Es gibt über 400 verschiedene Arten in der Ordnung der Kugelfischartigen. Hierzu gehören z.B. Drückerfische, Kofferfische, Lederjacken und die Kugelfische selbst. Der Körper ist gedrungen, teils rautenförmig, teils eckig. Die Größen variieren stark, von den teils winzigen Feilenfischen bis zum über 2 Tonnen schweren Mondfisch. Das Maul ist meist klein und auf die Ernährung mit Wirbellosen oder Plankton ausgelegt.

 

 

Drückerfische

 

Orange gestreifter Drückerfisch

Drückerfische haben einen langgezogenen, rautenförmigen Körper, mit großem Kopf und stark bezahntem Maul. Sie schwimmen in erster Linie durch ondulierende Bewegungen von After- und Rückenflosse, was sie in die Lage versetzt, auch in Schieflage und selbst waagerecht liegend zu schwimmen. Die Schwanzflosse stellt im Notfall einen „Turboantrieb“.

 

Ihre besondere Verteidigungsstrategie besteht darin, sich über spezielle Dorne, die sich oben und teils auch unten am Körper befinden, fest zwischen Korallen zu verankern. So können Fressfeinde sie nicht zwischen den Korallen hervorziehen und aufessen.

Die Drückerfische selbst leben von Krebsen, Seeigeln, Seesternen, Würmern und anderen kleinen Tieren oder Algen. Sie sind in der Lage einen starken Wasserstrahl mit dem Maul erzeugen, um z.B. Seeigel umzupusten, und sie so von der weichen Unterseite her aufzufressen. Ebenso können sie über den Wasserstrahl andere Tiere im Sandboden frei legen. Daneben haben Drückerfische bei langstacheligen Seeigeln noch eine besondere Strategie entwickelt: der Drückerfisch packt einen Stachel, hebt den Seeigel daran hoch und lässt ihn in etwa ein Meter Höhe wieder los. Während der Seeigel zurück zum Boden schwebt, greift der Drückerfisch ihn von der weichen Unterseite her an.

 

der Riesendrückerfisch ist mit Vorsicht zu genießen

Meist leben Drückerfische als Einzelgänger, die sehr aggressiv über ihr Revier wachen. Einige Riesendrückerfische greifen dabei sogar Menschen an, vor allem, wenn sie gerade ein Gelege haben.

 

Oft befinden sich in einem großen Revier eines Männchens verschiedene kleinere von Weibchen. Die Weibchen bauen mittels ihres Wasserstrahls größere Sandkuhlen, in die sie ihre Eier legen und gut beschützen. Bei einigen Arten hilft auch das Männchen mit. Teilweise kann man die männlichen Drückerfische beobachten, wie sie über den Eiern einen „Kopfstand“ machen, um ihnen Sauerstoff zuzupusten. Potentielle Feinde, auch Taucher, werden nun schon auf mehrere Meter Entfernung angegriffen, gerammt oder gebissen. Das ist äußert schmerzhaft für Menschen, zumal das Gebiss stark genug ist, selbst Muschelschalen zu knacken. Wenn die Fischlarven der Drückerfische geschlüpft sind, steigen sie sofort auf zur Wasseroberfläche und lassen sich zur weiteren Entwicklung ins offene Meer treiben.
Die Eltern sind nun wieder deutlich friedlicher.

 

links: Blauer Drückerfisch; rechts: Picasso Drückerfisch (und ein Falterfisch)

Kugelfische

 

Kugelfische sind in der Lage, bei Gefahr ihren Magensack mit Wasser vollzupumpen, wodurch sie kugelrund werden. Dadurch sehen sie zum einen eindrucksvoller aus, zum anderen pusten sie sich auch noch im Maul oder Magen ihrer Fressfeinde auf, was deren Tod bedeuten. Zusätzlich sind Kugelfische bei Verzehr giftig. Natürliche Feinde haben sie entsprechend kaum.

 

Weissfleck-Kugelfisch mit Arabischem Doktorfisch

Keinesfalls sollte man einen Kugelfisch zum aufblasen reizen. Es ist großer Stress für das Tier, schluckt es dabei Luft, ist die Aktion oft tödlich.

 

Kugelfische besitzen ein sehr kräftiges Maul und ernähren sich vor allem von Schnecken, Muscheln und Krebsen. Einige Arten zermalmen auch Korallen und fressen deren Polypen.

 

Kugelfische sind langsame Schwimmer, aber ähnlich einem Hubschrauber, sehr manövrierfähig.

 

2 Kugelfische

links: Schwarzfleck-Kugelfisch mit Putzerfisch in den Kiemen; rechts: Maskenkugelfisch

 

Kofferfische

 

Kofferfische sind tatsächlich in etwa Kofferförmig mit einem Panzer aus Knochenplatten. Wie die Kugelfische sind sie langsame, aber sehr manövrierfähige Fische. Sie ernähren sich von kleinen Wirbellosen und Algen, die sie unter anderem mittels eines Wasserstrahls aus dem Boden frei strudeln können.

 

Kofferfische trifft man meist einzeln am Riff. Tatsächlich teilen sich aber in der Regel ein Männchen und mehrere Weibchen im losen Zusammenhalt ein Revier.

 

Kofferfische sind häufig sehr farbenfroh

 

Kofferfische werden gerne noch winzig klein an Aquarienhalter verkauft. Ein großes Problem dabei ist, dass Kofferfische bei Stress eine giftige Substanz ans Wasser abgeben, die auf dem engen Raum im Aquarium alle Fische, einschließlich sie selbst, abtötet.

 

 

Igelfische

 

Igelfisch

Igelfische sehen ähnlich aus wie Kugelfische, mit denen sie eng verwandt sind. Igelfische sind allerdings meist etwas länglicher mit stumpfem Kopf, riesigen Augen und Stacheln am ganzen Körper, denen sie ihren Namen verdanken. Wie die Kugelfische, können sich Igelfische bei Gefahr aufpusten.

 

Die Ernährung ist ähnlich wie bei Drückerfischen und Kofferfischen, wobei sie hartschalige Nahrung den Stachelhäutern vorziehen.

 

Menschen gegenüber sind Igelfische meist sehr scheu und zurückhaltend.

 

 

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