignet, da sie zu viele Salze und Gewürze enthalten und längst nicht alles, was für Menschen ungiftig ist, auch für Katzen geeignet ist. Kuh-Milch beispielsweise enthält Laktose, die von vielen Katzen nicht vertragen wird und zu Durchfall führt. Schokolade und Zwiebeln sind giftig für Katzen.

 

Hundefutter ist ebenfalls nicht als Katzenfutterersatz geeignet, da es zu wenig Proteine, Fette und Taurin enthält, sowie andere Anforderungen an Vitamine und Spurenelemente erfüllt.

 

 

Bei der Fütterung selbst ist auch einiges zu beachten:

 

Viele Katzen mögen deutlich lieber viele kleine Portionen über den Tag verteilt, als eine große. Dies hängt mit ihrer natürlichen Lebensweise zusammen: sie erbeuten kleine Beutiere, von denen sie mehrere über den Tag verteilt fressen.

 

So mögen Katzen ihr Futter auch gerne „Beutetier-warm“. Zumindest sollte es nicht frisch aus dem Kühlschrank kommen.

 

Katzen stellen in erster Linie durch schnuppern fest, ob ihnen eine Mahlzeit zusagt, weniger durch direktes probieren. Kann eine Katze ihr Futter „nicht riechen“, kann es noch so nahrhaft oder hochwertig sein, sie wird es nicht fressen.

 

Vor allem abwechslungsreich ernährte Katzen legen mit der Zeit Wert darauf, auch tatsächlich Abwechslung zu bekommen und werden zu Mäklern. Das macht Sinn für sie, denn so ist die Chance viel größer, dass sie tatsächlich alle wichtigen Nährstoffe aufnimmt.

 

Wohnungskatzen sollten Katzengras zu Verfügung haben.

 

 

Gefahren für Katzen und die Katzensichere Wohnung

 

Es gibt eine Reihe von Gefahrenquellen für eine Katze, sowohl im Haus als auch im Garten.

 

Hochgiftig für Katzen sind z.B. Alkohol, Schokolade, Zigarettenstummel, viele Putzmittel und Medikamente. Daneben auch Pflanzen wie z.B. der Weihnachtsstern, Alpenveilchen, Maiglöckchen oder Oleander.

 

Obwohl Katzen wasserscheu sind, passiert es immer wieder, dass eine Katze in einer Regentonne, im Aquarium oder sogar in einer gefüllten Badewanne ertrinkt. Ob es Durst oder Neugier ist, die sie hinein fallen lässt, aus eigener Kraft schafft sie in der Regel nicht mehr, wieder zu entkommen. Vor allem Regentonnen sollten daher unbedingt abgesichert werden.

 

Eine andere Gefahrenquelle sind Waschmaschine und Trockner. Katzen lieben enge Höhlen, vor allem, wenn diese auch noch weich gepolstert sind.

 

Die Gefahr, dass eine Katze in einem gekippten Fenstern verendet, ist eigentlich hinlänglich bekannt. Dennoch passiert es immer wieder. Die Katze rutscht bei dem Versuch heraus zu klettern ab, wodurch Gliedmaßen abgequetscht werden und die Katze schlimmstenfalls stirbt. Im Handel gibt es Katzensicherungen für gekippte Fenster. Auch ein Balkon sollte unbedingt gesichert werden, um ein abstürzen der Katze zu verhindern.

 

Gefahr geht daneben auch von heißen Herdplatten oder dem Bügeleisen aus. Das Bügeleisen ist auch deshalb potentiell gefährlich, weil das Kabel die Katze zum Spielen verleitet, wodurch sie das Eisen herunter reißen kann.

 

Katzen lieben kleine Höhlen und sie lieben knisterndes. Somit sind Plastiktüten für einige Katzen geradezu unwiderstehlich. Um ein ersticken der Katze zu verhindern, sollte man Tüten daher keinesfalls frei herum legen lassen.

Vom Suchen und Finden der Traumkatze

16. Juli 2012 in eine Katze zieht ein

 

Die Entscheidung ist gefallen: eine Katze soll das Leben bereichern. Aber wo findet man seine Traumkatze?

 

Am Anfang steht die Frage, ob es eine Rassekatze oder eine Hauskatze werden soll. Eine Rassekatze wird man am ehesten bei einem Züchter erwerben können, zumal wenn es ein Kitten sein soll. Die Unterschiede zwischen den Züchtern sind dabei groß. Um keine Vermehrer zu unterstützen, denen es nur darum geht, sich auf Kosten der Tiere selbst zu bereichern, sollte hier sehr genau hingeschaut werden. Daneben gibt es auch im Tierheim immer wieder Rassekatzen. Hier sind vor allem die Perserkatzen zu nennen, da die Fellpflege von manchen Menschen doch stark unterschätzt wird. Aber auch durch Trennung, Geburt oder Todesfälle landen immer wieder auch Rassekatzen im Tierschutz.

 

 

Wenn es eine Hauskatze werden soll

 

Katzen, auch Kitten, gibt es in Unmengen im Tierheim und bei Tierschutzorganisationen. Wenn es keine Rassekatze werden soll, sollte der erste Weg in ein Tierheim führen oder in einer Kontaktaufnahme mit einer anderen Tierschutzorganisation bestehen. Es gibt deutlich mehr Katzen, als gute Zuhause für sie. Traurigerweise halten es viele Menschen immer noch nicht für nötig, ihre (Freigänger-) Katzen zu kastrieren, oder setzen bewusst Kitten in die Welt, um das „Wunder“ mal mit zu erleben. So lange die Tierheime vor Katzen überquellen, sollte dies im Sinne der Katzen nicht unterstützt werden.

 

Erwachsene Katzen haben eine Vorgeschichte, die sie geprägt hat. Das muss nicht negativ sein, falls die Katze es vorher gut hatte. Manche Katzen wurden allerdings schlecht gehalten oder misshandelt oder hatten kaum Sozialkontakte zu Menschen. Auch kann bereits eine tiefsitzende Angst vor Hunden oder Kleinkindern bestehen. Eine erwachsene Katze von privat zu übernehmen, hat somit viel mit Vertrauen zu tun, falls man bestimmte Ansprüche an die Katze hat.

 

Kommt die Katze aus dem Tierheim, können oft sichere Angaben zu Aktivität, Sozialverhalten oder Ängstlichkeit gemacht werden. Allerdings verhalten sich viele Katzen in im Tierheim in einer Zwangsgemeinschaft mit anderen Katzen anders, als sie das Zuhause täten.

 

Die sichersten Angaben zu den Charakterzügen und Ansprüchen einer Katze können meist dann gemacht werden, wenn diese auf einer privaten Pflegestelle eines Tierschutzvereins lebt. Den Pflegestellen ist in aller Regel sehr daran gelegen, die Katze in ein möglichst passendes Zuhause zu vermitteln, so wird sie die Katze sehr ehrlich beschreiben. Darüber hinaus lebt die Katze in einer Pflegestelle in einem normalen Haushalt und verhält sich damit ähnlich, wie sie das auch in ihrem endgültigen Zuhause tun wird.

 

Eine Katze aus dem Tierheim oder von einem anderen Tierschutzverein ist meist bereits kastriert und geimpft, sowie gründlich vom Tierarzt untersucht worden. So ist man auch vor gesundheitlichen Überraschungen weitestgehend sicher.

 

 

Falls man sich doch dazu entschließt, ein Hauskatzen-Kitten „von privat“ zu übernehmen, gelten ähnliche Orientierungshilfen, wie bei der Übernahme einer Katze vom Züchter:

 

Wie wachsen die Kitten auf? Leben sie in der Wohnung? Werden sie gut sozialisiert?

 

Geht der Halter liebevoll mit seinen Katzen um und hält sie als Familienmitglieder?

 

Sind die Kitten geimpft? In der 8. Woche sollte der Katzennachwuchs gegen Katzenschnupfen und Katzenseuche geimpft werden.

 

Aus welchem Grund wurde die Katze gedeckt?

 

Eine Abgabe mit 8 Wochen ist zu früh, 12 Wochen sollte das Mindestabgabealter sein. Der Katzennachwuchs lernt in diesem Alter sehr viel an wichtigem Sozialverhalten und auch Stubenreinheit von der Mutter. Allerdings fangen die Katzen mit 6-8 Wochen an, richtig Arbeit zu machen, sind viel aktiver und müssen zugefüttert werden. Diesen Aufwand scheuen viele und geben ihre Kitten lieber zu früh ab.

 

Die Kitten sollten offen und freundlich auf Besucher zu gehen, keinesfalls scheu sein. Ein normales Kitten ist neugierig, verspielt und voller Tatendrang.

 

Die Augen sollten glänzend und trocken, die Nase ebenfalls frei von Krusten oder Schleim sein. Schlecht riechende Ohren sind ein Hinweis auf Milbenbefall.

 

Ein Kitten sollte möglichst nicht alleine gehalten werden. Entweder lebt bereits eine Katze im Haushalt oder man nimmt 2 Wurfgeschwister auf.

 

Bauernhofkatzen sind häufig relativ scheu, was die Muttertiere auf den Nachwuchs übertragen. Außerdem kann es passieren, dass ein Kitten, das nur draußen gelebt hat, nach dem Umzug ins neue Heim sehr unsicher auf Alltagsgeräusch wie den Staubsauger, Töpfeklappern oder den Fernseher reagiert. Auch die Benutzung der Katzentoilette kann bei solchen Kitten recht mühsam anzutrainieren sein.

 

 

Die Rassekatze

 

Scottish Fold

Junge Nicht-Rassekatzen bekommt man oft umsonst oder gegen eine geringe Gebühr von privat oder aus dem Tierschutz. Rassekatzen dagegen kostet oft 600€ und mehr. Manch einer mag sich fragen, wodurch dieser Preis gerechtfertigt ist. Geht es den Züchtern nur um ihren Profit? Tatsächlich gibt es „Hinterhof-Züchter“, die Rassekatzen in großer Zahl in kleinen Verschlägen halten, ihnen nur das nötigste an Futter bieten und so viel Nachwuchs wie möglich produzieren. Diesen Menschen geht es nur um Profit, auf Kosten der Tiere. Hier ist der Katzen-Interessent gefragt, auf keinen Fall, auch nicht aus Mitleid, diese Machenschaften durch den Kauf eines Kitten zu unterstützen. Ein ebenso süßes Katzenbaby wird automatisch den anderen Weg einschlagen und ohne Liebe, ohne Katze sein zu dürfen, sein Leben als Zuchtmaschine fristen. Ebenso sind solche Kätzchen oft krank, völlig verwurmt und weisen Verhaltensdefizite auf, da sie viel zu früh von der Mutter getrennt wurden.

 

Ein guter Züchter züchtet dagegen aus Liebe zur Rasse. Er wird sich größtmögliche Mühe geben, seine Tiere optimal zu halten und zu versorgen, er wird Paarungen durchdacht vornehmen und die Katzenjungen optimal auf ihr Leben vorbereiten.

 

 

Eine Katze mit Papieren oder ohne?

 

Devon Rex

Viele Menschen glauben, Papiere bräuchte man nur, wenn man vor hat Ausstellungen zu besuchen oder selbst zu züchten. Papiere eines guten Zuchtverbandes leisten aber viel mehr als das. Sie garantieren eine Katze, deren Eltern zumindest auf einige wichtige Krankheiten hin untersucht sind und sowohl optisch als auch vom Wesen her dem Rassestandard entsprechen. Daneben schreiben gute Zuchtverbände Mindestanforderungen zu Haltung und Aufzucht der Tiere vor. Papiere gewährleisten außerdem, dass die Abstammung und so z.B. auch Erbkrankheiten oder Inzuchtkoeffizient jedes Tieres nachvollziehbar sind. Die Papiere geben letztlich auch dem Käufer Sicherheit, tatsächlich ein Kitten der erwarteten Rasse erworben zu haben und nicht z.B. statt der versprochenen Waldkatze eine Perser-Mischling.

 

Züchtet jemand ohne Papiere, sollte man fragen, warum er sich für diesen Weg entschieden hat. Vielleicht hat er gute Gründe, z.B. andere Vorstellungen von seiner Rasse, als der offizielle Zuchtverband. Vielleicht scheut er aber auch die Kosten und den Aufwand, hat keine typvollen Elterntiere oder kann die Mindestanforderungen an Aufzucht und Haltung seiner Tiere nicht erfüllen. So setzen Zuchtverbände z.B. auch Grenzen, wie oft und in welchem Abstand eine Katze gedeckt werden darf. Hinderlich für jemanden, dem es tatsächlich nur ums Geld geht.

 

Vermeintlich günstige Rassekatzen können auch dadurch produziert werden, dass die Katzen kein hochwertiges Futter bekommen, nicht geimpft oder entwurmt werden oder bereits mit 8 Wochen abgegeben werden, nämlich dann, wenn sie wirklich anstrengend werden und weitere Kosten entstehen.

Der Aufwand kann dadurch niedrig gehalten werden, dass die Katzenbabys nicht in der Wohnung aufwachsen, sondern im Keller oder Schuppen. Die Katzen werden bei jeder Rolligkeit gedeckt, auf Gesundheitstests wird weitestgehend verzichtet.

 

Perser

Ein Züchter, der in einem seriösen Verein züchtet, hat dagegen z.B. Kosten für die Zuchtzulassung und den Mitgliedsbeitrag im Zuchtverein, sowie für den Besuch von Ausstellungen. Bluttests und Blutgruppenbestimmung sind wichtig, außerdem sollte regelmäßig ein Herz- und Nierenultraschall durchgeführt werden. Je nach Rasse stehen auch genetische Tests an, um Erbkrankheiten auszuschließen. Für den Nachwuchs schließlich fallen eventuell Deckgebühren (mit Anfahrt) an, falls kein eigener Kater genutzt wird, außerdem Stammbaumgebühren und die Kosten für hochwertiges Futter und die Impfungen.

 

Verallgemeinern kann man jedoch nicht, dass ein Züchter, der Katzen mit Papieren abgibt, automatisch ein guter Züchter ist, auch hier gibt es schwarze Schafe. Sehr wichtig ist, dass sich der Katzen-Interessent vor Ort ein Bild von der Zucht und dem Umgang des Züchters mit seinen Katzen macht.

 

 

Woran erkennt man einen guten Züchter?

 

Er liebt seine Katzen, beschäftigt sich gerne mit ihnen und erzählt begeistert über sie. Er freut sich, wenn Sie ihm Löcher in den Bauch fragen und möchte seinerseits genau wissen, wie sein Nachwuchs später bei Ihnen leben wird.

 

Er züchtet in der Regel nur eine, maximal 2 verschiedene Rassen.

 

Seine Katzen gehen entspannt und liebevoll mit ihm um und teilen selbstverständlich das Leben mit ihm in der Wohnung.

 

Er gibt sich große Mühe, die Rasse gesund und typvoll zu erhalten.

 

Er macht sich viele Gedanken über die Verpaarung und lässt (genetische) Untersuchungen machen, um Krankheiten möglichst auszuschließen. Selbstverständlich kann er alle Untersuchungsergebnisse seiner Zuchtkatzen vorzeigen.

 

Er gibt sich sehr viel Mühe mit der Aufzucht und verbringt viel Zeit mit dem Katzennachwuchs. Die Kitten wachsen in die Familie integriert in der Wohnung auf.

 

Er scheut keine Kosten, füttert hochwertig, bietet Kitten gerechtes Spielzeug und impft und entwurmt den Nachwuchs.

 

Er hält auch den Zuchtkater unter guten Bedingungen. Manche Züchter halten den Zuchtkater nicht in der Wohnung, um ein Markieren oder Auseinandersetzungen der Kater untereinander zu verhindern. Es kann allerdings nicht im Sinne eines Katzenfreundes sein, den Kater in einem Bretterverschlag im Garten zu halten.

 

Ragdoll

Er gibt die Kitten erst mit 12 Wochen ab. In der Zeit lernt der Katzennachwuchs sehr viel an wichtigem Sozialverhalten und auch Stubenreinheit von der Mutter und anderen erwachsenen Katzen.

 

Er wird viele gute Tipps geben, was die Katze braucht, worauf man achten muss und wie man die erste Zeit im neuen Zuhause am besten gestaltet. Er wird auch viel zu Rassetypischen Eigenschaften und optimalen Haltungsbedingungen speziell bei seiner Rasse sagen können. Ebenfalls wird er anbieten, bei Fragen oder Problemen nach dem Einzug des neuen Familienmitglieds immer ansprechbar zu sein und zu helfen.

 

Er behält in der Regel ausgediente Zuchttiere und hält insgesamt nicht mehr Tiere, als er optimal halten und versorgen kann.

 

Ein guter Züchter gibt im Normalfall kein Kitten in Einzelhaltung ab.

 

Die Kitten sollten offen und freundlich auf fremde Menschen zu gehen, keinesfalls scheu sein. Ein normales Kitten ist neugierig, verspielt und voller Tatendrang. Die Augen sind glänzend und trocken, die Nase ebenfalls frei von Krusten oder Schleim. Schlecht riechende Ohren sind ein Hinweis auf Milbenbefall.

 

Beim Abholen des Kitten wird der Stammbaum und der Impfpass ausgehändigt.

 

Um einen kühlen Kopf bei der Züchterwahl zu bewahren, empfiehlt es sich, den Züchter schon vor der Geburt der Kitten zu besuchen. Ein seriöser Züchter wird bei einem ernsthaften Interessenten in der Regel einverstanden sein und sich sogar freuen, bereits im Vorfeld geeignete Menschen für seinen Nachwuchs zu finden.

Welche Katze passt zu mir?

16. Juli 2012 in eine Katze zieht ein

 

Kitten oder erwachsene Katze?

 

Junge Katzen sind meist sehr lebhaft, voller Abenteuerdrang, wollen spielen und etwas erleben. Auch müssen sie erst noch lernen, dass das Sofa kein Kratzbrett ist und kein Käse von der Anrichte geklaut wird. Kitten benötigen meist sehr viel mehr an Zeit von ihren Menschen, als eine ältere Katze. Es ist sehr sinnvoll, gleich zwei Kitten aufzunehmen, damit diese miteinander spielen und Sozialkontakte haben können.

Der Vorteil an Kitten ist ihre große Anpassungsfähigkeit. Meist kann man sie problemlos zu Wohnungs- oder Freigängerkatzen heran ziehen, sie leben sich schnell in ihre neue Umgebung ein und sind auch gut an Hunde zu gewöhnen.

 

Ältere Katzen sind in der Regel deutlich vernünftiger und ruhiger. Es gibt sie im Tierheim in allen Farben, verspielt oder ernsthaft, verschmust, sehr menschenbezogen oder etwas eigenständiger, verträglich mit anderen Katzen oder Einzelgänger aus Überzeugung, Freigänger oder Wohnungskatze. Mehr als genug Katzen warten auf ein neues Zuhause, so dass für jeden die passende dabei ist.

Dafür nimmt man eine Katze mit Vorgeschichte auf. Die Katzen haben schon deutliche Vorlieben und Abneigungen, sind teils ängstlich oder kommen nicht mit Hunden zurecht. Viele Tierheime und Tierschutzorganisationen arbeiten mit Pflegestellen zusammen, die die Katzen bei sich im Haushalt leben lassen. So kann oft besser als bei Tierheiminsassen gesagt werden, wie die Katze tatsächlich ist, was sie braucht und was sie gar nicht mag. Das gleiche gilt natürlich auch für Katzen, die von privat abgegeben werden.

 

 

Katze oder Kater?

 

Manche Menschen schwören auf Kater, andere auf Katzen. Tatsächlich hängt es aber sehr viel mehr vom individuellen Charakter des Tieres als vom Geschlecht ab, wie schmusig, verspielt, gelassen oder kratzbürstig es ist. Bei Katern ist allerdings zu bedenken, dass eine Kastration, sowohl bei Wohnungstieren als auch bei Freigängern, fast unumgänglich ist. Unkastrierte Kater haben oft große Territorien, starkes Markierverhalten, auch in der Wohnung, und Kämpfe mit anderen Katern um ihre Herzdame. Kastrierte Kater dagegen sind weiblichen Katzen ähnlicher: sie streunen weniger und können auch gut mit anderen kastrierten Katern zusammen gehalten werden.

Kater und Katzen unterscheiden sich leicht im Körperbau. Kater sind meist etwas größer und deutlich kräftiger gebaut, mit breiterem Kopf. Falls man nicht vor hat zu züchten, macht es letztlich keinen großen Unterschied, ob man sich für eine Katze oder einen Kater entscheidet.

 

 

 

Rassekatze oder Hauskatze?

 

Rassekatzen kosten in der Anschaffung sehr viel Geld, zumal, wenn man zu einem guten, seriösen Züchter geht

 

Siam

Einige Rassekatzen haben spezielle Anforderungen an die Fellpflege, auch gibt es durchaus Linien, in denen bestimmte Krankheiten gehäuft vorkommen. Da hilft nur sehr durchdachte Züchterauswahl (siehe auch: Wo finde ich meine Traumkatze).

 

Rassekatzen kann man in der Regel keinen Freilauf gewähren, da das Risiko eines Diebstahls nicht unerheblich ist. Dies wiederum bedeutet, dass viel Zeit für die Katze vorhanden sein muss, um sie angemessen zu beschäftigen. Oft bietet sich die Aufnahme eines Geschwisterpärchens an, einige Züchter geben in Einzelhaltung auch keine Tiere ab. Dies verdoppelt natürlich den Anschaffungspreis.
Rassekatzen werden meist nach dem Aussehen ausgesucht. Es gibt aber durchaus auch Unterschiede im Charakter, z.B. wie lebhaft die Katze ist, ob sie viel miaut oder viel Abwechslung möchte.

 

Die Auswahl an Hauskatzen ist riesig, sowohl von privat, als auch aus dem Tierheim. Oft bekommt man Kitten aus „Unfallwürfen“ oder vom Bauernhof sogar geschenkt. Dies sollte einen keinesfalls zu einer unüberlegten Anschaffung verleiten. In der Regel sind Hauskatzen recht gesund und robust, der Charakter mag etwas weniger vorhersehbar sein, als bei einer Rassekatze.

 

 

Freigänger oder Wohnungskatze?

 

Bei dieser Frage scheiden sich die Geister. Befürworter der Freiganghaltung sind der Meinung, dass selbst viel an Beschäftigung, Spielzeug und Kratzbäumen nur ein kläglicher Ersatz für die vielen Eindrücke und Möglichkeiten sind, die einem Freigänger zu Verfügung stehen. Befürworter der reinen Wohnungshaltung führen an, dass Freigänger häufig einen frühen, qualvollen Tod sterben und Wohnungskatzen mit ein wenig Willen und Aufwand nicht minder glücklich oder ausgelastet sind, als Freigänger. Abnehmen kann einem diese Entscheidung letztlich niemand.

 

Freigänger haben in der Regel ein größeres Territorium, tatsächlich mehr Sinneseindrücke, mehr Jagdmöglichkeiten und sie bewegen sich mehr. So sind unter den Freigängern weniger übergewichtige Katzen zu finden und auch weniger Katzen, die aus Langeweile die Wohnung umgestalten. Ein Freigänger hat somit in der Regel auch deutlich weniger Ansprüche an seine Menschen, z.B. was Beschäftigung oder Jagdersatz angeht, und gibt sich meist auch mit deutlich weniger an Kratzbäumen oder Spielzeug zufrieden.

 

Dafür bereitet ein Freigänger seinen Menschen sehr viel mehr Sorgen, wenn er mal wieder nicht zur üblichen Zeit nach Hause kommt. Die Gefahren draußen sind vielfältig: Hunde, Autos, Jäger, Regentonnen, Rattengift, versehentliches eingesperrt werden, um nur ein paar wenige zu nennen. Einer Katze an einer stark befahrenen Straße Freilauf zu gewähren, ist kaum möglich, möchte man länger als ein paar Monate was von ihr haben.

 

Ein paar Regeln helfen, das Risiko geringer zu halten:

 

Freilauf sollte nur in ruhigen Wohngegenden ohne stärker befahrene Straße in der Nähe gewährt werden. Je ländlicher, umso besser.

 

Es sollten feste Fütterungszeiten eingehalten werden, so dass die Katze gezwungen ist, sich regelmäßig Zuhause blicken zu lassen. Nach der letzten Mahlzeit Abends bleibt die Katze im Haus. Nachts ist das Risiko mit Abstand am höchsten, dass die Katze überfahren wird. Die Katze sieht schlechter und der Autofahrer auch. Zudem fahren leider viele Autofahrer nachts besonders schnell und unvorsichtig, da sie nicht mit Hindernissen auf der Straße rechnen.

 

Freigängerkatzen sollten gechipt oder tätowiert sein. Das hilft aber nur, wenn man sein Tier dann auch unter dieser Nummer bei Tasso (Auskunft über den Tierarzt oder http://www.tasso.net/) registrieren lässt.

 

Um die Tierheime nicht endgültig aus allen Nähten platzen zu lassen, sollten Freigänger unbedingt kastriert werden, sowohl Kater als auch Katzen.

 

Freigänger brauchen noch dringender als Wohnungskatzen einen ausreichenden Impfschutz.

Eine Katze zieht ein

16. Juli 2012 in eine Katze zieht ein

 

Die Entscheidung ist gefallen, ein Stubentiger soll einziehen. Aber wo findet man sein neues Familienmitglied? Was muss beim Einzug alles beachtet werden? Verträgt sie sich wohl mit dem Familienhund?

 

Welche Katze passt zu mir?

 

Wo finde ich meine Traumkatze?

 

Was braucht eine Katze?

 

Die ersten Tage im neuen Heim

 

 

 

und ein paar Vorüberlegungen

 

Sind alle Familienmitglieder mit dem Einzug der Katze einverstanden? In erster Linie sollten die erwachsenen Familienmitglieder die Katze wollen. So sehr sich ein Kind eine Katze wünschen mag, die Erwachsenen sind es letztlich, die für die Versorgung und oft auch für die Beschäftigung verantwortlich sind. Interessen der Kinder ändern sich und wenn das Kind irgendwann auszieht, ist die Katze in der Regel immer noch da.

 

Hat ein Familienmitglied eine Tierhaarallergie? Hat vielleicht die beste Freundin eine Tierhaarallergie und könnte dann nicht mehr zu Besuch kommen?

 

Falls man zur Miete wohnt: ist die Katzenhaltung erlaubt?

 

Ist man bereit, Katzenbäume, Kratzbretter, Liegeplätze und ein Katzenklo in der Wohnung verteilt zu haben? Kann man damit leben, wenn die Katze doch mal an der Tapete kratzt, sich auf den neuen Teppich übergibt oder die teure Vase herunter wirft?

 

Eine Katze verliert auch bei bester Pflege Haare, die sich überall in der Wohnung, auf den Polstern und an der Kleidung finden lassen. Stört einen das?

 

auch reinliche Katzen bringen Dreck ins Haus

Was passiert mit der Katze, wenn man in Urlaub fährt?

 

Wie kann und soll sich die Katze den Tag über beschäftigen?

 

Ist das Geld vorhanden, einen Tierarzt zu bezahlen, falls die Katze erkrankt? Auch Futter, Spielzeug und die Erstausstattung kostet.

 

Ist genug Zeit für die Katze da? Wie stellt man sich den Alltag mit der Katze vor? Die wenigsten Katzen geben sich damit zufrieden, Abends eine Stunde schnurrend auf dem Schoß zu liegen und ansonsten nicht weiter aufzufallen.

 

Katzen werden irgendwann alt, vielleicht inkontinent, vielleicht blind, vielleicht brauchen sie spezielle Futterzusätze oder Medikamente. Ist man bereit, sich auch dann noch um die Katze zu kümmern?

 

Die Fellfarben der Katze

16. Juli 2012 in Körper und Sinne

 

Es gibt eine große Vielfalt an Farben und Musterungen bei Katzen. Manche Färbungen sind dabei charakteristisch für bestimmte Rassen, andere sind sehr weit verbreitet.

 

Verantwortlich für die Fellfarben ist das Melanin. Das Melanin sind die Pigmentteilchen in den Haaren, deren Menge, Form und Größe bestimmen, wie die Fellfarbe letztlich aussieht. Erstaunlicherweise gibt es trotz der Menge an unterschiedlichen Fellfärbungen, nur zwei Grundtypen an Melanin bei Katzen:

 

 

das Eu-Melanin bewirkt eine schwarze Fellfarbe

 

das Phäo-Melanin bewirkt eine rote Fellfarbe

 

durch einen Verdünnungsfaktor wird schwarz zu blau

rot

 

 

Das Eu-Melanin ist dabei variabler, als das Phäo-Melanin. Kleine Änderungen in der Struktur des Eu-Melanins bewirken, dass aus schwarzen Katzen Schokoladen- oder Zimtfarbene werden. Änderungen im Phäo-Melanin haben nur geringe Auswirkungen, so dass man einheitlich von roten Katzen spricht.

 

Daneben spielen auch Verdünnungsfaktoren für die Färbung eine Rolle. Diese bewirken, dass geringere Mengen an Melanin im Fell eingelagert werden, wodurch die Haare heller werden. Dadurch wird Rot zu Creme, Zimt zu Karamell/Beige („Fawn“) und Schwarz zu Blau.

 

Schildpatt getigert mit Weiß

Wildkatzen verfügen immer über Eu- und über Phäo-Melanin, Hauskatzen oft nur über eine Melanin-Sorte. Das für die Melanin-Sorte verantwortliche Gen liegt auf dem X-Chromosom. Das Gen kann entweder als „O“ vorkommen = rot, oder als „o“ = nicht rot (schwarz).

Katzen haben 2 X-Chromosome, Kater ein X- und ein Y-Chromosom. Kater haben damit in aller Regel entweder nur Eu- oder nur Phäo-Melanin. Bei weiblichen Katzen kann dagegen auch beides vorkommen, nämlich dann, wenn eines der X-Chromosome das rot-Gen trägt und das andere X-Chromosom das nicht-rot-Gen. In jeder Zelle ist dabei immer nur ein X-Chromosom aktiv, das andere wird inaktiviert. Somit können weibliche Katzen rote und schwarze Fellpartien aufweisen (Schildpatt-Muster), Kater dagegen im Normalfall nicht. Falls Kater ein Schildpatt-Muster (tortie) aufweisen, so deutet dies auf das Vorhandensein von 2 X-Chromosomen zusätzlich zu ihrem Y-Chromosom hin, was sie in der Regel unfruchtbar sein lässt.

 

 

Tabby spotted

Das Tabby-Muster ist ebenfalls genetisch angelegt. Es handelt sich dabei um die Musterung innerhalb einer Grundfarbe, also z.B. grau mit schwarzem Muster, was beides dem Eu-Melanin zu Grunde liegt. Die Veranlagung zu einem Tabby-Muster trägt ausnahmslos jede Katze in sich. Sichtbar wird es aber nur, wenn gleichzeitig ein agouti-Gen aktiv ist. Eine Ausnahme bilden hierbei die rein roten Katzen, die auch ohne agouti-Gen eine Musterung zeigen. Die Tabby-Zeichnung wird letztlich dadurch hervor gerufen, dass die Pigmentierung an bestimmten Stellen des Fells unterdrückt wird. Katzen ohne diese Musterung besitzen ein non-agouti-Gen.

 

 

Man unterscheidet 4 verschiedene Tabby-Musterungen:

 

getupft (spotted), gestichelt (ticked), getigert (mackerel) und gestromt (classic)

 

 

 

 

Das weiße Fell einer Katze kommt dadurch zustande, dass der Haut an diesen Stellen die Pigmentbildenden Zellen (Melanozyten) fehlen.

 

Turkish Angora

Rein weiße Katzen sind häufig taub. Im Innenohr sitzen feine Härchen, die auf die Schallwellen reagieren, wodurch Geräusche wahrgenommen werden können. Kann die Katzen keine Pigmente bilden, die in die Haare eingelagert werden, sind die Härchen im Innenohr oft zu weich, um die Hörfunktion erfüllen zu können. Das Innenohr spielt ebenfalls eine wichtige Rolle für den Gleichgewichtssinn, der somit bei weißen Katzen ebenfalls beeinträchtigt sein kann.

 

Da Pigmente auch für die Augenfarbe verantwortlich sind, haben weiße Katzen oft helle oder blaue Augen. Teils kann die Sehfähigkeit ebenfalls beeinträchtigt sein. Auf Verpaarungen rein weißer Katzen sollte verzichtet werden, da dies die Effekte noch verstärken kann.

Katzen, die zum einen weiße Fell-Bereiche haben, daneben aber auch farbige Fellpartien, besitzen das sogenannte Scheckungsgen. Über wie viel Weiß die Katze dabei verfügt und wie es verteilt ist, kann sehr unterschiedlich sein. Zweifarbige Katzen bezeichnet man als bicolor.

 

 

junge Siam in Seal-Point

Daneben gibt es noch eine Reihe weiterer Färbungen, die eigene Namen haben. Mit am bekanntesten dürfte die Colourpoint-Färbung sein. Diese ist die typische Färbung der Siam- und der Burma-Katze, die aber auch bei vielen anderen Rassen vorkommen kann. Hierbei ist die Grundfarbe stark aufgehellt, das Gesicht, die Beine und der Schwanz sind deutlich dunkler. Die eigentliche Farbe ist die dunkle, die abhängig von der Körpertemperatur durch einen partiellen Albinismus unterdrückt wird. An den im Vergleich zum Körper kälteren Extremitäten, wird die Färbung weniger stark unterdrückt, hier ist die Farbe dunkel.

Diese Points können einfarbig sein, tabby oder Tortie. Teilweise unterscheidet man zwischen der klassischen Siamfärbung, bei der Abzeichen in Seal, Chocolate, Blau und Lilac zugelassen sind, und allen anderen Point-Färbungen, die dann als Colourpoint bezeichnet werden.

 

Eine weitere Fellfärbung ergibt sich daraus, dass das einzelne Haar in sich unterschiedlich gefärbt ist. Meist ist dabei die Basis des Haars hell und die Haarspitze dunkel. Verantwortlich dafür ist ein Inhibitor-Gen, das die Melanin-Ausschüttung an der Haar-Basis verhindert. Wie groß der Anteil des hellen, bzw. dunklen Teils des Haars ist, kann dabei sehr unterschiedlich sein. Auch kann dieses Phänomen bei den unterschiedlichsten Fellfärbungen auftreten und hat dann oft einen eigenen Namen. So wird diese Färbung z.B. bei roten Katzen als Cameo bezeichnet; Chinchilla bedeutet, dass nur etwa 1/8 des Haares eingefärbt ist, der Rest ist weiß, wohingegen bei Rauchfarbenen Katzen (smoke) über die Hälfte eines Haares farbig ist.

 

Ebenfalls beliebt ist die Harlekin-Zeichnung. Hierbei weist die Katze mindestens 90% Weißanteil im Fell auf, mit wenigen farbigen Flecken, die sich häufig am Kopf befinden. Ein typischer Vertreter für diese Fellfärbung ist die Türkisch Van.

 

Tonkanese

16. Juli 2012 in Rassen

 

Aussehen

 

Der Körper ist sehr muskulös, aber eher schlank. Die Beine sind mittellang und schlank, wobei die Hinterbeine etwas länger als die Vorderbeine sind. Der Kopf ist keilförmig mit einem deutlichen Schnurrbartkissen. Die Ohren sollten optisch die Keilform des Kopfes verlängern. Die Augen sind groß, weit auseinander und leicht Mandelförmig. Das kurze seidige Fell liegt eng an.

Die Farben orientieren sich an dem, was bei Siamkatzen und Burma vorkommt. Allerdings ist die Grundfarbe dunkler und die Abzeichen sollten sich nicht zu deutlich von der Grundfarbe abgrenzen. Die Augenfarbe ist türkisblau, gewissermaßen eine Mischung aus den blauen Augen der Siam und den gelben Augen der Burma.

 

Katzen wiegen um 3,5 kg, Kater um 4,5kg.

 

 

Geschichte

 

Die Geschichte der Tonkanesen ähnelt der der Burma-Katze. Tatsächlich gehen beide Rassen auf eine Kätzin zurück, die 1930 von Joseph C. Thompson aus Rangoon in Burma (heute Myanmar) nach San Francisco mitgebracht wurde. Diese Katze, Wong Mau genannt, wurde anfangs auf Grund der ungewöhnlichen Färbung, für eine sehr dunkle Siam-Katze gehalten. Sie war braun mit dunklem Kopf und dunklen Beinen. Tatsächlich handelte es sich aber vermutlich nicht um eine Siam, sondern geht auf einen speziellen Schlag Tempelkatzen zurück, den manche als die ursprünglichen Tonkanesen ansehen.

 

Man paarte Wong Mau mit einem Siam-Kater, was einen bunten Wurf Katzen hervorbrachte, die z.T. Burma-Aussehen hatten, z.T. aber auch Siamkatzen und Tonkanesen ähnelten. Damals wurde gezielt der Burma-Typ weiter gezüchtet. Vor allem in Kanada stieß mit der Zeit aber auch der Typ des Tonkanesen auf Interesse, so dass dort gezielt Tonkanesen gezüchtet wurden. 1965 erkannte ein kanadischer Katzenzuchtverband die Rasse an.

In anderen Ländern tut sich die Tonkanese sehr viel schwerer. Das liegt auch daran, dass bei einer Verpaarung von Siam mit Burma einheitlich Tonkanesen fallen, bei der Verpaarung von Tonkanesen untereinander aber immer auch Siam- und Burma-ähnliche Katzen im Wurf vertreten sind. So ist die Tonkanese immer noch weltweit eine sehr seltene Rasse.

 

 

Charakter

Tonkanesen stehen gerne im Mittelpunkt oder möchten zumindest bei allem dabei sein. Sie sind sehr neugierig, abenteuerlustig und lebhaft. Man kann ihnen gut kleine Tricks beibringen, aber auch für alle Spiele sind sie gerne zu begeistern. Sie brauchen auf jeden Fall viel Zeit und sind keine Katzen, die man „nebenbei“ hält. Die Rasse gilt als sehr selbstbewusst, fast dominant. Sie ist etwas ausgeglichener als die typische Siamkatze, auch weniger laut. Dennoch ist sie kaum weniger anspruchsvoll.

 

 

Haltung und Pflege

 

Tonkanesen sind in der Regel gute Spielkameraden für vernünftige Kinder und vertragen sich auch gut mit Hunden. Freigang wissen Tonkanesen meist zu schätzen, können aber auch als reine Wohnungskatzen gehalten werden, falls ihnen genug Aufmerksamkeit und Abwechslung zuteil wird. Falls man in ruhiger Gegend wohnt, kann man Tonkanesen auch verhältnismäßig gut beibringen, an der Leine zu laufen. Das liegt auch mit daran, dass die Rasse sehr selbstbewusst durchs Leben läuft und somit auf den Leinenspaziergängen nicht zu Panikreaktionen bei Unbekanntem neigt.

Tonkanesen wissen in aller Regel Artgenossen sehr zu schätzen. Bei Vollzeit Berufstätigen ist eine zweite Katze in jedem Fall Pflicht, damit die Katze nicht vor Langeweile die Wohnung umgestaltet.

 

Tonkanesen gelten als sehr robuste Rasse, ohne häufig vorkommende rassespezifische Krankheiten oder Fehlbildungen.

 

 

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Savannah

16. Juli 2012 in Rassen

 

Aussehen

 

Die Savannah ist eine recht große, schlanke Rasse, der man ihren wilden Vorfahren, den Serval, deutlich ansieht. In der F1-Generation (Serval x Hauskatze) sind die Tiere noch etwa 45cm groß und wiegen bis zu 10 Kilo. In den Folgegenerationen nehmen Größe und Gewicht, und bis zu einem gewissen Grad auch die grundsätzliche Ähnlichkeit zum Serval, dann langsam ab.

Die Savannah steht auf langen, schlanken Beinen mit recht kleinen Pfoten. Der Körper ist lang gestreckt, der Schwanz verhältnismäßig kurz. Der lange Hals wirkt muskulös, der keilförmige Kopf ist eher klein mit schmalem Kinn. Die großen Ohren sollten möglichst hoch angesetzt sein, und einen so genannten „Wildfleck”, einen hellen Abdruck, aufweisen. Die Augen sind mandelförmig bis oval, grün, gelb oder goldfarben.

Die Fellfarbe ist ähnlich der des Servals. Eine goldfarbene bis beige Grundfarbe mit schwarzen Tupfen. Die Unterseite (Bauch, Brust, Innenseite der Beine und Unterseite des Schwanzes) ist dabei heller, als der restliche Körper. Durch die Einkreuzung verschiedener Hauskatzenrassen ergeben sich letztlich aber einige Farbvariationen. Anerkannt sind schwarz, schwarz-getupft, schwarz-silber-getupft und black-smoke.

 

 

Geschichte

 

Die Savannah ist eine sehr junge Rasse, die noch nicht von jedem Katzenzuchtverband anerkannt wird und nur sehr selten vorkommt. Sie entsteht durch Kreuzung zwischen einem Serval (afrikanische Wildkatze) und verschiedenen Hauskatzenrassen. Erstmals gelang diese Verpaarung 1980 Judy Frank in den USA mit einer Siamkatze. In den 1990ern gab es dann größer angelegte Zuchtversuche, bei denen vor allem Bengal-Katzen, Orientalisch Kurzhaar und die Ägyptische Mau mit dem Serval gekreuzt wurden.

Es erschwert die Zucht, dass die Kater der F1-Generation steril sind (tatsächlich meist alle Kater bis einschließlich F4), so dass auch hier noch einmal andere Rassekatzen oder erneut der Serval eingekreuzt werden müssen. Mittlerweile ist die Zuchtbasis aber ausreichend groß, so dass in der Regel Savannah mit Savannah verpaart werden kann.

Die Zucht wurde in den USA begründet, langsam gibt es aber auch Zuchten außerhalb der USA. Ein Grundproblem dabei ist die Haltung des Servals, der unter Artenschutz steht.

 

Savannahs sind ausgesprochen teuer, vor allem die ersten Generationen mit hohem Wildblutanteil. Dies liegt daran, dass in jedem Fall ein männlicher Serval gehalten werden muss, der in punkto Haltung sehr hohe Ansprüche stellt. Auch deckt ein Serval längst nicht jede Hauskatze, die ihm angeboten wird. Nimmt die Katze auf, ergibt sich das Problem, dass die Tragzeiten von Hauskatze und Serval unterschiedlich lang sind, so dass die F1-Generation gezwungenermaßen als „Frühchen“ zur Welt kommt, was die Sterberate natürlich erhöht. Deshalb ist der Zucht-Aufwand enorm. Bislang gibt es nur wenige Züchter dieser neuen Rasse, was den Preis alleine durch Angebot und Nachfrage noch weiter steigert. Am „günstigsten“ zu haben sind zumeist die sterilen Kater aus der F3 oder gegebenenfalls F4 Generation.

Unter Tierschutzaspekten sind Haltung und Einkreuzung von Wildkatzen nicht unumstritten.

 

 

Charakter

 

Savannahs der F1-Generation zeigen mit Eintritt in die Geschlechtsreife häufig recht „wildes“, ursprüngliches Verhalten. Das bedeutet z.B., dass sie trotz guter Prägung auf den Menschen eher scheu sind, mit reiner Wohnungshaltung nicht glücklich zu machen sind und häufig auch ein Problem mit der Annahme des Katzenklos haben, bzw. auch kastriert sehr viel markieren. Ab der F2 Generation ähnelt die Savannah dann immer mehr vom Wesen her einer ganz normalen, agilen Hauskatze. Savannahs (ab F2) gelten als ausgesprochen gesellig, anhänglich und verspielt. Sie sind neugierige Entdeckernaturen und folgen ihren Menschen gerne durch die Wohnung. Dabei stehen Savannahs gerne im Mittelpunkt und teilen ihre jeweiligen Wünsche (streicheln, spielen oder allgemein Aufmerksamkeit) auch recht direkt und selbstbewusst mit. Laute Katzen sind sie nicht unbedingt, aber „mitteilsam“ mit einer Fülle an Lauten und Lautstärken, die sie situationsabhängig verwenden.

Savannahs (vor allem die F1-Generation) sind deutlich bessere Jäger, Springer und Kletterer, als andere Hauskatzenrassen. So sollten in der Wohnung ausreichend abwechslungsreiche und robuste Klettergelegenheiten zur Verfügung stehen.

Eine Besonderheit ist die Wasserliebe der Savannah. Manche springen sogar mit Wonne in Badewasser. Beim Freilauf kann ihnen das in Form von Regentonnen allerdings zum Verhängnis werden.

 

Savannah mit Wildfleck an den Ohren

 

Haltung und Pflege

 

Über Freilauf freut sich die Savannah sehr. Man muss allerdings bedenken, dass eine Savannah im Normalfall ein deutlich besserer Jäger ist, als andere Hauskatzenrassen. Zumindest in Australien wurde deshalb erwogen, Freigang bei der Savannah gesetzlich zu untersagen, um heimische Wildtierarten nicht zu gefährden. Alternativ würde die Savannah sich aber auch über ein größeres Freigehege freuen. Spaziergänge an der Leine gestalten sich auf Grund der großen Agilität meist etwas schwierig, bzw. bedürfen geduldiger Gewöhnung. Savannahs neigen dazu, etwas stürmisch zu sein und spielen teils recht wild. Wenn Kinder damit klar kommen, sind Savannahs ausgezeichnete Spielkumpel für diese. Auch mit Hunden kommt die selbstbewusste Savannah nach Gewöhnung meist gut aus. Überhaupt sind Savannahs sehr gesellig und freuen sich auch über andere Katzen, die entsprechend ebenfalls temperamentvoll sein sollten.

Die Savannah braucht in jedem Fall viel Ansprache und Beschäftigung. Sie passt deutlich besser in eine turbulente Großfamilie, als zu einem Vollzeit arbeitenden Single. Letzterer sollte zumindest 2 Katzen halten und nach Feierabend viel Zeit für seine Katzen erübrigen können.

 

Die Savannah gilt, nicht zuletzt durch ihren großen Genpool, als sehr robuste und gesunde Rasse.

 

 

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Ragdoll

16. Juli 2012 in Rassen

 

Aussehen

 

Die Ragdoll ist eine eher große, muskulöse Katze, die dabei dennoch elegant wirken sollte. Die Hinterbeine sind etwas länger als die Vorderbeine, die Pfoten sind groß und kräftig. Der Kopf ist breit, keilförmig zulaufend, mit großen, stets blauen, Augen. Das Fell ist mittellang, dabei an Schwanz und Halskrause etwas länger, als am restlichen Körper. Es fühlt sich seidig an und sollte eng am Körper anliegen.
Es gab lange 3 Farbvarianten: „Colourpoint“ (cremefarbener Körper mit dunkleren Extremitäten, kein weiß), „Mitted“ (ebenfalls cremefarbener Körper mit dunkleren Extremitäten, allerdings mit weißem Bauch, weißer Brust, weißem Kinn, weißer Schwanzunterseite und weißen Pfoten/Beinen) und Bi-Color (ähnlich „Mitted“, aber mit V-förmiger weißer Maske am Kopf, weitere weiße Abzeichen sind erlaubt). Seit kurzem wird auch in „Lynx“ (Tabby) gezüchtet. Die Katzenbabys kommen immer reinweiß zur Welt.

 

Ragdolls sind Spätentwickler. Es kann bis zu drei Jahre dauern, bis sie ihre endgültige Größe und ihr Endgewicht erreicht haben.

 

Katzen wiegen um 5 kg, Kater bis zu 8 kg. Vereinzelt können auch deutlich schwerere Exemplare vorkommen, was in der Zucht allerdings nicht angestrebt wird.

 

 

Geschichte

 

Die Rasse entstand Anfang der 1960er in Kalifornien. Dort wurde eine Frau namens Ann Baker auf den Wurf einer Nachbarskatze aufmerksam, die auffallend großen, interessant gezeichneten und sanftmütigen Nachwuchs zur Welt brachte. Ann Baker nahm mehrere der Jungtiere auf und baute mit ihnen eine Zucht auf. Es heißt, es wurde unter anderem ein Birma-Kater mit entsprechender Zeichnung eingekreuzt, genaue Überlieferung gibt es allerdings nicht. Ihren Namen verdankt die Ragdoll (engl. Stoffpuppe) dem Umstand, dass sie dazu tendiert, bei Entspannung auf dem Arm völlig zu erschlaffen. Vor allem diese Eigenschaft wurde zu Beginn der Zucht vermarktet und auch kritisiert.

Ann Baker ließ die neue Rasse bei einem amerikanischen Patentamt registrieren und wollte Kontrolle und Gewinnbeteiligung an Zucht und Verkauf der Tiere, auch wenn diese anderen Züchtern gehörten. Allerdings hatten sich bereits vor der Patentierung einige weitere Zuchten gebildet, die sich diesen Vorgaben nicht unterwarfen. Deren Nachkommen sind es letztlich, die sich in der Welt verbreitet haben.
In Deutschland sind Ragdolls seit Anfang der 1980er Jahre vertreten. Im Laufe der 90er Jahre wurde die Rasse und ihre verschiedenen Farbschläge dann nach und nach anerkannt.

 

Die Ragdoll verdankt ihren Namen der fast grenzenlosen Entspanntheit, die man ihr nachsagt. So soll die Katze schlaff wie eine Stoffpuppe werden, wenn man sie hoch hebt und alles klaglos erdulden. Tatsächlich ist die Ragdoll in aller Regel eine sehr umgängliche, menschenbezogene und ausgeglichene Katze. Nichtsdestotrotz ist sie ein Lebewesen und kein Spielzeug, mit dem man alles machen darf, wonach einem der Sinn steht. Ihre angebliche Schmerzunempfindlichkeit gehört ins Reich der Legenden. Ihre große Gelassenheit im Umgang liegt vor allem darin begründet, dass sie sehr großes Vertrauen in Menschen hat. So lange dieses Vertrauen nicht zerstört wird, ist die Ragdoll eine ideale Familienkatze, anpassungsfähig, sanftmütig und unkompliziert. Schlechte Laune scheint den meisten Ragdoll völlig fremd zu sein. Ragdolls sind nicht übermäßig aktiv, wissen Ansprache, Streicheleinheiten und Beschäftigung aber dennoch sehr zu schätzen. Dabei sind sie nicht aufdringlich und miauen auch nur selten.

 

 

Haltung und Pflege

 

Ragdolls verstehen sich in der Regel ausgezeichnet mit Kindern und mit anderen Haustieren. Sie brauchen unbedingt viel Sozialkontakt und sollten bei längerer täglicher Abwesenheit ihres Menschen, zumindest einen Artgenossen als Gesellschaft haben. Die ruhige, ausgeglichene Rasse eignet sich gut für reine Wohnungshaltung. Auch auf Grund des völlig fehlenden Misstrauens fremden Menschen und oft auch anderen Tieren gegenüber, eignet sich diese Rasse wenig für eine Haltung als Freigänger. Zu groß sind die Gefahren und sei es nur die, dass ein fremder „Katzenfreund“ sie mitnimmt. Durch ihre Umgänglichkeit sind Ragdolls aber meist gut an das Laufen an Geschirr und Leine zu gewöhnen, so dass kleinere Ausflüge ins Freie mit ihr unternommen werden können.

 

Die Fellpflege ist wenig aufwändig, da das Fell nicht zum verfilzen neigt. Einmal wöchentlich sollte dennoch durchgebürstet werden. Im Fellwechsel verliert die Ragdoll relativ viele Haare, hier kann häufigeres bürsten unterstützend wirken und verhindern, dass die Haare sich in der Wohnung verteilen.

 

 

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Perserkatze

16. Juli 2012 in Rassen

 

Aussehen

 

Die Perserkatze ist eine mittelgroße, stämmige Katze, mit kurzen, kräftigen Beinen und breiter Brust- und Schulterpartie. Der Kopf ist rund, mit vollen Wangen und kräftigem Kinn.

Ein hervorstechendes Merkmal ist die extrem kurze Nase, deren Spitze sich auf einer Linie mit den Unterlidern der Augen befinden sollte. Die Augen sind rund und stehen weit auseinander. Die Ohren sind klein und möglichst tief angesetzt. Das Fell ist etwa 10 Zentimeter lang, mit üppiger Unterwolle und von seidiger, nicht wolliger Textur. Die Perserkatze hat dabei eine deutliche, löwenähnliche Halskrause und einen buschigen Schwanz. An Fellfarben ist alles erlaubt. Die Augenfarbe sollte zur Fellfarbe passen.

Der amerikanische Standard schreibt eine flachere, höher angesetzte Nase sowie kleinere Ohren vor, als der europäische Standard. Nach europäischem Standard darf die Nase bis 1,5 Zentimeter lang sein, die Katze sollte in jedem Fall frei atmen können.

 

Katzen wiegen um 4kg, Kater um 5,5kg.

 

 

Geschichte

 

Die Perserkatze ist eine sehr alte Rasse, wobei sie ihr heutiges Aussehen erst seit relativ kurzer Zeit inne hat. Man vermutet, dass der Ursprung der Rasse in der Kreuzung aus persischen oder russischen Langhaar Katzen und Angora Katzen liegt. Der gängigsten Theorie zufolge, entstand die Rasse in Persien (heute Iran). Von dort breitete sie sich im orientalischen Raum aus, bis sie etwa um 1500 die Türkei erreichte. Die Langhaarkatzen aus dieser Region werden als Angora (früherer Name von Ankara) bezeichnet. Entweder von dort aus oder aus Persien (die Theorien gehen auseinander) kamen Anfang des 17. Jahrhunderts die ersten Langhaarkatzen nach Europa, wo sie großes Aufsehen erregten. Dieser Felltyp war völlig neu. Zu dieser Zeit waren die Perserkatzen allerdings noch deutlich weniger gedrungen und hatten noch keine abgeflachte Nase.

 

Zunächst wurden die persischen Langhaarkatzen in Europa als Statussymbol gehalten, vor allem von Adligen. Sie galten als Luxusgeschöpfe, die sich die Gunst der Reichen und Mächtigen nur mit der Türkischen Angora teilen mussten. Im Laufe des 20. Jahrhunderts kam die Rasse in Europa und den USA immer mehr in Mode. Vor allem in den USA kam der Trend auf, die Nase immer kürzer und den Körper gedrungener zu züchten. Ab Mitte des 20. Jahrhunderts gab es regelrechte Massenzuchtanlagen, um der steigenden Nachfrage gerecht zu werden. Dabei wurde oft ohne Rücksicht auf Agilität oder Gesundheit der Tiere vermehrt. In Europa ging der Trend in eine ähnliche Richtung. Dennoch (oder gerade deshalb) gab und gibt es hitzige Debatten über die optimale Perserkatze, die Schönheit und Gesundheit in sich vereinen sollte. So haben sich in den verschiedenen Ländern auch teils recht unterschiedliche Rassestandards durchgesetzt.

 

Heute gilt die Perserkatze als die mit bekannteste und beliebteste Rassekatze weltweit. Sie wurde und wird auch gerne eingesetzt, um durch Einkreuzung neue Farbschläge in andere Rassen einzubringen. Bei der Zucht einiger neuer Rassen hat sie ebenfalls mit den Grundstein gelegt. Dazu gehören z.B. die Birma oder die Britische Kurzhaar.

 

 

Charakter

 

Die Perserkatze gilt als ausgesprochen gelassen, fast schon stoisch. In der Regel ist sie sehr friedfertig und fügsam. Mit ihren Menschen ist sie verschmust, aber nicht aufdringlich, Fremden gegenüber ist sie eher zurückhaltend. Perser sind meist „bequem“, wenig verspielt und kaum kletterfreudig. Auch der Abenteuergeist und der Freiheitsdrang sind in Der Regel wenig ausgeprägt. Tatsächlich steht der gedrungene, schwere Körperbau der Agilität auch etwas im Wege.

 

 

Haltung und Pflege

 

Perserkatzen werden in der Regel als reine Wohnungskatzen gehalten. Zum einen liegt das daran, dass die recht gemütlichen Perser sich zumeist problemlos mit der Wohnungshaltung zufrieden geben, zum anderen schwingt bei Rassekatzen auch immer die Gefahr von Diebstahl mit. Ein weiterer Grund ist, dass die sowieso schon sehr aufwändige Fellpflege bei Freigang noch erheblich gesteigert würde, da sich allerlei Unrat und Dreck im Fell verfangen würde.

Perser stehen in dem Ruf, verhältnismäßig gut für Berufstätige geeignet zu sein. Dennoch ist bei langer täglicher Abwesenheit eine Zweitkatze anzuraten.
Im Allgemeinen sind Perserkatzen durch ihr ausgeglichenes Wesen auch gut in Familien mit Kindern zu halten. Ebenfalls lassen sie sich meist nicht durch Hunde oder andere Haustiere aus der Ruhe bringen.

 

Das Fell ist sehr pflegeaufwändig, da es stark zu Verfilzungen neigt. Tägliches Bürsten ist Pflicht. Die oft tränenden Augen sollten ebenfalls nach Bedarf gereinigt werden. Unbedingt sollte bereits die Babykatze positiv an das kämmen gewöhnt werden, damit es später keine Probleme damit gibt. In der Regel lassen sich Perser allerdings gerne bürsten. Voraussetzung ist, dass dies wirklich täglich geschieht, da Verfilzungen und Knötchen meist nur schmerzhaft für die Katze entfernt werden können. Zum Reinigen des Fells empfiehlt sich ein spezielles Puder, das dem Baden in jedem Fall vorzuziehen ist.
Im Frühjahr verliert die Perser beträchtliche Mengen Fell, die sich trotz bürsten auch in der Wohnung wieder finden.

 

Durch Überzüchtung oder profitorientierte Züchtung ohne Rücksicht auf die Gesundheit, gibt es eine Reihe gesundheitlicher Probleme, mit denen die Rasse zu kämpfen hat. Dazu gehören verengte Nasenöffnungen und Tränenkanäle, das Entropium (Einwärtsdrehug des Augenlids) und erblich bedingte Nierenzysten. Letztere können durch einen Gentest der Elterntiere verhindert werden. Auch Kiefer- und Zahnfehlstellungen kommen vor. Es ist ausgesprochen wichtig, Perserkatzen nur von seriösen Züchtern zu kaufen, für die eine gesunde Katze höchste Priorität hat.

 

Mit der Rasse der Perserkatzen hat sich auch das Deutsche Tierschutzgesetz befasst. Hier ein Auszug aus dem Gutachten zu § 11b des deutschen Tierschutzgesetzes:

 

“Festlegung eines Index zur Vermeidung von Übertypisierungen. Zuchtverbot für Tiere, die diesem Index nicht entsprechen. Hier: Zuchtverbot für extrem kurznasige Tiere, bei denen der obere Rand des Nasenspiegels über dem unteren Augenlidrand liegt. Gesundheitliche Überprüfung brachyzephaler Individuen vor der Zulassung zur Zucht (Unterschung auf Verengung der oberen Atemwege oder der Tränennasenkanäle, Oberkieferverkürzung etc.) Zuchtverbot für Tiere, die mit einem oder mehreren der oben beschriebenen Symptome behaftet sind, da bei der Nachzucht mit Schmerzen, Leiden und Schäden zu rechnen ist. Alle untersuchten Tiere sind dauerhaft zu kennzeichnen (Tätowierung oder Mikrochip). Es sind Zuchtbücher zu führen; diese und die Untersuchungsergebnisse sind bei Bedarf offen zu legen. Änderung des Zuchtstandards bei brachyzephalen Rassen zur Vermeidung eines ausgeprägten Stopps; Bevorzugung von Tieren mit längeren Gesichtsschädeln.”

 

 

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Britisch Kurzhaar

13. Juli 2012 in Rassen

 

Aussehen

 

Die Britisch Kurzhaar ist eine kräftig gebaute, eher große Katze. Der Kopf ist rund mit weit auseinander stehenden, kurzen, rundlichen Ohren und großen Augen. Die Farbe der Augen variiert zwischen Orange, Blau und Grün. Das Fell ist kurz, dicht und eher weich mit viel Unterwolle. Es kommen mittlerweile über 40 Farbvarianten vor. Am beliebtesten ist nach wie vor blau, daneben auch Creme, Tabby mit silberner Unterwolle und Colourpoint. Gelegentlich fallen Halblanghaar-Kitten, was auf die Einkreuzung der Perserkatzen zurückzuführen ist.

 

Kater wiegen in der Regel zwischen 7 und 8 kg, Katzen 4 – 6 kg.

 

 

Geschichte

 

Die Vorläufer der Britisch Kurzhaar lebten über Jahrhunderte hinweg als Hauskatzen in Großbritannien. Vermutlich kamen die ersten Katzen vor etwa 2000 Jahren mit den Römern auf die Insel. Eine gezielte Zucht fand lange nicht statt.

In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurden in Großbritannien dann erstmals Rassekatzen-Ausstellungen abgehalten. Damals wurden in erster Linie seltene exotische Tiere aus fernen Ländern ausgestellt und bewundert, die einheimischen Kurzhaar-Katzen dagegen wurden weniger beachtet. Einige Katzenliebhaber wollten dies ändern, und schufen mit der kräftig gebauten Britisch Kurzhaar ein Gegenstück zu den sonst meist eher feingliedrigen, importierten Rassen. Neben dem imposanten Äußeren, war das Zuchtziel eine kurzhaarige Katze, mit dichtem, weichen Fell und ausgeglichenem Charakter. Zu diesem Zweck wurden ausgewählte einheimische Katzen mit der damals sehr beliebten Perserkatze gekreuzt. Anfangs war vor allem die Farbe „blau“ sehr beliebt, mit der Zeit, und unter erneuten Einkreuzungen von Perserkatzen, wurde die Farbvielfalt immer größer.

Nach dem 2. Weltkrieg wurden daneben auch Kartäuserkatzen eingekreuzt, deren Bestand stark zurück gegangen war. Eine Zeit lang wurden diese beiden Rassen sogar gemeinsam geführt, die blauen als Kartäuser, alle anderen Farben als Britisch Kurzhaar. Dies wurde aber wieder zurückgenommen, da die Unterschiede in Körperbau und auch im Charakter bestehen bleiben sollten. Die Europäisch Kurzhaar spaltete sich erst in den 1980ern endgültig von der Britisch Kurzhaar ab. Auch hier sind die Unterschiede in Körperbau und Charakter zu beträchtlich geworden, um einheitlich züchten und ausstellen zu können.

In Deutschland gehört die Britisch Kurzhaar heute mit zu den beliebtesten Katzenrassen.

 

 

Charakter

 

Erwachsene Britisch Kurzhaar Katzen sind meist ausgeglichen und eher gemütlich. Jungtiere sind dagegen ebenso verspielt und zu Schabernack bereit, wie andere Katzenrassen auch. Vertreter dieser Rasse miauen wenig und neigen auch sonst kaum dazu, sich in den Mittelpunkt zu stellen. Schmuseeinheiten wissen sie zu schätzen, aber oft eher in Maßen. Fremden gegenüber ist diese Rasse meist eher zurückhaltend, ohne ängstlich zu sein.

 

 

Haltung und Pflege

 

Durch ihre Anpassungsfähigkeit und das gemäßigte Temperament, ist die Britisch Kurzhaar gut für reine Wohnungshaltung geeignet. Jedoch sollte man auf genug Beschäftigung und Bewegung achten, da diese Rasse etwas zu Übergewicht neigt.

Mit vernünftigen Kindern kommt die ruhige, eher duldsame Britisch Kurzhaar meist gut aus. Andere Katzen braucht sie nicht unbedingt als Wohnungsgenossen, allerdings sollte dann genügend Zeit und keine allzu lange Abwesenheit der menschlichen Bezugspersonen gegeben sein. Mit freundlichen Hunden gibt es in der Regel ebenfalls keine Probleme.

 

Die Fellpflege ist wenig aufwendig. Gelegentliches bürsten reicht aus. Der Fellwechsel kann durch spezielle Striegel unterstützt werden. Sofern man nicht ausstellt, ist es absolut unnötig, seine Katze zu baden.

 

 

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